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GTAA – Der Weg zum optimalen Modell (Teil 2)

Liebe Quins,


im Anschluss an meine kleine Einführung in GTAA (Global Tactical Asset Allocation) (Link 1) gab es einige Fragen zum Erstellen des eigenen Modells. Daher habe ich mir eine Weile Gedanken gemacht, wie ich diesen Prozess am besten allgemeinverständlich und trotzdem spannend erklären kann. Hier das Ergebnis. Viel Spaß!


1.  Schritt: GAA – Global Asset Allocation        

2. Schritt: GTAA 1 – GAA mit Dual Momentum         

3. Schritt: GTAA 2 – GTAA mit Assetdifferenzierung 

4. Schritt: GTAA 3 – GTAA mit Faktor

5. Schritt: GTAA 4 – Optimiertes GTAA         

6. Bonus: GTAA Max

7.  Fazit   

8. Links  


1.     Schritt: GAA – Global Asset Allocation


                          i.    Auswahl der Assets


Die erste Frage beim Aufbau eines Global Asset Allocation – Portfolios lautet: Welche Assetklassen gibt es und in welche lässt sich per ETFs investieren? Dazu genügt zunächst ganz einfach ein Blick in die Kategorien einer ETF-Suche auf einem guten ETF-Portal (Link 1). Diese zeigt die üblichen Verdächtigen: Aktien, Anleihen, Rohstoffe, Geldmarkt, Immobilien, Crypto.


Hier suchen wir für jede Assetklasse einen günstigen ETF, der möglichst die gesamte Klasse abdeckt. Crypto bleibt außen vor (Sorry, liebe Cryptofans, aber die Entschädigung folgt am Ende, versprochen!). Das heißt:

Aktien: All-World ETF;

Anleihen: Aggregate Bond ETF;

Rohstoffe: All Commodity Index ETF;

Immobilien: Global Reit ETF;

Geldmarkt: Tagesgeld


                         ii.    Backtest


Wie hat sich dieses Weltportfolio im Vergleich mit B&H All-World-ETF in den letzten 20 Jahren geschlagen? Für den Backtest-Vergleich nutzen wir das mächtige Tool „Portfoliovisualizer“ (Link 2).


Leider gibt es ein paar Einschränkungen: Handelbare All-World-ETFs gibt es erst ca. 10 Jahre, einen All-Commodity-ETF gibt es im Tool auch nur seit 2008. Entsprechend muss man ähnliche oder gleichgelagerte Assets fürs Backtesting finden. In unserem Fall sind es:

SPY (S&P500 für All-World-ETF)

LSGBX (Intl. Bonds für Aggregate Bond ETF)

^GOLD (Goldindex für Rohstoffe);

VGSIX (REITs-ETF für Immobilien).


Gewichtet man die Assets in GAA analog zum ARERO Weltfonds mit 50-35-15-10 und vergleicht das Portfolio sowohl mit dem S&P500 als auch mit dem klassischen 50-30-20 Weltportfolio, dann wurde aus 10000$ in der Zeit 2001-2022 folgendes (Link 3 – bitte selbst eintragen zur Nachprüfung!)


Ergebnisse      (Portfolio, Endbetrag, Jahresrendite, Maximaler Drawdown)

S&P500:          $44,046           6.97%      -50.80%          

Weltportfolio: $39,215           6.41%            -55.93%          


GAA:            
 $47,394          7.33%            -34.62%


Im Vergleich zum S&P500 ist das klassische Weltportfolio in jeder Hinsicht etwas schlechter: weniger Rendite bei mehr Risiko. Das GAA-Portfolio ist in jeder Hinsicht etwas besser.

Zum Weiterdenken: Im Sparplan kehrt sich die Reihenfolge um (gern ausprobieren!). Eine andere Gewichtung der Assets hat z.T. auch spürbare Auswirkungen auf die Performance.


2.    Schritt: GTAA 1 – GAA mit Dual Momentum


                          i.    Auswahl der Strategie


Nachdem die Asset Allocation steht, stellt sich die Frage, mit welcher leicht nachvollziehbaren und wartungsarmen Strategie man das Risiko senken und die Chancen erhöhen könnte. Zwei klassische Kandidaten: 200-Tage-Strategie und Dual Momentum.


Die 200-Tage-Strategie hat folgende, maximal simple Regel: Halte ein Asset, wenn es zum Monatswechsel über dem 200-Tage-Durchschnitt notiert, andernfalls halte Cash.

Dual Momentum hat folgende zwei Regeln. 1: Addiere am letzten Tag des Monats für jedes Asset die jeweilige Rendite von 1,3,6,12 Monaten und ordne sie der Reihe nach. Regel 2: Sofern das stärkste Asset über dem Momentum von Cash notiert, investiere das komplette Kapital in dieses Asset. Andernfalls halte Cash.


                         ii.    Backtest


Wenden wir die beiden Timing-Strategien, GD200 und Dual Momentum, auf GAA an und vergleichen sie untereinander und mit B&H S&P500 (Link 4).


Ergebnisse      (Portfolio, Endbetrag, Jahresrendite, Maximaler Drawdown)

S&P500          $44,046           6.97%            -50.80%

GAA              $47,143           7.30%            -33.60%


GD200            $44,293           6.92%            -12.70%          


GTAA1          
$86,959           10.33%            -29.06%


Das GD200-Modell hat ungefähr dieselbe Rendite wie B&H S&P500, aber bei dramatisch gesenktem Risiko (Renditereihenfolge wichtig für die sichere Entnahmerate in der Rente!). Das GAA-Dual Momentum Modell hat ein mittleres Risiko bei deutlich gestiegener Performance.

Zum Weiterdenken: Andere Durchschnitte (z.B. 100d) oder Momentumperioden (z.B. 1,6 Monate) verändern die Performance z.T. erheblich. Es gibt eine Reihe anderer, einfacher und komplexer Modelle auf Monatsbasis (Geberts Börsenindikator).


