$CSPX (-0,03 %) springt direkt 3%
Diskussion über CSPX
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219Bitte Ruhe bewahren !
Die aktuellen Spannungen rund um den Iran sorgen verständlicherweise für Nervosität. Öl reagiert sofort, Indizes schwanken, Schlagzeilen überschlagen sich. Genau in solchen Momenten lohnt sich der Blick zurück.
2019 nach den Angriffen auf saudische Öl-Anlagen stieg der Ölpreis kurzfristig stark – wenige Wochen später war der Effekt weitgehend verdaut.
2020 nach der Tötung von Qasem Soleimani reagierten die Märkte mit einem Risk-Off-Move – der S&P 500 $CSPX (-0,03 %) notierte wenige Monate später höher.
Selbst größere geopolitische Schocks der letzten Jahrzehnte führten in global diversifizierten Portfolios meist zu temporärer Volatilität, nicht zu strukturellen Bärenmärkten – sofern kein massiver wirtschaftlicher Folgeschaden entstand.
Geopolitik erzeugt Unsicherheit. Dauerhafte Markteinbrüche entstehen jedoch in der Regel durch systemische Finanzprobleme oder Rezessionen – nicht allein durch politische Eskalation.
Wer investiert ist, sollte zwischen Lärm und langfristiger Wertschöpfung unterscheiden. Liquidität prüfen, Risikostruktur kennen, aber keine Panikentscheidungen treffen.
Disziplin schlägt Drama.
Ein paar Monate offline – Prioritäten klären
ich wollte mich kurz melden und Bescheid geben, dass ich mich erstmal für ein paar Monate aus dem Forum zurückziehen werde bzw. die App für diese Zeit deinstalliere.
Der Grund ist simpel: Ich schreibe in ca. vier bis sechs Monaten eine wichtige Prüfung und möchte meinen Fokus in dieser Zeit ganz bewusst woanders setzen. Zusätzlich habe ich gemerkt, dass ich extrem FOMO-getrieben agiere. Das ist natürlich am Ende meine eigene Verantwortung, aber mir ist sehr klar geworden, dass mir das langfristig einfach nicht guttut.
Durch die vielen guten Aktienvorstellungen hier hat man gefühlt ständig das Gefühl, überall dabei sein zu müssen. Genau das führt bei mir dazu, dass ich meine eigenen Pläne nicht sauber umsetze. Statt einer klaren Struktur (z. B. 30 % $BTC (-0,49 %) , 30 % $CSPX (-0,03 %) , 40 % Einzelaktien) lande ich dann bei acht oder neun Einzelaktien einfach aus Angst, etwas zu verpassen. Und ich merke zunehmend: Das ist nicht der Weg, der für mich funktioniert.
Deshalb jetzt erstmal ein bewusster Cut, Fokus auf Lernen, Struktur reinbringen und Abstand gewinnen.
Danke euch allen für die Zeit, die coolen Kommentare und den Austausch 🙏
Wir sehen uns dann eventuell Anfang Winter wieder vielleicht sogar mit einem kleinen Depot-Update.
Bis dahin alles Gute und erfolgreiche Investments! 🚀
Viel Erfolg und falls du wieder kommst
Stell dich vor und gerne Aktiv sein.
Citrini Report
Für alle, die sich gefragt haben, warum wir am Montag so tiefrot gestartet sind: Citrini Research veröffentlichte am 22. Februar 2026 einen Bericht, in dem ein mögliches Szenario beschrieben wird, demnach KI eine globale Wirtschaftskrise auslösen könnte. Viele in dem Bericht genannten Unternehmen, verloren deutlich zum Wochenauftakt.
https://www.citriniresearch.com/p/2028gic
$CSPX (-0,03 %)
$CSNDX (+0,14 %)
$ABNB (-0,28 %)
$BKNG (-2,21 %)
$DASH (-1,89 %)
$UBER (-1,8 %)
$AXP (-1,38 %)
$MA (-1,06 %)
$V (-1,65 %)
$NVDA (+2,52 %)
$TSM (+0,96 %)
$KKR (-1,95 %)
$BN (-0,88 %)
Anfang einer kleinen/großen Korrektur ?
📊Bewertungen:
Der S&P 500 $CSPX (-0,03 %) wird aktuell mit einem hohen Kurs-Gewinn-Verhältnis gehandelt (ca. 21,5), was über dem 5-Jahres-Durchschnitt liegt. Viele positive Nachrichten sind bereits eingepreist (?)
🔐Extreme Marktkonzentration:
Der S&P 500 $CSPX (-0,03 %) ist so kopflastig wie selten zuvor. Die Top 10 Unternehmen (darunter Nvidia $NVDA (+2,52 %) Microsoft $MSFT (-0,97 %) Apple $AAPL (+0,12 %) )machen aktuell über 40 % der gesamten Marktkapitalisierung des Index aus.
• Das Problem: Zum Vergleich – während der Dotcom-Blase im Jahr 2000 lag dieser Wert nur bei ca. 27 %. Wenn nur zwei oder drei dieser Schwergewichte enttäuschende Zahlen liefern, kann das den gesamten Index nach unten ziehen, selbst wenn die restlichen 490 Aktien stabil bleiben.
📈Die Erwartungshaltung:
Die Analysten haben für 2026 extrem hohe Erwartungen an das Gewinnwachstum der Unternehmen (teils 14–16 %).
• Das Risiko: Der Markt ist aktuell „perfekt eingepreist“. Das bedeutet, dass selbst gute Nachrichten oft nicht mehr für Kursgewinne sorgen, während kleinste Enttäuschungen (z. B. bei KI-Investitionen, die sich langsamer auszahlen als gedacht) zu überproportionalen Verkäufen führen.
📉Schwächeln der US-Konsumenten
Der US-Privatkonsum ist der Motor der US-Wirtschaft. Hier zeigen sich Risse:
• Kreditkarten-Delinquenz: Die Raten für Zahlungsverzüge bei Kreditkarten (90+ Tage) sind auf über 2,5 % gestiegen.
• Haushaltsverschuldung: Mit einem Rekordwert von über 18,8 Billionen USD an Haushaltschulden stößt die Belastbarkeit der Konsumenten an Grenzen, besonders wenn die Zinsen länger hoch bleiben als erhofft.
And last but not least
🤖 Angst (?) vor Künstlichen Intelligenz :
Das ist derzeit das größte Schreckgespenst an der Wall Street. Unternehmen wie Microsoft $MSFT (-0,97 %) , Alphabet $GOOGL (-0,36 %) und Meta $META (-0,06 %) haben Hunderte Milliarden Dollar in Rechenzentren und Chips (Nvidia) gesteckt.
