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Der Bullenmarkt als Tarnung — Warum Strukturprobleme so lange unsichtbar bleiben
Lesedauer: ca. 3 Minuten
Es gibt einen Fehler, den ich für einen der teuersten im Investieren halte: einen zyklischen Rückgang mit einem strukturellen Problem zu verwechseln. Oder umgekehrt. Beides kostet Geld, aber auf sehr unterschiedliche Weise.
Der zyklische Rückgang ist temporär. Ein Unternehmen verdient weniger, weil die Nachfrage gerade schwach ist. Das Geschäftsmodell ist intakt, die Wettbewerbsposition auch. Der Gewinn erholt sich, wenn der Zyklus dreht. Wer in dieser Phase verkauft, verbucht einen Verlust und verpasst die Erholung.
Das strukturelle Problem ist etwas anderes. Hier verändert sich etwas Fundamentales am Geschäftsmodell selbst. Ein Wettbewerber macht das Produkt überflüssig, oder die Nachfrage verschwindet dauerhaft. Der Gewinn erholt sich nicht, weil es nichts zu erholen gibt. Wer in dieser Phase hält, wartet auf eine Normalisierung, die nicht kommt.
Die Schwierigkeit: Beide sehen im Chart identisch aus. Kurs fällt, Stimmung dreht. Das Unterscheidungsmerkmal liegt nicht im Kursverlauf, sondern in der Ursache.
Ich beginne deshalb mit einer einfachen Frage: Hat das Unternehmen ein Problem, oder hat die Branche ein Problem? Und wenn die Branche ein Problem hat: Löst es sich von selbst auf, weil es aus Überangebot oder temporärer Nachfrageschwäche entsteht? Oder ist es dauerhaft, weil ein Wettbewerber oder eine Technologie die Grundlage des Geschäftsmodells verändert?
$MU (+1,5 %) , also Micron Technology, ist das vielleicht reinste Lehrbuchbeispiel für den ersten Fall. Der Speicherchip-Markt läuft in ausgeprägten Überangebots- und Knappheitsphasen. Wenn die Preise fallen, sehen Microns Zahlen katastrophal aus. Wenn sie steigen, explodiert der Gewinn. 2022 war brutal. Die Nachfrage brach ein, Lagerbestände türmten sich auf, Analysten überboten sich mit Kurszielsenkungen. Wer damals verkaufte und 2023 wieder kaufte, hat zweimal Transaktionskosten produziert und die Erholung trotzdem verpasst. Das Kerngeschäft geriet dabei nie grundsätzlich in Frage.
$CCO (+1,06 %) folgt einer ähnlichen Logik, mit einer wichtigen Überlagerung. Der Uran-Zyklus ist langsamer und politisch getrieben. Nach Fukushima hat der Markt jahrelang gebraucht, um die strukturelle Nachfrage von der politischen Stimmung zu trennen. Reaktoren wurden abgeschaltet, der Uranpreis kollabierte. Für viele sah das wie ein strukturelles Problem aus. War es nicht. Der Strombedarf blieb. Kernkraft als Technologie blieb. Was sich änderte, war die Wahrnehmung. Als die sich drehte, drehte auch der Zyklus. Wer den Unterschied verstand, hat die Neubewertung mitgenommen.
$CVS (+1,58 %) ist das Gegenbeispiel. Das Apothekenmodell steht seit Jahren unter Druck: Pharmacy Benefit Manager drücken die Margen, der stationäre Einzelhandel verliert Frequenz, das Kerngeschäft schrumpft. CVS operiert noch immer in großem Maßstab und liefert Umsätze. Aber der Markt preist zunehmend strukturelle Margenerosion und regulatorische Risiken ein, und das aus gutem Grund. Trotzdem wurde CVS jahrelang als günstiger Dividendenwert gehandelt. Die hohe Dividendenrendite galt als Kaufargument. Dabei ist eine ungewöhnlich hohe Dividendenrendite oft eher ein Hinweis darauf, dass der Markt an der Nachhaltigkeit der Ausschüttung zweifelt. Bei CVS hat sich das bestätigt. Wer auf die zyklische Erholung wartete, wartete auf etwas, das strukturell nicht kommen konnte.