3.    Schritt: GTAA 2 – GTAA mit Assetdifferenzierung


                          i.    Erweiterung der Assets


Lässt sich die Rendite steigern, wenn Dual Momentum das stärkste Asset nicht nur zwischen verschiedenen Assetklassen, sondern auch innerhalb dieser zwischen verschiedenen Märkten auswählt? Folgende klassische Differenzierung der Assetklassen nehmen wir an:  

Aktienmarkt: USA, EU, EM (SPY VEURX VEIEX)

Anleihen: US Treasuries, Welt-Bonds (VBMFX ESICX)

Sachwerte: Gold, Immobilien (VGSIX ^GOLD)


                         ii.    Backtest


Wenden wir nun Dual Momentum auf die neue, differenzierte GAA an.

Ergebnisse      (Portfolio, Endbetrag, Jahresrendite, Maximaler Drawdown)


S&P500      $44,046         6.97%             -50.80%

GAA              $47,143           7.30%             -33.60%

GTAA1          $86,959        10.33%           -29.06%


GTAA2         $102,498      11.16%            -30.37%


Die Aufsplittung der Assetklassen in Regionen führt zu einem weiteren Renditeanstieg bei nahezu gleichem Risiko.

Zum Weiterdenken: Verschiedene Zeitperioden haben unterschiedliche durchschnittliche Performance. Das GAA Modell zeigt vor allem in schwierigen Markphasen seine volle Stärke, z.B. 2001-2009.


4.    Schritt: GTAA 3 – GTAA mit Faktor


                          i.    Optimierung der Assets


Lassen sich vielleicht die klassischen Faktorprämien (Growth, Small Cap) für eine weitere Differenzierung in unkorrelierte Assetklassen nutzen, damit Dual Momentum seine Stärken noch besser zeigen kann?


Hier ist viel Recherchearbeit nötig. 1. sind nicht alle Faktoren im Tool bis 2001 testbar. 2. sind nicht alle testbaren Assets in Deutschland oder beim eigenen Broker als ETF handelbar. 3. Ändert sich das Angebot ständig. Man muss also vergleichen, Kompromisse schließen, weitersuchen.


Folgende handelbare Faktoren habe ich gefunden, die wenig korrelieren:

US-Large-Growth: Nasdaq100 (QQQ)

EU-Small: EU Small Caps (PRIDX)

EM-Small: EM Small Caps (DEMSX)

US-Bonds: 30y Treasuries (VUSTX)

Welt-Bonds: Global Bonds (LSGBX)

Sachwerte: Gold (^GOLD), Immobilien (VGSIX)


                         ii.    Backtest:


Ergebnisse      (Portfolio, Endbetrag, Jahresrendite, Maximaler Drawdown)

S&P500      $44,046           6.97%             -50.80%

GAA              $47,143            7.30%             -33.60%

GTAA1           $86,959           10.33%           -29.06%

GTAA2           $102,498         11.16%           -30.37%


GTAA3          
$117,392         11.85%           -29.16%


Die Performance steigert sich weiter, ohne eine Erhöhung des Risikos. Das Modell kommt bereits fast auf eine Ver-12-fachung des Kapitals 2001-2022. Aber es geht noch mehr!

Zum Weiterdenken: Die Märkte lassen sich noch in weitere Faktoren aufteilen, z.B. Value, Momentum oder in Kombinationen davon, z.B. EU Small Cap Value. Oder in Regionen: Japan, Frontier Markets. Es gibt ETFs für fast(!) alles.


5.    Schritt: GTAA 4 – Optimiertes GTAA


                          i.    Optimierung des Modells


Lässt sich die Performance weiter steigern und gleichzeitig das Risiko senken? Hier ist wieder viel Recherchearbeit nötig, um 1. nachvollziehbare Stellschrauben zu finden und 2. die optimale Anwendung. Folgende Optimierungen habe ich bisher gefunden.


Zur Erhöhung der Rendite: 1. Konzentration des Modells auf die besten Assets. Diejenigen Assets, die die Gesamtrendite senken, fliegen raus. 2. Nicht nur Konzentration auf ein Top-Momentum-Asset, sondern auch auf zwei oder drei. Die stärkste Kombination bleibt.

Zur Verringerung des Risikos: 1. Anwendung der GD200-Strategie. 2. Verteilung des Risikos auf Top 2 oder 3. Der geringste Drawdown bleibt.


                         ii.    Backtest


GTAA4/1: GTAA3 mit GD200

GTAA4/2: GTAA3 ohne REITs mit GD200 und Top2


Ergebnisse      (Portfolio, Endbetrag, Jahresrendite, Maximaler Drawdown)

S&P500:         $44,046         6.97%             -50.80%

GAA:              $47,143            7.30%             -33.60%

GTAA1           $86,959            10.33%           -29.06%

GTAA2           $102,498          11.16%            -30.37%

GTAA3:          $117,392          11.85%            -29.16%

GTAA4/1       $218,607         15.05%           -18.96%


GTAA4/2      $260,531         
15.97%           -14.39%


Das optimierte Faktor-GTAA zeigt eine deutliche Zunahme an Rendite bei gleichzeitig deutlichem Rückgang des Risikos. Im Vergleich konnte das optimierte GTAA-Modell das anfängliche Kapital ver-26-fachen, gegenüber der Ver-4,4-fachung von B&H S&P500 (siehe Chart).

Zum Weiterdenken: Was ist das optimale GTAA-Modell – mit der höchsten Rendite bei geringstem Risiko? Lassen sich die Werte auch auf den Euroraum übertragen? Wie lässt sich die Wahrscheinlichkeit schätzen, ob die Perfomance auch in Zukunft erwartbar ist?