• Das Problem: Die Anleger fragen jetzt: "Wo ist der Profit?" Wenn die Produktivitätsgewinne in der breiten Wirtschaft (z. B. bei Banken oder im Marketing) nicht schnell genug steigen, um diese gigantischen Ausgaben zu rechtfertigen, droht eine massive Neubewertung der Tech-Aktien.
wie schätzt ihr die aktuelle Lage ein ? Hab ich irgendwas vergessen oder auch falsch beschrieben ? Lass uns diskutieren 🗣️
@Tenbagger2024
@Multibagger
@Get_Rich_or_Die_Tryin
@TradingHase
@Liebesspieler@WarrenamBuffet
@Sansebastian
@Klein-Anleger
@Dividendenopi

Was macht erfolgreiche Investoren wirklich aus?
$LXS (+4,96 %)
$DBXD (-0,27 %)
$IWDA (+0,02 %)
$CSNDX (+0,14 %)
$CSPX (-0,03 %)
Acht Prozent Realität, fünfzig Prozent Hysterie? Die Psychologie hinter Kurssprüngen und wie man als Anleger damit richtig umgehen könnte.
Volatilität: Normalzustand statt Risiko?
Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht irgendeine Aktie im DAX-Umfeld einen deutlichen Kursausschlag verzeichnet. Dies könnte beispielsweise so aussehen: Ein Quartalsberichtverfehlt minimal die Erwartungen – minus zehn Prozent. Ein Ausblick klingt einen Hauch optimistischer als befürchtet – plus acht Prozent.
Doch ein Blick auf die langfristigen Zahlen entlarvt diese tägliche Aufgeregtheit als das, was sie meist ist: Irrationalität.
Denn unterm Strich hat der DAX in den vergangenen 25 Jahren – inklusive Dividenden – rund acht Prozent pro Jahr zugelegt. Acht Prozent. Nicht 20, nicht 30. Acht.
Und da der Index letztlich nichts anderes ist als ein Korb seiner enthaltenen Unternehmen, bedeutet das zwangsläufig: Auch die Kurse dieser Unternehmen sind langfristig im Schnitt um etwa acht Prozent pro Jahr gestiegen.
Erwartungen, Prognosen, Flüsterschätzungen
Wer sich das vergegenwärtigt, dem müsste die tägliche Volatilität absurd erscheinen. Wenn der „faire“ Wert eines Unternehmens langfristig um acht Prozent jährlich wächst, wie rational kann es da sein, dass der Kurs der meisten Aktienunterjährig um 50 % schwankt?
Oder nach der Veröffentlichung einzelner Quartalszahlen um acht bis zehn Prozent einbricht oder nach oben schnellt – obwohl sich an der langfristigen Ertragskraft oft kaum etwas geändert hat?
Natürlich: Informationen müssen eingepreist werden. Gewinne, Margen, Ausblicke, Risiken – all das gehört zur Bewertung. Doch in der Realität reagieren Märkte selten auf Fakten, sondern auf Erwartungen über Erwartungen.
Hinzu kommt ein strukturelles Problem moderner Kapitalmärkte: Der Zeithorizont ist geschrumpft. Es geht nur noch darum, ob der Kurs morgen steigt – und nicht mehr darum, wo ein Unternehmen in einigen Jahren stehen wird.
Algorithmen, ETFs, kurzfristig orientierte Fonds und ein medialer Nachrichtenzyklus, der jede Nachkommastelle zum „Gamechanger“ erklärt, verstärken minimale Signale zu drastischen Kursbewegungen.
Drama vs. Realität
Würde man die täglichen Kursschwankungen ernst nehmen, müsste sich die wirtschaftliche Realität der DAX-Unternehmen permanent radikal verändern. Tut sie aber nicht. Maschinenbauer, Chemiekonzerne oder Versicherer sind nicht plötzlich zehn Prozent weniger wert, nur weil ein Quartal etwas schwächer lief. Genauso wenig sind sie über Nacht fundamental zehn Prozent besser, weil ein Analyst seine Prognose leicht anhebt.
Die langfristige Rendite des DAX zeigt, wie wenig von all dem Drama übrig bleibt. Acht Prozent pro Jahr – ruhig, stetig, unspektakulär. Die täglichen Ausschläge sind das Rauschen um diesen Trend, nicht weiter.
Und genau das sollte man als Anleger verstehen. Lassen Sie sich nicht verrückt machen, wenn Aktie XY gerade mal wieder unter Druck gerät. Meistens steckt wenig oder kaum etwas dahinter.
Von der Depression zur Euphorie – ein Lehrstück
Branchen und Sektoren geraten in Ungnade und kommen unter Druck. Einige Monate später sind sie wieder en vogue.
Im Jahr 2022 haben wir beispielsweise eine große Tech-Depression erlebt. Meta, Netflix, Google und viele mehr standen auf der Abschussliste, nur um anschließend in einen unglaublichen Höhenflug überzugehen.
Heute steht alles am Abgrund, was den Stempel „KI-Verlierer“ oder „Software“ trägt. Bei vielen dieser Aktien dürfte der derzeitige Abverkauf rückblickend ebenso unverständlich sein, wie aus heutiger Sicht der Umstand, dass Meta 2022 auf unter 100 USD eingebrochen ist.
Wer diese Trennung zwischen Preis und Wert versteht, erlebt Volatilität völlig anders. Kursschwankungen verlieren ihren Schrecken, weil sie nicht mehr als Bedrohung wahrgenommen werden, sondern als Normalzustand eines irrationalen Marktes. Die Börse ist kein präzises Messinstrument, sondern ein Stimmungsbarometer – und Stimmungen schwanken nun einmal stärker als Fundamentaldaten
Lanxess Aktie: Chart vom 10.02.2026, Kurs: 20,91 EUR – Kürzel: LXS | Quelle: TWS
Lanxess notiert heute beispielsweise 7,6 % im Plus bei 20,91 Euro. Die einzige relevante Nachricht, die ich zum Unternehmen finden konnte, war ein Upgrade durch Goldman Sachsvon sell auf neutral und eine damit einhergehende Kursziel-Erhöhung von 10 auf 23 Euro.
Was könnte all den kurzfristigen Irrsinn besser illustrieren als dieses Rating? Es passt wie die Faust aufs Auge. Gestern war Lanxess nur 10 Euro wert, heute sind es 23 Euro.
Es müssen über Nacht neue Fabriken aus dem Boden geschossen sein.
Quelle
Wenn es um Kapitalmarktanlage als Altersvorsorge geht, ist die Vola alles andere als egal. Bei maxDD von 73% wie beim Dax sinkt die sichere Entnahmerate auf 2-3%pa. Das kommt in Sparbuchnähe.
Wer die Vola als Marktrauschen abtut, hat noch nie einen 73% Drawdown erlebt. Die psychologische Belastung ist enorm, wenn die gesamte Vorsorge dort angelegt ist. Und das Risiko, in Panik zu verkaufen, ist auch sehr hoch.
