Gestern habe ich mich zwar ein stückweit schweren Herzens, aber mit der Perspektive der Risikominimierung und Stabilität dennoch von dem $DX2G (+0,54 %) getrennt und den Erlös in den $$EXSA (+0,59 %) investiert. Hier ist die Dividende nicht wirklich schlechter aber im Gesamtkontext ist mir hier die Diversifikation deutlich lieber, als das Einzelrisiko der französischen Wirtschaft. Auch wenn deren Wirtschaft aktuell bedeutend stabiler wirkt, als deren politische Akteure. Hättet ihr den Schritt auch so vollzogen?

Xtrackers CAC 40 ETF
Price
Diskussion über DX2G
Beiträge
3Warum ich LVMH verkaufe und auf einen ETF setze 🇫🇷 🥐🥖🇫🇷 🥳
Der französische Aktienmarkt bietet eine Vielzahl interessanter Titel, die bei den Anlegern auch sehr beliebt sind.
Beliebt?
Nun ja,
Wer möchte nicht LVMH, Sanofi, Air Liquid, Airbus, Safran, L'Oreal,
Essilor-Luxottica, Hermes, Danone, Pernod-Ricard und vielleicht noch mehr im
Depot haben.
Jedoch gibt es hier einige Hürden und Risiken.
Zum einen müssen wir uns mit der Auswahl der Titel und der Bewertung auseinandersetzen und versuchen möglichst die Titel von denen wir glauben, dass sie im Wert steigen werden, zu einem günstigen Zeitpunkt kaufen.
Zum anderen fällt beim Kauf französischer Aktien die französische Finanztransaktionssteuer (FTT) an, sowie 30% Quellensteuer auf die Dividendenausschüttungen.
Mein Optimierungsvorschlag:
Statt mich mit einer Vielzahl französischer Aktien auseinander zu setzen und am Ende alles falsch zu machen, wähle ich einen ETF.
Das hat unter anderem folgende Vorteile:
1 Das Einzelaktien Risiko wird gestreut.
2 Steuervorteil bei der Quellensteuer, Dank Doppelbesteuerungsabkommen (siehe weiter unten)
3 Automatisches Rebalancing - in regelmäßigen Abständen fliegen die schlechtesten Titel raus und neue vielversprechende kommen in den ETF.
4 Niedrige Handelsgebühren
Größter Nachteil:
1 Höchstwahrscheinlich wird man nur die durchschnittliche Marktrendite erzielen.
Somit habe ich mich für den Xtrackers CAC 40 LU0322250985 entschieden und werde keine französichen Aktien mehr kaufen. Alternative wäre auch der thesaurierende iShares MSCI Frankreich IE00BP3QZJ36 m.M.n. auch eine gute Wahl gewesen.
Beide ETFs bieten einen Steuervorteil, zwar kommt man um die FTT nicht rum. Allerdings hat sowohl Luxemburg als auch Irland ein Doppelbesteuerungsabkommen mit Frankreich. D.h. dass sich hier die Quellensteuer französischer Dividenden auf 15 % reduziert. Selbstverständlich wirkt sich dieser Steuervorteil nicht nur beim ausschüttenden ETFs aus, sondern auch bei der Thesaurierung.
Die ohnehin geringe TER von 0.2x% empfinde ich für komplett vernachlässigbar, da beide ETFs über Jahre eine positive TD hatten.
In Anbetracht der schwachen Performance des laufenden Jahres könnten wir nun in einer Phase sein, in der es sich auszahlen könnte Anteile ”günstig“ einzusammeln, um dann später von einer höheren persönlichen Dividendenrendite zu profitieren.
Fazit:
Ich verkaufe LVMH und setze auf den Xtrackers CAC 40 ETF mit dem ich mein gesamtes Frankreich Exposure abdecken möchte.
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------
$MC (+0,69 %)
$AIR (+0,83 %)
$AI (-0,05 %)
$OR (+0,4 %)
$RMS (+1,41 %)
$EL (-0,31 %)
$RI (+0,05 %)
$DX2G (+0,54 %)
$IS3U (+0,53 %)
+ 1
So, nach meinem lauwarmen auf-die-Bühne-der-Community-Stolpern vor kurzem jetzt aber richtig:
Hallo allerseits (freundliches Nicken in die Runde),
ich bin zwar schon ein Weilchen überwiegend stiller Leser, möchte mich nun aber - auch wenn ich nicht weiß, was mich da reitet - der hiesigen Usance entsprechend vorstellen:
Ich bin 55 & im Bundesdienst verbeamtet, was mich in die glückliche Lage versetzt (hoffentlich), für einen materiell erträglichen Ruhestand nicht auf Nebeneinkünfte aus Kapitalanlage angewiesen zu sein (in zwölf Jahren würde ich nach derzeitigen Stand gerade eben noch die abschlagsfreie Pensionierung nach 40 Jahren im öffentlichen Dienst erreichen). Investment ist daher im Wesentlichen Konsumalternative, Sicherheitspolster und - später - für die Söhne gedacht (leben bei ihrer Mutter, 17&13 Jahre alt; jeweils mit eigenen Portfolien/WP-Sparplänen). Mein Investmenthorizont ist damit open ended (bzw. biologisch oder durch legitime Groß-Bedürfnisse des Nachwuchses determiniert).
