Guten Tag zusammen.
Heute gibt es von mir mal keine Analyse zu meiner $ALV (-2,72 %) oder $BATS (-0,55 %) . By the way, bin ich gerade auf der Suche nach einer wirklich coolen Dividendenaktie, aber die finale Analyse ist noch nicht abgeschlossen, ein paar spannende Unternehmen sind noch in der Longlist (z. B. $ABT (-3,1 %) , $NOVO B (+5,46 %) , $SAN (-2,23 %) ) - egal. Darum geht es heute nicht, sondern um P2P Kredite. Kennt Ihr diese Klasse? Seit fast 6 Jahren nutze ich diese Klasse und wollte einfach mal berichten und dann auf meine "drittälteste" Plattform - Income Marketplace eingehen. Wer schöne Grafiken und meine Depotcharts sehen möchte, müsste auf meinen kostenlosen Blogbeitrag ausweichen, wem der Text reicht, bleibt hier ;) - Sonst da: https://steady.page/de/finanzen-anders/posts/7f29f472-572d-49aa-98da-bd0978640036
Warum ich viel Geld ohne Einlagensicherung anlege – und trotzdem ruhig schlafe
„Stellt euch vor, euch bietet jemand dauerhaft 12 % Rendite im Jahr an.“
„Die erste Frage ist nicht wo kann ich unterschreiben, sondern:
Wer trägt hier eigentlich das Risiko?“
Ich selbst investiere seit 2022 einen Teil meines Vermögens in P2P‑Kredite (88.064 € Stand Ende April 2026), konkret über Income Marketplace - Income ist meine drittälteste Plattform. In Bondora bin ich seit fast 6 Jahre investiert.
Das ist kein Selbstversuch aus Langeweile, sondern eine bewusste Beimischung – und ja, bisher mit Renditen deutlich über 10 % p.a.
Damit schlägt das Investment sowohl mein Tagesgeld als auch die meisten meiner breit gestreuten ETF in schwierigen Marktphasen.
Aber:
Wenn irgendwo dauerhaft zweistellige Renditen winken, dann gilt im Rechnungswesen wie im echten Leben:
“If it looks too good to be true, someone is obviously taking risk.”
Die Frage ist also nicht ob Risiko besteht – sondern wer es trägt, wie es strukturiert ist und ob man dafür fair entlohnt wird.
P2P ist kein Sparprodukt.
Es ist eher die Anlageklasse für Menschen, die wissen, dass Rendite nicht vom Himmel fällt, sondern aus übernommenem Risiko.
Wenn euch die Anlageklasse P2P in Videoform interessiert, schau gerne mein Video an:
Außerdem habe ich sehr ausführlich auf meinem Finanzblog über die P2P Anlageklasse berichtet (in 7 Teilen). Hier ist der Link zu Teil 1:
Warum ich gerne in P2P Kredite investiere? Schaut euch diese Grafik an - in meinem Finanzblog :)
Die lila Kurve ist mein Haupt-Aktiendepot bei Scalable, starke Höhen und wenn Donald Trump Zölle ausruft, dann rauscht mein Depot ab. Nichts für schwache Nerven.
Die gelbe Kurve ist mein Investment in P2P-Kredite insgesamt, eine wirklich schöne Renditetreppe. Und Income? In hellgrün, deutlich renditestärker als die gelbe Kurve. D.h. für mich, ich habe hier ein relativ planbares passives Einkommen!
Was ist das Geschäftsmodell – ganz nüchtern?
Bei P2P‑Krediten geben wir Investoren Geld an Kreditgeber, meist Fintechs in Europa oder Schwellenländern.
Diese vergeben (unter anderem) Konsumkredite mit hohen Zinsen – und wir bekommen einen Teil davon ab.
👉 Wir ersetzen ein Stück weit die Bank.
Mit dem kleinen Unterschied, dass wir:
- keine Einlagensicherung
- keine staatliche Absicherung
- und keine Garantie haben.
- wir übernehmen aber auch Teile des Kreditrisikos,
- aber dafür bekommen wir auch höhere Zinsen.
Das ist unbequem – aber ehrlich.
Income Marketplace ist dabei kein Kreditgeber, sondern ein Marktplatz, der Investoren mit Fintech‑Kreditgebern (Loan Originators) zusammenbringt.
👉 Wer sich hier engagiert, investiert nicht in Kredite in Deutschland, sondern in Kreditportfolios aus Europa, Mittel- und Südamerika, Asien. Und das finde ich persönlich sehr spannend.
Income
Warum dann ausgerechnet Income?
Income unterscheidet sich von vielen P2P‑Plattformen an einem Punkt, den man erst zu schätzen weiß, wenn man frühe P2P‑Krisen erlebt hat:
Eine Rückkaufgarantie ist nur so gut wie der Kreditgeber, der sie im Ernstfall bezahlen kann.
