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Ein Rückblick

Ich habe mir meinen Depotrückblick auf 2025 und meinen Start in 2026 angeschaut – nicht nur „wie viel“, sondern vor allem: warum und was lerne ich daraus. Gerne teile ich das mit euch und freue mich über Diskussion & Feedback und vor allem über eure Sicht: Wie war das Ergebnis aber auch die Wahrnehmung eures Börsenjahres 2025 - und mit welchem Set Up startet ihr ins neue Jahr.



Zeit zum reflektieren 🧘‍♂️


1) Stimmungswechsel Ende 2024

Nach dem (bei mir) eher ernüchternden Börsenjahr 2024 kam im November 24 ein klarer Stimmungs-turnaround: Am Tag des Trump-Wahlsiegs im Nov 24 sprang der Markt deutlich nach oben (Dow +3,57 %, S&P 500 +2,53 %, Nasdaq +2,95 %). Das hat das „Risk-on“-Narrativ wieder glaubwürdig gemacht – und man hat es in vielen Depots am Verhalten gesehen. Zumindest ich bei meinem, wenn ich ehrlich zu mir selbst bin ;)


2) Q1/Frühjahr 2025: Ungewohnt europafreundlich

Die ersten Wochen 2025 waren dann tatsächlich ungewöhnlich europalastig: In den ersten sechs Wochen 2025 lag der STOXX 600 bei > +5,5 %, während der S&P 500 im gleichen Zeitraum nur bei +2,7 % lag.

Später wurde das auch in der Nachbetrachtung deutlich: 2025 waren Defence und Banken zeitweise extrem starke Treiber in Europa. Auch ich habe in diesem Aufwind richtige ($DHL (-0,06 %) , $GBF (-0,75 %) , $RIO (-0,73 %) ) aber leider im Abwind z.T. auch desaströse ($NESN (+0,67 %) , $MC (-0,38 %) , $NKE (-0,04 %) ,$NOVO B (+1,04 %) ) Entscheidungen getroffen. Teilw. auch Trend- und Community-getrieben -> ja, ihr seid schuld ;)


3) Anfang April: Miese Zeiten

Dann kam der Bruch: U.a. mit dem Zoll-/Trade-War-Schock wurde der starke Jahresstart in wenigen Sessions regelrecht „abgeräumt“. YTD drehte komplett ins Negative, und der STOXX 600 lag bis 07.04. rund 12 % unter dem Schlusskurs vom 02.04. Ein glückliches Händchen hatte ich zu diesem Zeitpunkt u.a. mit $TSLA (+0,13 %) , und $NVDA (+0,09 %) Käufen. Auch $PEP (+0,08 %) habe ich günstig eingekauft, ein echter Ausbruch lässt aber noch auf sich warten.


4) Kurz darauf: Feuerwerk

Dann kam in den USA ab Mitte/Ende April wieder Rückenwind rein, als der Markt Teile der Trump-Eskalation Richtung „Verhandlungen/Deeskalation“ umpreiste. Da hat der Donald ein paar Wahlversprechen eingehalten, die vielleicht nicht so ganz offiziell waren .-)


5) H2/Spätes Jahr: KI + Zinsen als „Makro-Rückenwind“

Richtung Jahresende wurde das Umfeld dann stärker von zwei Faktoren geprägt: KI-getriebene Risk Assets und sinkende Zinsen. Es war eine AI-driven Rally, die auch die Stimmung und Zuflüsse in US-Equity wieder gestützt hat.

Und auf der Zinsseite: Die Fed hat im Dezember den Leitzins nach einer weiteren Senkung auf 3,50 % bis 3,75 %gesetzt.


Zum Jahresabschluss lagen die großen Benchmarks dann auch wieder näher beieinander: STOXX 600 +16,66 % in 2025, S&P 500 ~+17 %.


6) Goldene Zeiten 🥇🏅

Dann war da noch das schöne Gold (u.W.). 2025 war da ein echtes Ausrufezeichen: Spot-Gold lag übers Jahr bei rund +66 % (laut Reuters das stärkste Plus seit 1979).

Silber war sogar noch extremer und lag bei rund +168 % im Jahr.

Ich habe zum Thema Gold hier auf getquin schon einmal ausführlicher geschrieben – wen das Thema interessiert, findet den Beitrag in meinem Profil.




Persönliche Performance 2025


  • Interner Zinsfuß: ca. +10 %
  • TTWROR: ca. –33 %
  • Dividendenrendite: ca. 1,3 % p.a.


Die Zahlen bestätigen das oben beschriebene: Operativ habe ich m.E. ganz gute Entscheidungen getroffen (Gewinne realisiert, Steueraspekte genutzt, Cashflow aufgebaut). Gleichzeitig zeigt der TTWROR ziemlich klar: die Depotstruktur war zwischenzeitlich zu volatil und zu stark wachstums-/trendorientiert. Zu oft habe ich ins "fallende Messer" gegriffen.


