Hallo zusammen,
ich mache mir aktuell viele Gedanken über meine langfristige Strategie und würde gerne eure Meinung dazu hören, ob ich hier einem Denkfehler unterliege oder ob der Plan Hand und Fuß hat.
1. Mein Ist-Zustand
Aktuell bin ich sehr "klassisch" bis Tech-lastig investiert.
• ETFs:
• Scalable MSCI AC World $SCWX (-0,27 %) : 6.300 € (aktuell 200 € Sparrate)
• Xtrackers MSCI World IT $XDWT (-1,53 %) : 8.000 € (aktuell 400 € Sparrate)
• Einzelaktien:
• Allianz $ALV (-0,13 %) : 2.900 €
• Nvidia $NVDA (-1,44 %) : 3.900 €
• TSMC $2330 : 1.700 €
Mir ist bewusst, dass ich durch den IT-ETF plus Nvidia/TSMC ein extremes Tech-Klumpenrisiko habe.
2. Meine Überlegung / Das "Warum"
Ich überlege, meine Strategie von "Thesaurierend/Growth" auf "Ausschüttend/Dividendenwachstum" umzustellen.
Mein Hauptgedanke betrifft die spätere Entnahmephase (in ca. 25 Jahren):
Wenn ich rein thesaurierend spare, muss ich im Alter Anteile verkaufen, um an Geld zu kommen. Wenn dann gerade ein Bärenmarkt herrscht, verzehre ich meine Substanz viel schneller (Sequence of Return Risk).
Bei einer Dividenden-Strategie – so meine Theorie – fasse ich die Substanz nicht an, sondern lebe vom Cashflow. Zudem stelle ich es mir psychologisch einfacher vor, in Krisen investiert zu bleiben, wenn trotzdem regelmäßig Dividenden auf dem Konto eingehen….und natürlich werden Dividenden reinvestiert während der Ansparphase.
3. Die neue Strategie: "Wide Moat" / Monopole
Ich möchte gezielt in Unternehmen investieren, die faktisch ein Monopol oder Oligopol besitzen. Der Gedanke: Wo es keine Konkurrenz gibt (und geben kann), ist die Preismacht hoch und die Dividende sicher(er).
Ich denke da an Branchen, die "unausweichlich" sind:
• Eisenbahn: Canadian National Railway ($CNR (+0,24 %)). Niemand baut neue Schienen quer durch Nordamerika. Es ist physisch und rechtlich fast unmöglich, eine konkurrierende Eisenbahnstrecke quer durch Kanada und die USA zu bauen.
• Müll: Waste Management ($WM (+0,34 %) ) – Deponien genehmigt zu bekommen ist fast unmöglich.
• Infrastruktur/Gase: Air Liquide - nicht nur US? Air Liquide bauen Gasanlagen (Sauerstoff, Stickstoff, Wasserstoff) oft direkt auf das Gelände ihrer Kunden (Stahlwerke, Chemieparks). Ein Wechsel des Anbieters ist für den Kunden extrem teuer und logistisch ein Albtraum ($AI (+1,99 %) ) oder American Tower ($AMT (+2,59 %) ) Sie besitzen das physische Gerüst der Kommunikationstürme. Wenn 5G oder 6G ausgebaut wird, brauchen AT&T oder Verizon Platz auf diesen Türmen. Die Mietverträge sind langlaufend und inflationsgekoppelt.
• Finanz-Infrastruktur: Visa/Mastercard ($V (-0,06 %) / $MA) (-0,2 %). Sehr niedrige Dividende aber eben ein Mono/Duopol?
4. Der Plan
Meine Sparrate soll vorerst 600 € betragen, später auch 700€, …800€).
Ich überlege, die alten Sparpläne (AC World & IT) zu stoppen und das neue Geld wie folgt aufzuteilen:
• Core: Ein Qualitäts-Dividenden-ETF (z. B. Fidelity Global Quality Income ($FGEQ (+0,26 %) ) für die Basis.
• Satellite: 2-3 der oben genannten "Monopol-Aktien" direkt besparen.
Meine Fragen an euch:
1. Denkfehler bei der Entnahme?
Ist die Annahme, dass ich mit einem Dividendenportfolio im Crash besser dastehe als mit einem Verkauf von ETF-Anteilen, valide? Oder ist das "linke Tasche, rechte Tasche"?
2. Umgang mit Altlasten:
Was mache ich mit dem großen Tech-Block (IT ETF + Nvidia)? Liegenlassen als "Wachstums-Booster" oder umschichten, um das Klumpenrisiko sofort zu senken (Steuern beachten)?
3. Aktien-Auswahl:
Passen Werte wie Canadian National Railway oder Waste Management zu meiner Logik? Gibt es andere "Monopolisten", die ich übersehe?
4. Reicht die Sparrate?
Macht eine Aufteilung von 600 € in ETF + Einzelaktien Sinn, oder verzettele ich mich da bei den Gebühren/Stückelungen?
Gibt es generell Verbesserungsvorschläge?
PS: Freibetrag liegt bei 2000€ da verheiratet.
Ich freue mich auf euren Input und kritische Meinungen!
Danke euch.