Zuletzt: die von dir angesprochenen Irrationalitäten folgen bestimmten Regeln. Die kann man nutzen, um mehr als 8%pa bei weniger als 73% mDD zu bekommen. Momentuminvesting ist das Schlüsselwort. 😬
Der Crash kommt – oder doch nicht? Der Versuch einer Gesamtmarkt-Einordnung Anfang 2026
Lesedauer: ca. 6 Minuten
Der aktuelle Aktienmarkt wirkt auf den ersten Blick widersprüchlich. Einerseits notieren viele Indizes nahe oder auf Allzeithochs, andererseits fehlt das Gefühl breiter Euphorie. Es gibt keine flächendeckende Spekulation, keine klassische „alles steigt“-Phase. Stattdessen zeigt sich ein Markt, der teuer ist, aber zugleich selektiv, rationaler als frühere Hochphasen und stark von Erwartungswerten geprägt.
Beginnt man mit der nackten Bewertung, ist das Bild eindeutig. Der US-Aktienmarkt, repräsentiert durch den $CSPX (-0,03 %) (S&P 500), handelt klar oberhalb seiner langfristigen Normen. Das Forward-KGV des Index liegt aktuell im Bereich von rund 21 bis 22, während der 10-Jahres-Durchschnitt eher bei 18 bis 19 liegt. Das entspricht einer Bewertungsprämie von etwa 10 bis 15 Prozent. Diese Kennzahl allein ist jedoch nur eingeschränkt aussagekräftig, da sie stark von der aktuellen Gewinnsituation und den jeweiligen Schätzungen abhängt.
Deshalb lohnt der Blick auf langfristig geglättete Bewertungsmaße, allen voran das Shiller-CAPE. Dieses Verhältnis setzt den heutigen Indexstand ins Verhältnis zum inflationsbereinigten Durchschnitt der Unternehmensgewinne der vergangenen zehn Jahre. Ziel ist es, zyklische Übertreibungen einzelner Jahre zu glätten und ein stabileres Bild der strukturellen Bewertung zu erhalten.
Aktuell bewegt sich das Shiller-CAPE des S&P 500 im Bereich von etwa 38 bis 40. Der langfristige Median liegt bei rund 16, der langfristige Durchschnitt bei etwa 17. Damit notiert der Markt mehr als doppelt so hoch wie in einer historisch normalen Bewertungssituation. Vergleichbare Niveaus wurden in der Vergangenheit nur in wenigen Phasen erreicht, etwa zur Jahrtausendwende oder in einzelnen Ausnahmesituationen danach.
Ein regionaler Vergleich hilft, diese Zahl einzuordnen. Japan handelt derzeit mit einem CAPE von grob 28, Europa eher im Bereich von rund 20. Auch diese Märkte sind damit nicht günstig, aber deutlich weniger ambitioniert bewertet als die USA. Das unterstreicht, dass das hohe Bewertungsniveau kein globales Phänomen ist, sondern stark US-zentriert ausfällt – und dort wiederum besonders durch wenige Schwergewichte geprägt wird.
Entscheidend ist die richtige Interpretation dieses Signals. Das Shiller-CAPE ist kein Timing-Instrument. Es sagt nichts darüber aus, wann ein Markt fällt oder steigt. Seine Stärke liegt ausschließlich in der Einordnung des langfristigen Erwartungswerts. Historisch zeigte sich: Je höher das CAPE zum Einstiegszeitpunkt, desto niedriger fielen im Durchschnitt die Renditen in den folgenden sieben bis zehn Jahren aus. Hohe CAPE-Werte führten nicht zwingend zu Verlusten, aber fast immer zu unterdurchschnittlichen Ergebnissen im Vergleich zu günstigeren Einstiegsphasen.
Der heutige Markt passt genau in dieses Muster. Das hohe CAPE signalisiert keine unmittelbar bevorstehende Korrektur, sondern ein Umfeld, in dem zukünftige Erträge stärker aus Gewinnwachstum, Cashflows und Ausschüttungen kommen müssen. Der Spielraum für weitere Multiple-Expansion ist begrenzt. Der Markt verlangt Substanz.
Ein zweiter langfristiger Bewertungsrahmen ist der sogenannte Buffett-Indikator. Er setzt die gesamte Marktkapitalisierung eines Aktienmarkts ins Verhältnis zur Wirtschaftsleistung, meist gemessen am Bruttoinlandsprodukt. Die Grundidee dahinter ist einfach: Auf lange Sicht können Unternehmensgewinne nicht dauerhaft schneller wachsen als die zugrunde liegende Volkswirtschaft. Entfernt sich die Marktkapitalisierung zu stark vom BIP, steigen die Anforderungen an zukünftige Gewinne und Kapitalrenditen erheblich.
Für die USA liegt dieser Indikator aktuell bei über 200 Prozent. Historisch bewegte sich der langfristige Durchschnitt eher im Bereich von 70 bis 100 Prozent. Auch hier gilt: Das ist kein kurzfristiges Warnsignal, sondern ein strukturelles. Ein so hoher Wert bedeutet, dass der Markt sehr optimistische Annahmen über Margen, Kapitalrenditen und Gewinnentwicklung trifft.
Diese Annahmen sind nicht aus der Luft gegriffen. Zwei Faktoren erklären einen großen Teil der heutigen Bewertungsniveaus: Erstens ein Zinsumfeld, das trotz geldpolitischer Straffung weiterhin niedrige langfristige Realrenditen impliziert, und zweitens eine ungewöhnlich hohe Margenstabilität großer Unternehmen. Dominante Plattformmodelle, hohe Markteintrittsbarrieren und Skaleneffekte sorgen dafür, dass viele Schwergewichte dauerhaft höhere operative Margen erzielen als frühere Marktgenerationen. Das rechtfertigt höhere Multiples – zumindest so lange, wie diese Margen verteidigt werden können.
Besonders aufschlussreich wird der Buffett-Indikator, wenn man – analog zum Forward-KGV und zum CAPE – den Konzentrationseffekt berücksichtigt. Die sogenannten „Mag 7“ machen inzwischen rund 30 bis 32 Prozent der gesamten Marktkapitalisierung des S&P 500 aus, stellen aber einen noch größeren Anteil an den aggregierten Gewinnen. Rechnet man diese Gruppe näherungsweise aus dem Buffett-Indikator heraus, reduziert sich das Verhältnis von Marktkapitalisierung zu BIP deutlich. Statt eines Werts von über 200 Prozent läge der bereinigte Indikator grob im Bereich von etwa 140 bis 160 Prozent.
