Der Texanische Gouverneur Greg Abbott hat am 3. August 2026 sämtliche Rechenzentrums-Projekte in der texanischen Anschluss-Warteschlange gestoppt.
In einem Brief an den PUC-Chef Thomas Gleeson (Public Utility Commission – die texanische Aufsichtsbehörde für Strom- und Wasserversorger) und ERCOT-CEO Pablo Vegas (Electric Reliability Council of Texas – der Betreiber des texanischen Stromnetzes) hat Abbott angewiesen, jedes Rechenzentrum im Anschlussverfahren umfassend zu prüfen. Bis dieser Audit abgeschlossen ist, wird kein neues Projekt genehmigt.
Anlass ist die unglaubliche Größe der Anschluss-Warteliste:
Auf dieser stehen inzwischen über 1.800 Projekte mit mehr als 474 Gigawatt Gesamtleistung, mehr als das Fünffache des bisherigen texanischen Spitzenstromverbrauchs.
Rund 90 % der Anträge entfallen dabei auf Rechenzentren.
Wer die Prüfung passieren will, muss künftig Förderungen und Steuervorteile, Strom- und Wasserverbrauch, die geplante Stromquelle, die Eigentümerstruktur sowie Auswirkungen auf die Gemeinde offenlegen. Nicht betroffen sind reine „Behind the meter"-Projekte, die ihren Strom vor Ort selbst erzeugen und gar nicht erst über ERCOT anschließen.
Was könnte das für Neoclouds bedeuten?
Der entscheidende Punkt ist, dass bestehende, bereits genehmigte Kapazität unangetastet bleibt – blockiert wird nur das künftige Wachstum.
Bernstein sieht $CIFR (+6,79 %) , $CLSK (+3,94 %) und $CORZ (+1,27 %) als am stärksten gefährdet, da deren kurzfristige Expansion an neuen texanischen Netzanschlüssen hängt.
$RIOT (-1,96 %) , $IREN (-2,93 %) und $WULF (+5,53 %) gelten als relative Profiteure, da diese bereits genehmigte Netzanschlüsse verfügen.
Auch $CRWV (-1,56 %)-Anschlüsse könnten laut Bernstein von Verzögerungen betroffen sein.
Aus meiner Sicht ist das die Chance: Wenn Genehmigungen knapper werden, steigt der Wert dessen, was schon genehmigt ist.
Insgesamt kann es so gesehen werden, dass die Genehmigungen für künftige Netzanschlüsse schwieriger werden und sich die Prozesse langwieriger gestalten. Folglich wird es auch einige Absagen geben, was für einige Neocloud-Anbieter ein großes Risiko darstellen kann. Unternehmensbewertungen, die auf einer 2027/28-Pipeline aufbauen, verlieren so an Planbarkeit – und Verzögerungen kosten bei fremdfinanzierten Bauprojekten Geld, unabhängig davon, ob am Ende genehmigt wird.
Konkret weitergehen dürfte es am 20. August: Dann will ERCOT bei der PUC eine Verlängerung der Fristen für das Verfahren beantragen, also für die erste Genehmigungsrunde, deren Ergebnisse eigentlich schon am 7. August vorliegen sollten. Eine Frist, bis wann die Prüfung abgeschlossen sein muss, gibt es bislang nicht – entscheidend wird daher sein, ob die Behörde dabei einen Zeitplan nennt oder das Verfahren offen lässt.
Quellen:
www.theblock.co/post/410545/bernstein-texas-data-center-audit