Deshalb setzt Income auf ein mehrstufiges Sicherheitskonzept:
- Kreditgeber behalten 20–35 % der Kredite selbst,
- aber nachrangig – wir werden zuerst bedient.
- Fällt ein Kreditgeber ganz aus, kann Income das Portfolio übernehmen
- und über Inkasso weiter abwickeln.
Das ist kein Zaubertrick.
Aber es ist strukturell sauberer als das klassische „Vertrau mir, ich kauf das später zurück“.
Jetzt der ehrliche Teil
Income ist:
- nicht reguliert
- nicht profitabel
- und die Sicherheitsmechanismen wurden noch nie in einer echten Großkrise getestet
Und trotzdem investiere ich.
Warum?
Weil ich:
- das Risiko verstehe
- es begrenze
- und es nicht mit „sicherem Geld“ verwechsle
Oder anders gesagt:
Dieses Geld muss nicht in drei Jahren da sein – aber es darf sehr gerne arbeiten.
Die wichtigste Unterscheidung
Die offiziell ausgewiesenen Ausfälle liegen bei unter 2 %.
Die echten Kreditnehmer‑Ausfälle liegen je nach Land bei 20–25 %.
Das ist kein Widerspruch –
sondern zeigt, dass hier ständig umgeschichtet, zurückgekauft und neu investiert wird.
👉 Die Rendite entsteht nicht, weil niemand ausfällt –
sondern weil das System mit Ausfällen rechnet.
Der Denkfehler vieler Einsteiger
Viele hören:
„Rückkaufgarantie, Auto‑Invest, 12 % – klingt entspannt.“
Und genau das ist der gefährliche Moment.
P2P funktioniert nur dann gut, wenn man:
- diversifiziert
- Kreditgeber kritisch hinterfragt
- und sich innerlich mit Ausfällen arrangiert
Wer absolute Sicherheit sucht, hat hier nichts verloren.
Wer aber Rendite sucht und Risiko bewusst steuert, findet hier eine interessante Nische.
Fazit
Mein Fazit in einem Satz
P2P‑Kredite sind kein Ersatz für Tagesgeld –
sondern eine bewusst riskante Renditebeimischung für Menschen, die wissen, warum sie 12 oder 13 % bekommen.
Und wenn wir darüber nachdenken, dann nicht mit der Frage
„Ist das sicher?“
sondern mit der viel wichtigeren:
„Welches Risiko gehe ich bewusst ein – und bekomme ich dafür einen fairen Preis?“
Wenn ihr ein Konto bei Income eröffnen wollt, dann nutzt doch gerne meinen Affiliate-Link dazu: https://link.finanzenanders.de/income
Das reicht nicht?
Wenn euch Income Marketplace bzw. P2P Investments weiter interessieren, dann gehen wir jetzt ans Eingemachte.
Income Marketplace in Zahlen (damit wir nicht nur über Gefühle reden)
- Gründung: 2020
- Sitz: Tallinn, Estland
- Regulierung: ❌ Keine
- Verwaltetes Investorenvermögen: ~26–27 Mio. EUR
- Finanziertes Kreditvolumen: >220 Mio. EUR
- Durchschnittsrendite: ca. 11–14 % p. a. (13,78 % lt. Income)
- Einlagensicherung: ❌ Keine
- Mein aktuelles Investment: 3.579 €
- Meine aktuelle Rendite: 12,95 %
Kurz gesagt: Kein Sparbuch. Nicht mal ansatzweise, aber dafür sehr renditestark.
Zeitweise habe ich über 10.000 € auf Income investiert, durch unseren Hauskauf habe ich einiges aus meinen gesamten P2P Krediten abgezogen. Das war so geplant. Und jetzt das Schöne, bei Income ist die Überweisung auf mein Referenzkonto kostenfrei und super schnell!
Ich mag die UI / Struktur von Income:
Alles auf einen Blick.
Auch die Cashflow-Prognose gefällt mir sehr.
Warum Income nicht einfach „Mintos mit anderem Logo“ ist
Income versucht ein Problem zu lösen, das P2P‑Investoren seit Corona gut kennen:
Die Rückkaufgarantie ist nur so viel wert wie der Kreditgeber, der sie verspricht.
Daher setzt Income auf zwei zusätzliche Sicherheitsmechanismen:
Sicherheitskonzept 1: Junior Share
(„Skin in the Game – aber bitte richtig“)
Bei fast allen Krediten hält der Kreditgeber einen nachrangigen Eigenanteil – meist 20–35 %.
Das bedeutet:
- Investoren werden vorrangig bedient
- der Kreditgeber bekommt Geld erst, wenn wir vollständig zurückgezahlt sind
- fällt das Portfolio schlechter aus → verliert zuerst der Kreditgeber
👉 Das ist strukturell besser als klassisches „Skin in the Game“, aber:
- Es schützt nicht vor schlechten Inkassoquoten
- Es schützt nicht vor systemischen Krisen
- Es wurde noch nie im großen Stresstest bewiesen
Sicherheitskonzept 2: Cashflow Buffer
(Oder: „Plan B, falls der Kreditgeber verschwindet“)
Falls ein Kreditgeber ausfällt:
- übernimmt Income die Kreditportfolios über SPVs
- Rückzahlungen laufen weiter
- Inkasso erfolgt über lokale Partner
- Verluste sollen durch Überschüsse & Junior Shares abgefedert werden
Klingt gut – und ist konzeptionell sauber.
