Der gute @Tenbagger2024 hat ein seinem Beitrag Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen Man weiß nie was man kriegt einen gemeinsamen Dividendenvortrag gewünscht. Da das praktisch schwer umsetzbar ist, fange ich mal mit meinen Zahlen aus dem März an und ergänze einen kleinen Bericht wie das erste Quartal gelaufen ist. Folgend dann noch einige weitere Einblicke in mein Anlagevorgehen.
Im März gab es in Summe bei 7 Ausschüttungen € 2.345,17 brutto an Dividenden. Der Monat liegt somit im Durchschnitt was mein reines Dividendenaktiendepot regelmäßig abwirft. Die stärksten Zahler könnt ihr auf der Tafel in obigem Bild finden, dazu hat noch mein EM-Dividenden-ETF ausgeschüttet.
Meine zeitgewichtete Rendite lag im März gemäß GQ-Rewind bei minus 0,09% und somit irgendwo im nirgendwo des Durchschnitts. Soweit so gut.
Das erste Quartal ist geprägt vom Krieg im Iran und hatte auch vorher schon einige Turbulenzen zu bieten. Unter diesem Gesichtspunkt bin ich mehr als zufrieden, dass mein Depot YTD 9,52% Kursgewinne erzielen konnte. Diese YTD-Zahlen sind einschließlich bis 02.04.2026.
Für die Gesamtperformance für den Benchmark habe ich YTD bis 31.03.2026, 12:00 Uhr genommen. Und hier liege ich mit 14,37% klar vorne und schlage entsprechende Indizes deutlich wie ihr folgendem Bild entnehmen könnt.
Somit fiel es mir unter vorgenannten Umständen in den letzten Monaten relativ leicht mit den Marktschwankungen umzugehen. Aber auch auf längere Sicht muss ich meine Gesamtperformance nicht verstecken. Für 1 Jahr und 3 Jahre liege ich ebenso vorne, erst bei 5-Jahres-Betrachtung muss ich mich knapp dem Nasdaq 100 geschlagen geben, alle anderen liegen zurück.
Und da sind wir beim für mich entscheidenden Punkt. Meine Anlagestrategie. Ich kann in so ziemlich allen Marktphasen ruhig schlafen ohne in operative Hektik verfallen zu müssen, habe eben besonders den psychologischen Vorteil durch den relativ planbaren Cashflow der kommt auch wenn die Kurse fallen.
Hier gehe ich damit ausführlicher auf den Beitrag von @Tenbagger2024
Wer die Wahl hat hat die Qual ein.
Damit wir uns nicht falsch verstehen, mein Ansatz ist ganz bestimmt nicht der Heilige Gral für entspanntes Investieren, sondern rein meiner persönlichen Lebenssituation geschuldet. Wenn ihr jung seid und noch über einen Anlagehorizont von 20 oder 30 Jahren verfügt, dann habt ihr mit Wachstumsaktien oder ETFs deutlich mehr Chancen für einen stabilen Vermögensaufbau. Die Kursschwankungen müsst ihr aber auch aushalten. Vielleicht findet ja trotzdem der eine oder andere eine Idee, etwas Risiko aus dem Portfolio zu nehmen und in turbulenten Phasen etwas ruhiger zu bleiben.
Wie bin ich aktuell Stand Anfang 04/2026 positioniert? Mein Kapital liegt momentan zu 35% in Aktien, 25% in teilweise Anleihen und größtenteils Fix-Kupon-Zertifikaten und 40% Cash.
Cash ist schnell beschrieben, ein Viertel in Festgelder, der Rest Tagesgeldhopping mit aktuell 3,25% BBVA, 3,4% Consorsbank und 3,35% Advanziabank, Konditionen beim Tagesgeld fest bis Ende des Halbjahres. Danach geht die Suche weiter. Außer der Consorsbank zahlen die beiden anderen die Zinsen monatlich aus. Ebenso bekomme ich beim Festgeld regelmäßig jeden Monat die Zinsen ausgezahlt über Ford Money. Planbarer Cashflow Monat für Monat zum Preis, dass du ständig irgendwelche Konten eröffnen und schließen musst. Aber allemal besser als bei den meisten Hausbanken oder Neo-Brokern.