Auch dieser Wert ist historisch erhöht, liegt jedoch in einer völlig anderen Größenordnung. Er signalisiert keinen strukturellen Extremzustand, sondern eine ambitionierte, aber erklärbare Bewertung. Der extreme Charakter des aggregierten Buffett-Indikators ist damit – genau wie beim Shiller-CAPE – zu einem erheblichen Teil ein Konzentrationsphänomen.
Setzt man diese Beobachtung mit den übrigen Kennzahlen zusammen, ergibt sich ein konsistentes Bild. Das Forward-KGV des $SPX liegt aktuell bei rund 21 bis 22, ohne die „Mag 7“ rechnerisch eher bei etwa 16 bis 17 und damit nahe am langfristigen Durchschnitt. Das Shiller-CAPE sinkt von rund 38 bis 40 auf etwa 26 bis 28. Und der Buffett-Indikator fällt von über 200 Prozent auf ein historisch erhöhtes, aber nicht extremes Niveau. Drei unterschiedliche Bewertungsansätze, unabhängig voneinander konstruiert, kommen damit zu demselben Ergebnis: Die wahrgenommene Überbewertung des Gesamtmarkts ist zu einem großen Teil das Resultat einer starken Konzentration auf wenige, hoch bewertete Schwergewichte.
Ein Blick über die USA hinaus verstärkt diesen Eindruck. Der globale Aktienmarkt, etwa abgebildet durch den $IWDA (+0,02 %) (MSCI World), handelt ebenfalls oberhalb seiner historischen Durchschnitte, aber weniger extrem. Europa bleibt im Vergleich moderater bewertet, was sich nicht nur im niedrigeren KGV, sondern auch im niedrigeren CAPE widerspiegelt.
Was bedeutet das für den Renditeausblick? Historische CAPE-Regressionen liefern hier zumindest eine grobe Orientierung. Auf einem CAPE-Niveau um 38 bis 40 lagen die durchschnittlichen jährlichen Renditen des US-Markts in den folgenden zehn Jahren typischerweise im Bereich von etwa 2 bis 4 Prozent. Das ist kein exakter Prognosewert, sondern ein Erwartungskorridor. Er impliziert nicht zwangsläufig schlechte Ergebnisse, aber deutlich geringere Erträge als in Phasen niedriger Bewertung. Märkte mit CAPE-Werten um 20, wie etwa Europa, lagen historisch eher in einem Bereich von rund 4 bis 6 Prozent.
Setzt man Bewertung, Marktphase und Kapitalflüsse zusammen, ergibt sich ein klares Bild. Der Markt befindet sich nicht mehr in einer Aufbauphase, in der schlechte Nachrichten ignoriert werden. Er ist aber auch nicht in einer klassischen Euphoriephase. Es ist eine reife Beschleunigungsphase. Gewinne sind vorhanden, Kapital ist investiert, aber es fließt selektiv. Fehler werden wieder bestraft, Qualität wird bezahlt, Hoffnung ohne Cashflow zunehmend hinterfragt.
Die Konsequenz daraus ist eine Verschiebung der Renditequelle. Die vergangenen Jahre waren stark von Multiple-Expansion geprägt. Auf dem heutigen Bewertungsniveau kommt Rendite primär aus Gewinnwachstum, Cashflow und Ausschüttungen. Das erklärt, warum cashflowstarke Geschäftsmodelle weiterhin gefragt sind, während substanzlose Story-Titel an Attraktivität verlieren.
Vielleicht ist das die eigentliche Erkenntnis dieses Marktumfelds: Nicht der Markt ist das Problem, sondern die Erwartung an ihn. Wer heute dieselben Renditen erwartet wie in der vergangenen Dekade, wird zwangsläufig enttäuscht. Wer hingegen akzeptiert, dass der Markt reifer, selektiver und anspruchsvoller geworden ist, findet weiterhin funktionierende Ansätze. Nicht überall. Nicht automatisch. Aber dort, wo Preis, Erwartung und Substanz wieder zusammenpassen. Genau darum geht es aktuell weniger um Marktmeinungen – und mehr um saubere Entscheidungen.
Ein wilder Januar geht leicht grün zu Ende
Hallo meine Lieben,
für alle von euch die es interessiert.
Eine kleine kurze Zusammenfassung, mit den TOP und FLOP Werten.
Tenbagger 2024 +5,31 %
I Shares NASDAQ 100 ETF $CSNDX (+0,14 %) +0,10 %
I Shares S&P 500 ETF $CSPX (-0,03 %) +0,25 %
I Shares MSCI World $IWDA (+0,02 %) +0,87 %
Eine der wichtigsten Eigenschaften für langfristigen Anlageerfolg am Beispiel von Broadcom
$AVGO (+4,52 %)
$CSPX (-0,03 %)
$IWDA (+0,02 %)
Anfang 2025 herrschte bei Broadcom Skepsis, im April Panik und am Ende bekamen wir ein neues Allzeithoch. Der entscheidende Erfolgsfaktor lag nicht im Timing, sondern im Durchhalten.
Die Mehrheit liegt immer falsch
Wer hätte Anfang 2025 gedacht, dass der S&P 500 am Ende des Jahres etwa 1.000 Punkte höher stehen würde?
Und wer hätte mitten im April-Crash für das Jahresende einen Kurs von fast 7.000 prognostiziert? Die Antwort ist: So gut wie niemand.
Zu Beginn des Kalenderjahres herrschte an den globalen Finanzmärkten eine vorsichtige Grundstimmung vor, die von den Nachwirkungen der straffen Geldpolitik und einer allgemeinen konjunkturellen Unsicherheit geprägt war.
Die Konsenserwartungen für den S&P 500 bewegten sich in einem moderaten Rahmen, wobei kaum ein namhafter Experte einen Anstieg von rund tausend Indexpunkten innerhalb von nur zwölf Monaten vorhergesagt hat.
Heute sieht es übrigens umgekehrt aus. Die meisten Banken und Researchhäuser sind bullisch und nennen mehrheitlich Kursziele bei 7.500 – 8.000 Punkten. Diese Vorhersagen sind genauso wenig Wert wie die im Vorjahr.
Eine Lektion, die Anleger nie vergessen sollten
Wie schnell sich das Narrativ ändern kann, hat der Kurseinbruch im April 2025 gezeigt. Mit steigenden Kursen hat zu diesem Zeitpunkt niemand mehr gerechnet.
Doch anschließend kam es zu einer sagenhaften Rallye, die allerdings nur von einem kleinen Teil der Aktien getragen wurde.
Ein Großteil des US-Marktes befindet sich bis heute im Niemandsland. Nahezu die Hälfte aller Aktien notiert unter dem SMA200.
Selten war der Markt derartig zerrissen. Doch das geschieht nicht ohne jegliche Logik, denn auch der größte Teil der Gewinnsteigerung des S&P 500 ist auf wenige Unternehmen zurückzuführen.