$VOW (-0,37 %) ist der schwierigere Fall, und deshalb lehrreich auf andere Weise. Der Marktanteilsverlust in China an BYD und andere lokale Hersteller hat einen strukturellen Kern: chinesische Anbieter sind inzwischen in Qualität und Preis konkurrenzfähig, das ist kein temporäres Phänomen. Gleichzeitig überlagert zyklischer Nachfragerückgang im Premiumsegment die Strukturfrage kurzfristig. Beides lässt sich nicht sauber trennen. Das macht VW zum Mischfall: struktureller Kern, zyklisches Overlay. Das ist kein Versagen der Analyse, das ist die Realität vieler Unternehmen in Transformationsphasen. Und genau deshalb muss ich bei einem solchen Fall zumindest wissen, welchen Anteil ich dem Zyklus zuschreibe und welchen dem Strukturwandel. Ohne diese Trennung ist eine Positionsgröße kaum zu rechtfertigen.
Was ich vermeide: einen Zykliker mit Strukturargumenten zu halten, wenn der Zyklus sich gerade erholt. Das ist die häufigste Form der Selbsttäuschung. Die Story klingt überzeugend, der Kurs steigt, und irgendwann merkt man, dass man nicht die Branche verstanden hat, sondern nur den Bullenmarkt mitgemacht hat.
Das Instrument, das mir bei dieser Unterscheidung am meisten hilft, sind Gewinnrevisionen. Darum geht es im nächsten Artikel.

CVS verkauft – warum ich mich von der Position getrennt habe
Ich habe mich dazu entschieden, meine Position in $CVS (+1,58 %) zu verkaufen und das Kapital anderweitig umzuschichten.
Der Hauptgrund ist für mich das zunehmend komplexe Geschäftsmodell. $CVS (+1,58 %) vereint Apotheke, Versicherungen und Gesundheitsdienstleistungen. Auf den ersten Blick spannend, in der Praxis aber schwer zu durchschauen und nicht ganz so transparent, wie ich es mir wünsche.
Zusätzlich gefällt mir die Entwicklung der Verschuldung aktuell nicht besonders. Nach einer Phase des Schuldenabbaus ist die Verschuldung zuletzt wieder gestiegen, während der Free Cashflow eher stagniert bzw. leicht rückläufig ist. Das verschlechtert aus meiner Sicht den finanziellen Spielraum und erhöht das Risiko.
Hinzu kommt der anhaltende Margendruck im Gesundheitssektor sowie die nicht zu unterschätzenden regulatorischen Risiken in den USA. Gleichzeitig fehlt mir aktuell eine klare Wachstumsstory, die den Case langfristig trägt.
Für mich passt die $CVS (+1,58 %) damit nicht mehr optimal zu meinem Ansatz, der stärker auf planbare Cashflows, klare Geschäftsmodelle und nachhaltige Wettbewerbsvorteile ausgerichtet ist. Ich nutze den Verkauf daher, um das Kapital gezielt in Unternehmen umzuschichten, bei denen ich eine höhere Qualität und bessere Visibilität sehe.
Reise nach Miami, USA
Hallo Leute, ich werde in diesem Jahr eine Reise nach Miami in die USA antreten. Und bevor hier der ein oder andere jetzt schon wütend nach seiner Tastatur greift: Ich habe die Reise vor einer Weile unter anderen weltpolitischen Bedingungen in die Wege geleitet.
