Welche Positionen sollte ich weiter ausbauen oder verkaufen soll, die Crypto Positionen waren blind buys ohne Ahnung zu haben. Mein „Plan“ wäre, mit Sparplänen meine Position in $IWDA (-1,83 %)
$DAX und $MEUD (-1,6 %) zu vergrößern. Ist es eine gute Idee TR zu löschen und dem Portfolio Zeit zu geben? Ich bin erst seit 4 Monaten dabei und lerne noch jeden Tag dazu. Würde mich über Antworten freuen.
Diskussion über MEUD
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48Kann mir wer Tipps geben
Gold umschichten
Momentan befinden wir uns in einer unsicheren politischen und wirtschaftlichen Phase, weshalb viele Investoren momentan in Gold investieren. Deswegen verkaufe ich nun ein Teil meines Goldbestandes $DE000EWG0LD1 (-0,78 %) und werde es breit diversifiziert im Aktienmarkt ($IWDA (-1,83 %) , $MEUD (-1,6 %) , $EIMI) (-0,01 %) anlegen.
Was ist eure Meinung zu der Idee?
Goldteilverkauf zum Rebalancen? Warum nicht? Goldverkauf um bei einem ansonsten roten Depot auch mal ein gutes Gefühl zu bekommen? Eher nicht.
Stoxx 600 vs. S&P 500 2025
EZB – Zinssenkung um 25 Basispunkte auf 2,5 %. „Die Geldpolitik wird spürbar weniger restriktiv.“ – Lagarde.
BoE – Die Zinsen werden voraussichtlich bis Jahresende um weitere 75 Basispunkte auf 3,5 % sinken.
Die Fed – Zinssenkungen sind ungewiss, da ein Tarifchaos über der US-Wirtschaft droht. Möglicherweise wird es dieses Jahr keine Senkungen geben.
Werden europäische Aktien dieses Jahr die US-Aktien insgesamt übertreffen? Sie tun es bereits seit Jahresbeginn. Das wäre eine beachtliche Leist.

That’s me! 🙋🏽♂️
Hallo zusammen,
mein Name ist Antonio, ich bin fast 27 Jahre alt und komme aus Bremen. Derzeit arbeite ich als Zugchef bei der Deutschen Bahn. Wer den Job kennt, weiß: Chaos ist hier fast garantiert. Wenn ein Zug pünktlich ist, fragt sich jeder, was falsch läuft. Verspätungen, Streiks, unvorhersehbare Ereignisse – man gewöhnt sich daran, dass nichts so läuft, wie man es erwartet. Und genau so habe ich mich auch an der Börse gefühlt: Ständig hinter den Hypes her, immer auf der Suche nach schnellen Gewinnen, und am Ende wusste ich nie, ob der Zug überhaupt noch auf den richtigen Gleisen fährt. Ich habe genauso viel Chaos an den Märkten erlebt wie in meinem Arbeitsalltag – aber zum Glück habe ich daraus gelernt und bin jetzt auf der Suche nach einem Neuanfang, bei dem alles etwas geordneter und planbarer läuft.
In der Vergangenheit habe ich viele Fehler an der Börse gemacht. Und das nicht zu wenig – leider. Wie wohl viele von euch, hatte ich die Vorstellung, dass die Börse ein schnelles Geld bringt. Ich ließ mich von Hypes, Trends und dem Wunsch nach sofortigen Ergebnissen leiten. Es ging mir nicht darum, langfristig zu investieren oder mir eine solide Grundlage für die Zukunft zu schaffen, sondern immer nur um den schnellen Gewinn. Hebelprodukte, KO-Scheine – alles war dabei. Es fühlte sich an wie ein Casino, in dem der Verlust meist der einzige „Gewinn“ war. Und so kam es, wie es kommen musste: Ich verlor nicht nur Geld, sondern auch das Vertrauen in meine eigenen Entscheidungen und die Märkte.