Meine - im hier vorgestellten Portfolio noch wahrnehmbare - Investmentgeschichte beginnt 1996/1997 mit der ersten (und später leider auch zweiten) Platzierung der $DTE (+0,38 %) T-Aktie und dem IPO von $PSM (-0,73 %) ProSieben (hat seinen Einstand mittlerweile über Ausschüttungen aber mehr als wett gemacht, brav). Dazu kam irgendwann großelterlich vererbt die jetzige $EOAN (+1 %) e.on-Position und eine Position in $VOW3 (+1,17 %) Volkswagen, die ich nach einem Kurssprung etliche Jahre später auf Anraten meiner damaligen Sparkasse aber veräußert habe (bygones).
Dann lange Zeit nix (Studium/Referendariat, beruflicher Einstieg - da habe ich "Investment auf dem Girokonto" betrieben und es nicht einmal gebacken bekommen, meine Dienstreiseabrechnung fristgerecht abzuwickeln, tststs).
Mit Frau und Kindern kam dann auch das Bedürfnis vorzusorgen (die Kerlchen kosten through-the-cycle einfach einen ordentlichen Batzen), was ich zunächst durch sporadische ad hoc-Investments tat:
In besonderer Hybris traute ich zu Beginn der Subprime-Krise den Investmentbanken zu, alles im Griff zu haben, und habe Aktien von $DBK (+1,34 %) Deutscher Bank (nahe ATH), Bear Stearns und Merrill Lynch erworben (die Relikte sind als Minus bei $BAC (+0,13 %) Bank of America für Bear Stearns und - unsichtbar - einem steuerlichen Verlustvortrag zum Ausgleich für die mittlerweile recht ordentlich dastehende $JPM (+0,24 %) J.P. Morgan-Position für Merrill Lynch immer noch erkennbar), $DBK (+1,34 %) mit Nachkäufen langsam wieder in eine "vielleicht irgendwann dann doch mal wieder auf null"-Zone kriechend.
Ansonsten etliche aktive Fonds ($n/a LU0557858130, $n/a LU1143163779, $n/a IE00BG7PHW03, $n/a (+0,49 %) LU1496713741, $n/a (+0 %) DE0008474750, $n/a GB0030932676, $n/a (+0,01 %) LU1864952335 bzw. Vorgänger), von denen sich eigentlich gefühlt nur $n/a (+0,35 %) Pictet Water zeitgewichtet spürbar positiv entwickelt hatte.
Ab ca. 2015 habe ich dann sukzessive mit diversen Aktien- und ETF-Sparplänen bei ING angefangen, das heutige Portfolio zu bevölkern ($GOOG (+0,04 %) Alphabet C, $AAPL (-0,11 %) Apple, $KO (+0,18 %) Coca-Cola, $NESN (-0,27 %) Nestlé, $BAYN (+1,55 %) Bayer (autsch!), $SIE (+0,52 %) Siemens, $DIS (+0,04 %) Walt Disney, $PFE (+0,07 %) Pfizer, $PR1J (+0,33 %), $FLXC (+0,56 %), $FLXK (+0,21 %), $EXS1 (+0,68 %), $LCUK (+0,46 %), $C060, $XMUS (+0,07 %), $DBXW (+0,16 %), überwiegend zu 50 Euro/Monat), ergänzt um ein paar nett getimte Einzelkäufe in $AAPL (-0,11 %) , als die noch vor dem 3:1 Aktiensplit bei um die 80 Euro notierte, sowie $MT (+0,14 %) AcelorMittal und $BHP (+1,68 %) (Miniposition, aber mit netter Dividendenrendite seither).
Habe mit zum Ende Corona/Anfang Ukraine aufkeimenden Lieferkettenproblemen und Inflation dann in einem anderen Portfolio angefangen, die eigentlich viel zu teuren $SPAG (+0,35 %) iShares Agribusiness und $EXV6 (+1,6 %) iShares STOXX Europe 600 Basic Resources als schiefgegangenen Hedge zu steigenden Lebenshaltungskosten zu besparen (hatte auf deutlichere sektorale Gier-flation gesetzt).