Da ich das Beste daraus machen möchte, würde mich interessieren ob jemand Ideen hat was man vor Ort ansehen oder machen kann. Selbstverständlich könnt ihr mir gerne schreiben wo ich das beste Sandwich kriege oder ob sich der Ocean Drive lohnt. Mich interessieren aber auch andere USA-spezifische Sachen die man sich mal anschauen kann - und weil das hier kein Reiseportal ist - gerne auch welche Unternehmen und Produkte usw. man mal in Augenschein nehmen kann, die es hierzulande einfach nicht gibt.
Ich habe auf meiner To-Do-Liste auf jeden Fall auch einen Besuch bei Walmart $WMT (+0,99 %) und ich möchte mal einen Blick auf das das gehypte Chipotle $CMG (-0,09 %) werfen. Außerdem möchte ich gerne mal ein Robotaxi von $UBER (+2,3 %) oder Waymo $GOOGL (-0,22 %)
$GOOG (-0,29 %) buchen. Ich find das total spannend mal wirklich in so einer Kiste mitzufahren, die einfach computergesteuert umher fährt während man hierzulande allenfalls von Malte Sören mit dem Lastenrad umher gefahren wird. Vielleicht guck ich auch mal bei $CVS (+1,58 %) vorbei. Kommt einem als Deutscher ja auch komplett skurril vor, sich technisch gesehen einfach XXL Packungen von irgendwelchen Pillen kaufen zu können, ohne dass einem ein wohlmeinender Apotheker einen minutenlangen Monolog hält, dass Medikamente äußerst gefährlich sind und man es doch erstmal mit weniger Stress versuchen sollte.
CVS Health Q4 2025 Zahlen – starkes Wachstum, aber Sorgen im Blick
$CVS (+1,58 %) hat seine Quartalszahlen für Q4 2025 vorgelegt und sie lesen sich auf den ersten Blick gut:
- Umsatz (erwartet): 103,63 Mrd. USD
- Umsatz (berichtet): 105,70 Mrd. USD
- EPS (erwartet): 1,00 USD
- EPS (berichtet): 1,09 USD
Trotz dieser positiven Ergebnisse reagierte der Markt eher verhalten. Ein Hinweis darauf, dass Anleger über die reinen Zahlen hinaus Bedenken für die Zukunft haben.
Zu den Herausforderungen gehören unter anderem:
- Änderungen im Bereich der Pharmacy Benefit Manager (PBM)
- Steigende Preise für Markenmedikamente, die zu Mehrkosten von 25 Mrd. US-Dollar führen könnten
- Verschärfter Wettbewerb im Markt für Medicare Advantage
Für 2026 bestätigt $CVS (+1,58 %) seinen Ausblick mit einem Adjusted-EPS-Bereich von $7,00–$7,20 und einem Umsatz von mindestens $400 Mrd., was zeigt, dass das Management weiterhin an langfristigem Wachstum festhält.
Wie bewertet ihr die aktuelle Situation? Ist der Kursrückgang des letzten Monats übertrieben angesichts der soliden Ergebnisse? Oder habt ihr eher Bedenken wegen der strukturellen Herausforderungen im Healthcare-Bereich?