Nvidia überstrahlt derzeit alle anderen Unternehmen, doch dabei wird vergessen, dass Unternehmen wie beispielsweise Alphabet oder Broadcom Gewinnsprünge von 32 und 40 % hingelegt haben.
Wenn diese Schwergewichte – Broadcom gehört inzwischen zu den zehn wertvollsten Unternehmen im S&P 500 – derartige Gewinnsprünge hinlegen, dann bewegt das den gesamten Index.
Broadcom als Paradebeispiel
Und in vielen Fällen dürfte das Ende der Fahnenstange längst nicht erreicht sein. Broadcom dürfte den Gewinn auch in diesem Jahr wieder erheblich steigern.
Daher hatte ich mich schon vielfach positiv zum Unternehmen geäußert – bereits vor Jahren und lange vor dem Hype um KI-Aktien.
Zuletzt bei einem Kurs von 179,45 USD: Broadcom: Rekorde auf ganzer Linie
Seitdem hat sich der Kurs in etwa verdoppelt und Broadcom hat einen Gewinnsprung um 40 % auf 6,82 USD je Aktie erzielt.
Broadcom Aktie: Chart vom 07.01.2026, Kurs: 343,77 USD – Kürzel: AVGO | Quelle: TWS
Im laufenden Geschäftsjahr soll das Ergebnis um weitere 47 % auf 10,00 USD je Aktie steigen.
In Anbetracht der Auftragslage und der zunehmenden Wachstumsdynamik sowie Profitabilität erscheint das plausibel.
Broadcom kommt demnach auf eine forward P/E von 34,4. Das ist auf den ersten Blick nicht gerade wenig. Aber in Anbetracht der zentralen Stellung des Unternehmens in der Halbleiterbranche und dem enormen Wachstum ist das zu rechtfertigen.
Das gilt umso mehr, wenn die Dynamik noch einige Jahre anhält, wovon derzeit auszugehen ist.
Buy & Hold brilliert – wie fast immer
Die großen Gewinner dieses turbulenten Jahres sind, wie fast in jedem Jahr der Börsengeschichte, die Anleger, die eine konsequente Buy-and-Hold-Strategie verfolgt haben.
Das gilt für Broadcom ebenso wie für die Käufer von ETFs.
Man muss dazu in der Lage sein, die kurzfristigen Schwankungen des Marktes zu ignorieren und sich auf die Fundamentaldaten und die langfristige Entwicklung konzentrieren.
Während Market-Timer statistisch viel schlechter abschneiden, profitierten die geduldigen Anleger von der vollen Erholungsbewegung. Wer während des April-Crashs ausgestiegen war, hatte in den meisten Fällen nicht den Mut oder die Schnelligkeit, rechtzeitig vor der großen Rallye wieder einzusteigen.
Glauben Sie mir, ich weiß, wovon ich spreche. Ich war in Broadcom investiert, als die Aktie im letzten Jahr auf 138 USD abgestürzt ist und bin es heute bei einem Kurs von 343 USD noch immer.
Volatilität aushalten zu können, ist der Preis, den man zahlen muss.
Die Eigenschaft, die alles entscheidet
Langfristig gesehen ist die Börse ein Mechanismus, der Vermögen von den Ungeduldigen zu den Geduldigen transferiert.
Buy & Hold basiert auf der Erkenntnis, dass Indizes wie der S&P 500 und der MSCI Worldselbstheilende Systeme sind, in denen schwache Unternehmen kontinuierlich durch wachstumsstarke Nachfolger ersetzt werden.
Die großen Indizes sind aus meiner Sicht eine Wette auf den menschlichen Fortschritt und die Innovationskraft der führenden Volkswirtschaften.
Anleger, die das verstanden haben, betrachten Volatilität nicht als Risiko, sondern als notwendigen Preis für überdurchschnittliche Renditen.
Im Idealfall erkennt man Volatilität sogar als Gelegenheit und ergreift sie.
Das Jahr 2025 hat eindrucksvoll bewiesen, dass selbst ein zweistelliger Kurseinbruch innerhalb eines Jahres nur eine Episode in einem übergeordneten Aufwärtstrend ist. Die Disziplin, trotz negativer Schlagzeilen investiert zu bleiben, ist die wichtigste Eigenschaft für den langfristigen Anlageerfolg.
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 07.01.2026 um 10:49 Uhr
Persönlich habe ich Broadcom 2022 vor dem Hintergrund der damals netten und stets gesteigerten Dividende in Verbindung mit der Halbleitertätigkeit und steigendem Softwarefokus mit Sparplan während des Crashs eingesammelt und lasse sie seitdem stur laufen. Einstandskurs heute 52,68€ und natürlich, wie immer bei steigenden Aktien, viel zu wenig gekauft. Nächster Nachkauf im KI Crash oder der nächsten Rezession oder welchem Abverkauf auch immer…
Quelle
Das Problem mit FIAT-Geld und mögliche Lösungen
Moin moin,
in letzter Zeit habe ich vermehrt Inhalte zum Problem des Fiatgeldes gelesen. Wer nochmal darauf stoßen möchte, kann sich gerne den Artikel von Stefan durchlesen. Besonders anfänglich wird die eigentliche Problemarik thematisiert. Hier ist der Link:
Nun aber zum eigentlich Inhalt. Das Problem des Fiat-Geldes ist nicht unbekannt, aber ich hatte immer Probleme konkrete Handlungsempfehlungen zu finden und habe deshalb ChatGPT eine umfassende Analyse (mit Backchecking) durchführen lassen.
Folgende Schwerpunkte hab ich gesetzt:
- Wie wahrscheinlich ist ein Börsencrash infolge eines Vertrauensverlustes in das Fiat-System? (Kurzfristig sowie langfristig)
- Wie würde sich so ein Crash auf verschiedene Anlageklassen auswirken?
- Welche Anlageklassen sollte man berücksichtigen, um durch solche Zeiten gut durchzukommen?
Nun die Antwort basieren auf verschiedensten Quellen + Anordnung von mir:
Wahrscheinlichkeit eines globalen Währungszusammenbruchs
Historische Perspektive:
Seit dem Ende des Goldstandards (Bretton-Woods-System) in den 1970er Jahren basieren alle großen Währungen auf Fiatgeld – also Geld ohne intrinsischen Wert, das nur durch Vertrauen gedeckt ist . Historisch haben Fiatwährungen jedoch kein perfektes Langzeit-Track-Record: Langfristig neigten alle ungedeckten Währungen zur Entwertung oder zum Scheitern. Aus einer österreichischen (wirtschaftstheoretischen) Sicht ist der Zusammenbruch sogar unausweichlich: „Die Geschichte hat gezeigt, dass Fiatgeld zu 100 % scheitert. Es ist nur eine Frage der Zeit“ . Manche Währungen überleben nur Jahre oder Jahrzehnte, selbst vormals stabile Währungen wie Pfund oder US-Dollar haben über die Zeit den Großteil ihres Werts verloren . Dies geschieht, weil Regierungen in der Tendenz immer mehr Geld schöpfen (z.B. zur Finanzierung von Kriegen, Sozialprogrammen oder Bankbailouts) – letztlich wird das Vertrauen in die Kaufkraft ausgehöhlt . Kurz gesagt: Übermäßige Geldmengenausweitung und Verschuldung untergraben langfristig jedes ungedeckte Geldsystem, was oft in hoher Inflation oder Währungsreformen endet .