Aber fairerweise muss man sagen:
Der Ernstfall wurde bislang noch nicht wirklich durchgespielt.
Der bekannte Problemfall ClickCash (Brasilien) war schlicht zu klein, um das System ernsthaft zu testen.
Ausfallquoten: Offenbar niedrig – potenziell brutal unterschiedlich
Hier wird es spannend:
- Offizielle Plattformstatistik (März 2026):
- → nur 1,7 % des Portfolios im Inkasso
- Kreditgeber‑spezifisch:
- → teilweise 20–25 % Ausfälle bei risikoreichen Originatoren
- (z. B. Indonesien, Brasilien mit ClickCash)
Das ist kein Widerspruch:
- Kurzläufer + Buyback + Umschichtung kaschieren kurzfristige Ausfälle
- Langfristig hängt alles an Kreditgeberqualität & Inkassoeffizienz
👉 Diversifikation ist hier kein „nice to have“, sondern überlebenswichtig.
Auto‑Invest: Passives Einkommen – oder passives Wegschauen?
Income lebt vom Auto‑Invest.
Einmal konfigurieren, dann arbeitet das Kapital (meist) fleißig weiter.
Vorteile:
- Zinseszins
- kaum Cash‑Drag
- sehr granular steuerbar
Aber:
- Man darf nicht blind auf Rendite filtern
- wer alle Kreditgeber & Länder nimmt, kauft auch Probleme mit
💡 Meine persönliche Lehre:
Lieber weniger Kreditgeber – dafür verstandene Risiken.
So ist mein Auto-Invest eingestellt
Ich habe aber auch die Möglichkeit manuell zu investieren, wie z. B. in diesen Kurzläufer-Business-Kredit:
Sortiert nach kürzester Laufzeit
Ich habe mir den obersten Kredit ausgesucht und werde 25,41 € investieren.
Erledigt.
Die unbequeme Wahrheit: Income ist (noch) nicht profitabel
Income verdient:
- ca. 2–4 % p. a. Gebühren auf Kreditportfolios
- keine Gebühren von Investoren
Problem:
- Verluste in den Geschäftsberichten
- kein geprüfter Abschluss
- abhängig von Investoren‑ und Finanzierungsrunden
Klartext:
Man investiert auch ein Stück weit in die Hoffnung, dass Income als Plattform überlebt.
Für wen ist Income geeignet – und für wen nicht?
Geeignet für: ✅ Renditeorientierte Anleger
✅ Menschen mit P2P‑Vorerfahrung
✅ Investoren, die Totalverluste mental & finanziell verkraften
✅ Beimischung bis ~5–10 % des Gesamtvermögens
Nicht geeignet für: ❌ Sicherheitsliebhaber
❌ „Das ist mein Notgroschen“-Fraktion
❌ Anleger ohne Zeit zur Risikoüberwachung
❌ Menschen, die glauben, 12 % seien „quasi sicher“
Fazit: Spannend, lukrativ – aber kein Freifahrtschein
Income Marketplace ist keine Wunderanlage, aber:
- strukturell durchdachter als viele P2P‑Plattformen
- transparent
- renditestark
- bislang ohne Verluste für Investoren
👉 Ob das so bleibt, entscheidet nicht das Marketing, sondern:
- ein echter Kreditgeber‑Crash
- eine Rezession in Emerging Markets
- oder die eigene Disziplin beim Investieren
Oder anders gesagt:
Income ist kein Sparbuch.
Aber vielleicht genau deshalb interessant. Auf jeden Fall für mich :)
Disclaimer
Natürlich ist ein Investment in Aktien, ETF, Krypto, … immer mit Risiken verbunden. Meine Gedanken sind darum nicht als konkrete Handlungsempfehlungen (weder Kauf- noch Verkaufsempfehlungen) zu verstehen, sondern sollen deine Art zu denken anregen. So, dass du dir auch eigene Chancen erarbeiten kannst. Vergangene Performance ist keine Garantie für zukünftige Renditen. Kapital ist gefährdet. Zudem wird keine Richtigkeit auf die Daten und Zahlen gegeben. Bei Links mit * erhalte ich eine Provision, falls du darüber bestellst. Für dich entstehen dadurch keine Mehrkosten. Danke für deine Unterstützung!
Auch mir können Fehler passieren, daher bitte immer gegenprüfen.
Dieser Artikel spiegelt meine Meinung und meine Erfahrung wieder, obwohl dieser durch Income finanziell unterstützt wird.