6.    Bonus: GTAA Max


                          i.    Auswahl von Top-Assets


Nun der Bonus für alle Renditefans! Wie weit lässt sich GTAA ausreizen, ohne das Risiko zu stark zu erhöhen? Folgende Bedingungen gibt es dabei: 1. Alles, was in Deutschland als ETFs handelbar ist, ist erlaubt. 2. Alle Durchschnitte und Momentum-Perioden sind erlaubt. 2. Keine Kreditaufnahme.


Folgende ETFs kommen dafür in Frage:

ETF auf 3-fach gehebelten Nasdaq100

ETF auf Bitcoin (Ja, liebe Bitcoiner, nyknyc! Es gilt aber obige Bedingung und man darf auch seinen Lieblingsexchange nutzen.)


                         ii.    Backtest:


Assets: TQQQ PRIDX VUSTX ^BTC (Zeitperiode 1/2015-3/2023)

Ergebnisse      (Portfolio, Endbetrag, Jahresrendite, Maximaler Drawdown)

GTAA5 Top 2: $358,174        54.30%           -32.36%


GTAA5 Top 3: $128,297       36.25%           -19.79%


GTAA5 Top 4: $79,330         28.54%           -14.60%


7.    Fazit


Welches das optimale GTAA-Modell ist, muss jeder für sich entscheiden: manch einer will eher Rendite, der andere eher Sicherheit, der dritte eine gute Kombination. GTAA bietet für jeden etwas! Aber das individuell passende GTAA-Modell zur Umsetzung mit ETFs zu finden, ist keine leichte Aufgabe. GTAA ist ein Prozess! Vielleicht hat ja jetzt der oder die eine oder andere Lust bekommen, selbst oder gemeinsam auf GTAA-Erkundungstour zu gehen? Teilt gern Eure Erkenntnisse und Gedanken!


PS.: Ja, ich setze die GTAA-Strategie mit meinem eigenen Geld um, weil mich die Logik dahinter und die Backtestergebnisse überzeugen. Ich baue sie langsam anhand von zwei Modellen auf, einem defensiven und einem offensiven. Im Rahmen der technischen Möglichkeiten auf GQ versuche ich, sie beide so gut es geht abzubilden. Schaut einfach vorbei, wenn es euch interessiert (Folgen und Entfolgen geht immer).


8.    Links

Link 1: https://getqu.in/HTC7DCSKVZ8H/gj9PsZf4V2/

Link 2: ETF-Suche: https://de.extraetf.com/etf-search

Link 3: https://www.portfoliovisualizer.com/

Link 4: https://www.portfoliovisualizer.com/backtest-portfolio

Link 5: https://www.portfoliovisualizer.com/test-market-timing-model?timingModel=6


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109 Kommentare

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Also erstmal vielen Dank für diesen Beitrag. Darauf habe ich in den vergangenen Tagen gewartet.

Muss definitiv nochmal ein Danke an dich ausrichten, wir haben ja in den vergangen Tagen doch schon so viel geschrieben. Jedes Mal wenn ich nen neuen Kommentar geschrieben habe, ist sogar die App jedes Mal abgestürzt.

Ich habe ja persönlich generell noch nicht so extrem viel Ahnung, aber du konntest mir schon echt viel Input liefern, dafür nochmal danke.

In diesem Sinne glaube ich auch das ich noch nicht das komplette System übernehmen möchte. Ich habe für mich entschieden erstmal den Fokus auf GTAA mit Assetdifferenzierung.

Dahin hab ich bereits schon ein paar wenige mir angeschaut.
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Top 3 lohnt sich erst ab so 8-9 Assets oder bei hochvolatilen Assets. Bei 5-7 Assets max Top 2, bei 3 Assets Top1.

Die Spreadanalyse findest du auf extraetf unter Analyse bei den ETFs und iXLM.
"wenn Geld reinfließt..." = Ich sehe GTAA als ein Folgen der internationalen Kapitalströme. Wenn sich EM als attraktiv erweisen,braucht das Kapital eine Weile,um dorthin zu fließen 1. Insider, 2. Institutionelle, 3. Fonds 4. Privatanleger - in der Reihenfolge. Bei EM SC ist es nicht einfach reinzukommen, dh. es dauert. Das kann man als kleiner Fisch mit GTAA nutzen.

Die Dauer der Investments wird in Portfoliovisualizer unter Timing Periods angezeigt.
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Frage für mein Verständnis: Was bedeutet im Schritt 2 Regel 2? Wie kann man über dem Momentum von Cash sein?

Und kann man allgemein die Reihenfolge der Regeln selbst festlegen oder folgt das einer festen Reihenfolge?

Allgemein zum Thema, da mich das richtig angefixt hat 😌:
Wenn ich das richtig interpretiere kann ich bei Anwendung dieser Strategie zum jedem Asset jeden ETF wählen den ich möchte? Oder gibt es hier Kriterien außer das er günstig sein soll und nicht korrelieren sollte? Gerade bei Anleihen werden ja zig Laufzeiten unterschieden. Wobei ich das (hoffentlich richtig) als weitere „Diversifizierung“ nach der regionalen Diversifizierung sehe…

Und wie sollte idealerweise die Asset-Gewichtung sein? Mir würde zum „Üben“ folgendes vorschweben:

Aktien (All World) 45%
Anleihen (Aggregate Bond) 30%
Rohstoff (Gold) 10%
Immobilien (Reit) 10%
Krypto (Bitcoin) 5%

Cash (Verzinstes Verrechungskonto/Geldmarkt ETF)

Fragen über Fragen, aber wer nicht fragt bleib dumm 🤷🏼‍♂️😅
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Danke erstmal für die tollen Beiträge, folgende Fragen stellen sich mir noch:

- In Schritt fünf wird das Risiko auf die “Top 2 oder 3” verteilt. Was genau bedeutet das? Nach welchen Kriterien werden diese dann gewichtet? Und sollte das die Gesamtperformance nicht verschlechtern? Schließlich haben diese beiden Assets eine schlechtere Performance, plus man tätigt mehr Trades

- Sowohl im Wikifolio als auch in deinen Updates sind neben dem Nasdaq100 nur BTC und Gold als Assets enthalten. Hast du die restlichen Assets nur weggelassen, um fürs 3x gehebelte Portfolio die Rendite zu maximieren oder hat das einen tieferen Grund?