Aktuelle Warnsignale: In den letzten Jahren haben viele Industrieländer ihre Verschuldung auf Rekordstände getrieben. Die globale Staatsverschuldung liegt um 102 Billionen USD – ein historischer Höchststand, angetrieben durch massive Defizite auch in wirtschaftlich guten Zeiten . Die großen Zentralbanken (Fed, EZB usw.) kauften enorme Mengen an Staatsanleihen und andere Wertpapiere, was die Geldmenge stark erhöhte. Als Folge schoss die Inflation 2021–2023 auf mehrdekadische Höchstwerte (über 8 % in den USA und Europa). Zwar versuchen Federal Reserve und EZB inzwischen gegenzusteuern (durch Zinsanhebungen), doch ein Teil des Vertrauensschadens ist schon entstanden: So diversifizieren sich die globalen Währungsreserven bereits weg vom Fiat-System. Zentralbanken haben 2022 über 1.100 Tonnen Gold gekauft – ein Rekord seit 1967 . In den Jahren 2022, 2023 und 2024 lag der Goldzukauf der Notenbanken jeweils über 1.000 Tonnen, mehr als doppelt so viel wie im Durchschnitt 2010–2021 . Bemerkenswert: Zum ersten Mal seit 40 Jahren halten Zentralbanken nun mehr Gold als US-Staatsanleihen in ihren Reserven . Dieses Verhalten der Notenbanken zeigt ein schwindendes Vertrauen in unbegrenzte Papiergeld-Versprechen – Gold gilt ihnen als wertbeständiger „sicherer Hafen“ ohne Ausfallrisiko . Selbst wenn kein sofortiger Kollaps des US-Dollar oder Euro zu erwarten ist, sprechen Experten von einer schleichenden Erosion des Vertrauens in alle großen Fiatwährungen . Daniel Lacalle etwa schreibt: „Dies bedeutet keinen unmittelbar bevorstehenden Kollaps des US-Dollars oder eine völlige Entdollarisierung, aber einen unumstrittenen Vertrauensverlust in Fiatwährungen insgesamt – vom Euro und Pfund bis hin zu Yen und Dollar“ .
„Gradually, then suddenly“ – schwer prognostizierbar: Währungscrashs ereignen sich typischerweise unvorhersehbar schnell, nachdem sich Probleme lange angebahnt haben. In Anlehnung an Ernest Hemingway gilt: Solche Zusammenbrüche passieren „erst allmählich und dann plötzlich“ . Oft bauen sich Ungleichgewichte (Überschuldung, Vertrauensverlust) über Jahre auf, bis ein Auslöser (z.B. politische Krise, Zinsschock oder Bankenkrise) das Kartenhaus zum Einsturz bringt. Fazit Wahrscheinlichkeit: Kurzfristig halten viele Analysten einen totalen Kollaps der Weltreservewährung US-Dollar für eher unwahrscheinlich, da der Dollar noch dominierend ist und enorme wirtschaftliche Stärke dahintersteht . Die USA machen z.B. ~58 % der globalen Währungsreserven und den Großteil internationaler Handelsabrechnungen aus . Es bräuchte eine Kette katastrophaler Ereignisse, um diese Stellung völlig zu erschüttern . Tatsächlich betont Investopedia: „Der Zusammenbruch des Dollars bleibt höchst unwahrscheinlich. Von den Voraussetzungen dafür erscheint allenfalls höhere Inflation realistisch. Wichtige Handelspartner (China, Japan) wollen keinen Dollar-Kollaps, da die USA ein zu bedeutender Absatzmarkt sind“ . Auch für den Euro oder Yen gilt, dass ein plötzlicher Totalabsturz nicht dem Basisszenario entspricht – die etablierten Volkswirtschaften verfügen über Instrumente, um vorübergehende Vertrauenskrisen zu dämpfen (z.B. Zinsschritte, Interventionen). Dennoch ist die langfristige Stabilität des Fiat-Geldsystems angesichts exponentieller Verschuldung fragil. Selbst die großen Zentralbanken verhalten sich so, als müssten sie für den Ernstfall vorsorgen (Stichwort Rekord-Goldkäufe). Viele Experten sehen uns heute bereits im Endstadium des Schulden- und Papiergeldzyklus: „Das Geldsystem befindet sich seit Jahren in der Endphase. Eine Währungsreform wird immer wahrscheinlicher“ . Wann genau der Kipppunkt kommt, weiß niemand – er kann sich noch Jahre hinziehen oder durch externe Schocks auch sehr rasch eintreten („schneller als die meisten denken“). Als Anleger sollte man daher vorbereitet, aber nicht panisch sein.
Auswirkungen eines Währungskollapses auf Aktien und klassische Anlagen
Eine Kernfrage lautet: Was passiert mit Aktien, wenn das Geld selbst fragwürdig wird? Schließlich werden Aktien in Geld bewertet – verliert Geld rapide an Wert, scheinen Aktienkurse nominal ins Unendliche zu steigen, doch ihr Realwert ist unsicher. Historische Extrembeispiele helfen hier weiter:
- Weimarer Hyperinflation 1921–1923 (Deutschland):
In dieser Phase verlor die Mark praktisch ihren gesamten Wert. Die Aktienkurse in Papiermark stiegen zwar nominal, konnten aber mit der Inflation nicht Schritt halten. Tatsächlich waren deutsche Aktien am Höhepunkt der Hyperinflation spottbillig: „Während der Hyperinflation waren deutsche Aktien oft extrem günstig. Im November 1922 entsprach die Marktkapitalisierung von Daimler dem Wert von nur 327 seiner Autos“ . Wegen der rasenden Geldentwertung waren die Kurse volatil, aber tendenziell fallend in realer Kaufkraft . Ein historischer Aktienindex fiel von 1913 = 100 auf lediglich 2,7 Punkte im Oktober 1922 – ein realer Wertverlust von ~97 % . Erst nach der Währungsstabilisierung (Rentenmark) erholten sich die Aktienmärkte zusammen mit der Wirtschaft wieder. Gold dagegen explodierte: Ein Goldpreis, der 1919 bei 170 Mark/Unze lag, notierte im November 1923 bei 87 Billionen Mark . Gold stieg 1,8-mal schneller als die Preise – d.h. Goldbesitzer steigerten ihre Kaufkraft fast um den Faktor 2 ! Wer Gold hielt, kam mit seinem Vermögen durch die Hyperinflation, während Bargeldsparer enteignet wurden . Dieses Beispiel zeigt: Aktien sind in einer akuten Währungshyperinflation kein perfekter Schutz – das Vertrauen in Unternehmen kann leiden, die Wirtschaftstätigkeit stockt (Rezession trotz Inflation, sog. Stagflation), und Sachwerte wie Gold, Sachgüter oder Immobilien werden temporär höher geschätzt als Unternehmensanteile.
