Moin zusammen,
ich wollte euch mal einen Wert aus meinem Depot vorstellen, der oft unter dem Radar fliegt, aber fundamental gerade richtig abliefert: $TRYG (-0,54 %)
Ich lebe ja selbst in Dänemark und sehe täglich, wie dominant die hier sind (Marktführer in Skandinavien). Für alle, die auf Qualität, hohe Margen und Dividende setzen, hier mal der aktuelle Stand (basierend auf den Q3 2025 Zahlen):
🏰 Das Geschäftsmodell
Tryg ist der größte Sachversicherer in Skandinavien. Langweilig? Ja. Aber extrem profitabel.
Sie sammeln Prämien ein, managen Schäden effizienter als fast alle anderen und investieren den "Float".
💎 Die Qualität (Der "Core Quality"-Check)
In der Versicherungswelt ist die Combined Ratio (Schaden-Kosten-Quote) alles.
Die Regel: Alles unter 90-95% ist gut.
Die Realität bei Tryg: Im letzten Quartal (Q3 2025) lag die Combined Ratio bei extrem starken 78,6 %.
Rechnet man das in eine Marge um, landen wir bei einer operativen Marge von über 21 %.
Für meine Bewertungsskala heißt das: Das ist nicht nur "solide", das ist im Bereich "High Quality". Sie verdienen also technisch Geld, bevor sie überhaupt die Zinsen aus dem Anlagevermögen kassieren.
💰 Die nackten Zahlen (Stand Q3 2025)
Umsatz (Insurance Revenue): Wir reden hier über ca. 10 Mrd. DKK pro Quartal (ca. 40 Mrd. DKK annualisiert). Das Wachstum lag währungsbereinigt zuletzt bei 3,4 %. Kein Hyper-Growth, aber stetig.
Dividende: Zuletzt gab es 2,05 DKK pro Aktie für das Quartal (+5 % Steigerung zum Vorjahr). Aufs Jahr hochgerechnet liegen wir hier entspannt bei ~5 % Dividendenrendite.
Cashflow-Deckung: Die Ausschüttung ist durch den operativen Gewinn gedeckt, die Solvenzquote liegt bei sehr gesunden 204 %.
🚀 Warum gerade jetzt?
Synergien greifen: Die Übernahme von RSA (Trygg-Hansa/Codan) ist verdaut, die Skaleneffekte in Schweden und Norwegen drücken die Kostenquote (Expense Ratio) auf sehr niedrige ~13 %.
Timing: Der Jahresbericht für 2025 kommt am 22. Januar. Wenn sie den Q3-Trend bestätigen, dürfte das Jahr extrem stark abschließen.
⚠️ Risiken:
Wetter: Stürme in Skandinavien können einzelne Quartale verhageln (Q3 war hier aber sehr gnädig).
Währung: Man kauft in Dänischen Kronen (DKK), die aber faktisch an den Euro gekoppelt sind (Peg).
🎯 Fazit:
Wer "Story Stocks" sucht, ist hier falsch. Wer eine Cashflow-Maschine sucht, die operativ mit Margen >20% arbeitet und quartalsweise zahlt, sollte sich Tryg vor den nächsten Zahlen am 22.01. mal ansehen.
Für mich ein klarer "Anchor"-Wert im Depot.
Gedanken dazu? Hat sie noch jemand auf dem Radar?
Nachtrag: Wichtig: Es geht hier fast nur um Schaden- und Unfallversicherung (P&C), nicht um komplexe Lebensversicherungen.
Das Geschäftsmodell ist simpel: Die Leute zahlen ihre Prämien, Tryg investiert das Geld (Float) und managt die Schäden extrem effizient.
90-95% = Solider Durchschnitt (Allianz liegt oft so um die 93-95%).
Tryg liefert regelmäßig Werte um die 82–84%.
Das ist Weltklasse.
Das bedeutet: Von jedem eingenommenen Euro Prämie bleiben (vor Kapitalanlageergebnis) schon ca. 16-18 Cent als technischer Gewinn hängen. Das schaffen weltweit nur ganz wenige (wie z.B. Progressive in den USA).