-> Welchen Korb an Assets fährst du mit deinem Haupt-GTAA-Portfolio, sofern du eines hast? Will natürlich auch selbst daran forschen und backtesten, finde aber keine Tutorials zur TAA bei Portfolio Visualizer (komme nie auf die gleichen Ergebnisse wie hier im Post)
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6Mon.
@Simon_n Da hast du ja einen alten Klassiker herausgekramt aus meinen Zeiten des regen Modellbaus. Sehr gut! 😅

Zu deinen Fragen:
- "Top 2 oder 3" bedeutet, dass man die 2 oder 3 Assets mit der höchsten Momentumsumme der definierten Momentumreihe ins Depot holt. Die Gewichtung kann linear steigend, fallend oder gleich sein. Ich bevorzuge die Gleichgewichtung, weil das den Depotumsatz deutlich reduziert. Die Gesamtperformance leidet nicht darunter, weil der negative Einfluss des Mean Reversion nach 1Monat geringer wird. Sprich, die Assets haben etwas Zeit, sich zu entfalten und müssen nicht immer im letzten Monat ganz oben im Momentum gewesen sein. Der Depotumschlag wird dadurch auch geringer.

- Im Wikifolio und meinem Depot ist stets nur die aktuelle Allokation der Top3 Mom Werte enthalten. Die anderen sind in der Warteschlange.

- Ich fahre mittlerweile nur noch 2 GTAA-Modelle, das 3xGTAA und ein (defensives) ungehebeltes über meinen pRV-Mantel. Bei letzterem habe ich versucht, aus den 200 verfügbaren ETFs ein halbswegs performantes Modell zu basteln. Leider hat mylife nicht alles, z. B. keine GoldETF (muss ich GoldminenaktienETF nehmen).

- Dass du nie auf dieselben Ergebnisse wie in meinen Backtests kommst, liegt wahrscheinlich daran, dass du anderen Momentumreihen und andere Zeiträume genommen hast. Auf die genauen Zahlen kommt es auch gar nicht so sehr an. Hauptsache die Richtung stimmt: konstante Rendite bei deutlich reduziertem Risiko.
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@Epi Ja, habe vor selbst entweder eine SPYTIPS oder GTAA Variante selbst auszuprobieren, und damit das nicht schief geht muss/will ich auch alles mögliche Wissen dazu haben (auch wenn mir nach dem zurückscrollen in den Beiträgen die Finger wehgetan haben)

Dass die anderen Assets die es nicht in die Top 3 geschafft haben einfach nicht sichtbar sind weil sie in der Wartschlange stehen macht natürlich Sinn.
Interessant aber auch, dass die anderen, erstmal schwächeren Assets in den Top 3 sich dann noch entfalten können und damit die Rendite nicht leidet.
Ich versuche auch gerade die „perfekte“ Variante zu finden, inklusive Cooldowns, SMAs etc wie es auch ein anderer User für SPYTIPS versucht. (Nutzt du in deiner Variante auch einen GD, oder hast du noch eine andere Methode gefunden um starke Drawbacks durch ungünstiges Timing zu verringern?)
Fürchte aber dass das mit Portfolio Visualizer allein nicht geht, Pinescript in TradingView wird auch schnell kostspielig. Die Alternative ist wohl Python. Hast du alle deine backtests nur mit Portfolio Visualizer gemacht? Und warum der WisdomTree statt Euwax II? Sorry für die ganzen Fragen 😁
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6Mon.
@Simon_n Kein Problem.
Ist vielleicht doch eine gute Idee, eine Website mit all meinen Beiträgen geordnet einzurichten und einen Link dahin zu setzen.🤷

Ein grundsätzliches Problem bei Momentummodellen ist das Overfitting und das Phänomen, dass Modelle regelmäßig und systematisch bei ihrer Peak Performance gefunden werden. Deshalb versuche ich die Sache stets so einfach und robust wie möglich zu halten.
Die Cooldownvariante von Spytips ist schon cool 😏, aber ich finde sie noch etwas zu kompliziert. Systematisch habe ich aber nichts einzuwenden.
Ich versuche, starke Drawdowns nicht nur durch Modelloptimierung, sondern auch durch Strategiediversifikation zu vermeiden. Hat im März gut funktioniert.
Einen Backtestbot kann dir im Bedarfsfall auch eine gute KI bauen. Musst nur wissen, was du willst und es der KI erzählen.