- Währungsreform 1948 (Deutschland):
Hier wurde über Nacht die Reichsmark in D-Mark umgestellt. Geldguthaben verloren massiv an Wert – Bankguthaben wurden im Verhältnis 10:1 umgestellt, später per Gesetz sogar 100:6,5 (entspricht ~93,5 % Entwertung der Ersparnisse) . Nominalforderungen aller Art (Sparguthaben, Anleihen, Versicherungspolicen) waren die großen Verlierer; faktisch wurden Sparer und Gläubiger enteignet . Aktien und Sachwerte erwiesen sich hingegen als relativ robust: Aktionäre hatten zwar kurzfristig wenig Freude – in den chaotischen ersten Nachkriegsjahren gab es kaum Dividenden und die Kurse waren niedrig – aber nach der Reform partizipierten Aktien an Deutschlands „Wirtschaftswunder“. Langfristig stiegen Unternehmenswerte stark an, sodass Aktienbesitzer ihre Verluste mehr als wettmachten . Immobilien behielten substanziellen Wert, allerdings wurden sie mit Sonderabgaben belegt (Lastenausgleich: 50 % Zwangshypothek auf Immobilienvermögen über 5.000 DM) . Trotzdem blieb Grundeigentum ein realer Wert – Häuser und Land waren weiterhin gefragt (Wohnraum, Nutzung). Goldbesitzer waren jedoch die größten Gewinner: Gold wurde nach der Reform sehr schnell in die neue Währung umgerechnet und ein Gewinn von 1.438 % realisiert . Zum Vergleich: Sparbuchinhaber verloren ~95,5 % . Edelmetalle boten also den besten Werterhalt in dieser Währungskrise.
Lektionen für Aktien und Anleihen: Aus solchen Fällen lässt sich ableiten: Aktien verkörpern zwar Produktivkapital und Sachwerte (Maschinen, Patente etc.), doch in einer akuten Währungs- und Vertrauenskrise können Aktienkurse vorübergehend stark leiden. Wenn die Bevölkerung ums Überleben kämpft und das Geldchaos herrscht, fehlt „Spekulationskapital“ für Aktien . Unternehmen können zudem unter der Krise operativ leiden (Zusammenbruch von Handel, Zahlungswesen), was ihre Substanz gefährdet. Gute Aktien (robuste Unternehmen, ggf. mit Auslandsgeschäft) behalten dennoch einen Restwert – nach der Neuordnung des Geldes können sie aufblühen. Wer also solide Aktien besitzt und die Krise durchhalten kann, war historisch nach dem Reset oft in einer vorteilhaften Position . Anleihen und Bankguthaben hingegen sind in so einem Szenario äußerst riskant: Sie sind nominale Forderungen in der alten Währung – wenn diese abgewertet oder reformiert wird, sind die Forderungen nahezu wertlos . In Weimar brachte z.B. eine 20-jährige Lebensversicherungspolice am Ende nur den Gegenwert eines Brotes ein . Auch Staatsanleihen oder Sparbücher wurden 1948 brutal entwertet . Gleiches gilt für Bargeld: Wer physisch große Mengen Geld hält, kann bei Hyperinflation alles verlieren – Bargeld tendiert gegen Null, wie das berühmte Bild vom Schubkarren voller wertloser Geldscheine zeigt.
Fazit:
Sachwerte (darunter Aktien) schlagen langfristig nominale Geldanlagen, aber kurzfristig ist nichts vor Verlusten gefeit. Aktien können temporär drastisch einbrechen (in realen Werten), bevor eine neue Währung oder Stabilisierung greift. Anleihen, Sparguthaben und Versicherungsansprüche wären in einem echten Währungskollaps am schlechtesten dran – praktisch sicherer Verlust, da sie im alten Geld denominiert sind . Aktien hätten eine gute Aussicht, irgendwann wieder aufzuwerten, aber die Geduld und Liquidität muss man aufbringen, um diese Phase zu überstehen . Grundstücke/Immobilien behalten inneren Wert (Nutzwert, Knappheit), könnten aber staatlich mit Abgaben belegt werden . Edelmetalle erwiesen sich historisch als sofortiger Wertretter – sie steigen parallel zur Geldentwertung oft steil an und können nach der Krise leicht in die neue Währung getauscht werden
Anlageklassen für den Krisenfall – was schützt Wert und ermöglicht Gewinn?
Angesichts des obigen Befundes stellt sich die praktische Frage: Wie investiert man, um in einem möglichen Fiat-Kollaps Vermögen zu sichern oder gar zu mehren? – Hier einige Anlageklassen und ihre Eignung:
- Gold und Silber (Edelmetalle): Diese klassischen Krisenwährungen sind historisch die zuverlässigsten Wertspeicher. In nahezu jeder Währungskrise der letzten Jahrhunderte hielt Gold den Wert mindestens und übertraf oft die Inflationsrate . Zentralbanken selbst vertrauen auf Gold (siehe die riesigen Käufe 2022–24) – ein klares Signal. Gold hat kein Gegenparteirisiko, kann nicht beliebig vermehrt werden und wird weltweit akzeptiert. Silber ähnelt Gold, schwankt aber stärker. Kiyosaki etwa nennt Silber „das Beste und Sicherste“ und prognostiziert stark steigende Preise .
Nachteil: Edelmetalle werfen keine laufenden Erträge ab. In stabilen Zeiten können sie gegenüber Produktivkapital hinterherhinken. Aber in Systemkrisen glänzen sie: So stieg Gold 1948 in Deutschland um über 1400 % wertmäßig und während der Weimar-Inflation schneller als alle Preise . Tipp: Physisches Gold/Silber (Münzen, Barren) ist Bankguthaben vorzuziehen, da es im Extremfall außerhalb des Finanzsystems gehalten werden kann. Jedoch sollte man auch Lagerung/Sicherheit bedenken.