Quartalszahlen 09.02-13.02.26
$UCG (-1,09 %)
$MNDY (+7,74 %)
$KER (+2,52 %)
$BARC (+0,69 %)
$OSCR (-2,84 %)
$CVS (+1,58 %)
$SPOT (+1,29 %)
$DDOG (-1,25 %)
$BP. (-1,48 %)
$SPGI (+3,46 %)
$HAS (+2,5 %)
$KO (-0,55 %)
$JMIA (+5,01 %)
$MAR (+3,04 %)
$RACE (+2,28 %)
$UPST (+7,79 %)
$NET (-2,79 %)
$LYFT (+3,73 %)
$981
$NCH2 (-6,87 %)
$DSY (+3,37 %)
$1SXP (-0,1 %)
$HEIA (+1,52 %)
$ENR (-0,98 %)
$DOU (+2,59 %)
$OTLY (+0 %)
$TMUS (-0,91 %)
$SHOP (+2,69 %)
$KHC (+1,97 %)
$FSLY (+0,09 %)
$HUBS (+5,46 %)
$CSCO (-4,35 %)
$APP (+5,92 %)
$SIE (-1,12 %)
$RMS (+3,78 %)
$BATS (+2,08 %)
$MBG (+1,28 %)
$TKA (+1,85 %)
$VBK (-3,92 %)
$DB1 (+0,64 %)
$NBIS (+0,44 %)
$ALB (-0,23 %)
$BIRK (+5,27 %)
$ADYEN (+3,07 %)
$ANET (-5,25 %)
$PINS (+3,35 %)
$AMAT (-4,16 %)
$ABNB (+3,66 %)
$TWLO (+0,27 %)
$RIVN (+0,44 %)
$COIN (+4,59 %)
$TOM (-0,64 %)
$OR (+3,5 %)
$MRNA (+3,98 %)
$CCO (+1,06 %)
$DKNG (+1,03 %)
Geht der Abverkauf nächste Woche weiter?!
$MNDY (+7,74 %)
$PGY
$APO (-1,82 %)
$ON (-0,38 %)
$AMKR (-1,85 %)
$MEDP (+1,36 %)
$UPWK (+3,06 %)
$ACGL (+1,69 %)
$ACM (+0,96 %)
$KO (-0,55 %)
$SPOT (+1,29 %)
$CVS (+1,58 %)
$DDOG (-1,25 %)
$FI (+2,5 %)
$SPGI (+3,46 %)
$RACE (+2,28 %)
$AZN (+2,27 %)
$MAR (+3,04 %)
$OSCR (-2,84 %)
$HOOD (+1,96 %)
$ALAB (+1,12 %)
$F (+1,76 %)
$LYFT (+3,73 %)
$UPST (+7,79 %)
$NET (-2,79 %)
$GILD (+1,91 %)
$EW (+1,47 %)
$SHOP (+2,69 %)
$VRT (-4,37 %)
$HUM (+0,52 %)
$KHC (+1,97 %)
$MCD (+1,19 %)
$9ZX1
$TMUS (-0,91 %)
$APP (+5,92 %)
$CSCO (-4,35 %)
$ALB (-0,23 %)
$HUBS (+5,46 %)
$TYL (+2,46 %)
$NBIS (+0,44 %)
$BN (+1,96 %)
$CROX (+5,7 %)
$ZTS (+3,23 %)
$BIRK (+5,27 %)
$COIN (+4,59 %)
$ANET (-5,25 %)
$RIVN (+0,44 %)
$TOST (+7,67 %)
$AMAT (-4,16 %)
$DKNG (+1,03 %)
$WEN (+4 %)
$CCO (+1,06 %)
$ENB (-1,7 %)

US Krankenversicherung
Die Aktien der Krankenversicherer
Unitedhealth $UNH (+2,49 %)
(vorbörslich: -16,12 %),
Humana $HUM (-0,94 %)
(vorbörslich: -17,24 %) und
CVS Health $CVS (+1,58 %)
vorbörslich: -10,58 %) stehen
massiv unter Druck, nachdem die US-Behörde CMS für 2027 lediglich eine minimale (+0,09 %) Erhöhung der Medicare-Zuzahlungen vorschlägt
. Unitedhealth legte zudem Quartalszahlen vor, die gewinnseitig besser als erwartet hereinkamen
UNH & CVS unter Druck – Sektorproblem statt Einzelfall?
Der starke nachbörsliche Abverkauf bei $UNH (+2,49 %) und $CVS (+1,58 %) wirkt weniger unternehmensspezifisch, sondern eher wie ein sektorweiter Move. Auslöser scheinen die anhaltenden Sorgen rund um Medicare Advantage sein.
Was ist eure Meinung zu den heutigen Kursbewegungen. Sehen wir hier eine Übertreibung des Marktes oder ist der Kursrutsch gerechtfertigt?
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