Da ich zwischenzeitlich den hiesigen Empfehlungen von $VWCE (+0,14 %) bzw. $ACWI (Glashaus!) entsprechend dorthin umgeschichtet hatte, mir der aggregierte Klumpen $AAPL (-0,11 %) und $GOOG (+0,04 %) etwas unheimlich wurde, ich aber die entsprechenden Aktiensparpläne nicht anfassen wollte (dazu gleich mehr), habe ich mein Grundvertrauen in die langfristige Out-Performance des US-Aktienmarkts durch Investments in zwei "equal weight"-Indexfonds umgesetzt, und zwar mit $WEBA (+0,17 %) auf den NASDAQ100 (auch mit Sparplan) und $XDEW (+0,17 %) auf den S&P500 (nur Einmalanlage).
Einiges davon, insbesondere der früheren Investmentgeschichte, ist meiner Getquin-Portfoliohistorie fremd, da ich dieses erst nach einem Portfolioumbau Anfang 2023 eingepflegt habe.
Im Laufe der Jahre hat mein Dienstherr stetig strengere Regelungen für private Finanzgeschäfte eingeführt, was es mir derzeit praktisch unmöglich macht, in Einzelnamen oder Fonds mit bestimmten überwiegenden Branchenanteilen zu investieren. Rechtsstaatlich vorbildlich wurden aber bei den jeweiligen Iterationen der Verschärfung zuvor bereits bestehende Sparpläne bestandsgeschützt, so dass ich die verbleibenden Aktiensparpläne eifersüchtig fortführe (s.o. Klumpen bei $GOOG (+0,04 %) und insbesondere $AAPL (-0,11 %)).
Derzeit bespare ich monatlich wie folgt (Sparrate): Grandfathering: $GOOG (+0,04 %) (100), $AAPL (-0,11 %) (50), $DIS (+0,04 %) (50), $PFE (+0,07 %) (50), $KO (+0,18 %) (50); "regulär": $VWCE (+0,14 %) (derzeit 520 mit jährlich 4%iger Dynamik), $SPAG (+0,35 %) (100), $WEBA (+0,17 %) (100), $EXV6 (+1,6 %) (100), $10AJ (+0,11 %) (100) und - noch vor erstmaliger Ausführung - $SDIP (+0,17 %) (100).
Daneben habe ich bestimmte Markteinschätzungen zum jeweiligen Zeitpunkt durch Einzelkäufe in Länder-ETFs abgebildet (langfristiges Aufholpotenzial der Emerging Markets durch $HMEF (+0,51 %), $FLXC (+0,56 %), $FLXK (+0,21 %) - $FLXI (+0,55 %) war mir mittlerweile zu teuer und die indische Volkswirtschaft zu wenig über dort börsennotierte Unternehmen abgebildet; der schlafende Innovationsriese Japan durch $PR1J (+0,33 %), "Luxus geht immer" auch in Zeiten der Inflation durch $DX2G (+0,54 %); Europa - insbesondere CH und UK - als allgemeines Gegengewicht zu US durch $VEUR (+0,47 %) und die vernünftigen Nordics durch $XNZN (+0,33 %)), so dass nun ein bunter ETF-Strauß vorhanden ist. Damit bin ich aber grundsätzlich nicht unzufrieden, insbesondere soweit diese ausschüttend&sparplanfähig in meinem ING-Portfolio sind, so dass ihre Ausschüttungen (ab 75 Euro) automatisch wieder angelegt werden ($VEUR (+0,47 %) - ist deshalb so groß, damit dies bei jeder der quartalsweisen Ausschüttungen in etwa klappen könnte, $DX2G (+0,54 %), $PR1J (+0,33 %)).
Ich denke, solange ich noch den Anlagerestriktionen meines Dienstherrn unterliege, werde ich hieran nur marginal etwas ändern. Für ein "fire and forget"-Portfolio könnte ich mir mittelfristig aber vorstellen, auf ein 70/20/10 Portfolio aus $WEBG (+0,08 %), $HMEF (+0,51 %), $SDIP (+0,17 %) umzusteigen (@ING: bitte $SDIP (+0,17 %) sparplanfähig machen, danke!). Schauen wir mal, was das Ende von PFOF auf der Kostenseite insbesondere für Sparpläne bringt.
Also, das war's; danke für die Geduld und das Durchhaltevermögen. Tipps könnt ihr mir gerne geben, allerdings sind mir, wie geschildert, weitgehend die Hände gebunden (und von den Tulpenzwiebeln Krypto halte ich erst was, wenn die Dinger eine tatsächliche Zahlungsmittelfunktion nicht nur für den Erwerb sinistrer Dienstleistungen im Dark Web erlangen)...
Auf eine erfolgreiche Investment-Gemeinschaft (&thanks for having me)!
Mein Beileid zu den gebundenen Händen bei der BaFin (oder ähnlich). Ist aber oftmals gar nicht so schlecht, hier zu Vernunft gezwungen zu werden 😁
Meistdiskutierte Wertpapiere
Top-Creator dieser Woche