- Aktien (Unternehmensbeteiligungen): Aktien sollten trotz aller Kurzfrist-Risiken nicht abgeschrieben werden. Sie repräsentieren reale Vermögenswerte – Fabriken, Technologien, Marken – die einen Neuanfang überdauern können. Diversifiziert aufgestellt (über verschiedene Branchen und Länder) bieten Aktien potenziell Inflationsschutz, denn Unternehmen können Preise anpassen und Sachwerte besitzen. Besonders defensive oder globale Konzerne könnten besser durch eine Währungskrise kommen. Investopedia empfiehlt als Hedge z.B. Aktien von Unternehmen mit großem internationalen Geschäft oder Rohstoffbezug . Diese haben Einnahmen in harten Fremdwährungen oder von steigenden Rohstoffpreisen. Zu beachten: In der akuten Krise könnten Börsen schließen oder Kapitalverkehrskontrollen eingeführt werden. Man sollte also Aktien eher als Langfrist-Komponente sehen: Wer heute Qualitätsaktien hält, hat nach einer Währungsreform gute Chancen, dass diese Werte im neuen Geld wieder repräsentativ sind (wie nach 1948, als Aktien zum Fundament des neuen Aufschwungs wurden ). Dividendenausfälle und Kurskapriolen muss man jedoch einplanen. Kurzfristige Gewinnchancen bieten evtl. Short-Strategien vor dem Crash (z.B. Leerverkäufe oder Put-Optionen auf Indizes), aber diese sind riskant und timing-empfindlich – eher etwas für Profis. Für den Normalanleger heißt es eher: Solide Aktien halten, nicht zu sehr auf Kredit investieren (Leverage meiden, da Schulden in der Krise gefährlich sein können), und Durststrecken aussitzen können.
- Immobilien und Sachwerte: „Sachwerte“ im Allgemeinen sind zu bevorzugen, da sie einen Eigenwert außerhalb des Geldsystems haben. Immobilien etwa bieten Nutzwert (Wohnen, Landwirtschaft) und sind begrenzt verfügbar. In Währungskrisen neigen Immobilienpreise dazu, real zu steigen oder zumindest den Wert zu bewahren . Allerdings kann der Staat hier eingreifen (Lastenausgleich, Zwangshypotheken – wie 1948 geschehen ). Immobilien sind auch illiquide: Man kann sie im Notfall nicht schnell verkaufen oder teilen, und Transaktionen könnten eingefroren werden. Trotzdem gilt: Ein schuldenfreies Haus oder Landstück behält eine greifbare Substanz, was gerade dann beruhigend ist, wenn Papiergeld zerfällt . Neben Immobilien zählen auch andere Sachwerte wie Kunst, Edelsteine, Antiquitäten, Infrastruktur (z.B. Beteiligungen an Versorgern) etc. – sie alle könnten im Wert steigen, wenn Geld entwertet wird. Aber diese Märkte sind oft spezialisiert und weniger liquide.
- Rohstoffe und Ressourcen: Neben Gold/Silber sollten auch andere Rohstoffe erwähnt werden. Öl, Gas, Industriemetalle, Agrarrohstoffe – all das sind reale Dinge, die immer einen Wert haben werden. Man kann schwer direkt Barrel Öl oder Tonnen Kupfer lagern, aber man kann in Rohstoff-ETFs, Minenaktien oder Commodity-Fonds investieren. In einer Währungsabwertung tendieren Rohstoffpreise (in der entwerteten Währung) stark nach oben. Wer also z.B. Anteile an einem Goldminenunternehmen, an einem Ölproduzenten oder einem Agrarland-Fonds hält, besitzt indirekt einen inflationsresistenten Wert. Auch hier gilt: kurzfristig volatil, langfristig echter Wert.
- Kryptowährungen (Bitcoin & Co.): Eine moderne Alternative sind dezentrale Kryptowährungen, allen voran Bitcoin. Diese gelten manchen als „digitales Gold“ – mit begrenzter Menge (BTC maximal 21 Mio.) und unabhängig von Zentralbanken. Krypto hat in jüngsten Krisen (z.B. Türkei, Venezuela) gemischte Ergebnisse gezeigt – teils Werterhalt, teils starke Schwankungen. Kiyosaki jedoch empfiehlt neben Gold und Silber auch ausdrücklich Bitcoin und Ethereum, um sich vor dem großen Crash zu schützen . Der Reiz liegt darin, dass Kryptowährungen außerhalb des Fiat-Systems existieren; sie unterliegen keiner Währungsreform der Regierung. Sollten also Vertrauen und Liquidität ins Krypto-System flüchten, könnten Coins rapide an Wert gewinnen. Allerdings sind sie bislang zu volatil, um als sicherer Hafen zu gelten, und ihr Erfolg hängt davon ab, dass genug Menschen sie im Ernstfall tatsächlich nutzen. Es ist eher eine spekulative Beimischung als ein sicherer Hafen wie Gold. Dennoch: Im Zuge der Fiat-Skepsis setzen auch zunehmend Institutionelle etwas auf Kryptowährungen . In einem „alles ist kaputt“-Szenario könnte Bitcoin in der Tat an Bedeutung gewinnen – oder von Regierungen unterbunden werden. Hier scheiden sich die Geister, daher wäre eine moderate Allokation angeraten.
- Bargeld (Fiat) und Anleihen: Diese sollten im Krisenszenario so gering wie möglich gehalten werden. Cash verliert in der Inflation garantiert an Wert; im Kollapsfall könnte es wertlos werden oder zwangsgetauscht (wie 1948) . Eine kleine Reserve in bar kann nützlich sein, falls Banken kurzfristig schließen – aber das sollte wirklich nur der Notgroschen sein (und ggf. in verschiedenen Währungen aufgeteilt, falls eine davon stabiler bleibt). Staats- und Unternehmensanleihen in der eigenen Währung sind hochgefährdet – sie würden entweder durch Inflation entwertet oder bei Währungsreform zwangsweise umgestellt (mit Gläubigerverlust). Selbst inflationsindexierte Anleihen (TIPS etc.) helfen in einer Hyperinflation nicht, da der Schuldner ausfallen könnte oder die Indexierung hinter der echten Geldentwertung zurückbleibt. Fremdwährungsanleihen könnten besser sein (z.B. Schweizer Franken, falls dieser stabil bleibt), aber in einem globalen Crash ist das kein sicherer Hafen, sondern höchstens Relativspiel. Fazit: Nominalwerte meiden.
Ich sehe die aktuelle Situation nicht all zu dramatisch, aber jeder sollte im Ansatz von diesem Problem wissen.
Wünsche Euch noch einen schönen Tag ✌️
Mein Bauchgefühl ist, dass wenn du den Begriff FIAT verwendest oder BTC als Abkürzung (also wording der Krypto Community) GPT auch eher diese Quellen anzapft und pro Bitcoin argumentieren wird. Und gerade bei GPT muss man bei sowas immer ein wenig aufpassen. GPT bestätigt sehr gerne in eigenen Ansichten. Nutze es aber auch manchmal für Brainstorming.
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