Du meinst mit Wisdomtree den 3x Lev. Gold ETC? Nun, EuwaxII ist ungehebelt. Deshalb.
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@Epi Alles klar, danke für die Antworten! Verfolge weiterhin interessiert die Updates
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Stark, VIELEN DANK! Langsam werd ich echt überzeugt… 😊
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1Mon.
@Klein-Anleger Geht mir genauso. 😁
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@Epi
Hi Epi, erstmal nochmal Danke, dass du hier sowas vorstellst. Bestimmt hast du dich mit der ein oder anderen Frage beschäftigt, die ich mir gerade stelle:
- Gibt es ein handelbares Modell auf GTAA 5, Top 2? Ein Wikifolio gibt es da glaube ich nicht, oder? Und warum ignoriert die Finanzbranche ein solches Modell? Rendite Risiko Verhältnis sehen für mich sehr attraktiv ist.
- Hast du vllt mal probiert GTAA 5, nur Top 1 Asset zu nehmen, dürfte das nicht eine noch deutlichere Outperformance von jenseits der 50% p.A. Ergeben? Als Ergänzung vielleicht dafür aber auch schon unter der 100 Tage Linie auszusteigen, bzw ein anderes Asset zu nehmen was noch über der 100 Tage Linie handelt? Dadurch ließe sich das Risiko evtl in Grenzen halten und die Rendite trotzdem erhöhen. Ich würde gerne Backtests dazu zu machen, verstehe das Tool aber noch nicht zu 100% 🙈 kommt bald bestimmt.
- Vllt könnte man auch den Einstieg erst durchführen, wenn das stärkste Asset über der 200 Tage Linie ist und den Ausstieg bereits bei der 100 Tage Linie durchführen? Ließe sich dadurch der max DD nicht noch weiter senken?
- Könnte man vllt unter dem Aspekt der Steurersparnis einen Trading212 Pie nehmen und ihn wie ein Wikifolio steuern um die Kosten für das Zertifikat zu sparen? Oder werden da die Steuern ebenfalls sofort abgezogen, wenn man ein Asset verkauft? Durch den Zinseszinseffekt würden auf Dauer auch 1% kosten deutlich durchschlagen. Eine Frage für die Leute die Trading212 nutzen @Hotte1909 @Multibagger
Und noch ein paar Fragen werden sich sicher ergeben, aber langsam gehe ich davon aus, dass ich mich damit nochmal ausführlich beschäftigen sollte…
LG und vielen Dank 👍
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1Mon.
Zu deinen Fragen:
1. a. Klar, gibt es handelbare GTAA5Top2 Modelle. Eins fahre ich in meiner Rentenversicherung. Läuft ganz gut. 😁
b. Ein Wikifolio gibt es dazu nicht. @randomdude will aber in Kürze eins rausbringen, das auch ein GTAA5 Top2 enthält.
c. Ich habe lange über die Frage nachgedacht, warum die Finanzbranche GTAA ignoriert. Die Antwort findest du in meinem MomentumArtikel: GTAA widerspricht dem geltenden Paradigma der Finanzmarktwissenschaft. Die Grundannahmen der Finanzwissenschaftler wiederum hängen m. E. mit ihrer Psychologie zusammen: der tiefe Wunsch, die komplexe Welt rein rational zu fassen. GTAA geht da einen integrativen Ansatz, der die emotionale Seite der Märkte akzeptiert und mit ihnen produktiv umgeht. Sowas geht gar nicht für die Finanzwissenschaftler! 😅

2. a. GTAA5 Top1 habe ich natürlich probiert, und es gibt auch Modelle, die im Backtest gut aussehen. Aber letztlich ist das Risiko durch die Konzentration auf ein Asset deutlich erhöht. Die Vola steigt, das Sharpe Ratio sinkt. Allein aus Diversifikationsgründen würde ich auf mind. 2 gehaltene Assetklassen setzen. Allerdings: 2xSpytips lässt sich als ein solches Top1 verstehen, allerdings mit Tips als weiteren Anker.
b. Für ungehebelte GTAA-Modelle ist 20%pa Rendite die Grenze. Mehr habe ich nie geschafft zu modellieren.
c. Man kann die SMA modifizieren. Selten ist eine Abweichung von den StandardSMAs wirklich nützlich. Der Grund ist, dass jede Senkung des Risikos zugleich das Wipsawing erhöht und damit die Rendite wieder senkt.

3. Ausstieg und Einstieg bei unterschiedlichen SMAs führt zu widersprüchlichen Signalen, keine gute Idee.

4. a. Die Pies bei Trading212 kenne ich nicht, auch nicht ihre steuerliche Behandlung. Ich mag die Einfachheit und Transparenz bei Wikifolio, trotz der höheren Kosten.
b. Wenn es um die Kosten für das Wikifolio geht, würde ich pragmatisch herangehen: solange eine eigene Umsetzung beim Broker günstiger ist, kann man die fahren. Sobald sie steuerlich ungünstiger wird, kann man zum Wikifolio wechseln. Meiner Erfahrung nach dürfte das recht zügig der Fall sein.

Viel Spaß beim Eintauchen in die Welt von GTAA!
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@Klein-Anleger ja auch im Pie Modell werden Steuer direkt fällig sobald etwas umgeschichtet wird.
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@Klein-Anleger Nach meinem Verständnis bilden die Pies bei Trading 212 keinen Steuermantel. Es scheint sich lediglich um eine bestimmte Art der Darstellung deiner Assets verbunden mit den Autoinvest-/Rebalancing-Funktionen zu handeln. Damit Gewinnerlöse keine Steuerzahlungen auslösen, müssten Pies einer gesetzlichen Regelung unterliegen oder ein eigenes Wertpapier darstellen (= Derivat). Beides ist offensichtlich nicht der Fall.
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@Epi Danke für deine Antworten!

1.a. Wie genau ist das handelbar? Wo kann ich das finden? Im Internet wurde mir fast ausschließlich das Spiel GTA5 gezeigt. Google denkt ich kann nicht schreiben 😂 Sind die anderen Strategien auch handelbar, die du aufgeführt hast?

1.b. @randomdude halte uns bitte auf dem Laufenden 👍 Finde ich spannend!

2.a. Sicherlich müsste man auch dort zu Hebel ETFs greifen, um die Performance nochmal zu erhöhen. Das hatte ich auch so gemeint. Mich würde halt interessieren, ob man bei GTAA5 TOP1 durch evtl weitere Sicherheitsmechanismen, wie
1. wöchentliche Überprüfung, ob man immer noch über der festgelegten Tage Linie tendiert, aber um den Aufwand niedrig zu halten, nicht überprüfen, ob es immer noch das stärkste Asset ist
2. Statt die 200, die 100 oder 50 Tage Linie nehmen, als Stop Loss
3. (Vllt sogar eine Kombination wie, erst ein Asset 3 fach zu Hebeln, wenn es über der 50 Tage Linie tendiert, ansonsten einfach oder 2 X gehebelt)
das Risiko trotzdem nicht ausufern lassen könnte…
(Gibt es noch irgendein Parameter, mit dem man das Risiko senken könnte?)
Wie hoch wäre denn der max DD wenn man das wie den GTAA5 Top 2 laufen lassen würde? Ich schätze irgendwas Richtung 60-70%?