Doch heute, im Jahr 2025, habe ich erkannt, dass es Zeit für einen Neuanfang ist. Ich habe aus meinen Fehlern gelernt. Es war ein langer Weg, und ich habe viel darüber nachgedacht, warum ich so schnell den Weg des schnellen Geldes gesucht habe, statt geduldig zu investieren und auf langfristige Erfolge zu setzen. Ich habe die Lektionen gelernt, die ich brauchte, um ein besserer Investor zu werden. Geduld, Diversifikation und eine langfristige Perspektive sind nun meine Grundsätze. Ich möchte etwas Greifbares schaffen, nicht nur ein Depot voller Zahlen, sondern auch eine solide, langfristige Strategie, die mir hilft, mein Vermögen kontinuierlich aufzubauen.
Mein Portfolio: Ein solides Fundament
Das Portfolio, das ich mir nun aufgebaut habe, ist eine Mischung aus verschiedenen Anlageklassen und Asset-Klassen. Mein Ziel ist es, breit zu diversifizieren und keine potenziellen Wachstumschancen zu verpassen, während ich gleichzeitig das Risiko über verschiedene Sektoren und Regionen streue. Hier ist ein Überblick, wie meine Anlagestrategie aussieht:
ETFs (1000 €/Monat)
Ich habe mich bewusst für eine breite Streuung entschieden und in verschiedene geografische Regionen und Märkte investiert. Diese Diversifikation soll sicherstellen, dass mein Kapital von den Märkten profitiert, die in den nächsten Jahrzehnten das größte Potenzial haben.
• IE00BMTX1Y45 ( $I500) (-2,47 %)
• LU0908500753 ( $MEUD (-1,6 %) )
• IE00BYXVGY31 ( $FUSA (-1,35 %) )
• IE00BD1F4M44 ( $IUVF (-0,67 %) )
• IE00BKM4GZ66 ( $EIMI (-0,01 %) )
• LU1681041973 ( $CD9 (-0,14 %) )
• LU0486851024 ( $D5BL (-0,82 %) )
• IE00BYQCZN58 ( $DXJZ (-3,25 %) )
• IE00BF4RFH31 ( $WSML (-2,79 %) )
• IE00BG0SKF03 ( $5MVL (-0,06 %) )
• IE00B652H904 ( $SEDY (+0,43 %) )
• LU2089238385 ( $PRAJ (-2,8 %) )
• DE000A0H0744 ( $EXXW (-2,49 %) )
• IE00BFXR5W90 ( $LGAG (-2,26 %) )
• LU0779800910 ( $XCHA (-2,52 %) )
• HANetf Future of Defence UCITS ETF ($ASWC (-1,84 %) )
So viele ETFs? Hat der noch alle Latten am Zaun?!
Manch einer wird sich beim Blick auf meine ETF-Liste genau das denken. Und ja, ich gebe zu: Das Portfolio ist ziemlich breit aufgestellt -vielleicht für einige zu breit. Aber genau da ist mein Ziel. Ich will nicht die eine Branche oder die eine Region erwischen, die durch die Decke geht. Ich will alles haben! Wenn irgendwo auf der Welt ein Markt explodiert, dann will ich dabei sein. Sei es durch Large Caps, Small Caps, Growth, Value, Technologie oder Schwellenländer mein Ansatz ist es, keine potenziellen Chancen zu verpassen und gleichzeitig nicht alles auf eine Karte zu setzen. Manche nennen es Overdiversifikation, ich nenne es meinen persönlichen „All-World-Ansatz“
Die Idee hinter der Auswahl dieser ETFs ist, dass ich mich auf globale Märkte und Wachstumsregionen konzentrieren möchte, ohne dabei auf wichtige Sektoren wie Technologie, Gesundheit und Energie zu verzichten. Die USA (mit über 55% meines Portfolios) bleiben aufgrund ihrer wirtschaftlichen Bedeutung und Innovationskraft der zentrale Bestandteil. Gleichzeitig setze ich auch auf Europa, Asien, China und Schwellenländer, die zunehmend zu den Wachstumsmärkten der Zukunft zählen. Small-Caps haben für mich ebenfalls eine Schlüsselrolle, da sie häufig das Potenzial haben, schneller zu wachsen und Chancen bieten, die von den großen Institutionen oft übersehen werden.