Ich habe noch alte Bundesanleihen mit mehr als 6% Kupon und der Rest definiert sich über Expresszertifikate mit Fixkupon. Die Anleihen schütten jeweils einmal im Jahr aus, eine gleich zu Anfang Januar. Dies hat den positiven Nebeneffekt, dass mein Freibetrag sofort voll ausgeschöpft ist und ich bei allen US-Dividenden die Quellensteuerproblematik nicht mehr habe. Die Expresszertifikate beziehen sich allesamt auf Aktien, die ich nicht aktiv im Depot habe. Sie zahlen wie der Name schon verrät einen fixen Zins. Dieser wird quartalsweise ausgezahlt und liegt je nach Zertifikat zwischen 8% und 11,7% p.a. Laufzeiten sind meist 18 bis 30 Monate vorgesehen. Egal was die Börsen machen oder wie die einzelnen Aktien laufen, der Cashflow kommt. Klingt erstmal toll, ist es auch während der Laufzeit. Das Risiko liegt zum Schluss, am finalen Bewertungstag. Dort sollte der Basiswert nicht unter der entsprechenden Barriere liegen. Diese beträgt meist 40 bis 50% unter dem Kurs am Festlegungstag. Das bedingt natürlich eine entsprechende Bewertung und Auswahl bei den Basiswerten. Ich halte zur Zeit Zertifikate auf Renk, Hensoldt, Vonovia, BMW, LVMH, Nvidia, Infineon und Heidelberg Materials. Neue Emissionen, die ich für Anfang April gezeichnet habe sind Banco Santander, MTU und Rheinmetall. Das als Überblick in was ich quasi indirekt investiere.
Die aktuelle Zusammenstellung meiner 25Titel im Depot könnt ihr dem Portfolio in meinem Profil entnehmen. Grundsätzlich investiere ich in die jeweiligen Aktien zwischen 1% und max. 2% meines Gesamtkapitals, ich gewichte entsprechend über den Einkauf. Der Einkaufskurs bestimmt auch meine Gesamtdividendenrendite. Gemessen zu meinem jetzigen Investitionen erziele ich mit den in 2026 bereits gezahlten und erwarteten Dividenden eine Rendite von brutto 8,90% auf das eingesetzte Kapital. Die unterschiedlichen Gewichtungen in meinem Portfolio resultieren demnach aus den unterschiedlichen Kursgewinnen. Meine momentan größte Position, $BATS (-0,79 %) , beinhaltet aktuell über 50% Kursgewinne und ist voll investiert. Dividendenrendite gemessen am Buy In deutlich über 8% brutto p.a. Voll investiert zur Zeit bin ich nur in 2 Titel. Meist kaufe ich in 3 oder 4 Tranchen über mehrere Monate verteilt in den unterschiedlichen Marktphasen. Ich wähle meine Aktien keinesfalls nach einem Buy and Hold forever Prinzip aus. Geht bei High Yield gar nicht. Ich muss ständig gerade die „engen“ Positionen genau im Blick haben. Hohe Dividenden sind nicht immer ein gutes Zeichen und können auch schnell mal gekürzt werden. Sollte sich ein negativer Trend grundsätzlich als nachhaltig erweisen, wird umstrukturiert. Die Gewichtung wird reduziert und es kommt aus dem gleichen Sektor zu diesem Anteil ein weiterer Wert ins Portfolio, oder der Wert fliegt komplett raus. Meine Buy and Hold a While Devise....
Mein Portfolio ist deutlich in EU / GB übergewichtet mit rund 60%, 25% entfallen auf die USA, der Rest Lateinamerika und Asien. Innerhalb Europas am meisten vertreten neben GB sind D, NO, DK, A, NL, BE und Schweden. Basisverbrauchsgüter – hier eindeutig eine starke Tabakwarendominanz – und Finanzdienstleistungen sind die größten Sektoren, gefolgt von Werkstoffen, Energie, Gesundheitswesen, Kommunikation und Industrie.
Oberste Zielstellung ist der Kapitalerhalt bei entsprechendem Cashflow. Aus diesem Grund freue ich mich über Kursgewinne, der Abstand zur Verlustzone vergrößert sich entsprechend und ich lasse laufen ohne den Wert regelmäßig zu bewerten. Solange sich bei der Ertragslage keine gravierenden Änderungen einstellen oder gar die Dividenden gekürzt werden, laufen diese Titel am Rande des Radars. Für den Rest, oder bei neuen Titeln, setzte ich einen knappen SL um vor Verlustrisiken halbwegs geschützt zu sein und beobachte die Entwicklung intensiver.
Und natürlich juckt es manchmal in den Fingern. Dafür habe ich mir limitiert ein Budget von maximal 5% meines Gesamtkapitals zugestanden um kurzfristige Trades zu realisieren. Diese laufen in einem gesondertem Depot. Hier finden sich Titel, die natürlich keine Dividenden zahlen, aus den Bereichen BioTech, Informationstechnologie oder Rohstoffe. Das verhindert um mit ggfs. zu großem Einsatz auf dumme Gedanken zu kommen.
Ergänzend halte ich seit ein paar Jahren noch etwas physisches Gold um mich am Glanz zu erfreuen 😉
Da ich mit KI noch etwas auf dem Kriegsfuß stehe, ist das hier eine rustikale Zusammenstellung meiner Ziele und Ergebnisse. Man möge mir das verzeihen. Sollten Fragen allgemein oder auch in der Tiefe zu einzelnen Punkten sein, gerne dazu in den Kommentaren.
Ich wünsche uns allen eine erfolgreiche neue Börsenwoche!