2.b. Mit 2XSpytips habe ich mich noch nicht beschäftigt, muss erstmal das verdauen, was ich heute alles gelesen habe. Aber werde ich noch machen, versprochen ✌️

4a. Dann ist Wikifolio wohl doch die beste Wahl. Ich werde es vorerst auf TR ausprobieren, weil ich durch meine niedrige Depotgröße die ersten Trades durch den Freibetrag abdecken könnte…

Hast du eigentlich einen Beitrag, wo du beschreibst, wie genau du ja zu GTAA3 gekommen bist, bzw welche Ergebnisse du in den Backtests erzielt hast? Oder sind das im groben und Ganzen schon die finalen Parameter für das Wiki, die du hier in dem Beitrag beschrieben hattest?

Und weißt du welches Tool auch für Dummies wie mich geeignet ist 😜 Ich verstehe irgendwie nicht ganz, wo ich bei diesem Portfolio-Visualisierer einzelne Parameter wie 200 SMA Linie etc einstellen kann. Spaß beiseite: Werde mal versuchen mich in den nächsten Wochen da reinzufuchsen… Sorry dass ich dich hier mit Fragen vollwerden, finde es nur mega spannend gerade…

Dankeschön 😊
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@Epi so, habe heute auch mal endlich Zeit gefunden, den Beitrag zu der anderen Strategie zu lesen, 2XSpytips. Finde ich an sich sehr schlüssig, aber die Rendite ist für mich nicht so ansprechend.
Werde mich jetzt eher darauf konzentrieren wie ich GTAA für mich persönlich optimieren kann…
Könntest du mir vielleicht noch sagen, wo das Modell handelbar war? Du hattest ja geschrieben, dass du es für deine Rentenversicherung hast…

Und auch noch eine allerletzte Frage, wo man nicht allzu kompliziert backtests machen kann…

Auf jeden Fall danke für deine ausführliche Beschreibungen hier auf getquin, stand jetzt sieht es für mich aus, als könnte das nen GameChanger sein, weil ich damit vielleicht das Geld für meine Altersvorsorge anlegen könnte. Ohne dabei Stunden für Aktienanalysen zu investieren… 😊
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1Mon.
@Klein-Anleger 18%pa mit geringer Marktkorrelation nicht ansprechend? Na, du bist mir ja einer! 😅

Mehr wirst du mit ungehebeltem GTAA auch nicht rausholen.

Was meinst du mit "Modell handelbar"? Wenn du ein Modell gebaut hast, dann suchst du einen Anbieter, bei dem du das umsetzen, dh. handeln kannst. Ich setze halt mein 1xGTAA Modell steuerfrei im Versicherungsmantel um. Ein fertiges Produkt ist das natürlich nicht. Da musst du schon selbst ran.

Backtests kannst du unkompliziert über Portfoliovisualizer machen.

Und ja, GTAA ist ein Gamechanger für die Altersvorsorge. Aber für die finanzielle Freiheit muss man mE. noch eine Abstraktionsstufe höher gehen und verschiedene, unkorrelierte Strategien fahren. Dann hat man eine gute Wahrscheinlichkeit, tatsächlich auf die konstanten >1,5%pM zu kommen, ohne viel Zeit dafür aufzuwenden. Und DAS ist der wahre Gamechanger, der heilige Gral der Finanzanlage. Aber psst 🤫.
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@Epi Danke dir für die Rückmeldung 👍😊
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@Epi so, habe mich heute mal ein bisschen rein gearbeitet in das Programm. Das Renditemaximum was ich im Backtest mit 30,46% Max DD erreicht habe, waren 86,27% Rendite p A seit 2012. Habe TQQQ PRIDX VUSTX CASHX VFISX GLD und ^BTC, Bitcoin könnte das Ergebnis verfälschen, denke ich. Ich konnte aber nicht die Strategien kombinieren, Dual Momentum mit Moving Average for Asset beispielsweise um eine SMA 200 Linie als Sicherung einzufügen. ChatGPT konnte mir da irgendwie auch nicht weiterhelfen 😏 könntest du mir das bitte verraten 😬

Danke dir im Vorraus 🙈😊🤝
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Anmerkungen/Fragen:
Wenn man den Zeitraum auf 1995-2022 streckt, sieht das schon ganz anders aus im Vergleich zu der Performance vom S&P500, da dein Vergleich im Bild ja in einer Abschwungphase von Aktien startet.

Wieso hast du denn deine BTC verkauft?

Wie sieht der Spread bei den EM Small Caps aus? Lohnt es sich, den höheren Spread zB im Vergleich zu EM IMI in Kauf zu nehmen?

Man muss beachten, dass man höhere Spread- und Handelskosten hat, je mehr GTAA zwischen den Assets hin und herwechselt. Das wird ja nicht in den Backtests mit einbezogen. Sprich: so simpel/wenig Assets wie möglich. Zusätzlich stellt sich mir hier die Frage einer Pufferposition, falls ein gerade gehaltenes Asset nur eine Position unter die Haltegrenze rutscht.