Ich habe vor dem Jahreswechsel u. a. $NVDA (+0,09 %) , $TSLA (+0,13 %) , $GBF (-0,75 %) und $DHL (-0,06 %) verkauft – jeweils mit positiven Renditen – aus den Gründen:


  • Sparer-Pauschbetrag ausschöpfen
  • Tech-Lastigkeit reduzieren
  • Cash-Generierung (weshalb, lest ihr weiter unten)



Startpunkt Jan 2026:


Kurzer Überblick über das Start-Set-Up 2026


Asset-Mix

  • Einzelaktien: 71,4 %
  • ETFs: 16,0 %
  • Gold: 9,2 %
  • Krypto: 3,4 %


Regionale Aufteilung

  • Nordamerika: ca. 45,7 %
  • Europa entwickelt: ca. 26,0 %
  • Rest weltweit (u. a. EM/Asien/Australasien): ca. 22,5 %


Sektorstruktur

  • Finanzdienstleistungen: 20,5 %
  • Konsumgüter (zyklisch): 19,2 %
  • Basiskonsum: 15,7 %
  • Informationstechnologie: 14,8 %
  • Werkstoffe: 7,9 %
  • Gesundheit: 4,7 %



Start ins neue Jahr


Parallel zu den Verkäufen Ende 2025 habe ich gleich im Januar umgeschichtet bzw. aufgestockt, u. a. in $O (-0,27 %), $VNA (-0,02 %) und $ZAL (+0,55 %)– mit der Logik:


  • Cashflow-/Dividendenkomponenten stärken
  • Turnaround-Chancen als beschränkte Beimischung
  • Volatilität im Depot reduzieren



Warum ich 2026 defensiver denke

Nächste Woche wird der Kauf einer Wohnung am schönen Tegernsee 🏝️ notariell beurkundet. Das ist für mich der Schritt in eine völlig neue Anlageklasse, da es meine persönlich erste eigene Immobilie ist. – und nebst der Baufinanzierung in den nächsten Wochen natürlich auch ein Liquiditätsthema.

Dazu mache ich ggf. noch gesondert einen Beitrag, vielleicht steht ja auch aktuell wer von euch vor diesem Schritt?


Ich kann Drawdowns mental gut aushalten. Aber: Risiko tragen können heißt nicht automatisch Risiko tragen müssen.


Mein Depot soll zu dieser neuen Lebensphase passen.



Was ich 2026 anders mache


Weil bei mir 2026 mit einem Wohnungskauf eine neue Anlageklasse dazukommt, will ich mein Depot künftig defensiver aufstellen – ohne komplett auf Renditechancen : Risiko zu verzichten. Sonst wären wir an der Börse gänzlich falsch :)


1) ETF-Core soll dominieren

Ich will, dass mein Depot künftig meinen ETF getragen wird. Mein Zielbild ist daher:


Wichtig! Das ist ein Start-in-2026-Set-Up

Natürlich, wie immer im Leben, ist ein Plan dafür da, um ihn über Bord zu werfen - so muss man die Entwicklung der Assets im anstehenden Jahr abwarten und regelmäßig neu bewerten.


2) Stocks ja – aber mit mehr Disziplin

Turnaround-/Chancenwerte und auch Trends bleiben Teil meines Ansatzes, aber klar begrenzt. Ich möchte, dass diese Positionen wieder das sind, was sie sein sollen: Beimischung, nicht Fundament.

(Basis-) Konsum werde ich reduzieren, Healthcare stärken. Und Tech?


3) Tech: kontrollierter

Tech blieb auch in 2025 ein Renditetreiber – aber ich will ihn nach meinen Verkäufen wieder kontrolliert aufbauen. Werde den Verlauf die ersten Wochen und ggf. Monate aus der Entfernung beobachten und auf Korrekturen wetten. Ganz ohne geht es halt nicht – man sieht es ja an der Mag-7-Performance 2025:



In diesem Sinne, gutes Neues!


$VWRL (-0,16 %)
$EWG2 (-1,09 %)
$O (-0,27 %)
$PEP (+0,08 %)
$MSFT (-0,41 %)
$P911 (-0,05 %)
$BLK (+0,22 %)
$NKE (-0,04 %)
$RIO (-0,73 %)
$MC (-0,38 %)
$NOVO B (+1,04 %)
$NESN (+0,67 %)
$ZAL (+0,55 %)
$COMM (+0,24 %)
$IEMS (-0,48 %)
$BTC (-0,42 %)
$ETH (-0,76 %)
$XRP (-0,85 %)
$PEPE (+1,13 %)

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3 Kommentare

Sehr durchdacht dein Plan, lustig ich habe einen ähnlichen Plan von nur Einzelaktien auf 35% depotanteil in 2 etfs und 65% Einzelaktien. Gold und Silber halte ich minen. Viel Erfolg 2026 und langfristig bist du super aufgestellt einfach immer dabei bleiben auch wenn wieder mal schwere Phasen kommen werden
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@Sand Merci Ruben! Nur deine Depotaufteilung habe ich nicht ganz verstanden. Wie genau teilst du auf?

LG
PP
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@Sand ich meinte ich hatte 100 Prozent Einzeltitel und baue nun etwas um 65 Prozent Einzeltitel und 35 Prozent etfs einmal spdr msci acwi imi thesaurierend und den vanguard all world high Dividende mit Gewichtung 55 zu 45 Prozent
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