Focus Online:
Ausgangslage der Stichwahl: Berichtet, dass Flávio Bolsonaro nach seinem starken Abschneiden im ersten Durchgang als leicht favorisiert in das Duell geht. Das Lager Bolsonaros wertet das Ergebnis als klares Votum für einen politischen Wechsel und als Absage an die Politik der Arbeiterpartei (PT).
Zentrales Wahlkampfthema Kriminalität: Der Fokus liegt auf der Inneren Sicherheit. Während Flávio Bolsonaro nach dem Vorbild El Salvadors auf Härte, Masseninhaftierungen und den massiven Ausbau von Gefängnisplätzen setzt, verfolgt Lula den Ansatz, insbesondere Geldwäsche und Finanznetzwerke der organisierten Kriminalität zu zerschlagen.
Stern / t-online / ntv:
Rolle des Bolsonaro-Clans: Deutsche Beobachter heben hervor, wie die Familie Bolsonaro trotz der juristischen Sperre und Inhaftierung von Patriarch Jair Bolsonaro ihre politische Machtbasis konsolidieren konnte. Flávio Bolsonaro trat als politischer Erbe an und mobilisierte die konservative, evangelikale und agrarwirtschaftliche Wählerschaft geschlossen hinter sich.
Polarisierung und Abnutzung: Berichtet wird von einem stark polarisierten „Wahlkrimi“, der stark über gegenseitige Ablehnung und Vorwürfe bezüglich Korruption und Justizfehden geführt wird.
Manager Magazin / Wirtschaftsfokus:
Marktreaktionen und Investorensorgen: Aus wirtschaftlicher Perspektive wird das Kopf-an-Kopf-Rennen als Unsicherheitsfaktor für Schwellenländer-Anleger, den Real-Wechselkurs und die Leitindizes an der Börse von São Paulo gewertet.
Wirtschaftspolitische Gegensätze: Lulas Linie (stärkere Staatsinvestitionen, Ausbau von Sozialprogrammen, Fokus auf Klimaschutz und Regenwald) steht Bolsonaros wirtschaftsliberalem Kurs gegenüber, der Privatisierungen, die Streichung von Ministerien und strikte Haushaltsdisziplin verspricht.