Vieles der eben genannten Punkte gilt sicherlich nicht für deinen Rentenmantel, kostet zwar etwas p.a. und man ist etwas eingeschränkt, daher diese Fragen vor allem bezüglich deiner offensiven Variante.
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@theflyingsquirrel Ja, du hast natürlich Recht, dass der Vergleich ab 1995 anders aussieht. Ganz anders aber nicht. Ich habe mich aus zwei Gründen für 2001 entschieden. 1. Ich sehe die aktuelle Situation ganz ähnlich zu 2001: Langer Bullenmarkt voraus, US Large Tech massiv bewertet, Zinserhöhungen. Da möchte ich wissen, wie das Modell diese Phase meistert. Den Vergleich mit einer Boomphase hat man analog 2015-2021. Da sieht man, dass GTAA ein wenig hinterher hinkt, aber nicht viel. Entscheidend am GTAA finde ich die Outperformance in schwierigen Börsenjahren. Das war auch der Grund, warum ich angefangen habe, mit GTAA zu beschäftigen. 2. Ganz pragmatisch: das Tool gibt mir Nasdaq100 nur bis 2001 aus.
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@theflyingsquirrel Danke für den Hinweis auf den Spread des EM SC! Neben der Handelbarkeit und den TER ist das natürlich ein wichtiger Punkt, den ich noch stärker einbeziehen müsste. Bei meinem sind es ca. 70 Basispunkte, dh 0,7%.

Relevant bei der Einschätzung wäre wohl die durchschnittliche Haltedauer und Performance. Wenn man beim Kauf von EM SC 0,7% verliert und der durchschnittliche Gewinn ist 1%, dann bringt das gar nichts. Wenn der Gewinn beim EM SC aber 10% bei 5 Monate Haltedauer ist und beim EM IMI 5%,dann könnte es sich lohnen. Muss ich mal recherchieren.
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@theflyingsquirrel Die Handelshäufigkeit ist natürlich ein Punkt. Aber sie hängt nicht 1:1 von der Menge Assets ab. Eher sind es der SMA und die gewählten Momentumperioden. Mit ca. 4 Signalen pro Jahr hält sich das auch in Grenzen, denke ich. Man kann natürlich die Signalmenge auch weiter reduzieren, z. B. alle 2 Monate eins, aber das geht zulasten der Performance.

Wenn man GTAA mit mehr Assets fährt, hat man auch eine höhere Wahrscheinlichkeit, eines zu erwischen, dass alle anderen outperformt. Hat man nur ganz wenige (3),dann könnten die Signale ständig zwischen zwei mittelmäßigen hin und her wechseln.

Die Idee mit der Pufferposition ist natürlich nicht neu. Hatte ich auch schon überlegt, gerade, wenn das AssetUniversum etwas größer ist. Leider habe ich das nicht backtesten können und ich fürchte, dass das Modell dadurch nicht wirklich besser wird.

Aber im Grundsatz gebe ich dir recht. Wenn man die Wahl zwischen zwei ähnlich guten Modell hat, dann sollte man das mit weniger Signalen nehmen.

Zu BTC: ich habe die Position nicht vollständig aufgelöst, sondern auf ca. 20% reduziert. Ich habe festgestellt, dass ich mich mit dieser Größe bei dieser Vola wohler fühle. Dh solange das Kaufsignal aktiv ist, bespare ich BTC jeden Monat.
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@Epi Interessant mit dem Vergleich der jetzigen Situation zu 2000. Was mir noch wichtig wäre zu sagen: Je mehr Assets man in der Momentumauswahl drin hat, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass zwei Assets etwas stärker korrelieren, diese dann relativ gleich laufen und dann die Signale wenns ganz blöd läuft zwischen denen jeden Monat hin und her pendelt. Da würde ich halt einfach vorsichtig sein bei der Auswahl: Für mich wichtige Parameter bei der Auswahl: Top1-3 auswählen je nach Depotvolumen; Assets mit wenig Korrelation, da ist EMU SC gut aufgestellt finde ich und man hat den SC Faktor drin; Assets mit klaren Trends wählen; Währungen bei den einzelnen Assets aussuchen, dabei meist in €; so simpel wie möglich und so komplex wie nötig wegen Spreadkosten usw.; immer die Spreads bei den Assets beachten und abwägen, da finde ich Xetra Gold zB auch besser als Euwax 2; ich bin eher pro Pufferposition, da es das ganze simpler macht und etwas Trägheit ins System bringt, dadurch leidet natürlich das Momentum aber könnte auch Fehlsignale reduzieren im Gegenzug, die geringeren Kosten durch das wenigere Wechseln kann man ja gegen eine geringere Performance gegenrechnen, Röhl hat in seinem semigut recherchierten Video auch erwähnt, dass die Pufferposition kaum Performance kostet und es sich deshalb lohnt, woher er das Wissen haben soll keine Ahnung, aber wollt ich dich nur wissen lassen.
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@Epi da bin ich mal gespannt, was du in Bezug auf den EM SC rausfindest, ich sehe mir auch mal den Spread vom dem neuen EM SC ESG ETF an, vllt ist da ja der Spread geringer. Ich würde mich übrigens mal freuen, wenn du doch mal deine 2 Strategien komplett erläutern könntest, da ich merke, dass ich in eine gleiche Richtung tendiere, dann können wir darüber debattieren und beide unsere individuellen Stellschrauben daran anpassen.
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@Epi nicht einfach das ganze Thema, aber es kommt immer mehr Licht ins Dunkle. Bzgl BTC: habe mich nur gewundert, da in deinem gq Profil BTC nicht angezeigt wird.
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@theflyingsquirrel BTC wird nicht angezeigt? Ich habe dort zwei Konten laufen, TR und mylife. TR müsste BTC anzeigen. Bei mir tut es das
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@theflyingsquirrel Ich gebe dir recht, je mehr Assets, desto höher die Korrelationswahrscheinlichkeit. Deshalb ja auch: mehr ist nicht unbedingt besser. Wenn ich die Assets teste, dann ist es bei mir auch ein mehrfaches Expandieren und Konzentrieren der Assets. Beim TR-GTAA bin ich jetzt bei 6 Assets plus BTC. 3x Aktien, 2x Anleihen, 1x Rohstoffe. Alles gering korreliert.

