Am 1. Juli lief das zweite Rebalancing meines Wikifolios durch, ein regelbasiertes Depot mit 30 gleichgewichteten Positionen, das seit dem 13. März läuft. Neun Positionen raus, neun rein. Ich hatte erwartet, dass sich dadurch die Struktur verschiebt. Als ich es nachgerechnet hab, war fast alles beim Alten.
Kurz zur Mechanik
Ein Python-Scanner bewertet täglich rund 845 Aktien aus 14 Indizes nach sechs Faktoren. Wer in die Top 25 kommt, wird gekauft. Wer unter Rang 40 fällt, fliegt raus. Quartalsweise, keine Sektorquote, kein Ermessensspielraum.
Was rausflog:
- 4x Tech: Applied Materials $AMAT (-1,59 %) (+92 %), KLA-Tencor $KLAC (-0,37 %) (+90 %), Broadcom $AVGO (-0,92 %) , Amphenol $APH (-0,06 %). Nicht wegen der Gewinne, sondern weil die Bewertung dem Kurs nicht mehr hinterherkam und der Rang durchsackte.
- 5x Finanzen: ING $ING (-0,96 %), Jyske Bank $JYSK (-0,25 %), Unicaja $UNI (-0,36 %), Baader Bank $BWB (-0,75 %), Nu Holdings $NU (+7,9 %).
Was reinkam:
- ASML $ASML (-0,16 %), Alphabet $GOOG (-0,12 %), SanDisk $SNDK (+0,37 %), Investor AB $INVE B (-1,71 %), BBVA $BBVA (+0,08 %), UniCredit $UCG (-0,59 %), Monte dei Paschi $BMPS (-0,03 %), Banca Mediolanum $BMED (-0,21 %), Swedbank $SWED A (-0,61 %).
Der interessante Teil
Micron $MU (-0,67 %) blieb drin, bei über +100 Prozent. Der Score hielt, der Rang lag weiter oben. Ein System, das nach Gewinnhöhe verkauft, hätte Micron als Erstes rausgeworfen. Das Modell hat drei große Gewinner völlig unterschiedlich behandelt, weil es den Einstandskurs gar nicht kennt.
Und die andere Seite:
SanDisk $SNDK (+0,37 %) kam am selben Abend rein, zu 1.820 Euro. Der Titel stand schon im April auf der Kaufliste und war damals nicht handelbar. Heute steht die Position rund 50 Prozent im Minus. Das Timing hätte kaum schlechter sein können.
Das Sektorbild vorher und nachher
Technologie sank von 30 auf 23,3 Prozent, Finanzwerte stiegen von 36,7 auf 40. Rohstoffe blieben bei 16,7.
Ein Faktormodell kennt keine Branchen. Es sortiert nach Punktzahl, und Aktien derselben Branche bekommen oft ähnliche Punktzahlen, weil dieselben Treiber auf sie wirken. Fällt einer unter Rang 40, steht mit hoher Wahrscheinlichkeit ein anderer aus derselben Branche in den Top 25 bereit. Das Modell nimmt Gewinne mit und geht in denselben Sektor zurück, nur mit anderen Namen.
Mein Fazit
Ein Quartal beweist nichts. Eine Obergrenze pro Sektor hab ich nicht drin, weil mein Backtest auch keine hat.
Nächstes Rebalancing: 1. Oktober.
Wer von euch arbeitet regelbasiert und hat eine Sektorgrenze drin?
Mich interessiert, bei welchem Anteil ihr deckelt.




