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Der Markt verkauft IREN für ein Problem, das es nicht hat

Der Abverkauf im KI-Sektor hat zuletzt auch Neocloud-Aktien wie $IREN (-9,38 %) erfasst – zeitgleich mit der Kimi-K3-Ankündigung aus China und der Debatte, ob die Milliarden-Investitionen der US-KI-Labore noch tragfähig sind. Ein genauer Blick zeigt aber: Der Auslöser des Abverkaufs trifft IRENs Geschäftsmodell deutlich weniger als das der Modellanbieter – er könnte es sogar stützen.


Die Ausgangslage:

IREN vermietet Rechenleistung statt Modelle zu bauen und diversifiziert seine Kunden über drei Ebenen – Microsoft als Anker (9,7 Mrd. $, fünf Jahre, 20 % Vorauszahlung; Übergabe des ersten Horizon-1-Bauabschnitts laut Unternehmensplanung Mitte Juli), Nvidia als Cloud-Kunde (3,4 Mrd. $, dazu die Partnerschaft über bis zu 5 GW samt Kaufrecht auf 30 Mio. Aktien zu 70 $) und perspektivisch Enterprise- und Staatskunden mit eigenen, dedizierten GPU-Clustern.


Warum der Auslöser des Abverkaufs IRENs Geschäftsmodell kaum trifft

Der Kimi-K3-Schock zielt auf die Trainings-Seite der KI-Ökonomie: die einmaligen, milliardenschweren Trainingskosten, die die US-Labore über Premium-Preise refinanzieren müssen. Wenn China fast gleichwertige Modelle günstiger erschafft und Nvidia mit Nemotron 3 Spitzenmodelle gleich kostenlos verteilt, gerät genau diese Rechnung unter Druck.

IRENs Geschäft hängt jedoch zunehmend an der anderen Seite: der Inferenz, also dem laufenden Betrieb der Modelle. Diese macht 2026 laut Deloitte bereits rund zwei Drittel der gesamten KI-Rechenleistung aus (2023: ein Drittel), und über die Lebensdauer eines Modells entfallen 80–90 % der Rechenkosten auf den Betrieb, nicht auf das Training.

Entscheidend ist dabei: Ein Gratis-Modell braucht zum Laufen genau so viele GPUs/Rechenleistung wie ein bezahltes. Je austauschbarer und billiger die Modelle, desto mehr werden sie genutzt – und desto wertvoller wird tendenziell die knappe Rechenleistung darunter. Dazu kommt Datensouveränität: Unternehmen dürften zunehmend vermeiden wollen, dass sensible Daten über fremde Modellanbieter laufen – erst recht bei Modellen aus China, oder auch bei $AAPL (+4,07 %) gegenüber OpenAI.


Frei verfügbare Modelle auf selbst gemieteten, dedizierten Clustern lösen genau dieses Problem und IREN liefert die Infrastruktur dafür.


Chance: Setzt sich der Open-Source-Trend durch, würden Margen von der Modell-Ebene zur Infrastruktur wandern. Gelingt zudem der Enterprise-Direktvertrieb, entschärft das das Klumpenrisiko Microsoft – kostet aber Vertriebsaufbau und die Finanzierungssicherheit langer Hyperscaler-Verträge mit Vorauszahlung.

Risiko – Zweitrundeneffekt: Sollten US-Labore ihre Trainings-Investitionen strecken, träfe das mit Verzögerung auch die Nachfrage nach Trainings-Clustern, wie IREN sie für Microsoft baut. Die Inferenz-Welle federt das ab, ersetzt es aber nicht automatisch eins zu eins.


Insgesamt wirkt der aktuelle Kursrückgang bei IREN eher wie eine Sektor-Korrektur als wie eine Neubewertung des eigenen Geschäftsmodells: Die Zweifel richten sich gegen die Trainings-Ökonomie der Modellanbieter, während IRENs Wert an der wachsenden, modellunabhängigen Inferenz-Nachfrage hängt.


Quellen:

Deloitte via Computerworld – Inferenz-Anteil 2026: https://www.computerworld.com/article/4114579ces-2026-ai-compute-sees-a-shift-from-training-to-inference.html


Keine Anlageberatung.

$IREN (-9,38 %)
$NVDA (-0,93 %)
$MSFT (-0,01 %)

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1 Kommentar

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In diesem Fall hat der Markt zumindest heute seinen Irrtum erkannt.😉😎

Die Aktie von IREN Limited (NASDAQ:IREN) legte am Montag um 7 % zu, nachdem das Unternehmen neue mehrjährige Cloud-Service-Verträge mit KI-Entwicklern im Wert von 2,8 Mrd. $ bekannt gegeben hatte. Zudem wurde das Umsatzziel auf annualisierter Basis (ARR) für den Bereich AI Cloud bis Ende 2026 von 3,7 Mrd. $ auf über 4 Mrd. $ angehoben.

Nach Angaben des Unternehmens sind mit den neuen Vereinbarungen nun rund 85 % des angepassten ARR-Ziels vertraglich abgedeckt. Zum Kundenstamm von IREN gehören nun unter anderem Microsoft, NVIDIA, Perplexity, Figure AI, Together AI, Fluidstack, Fireworks AI, Fal AI, Hume AI sowie ein ungenannter KI-Entwickler. Die Dienstleistungen umfassen sowohl Bare-Metal- als auch Managed-Cloud-Services.

Die jüngsten Verträge beinhalten Vorauszahlungen von Kunden, die etwa 45 % der zugehörigen Investitionsausgaben (Capex) für GPUs abdecken. Dies reduziert den Nettofinanzierungsbedarf von IREN für die entsprechenden Implementierungen. Über das gesamte Portfolio hinweg haben die Kundenverträge von IREN eine gewichtete durchschnittliche Laufzeit von rund 4 Jahren.

Das Unternehmen teilte mit, dass die Nachfrage von Hyperscalern, Unternehmen, KI-Entwicklern und führenden Forschungslaboren die verfügbare und geplante Kapazität weiterhin übersteigt. IREN befinde sich bereits in Gesprächen mit Kunden für das gesamte Expansionsprogramm der Jahre 2026 und 2027.

Zum 30. Juni 2026 verfügte IREN über liquide Mittel in Höhe von rund 7,6 Mrd. $.

Mitgründer und Co-CEO Daniel Roberts erklärte, das Unternehmen habe seine selbst aufgebaute KI-Cloud-Kapazität von rund 3 MW auf 480 MW, die noch in diesem Jahr bereitgestellt werden, ausgebaut. Für 2027 werde eine Kapazität von 1,2 GW angestrebt
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