Ich habe auch schon überlegt, wie man das Pendeln jeden Monat vermeiden könnte. Da das meist in trendlosen Phasen passiert, könnte man evtl. einen Trendindikator hinzu ziehen. Andererseits kann man diese Phasen auch einfach aussitzen und stur handeln. Sie dauern selten länger als 3-6 Monate. Die Pufferposition lohnt sich evtl. ab Top3 und bei einem großen Assetkorb. Bei der Minivariante US Tech, EU Small, US Treasuries Top 1 geht das nicht gut.
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@theflyingsquirrel Über extraetf kann man sich die Spreads anschauen. Die sind bei den EM SC tatsächlich am höchsten, so 0,6%. Vielleicht kann man ja sagen, dass dann bei allen Momentumzahlen dieser Spread einberechnet werden muss? Jedenfalls habe ich das mal mit dem EM IMI verglichen und der EM SC ist auch dann deutlich besser im System, wenn man bei jedem Signal 0,6% abzieht. Wenn Geld in die EM SCs fließt, dann ordentlich, die Trends dauern und sind stabil. Insofern kann man die Kosten vertreten.

Im Gesamtdepot komme ich auf einen durchschnittlichen Spread von ca. 0,15%. Macht bei 5 Signalen pro Jahr max 0,75% Performanceeinbuße. Finde ich vertretbar, wenn das Modell 15% bringen kann.

Gern können wir mal unsere Strategien im Detail besprechen, gern auch mit @randomdude. Ungern aber hier im öffentlichen Raum. Ideen?
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@Epi tatsächlich bei mir nein, es steht auch auf deiner Profilseite, dass du gerade 2 Positionen hältst.
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Hey, ich muss dir, so leid es mir tut, nochmal mit zwei Fragen auf die Nerven gehen 😄:

1. Im ersten Schritt werden die Assets analog zum ARERO Weltfonds mit 50-35-15-10 gewichtet. Ist diese Aufteilung mit Summe 110% gewollt oder ist das lediglich ein Tippfehler (und es ist 50-25-15-10 gemeint)? Das Detail ist für nachfolgende Tests natürlich entscheidend

2. In Schritt 5 i wird zur Verringerung des Risikos wieder die GD200 angewandt, zusätzlich zur Dual Momentum Strategie. Ist dieser Aspekt aber nicht schon abgedeckt? Dual Momentum prüft ja sowohl auf relatives über die Summe der Momentumreihe, als auch absolutes Momentum, das meines Wissens nach meist auch mit einem z.B. 200er SMA geprüft wird. Bedeutet, notiert das Asset am Monatsende unter dem SMA, hat es negatives absolutes Momentum und fliegt deshalb hier schon raus.
Oder wurde das absolute Momentum hier in den vorherigen Tests einfach noch nicht beachtet, nur das relative?

Die Fragen sind natürlich keine Kritik, sondern einfach für ein vollständiges Verständnis wichtig. Ich plane, mit Python z.B Cooldown-Perioden etc. einzubauen, und evtl. stoße ich ja noch auf weitere möglichst unkorrelierte Assets (mit Faktoren etc), die das grundsätzliche Ziel von GTAA weiter erfüllen. Brauchbare Ergebnisse werde ich hier auf getquin teilen 🚀
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5Mon.
@Simon_n Oje, der Beitrag ist nun schon über zwei Jahre alt. Seitdem hat offenbar meine frühzeitige Demenz eingesetzt... Aber gut: Zu 1. Die Gewichtung der Assetklassen im ARERO ist: 60% Aktien (davon 10% Japan), 25% Anleihen und 15% Rohstoffe. Aber das würde ich mittlerweile nicht mehr für eine gute Idee halten. Die Gewichtung von Anleihen ist zu hoch und nur sinnvoll in einem Regime fallender Zinsen. Das ist nach 10 Jahren Nullzinsen vorbei. Heute würde ich anders gewichten, mehr Gold, auch BTC und evtl. ein paar TIPS. Zu 2: Die Strategie wird noch einmal erklärt, das heißt, der GD200 ist Bestandteil der DM-Strategie. Aber ein Asset hat nicht unbedingt ein negatives Momentum, wenn es unter GD200 rutscht. Es kommt auf die Definition von Momentum an. Meist wird der aktuelle Preis relativ zu bestimmten Zeiten der Vergangenheit (vor 3 Monaten, 6 und/oder 12). ermittelt. Wenn der Kurs tiefer als vor 6 Monaten steht, ist dieser Momentumwert negativ. Kann ja sein, dass der Kurs trotzdem über oder unter GD200 steht. Generell würde ich aber sagen, dass ich GTAA heute wohl etwas anders und einfacher erklären würde. Auch sehen meine Modelle mittlerweile deutlich anders aus, auch wenn das Grundprinzip geblieben ist. Zur Zeit interessiert mich auch eher das Zusammenspiel verschiedener Strategien: Wie hoch muss ich GTAA im Portfolio gewichten, um das beste Chance-Risiko-Profil zu erhalten? Kontinuierlich jeden Monat 1,5-2% Rendite ist mein Traumziel. Bisher klappt es ganz gut. Also: Dran bleiben! Es lohnt sich!
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@Epi Alles klar, Vielen Dank! Dann kann ich mich auch mal ans backtesting wagen; Die 2xSPYTIPS Variante mit Cooldown halte ich schon für sehr ausgereift, die werde ich sehr bald implementieren.
Das selbe Level an Optimierung versuche ich jetzt auch für GTAA zu finden, selbst wenn ich zum Resultat komme, dass weitere Stellschrauben es nicht mehr verbessern (umso besser 😉). Also Strategiediversifikation ist auch etwas wo ich noch dran bin! 🚀
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