Kryptowährungen (100 €/Monat in Bitcoin ( $BTC (-3,09 %) ) 50 €/Monat in Ethereum ($ETH) (-4,3 %)
Ich investiere auch in Bitcoin und Ethereum, da ich von der Zukunft dieser digitalen Währungen überzeugt bin. Auch wenn die Volatilität hoch ist, sehe ich das langfristige Potenzial dieser Technologien. Für mich ist es eine Möglichkeit, an der Entwicklung einer neuen Finanzwelt teilzuhaben.
Gold (50 €/Monat EUWAX Gold ($DE000EWG0LD1 (-0,78 %) )
In unsicheren Zeiten habe ich für mich erkannt, wie wichtig es ist, auch konservative Vermögenswerte wie Gold zu haben. Durch die letzten Jahre von Inflation und wirtschaftlichen Schwankungen habe ich festgestellt, dass Gold gerade in Krisenzeiten stabilisierend wirken kann.
Einzeltitel – Meine Dividendenstrategie
Ich habe auch einige Einzeltitel ausgewählt, die mir nicht nur Sicherheit, sondern auch regelmäßige Einkünfte durch Dividenden bieten sollen. Der Grund dafür ist einfach: Ich brauche etwas Greifbares, etwas Sichtbares. Es ist nicht nur die Freude am Wachstum des Portfolios, sondern auch die Dividende, die mir das Gefühl gibt, aktiv an den Unternehmen teilzuhaben und von deren Erfolg zu profitieren.
• 3M Co ($MMM (-2,96 %) )
• Allianz ($ALV (+0,3 %) )
• BioNTech ($BNTX (-2,63 %) )
• Booking Holdings( $BKNG (-4,68 %) )
• Coca-Cola ($KO (-1,93 %) )
• LVMH ($MC (-3,14 %) )
• MSCI Inc ($MSCI (-4,17 %) )
• NextEra Energy($NEE (-2,44 %) )
• Philip Morris ($PM (-1,79 %) )
• Realty Income($O (-1,37 %) )
Gerade BioNTech, als ein Unternehmen, das nicht nur während der Pandemie, sondern auch darüber hinaus ein vielversprechendes Potenzial hat, ist für mich ein langfristiger Gewinner. Ebenso NextEra Energy, das im Bereich erneuerbare Energien eine Schlüsselrolle spielt, und Booking Holdings, das vom globalen Tourismustrend profitieren sollte. Diese Unternehmen zahlen nicht nur Dividenden, sondern zeigen auch, dass man mit einer langfristigen Perspektive vom Erfolg eines Unternehmens profitieren kann.
Pensionsfonds
Zusätzlich investiere ich durch meinen Arbeitgeber in den DEVK Pensionsfonds (DE000A2PT1X3) $DE000A2PT1X3 . Dieser Fonds hat für mich aufgrund der großzügigen Beiträge meines Arbeitgebers und der soliden Rendite eine besondere Bedeutung. Auch wenn die Kosten etwas höher sind, ist er für mich eine langfristige Ergänzung zu meiner Strategie.
Warum dieses Portfolio?
Ich habe mein Portfolio so aufgebaut, weil ich an das Potenzial der langfristigen globalen Diversifikation glaube. Anstatt mich auf kurzfristige Gewinne zu stürzen, setze ich auf die kontinuierliche Wertsteigerung über viele Jahre hinweg. Ich möchte die richtigen Unternehmen unterstützen, von zukunftsträchtigen Märkten profitieren und gleichzeitig eine regelmäßige Einkommensquelle durch Dividenden haben.
Es geht mir nicht mehr um das schnelle Geld. Ich habe gelernt, dass der wahre Erfolg im Vermögensaufbau in der Geduld liegt. Und darum geht es: Ich möchte eine solide Grundlage für die Zukunft schaffen – für mich, für meine Rente und vielleicht für ein Haus in ein paar Jahren.
Was denkt ihr?
Ich freue mich sehr, von euch zu hören. Was haltet ihr von meiner Strategie? Seht ihr Bereiche, in denen ich noch mehr diversifizieren könnte? Fehlen bestimmte Anlageklassen oder ETFs in meinem Portfolio, die für mich sinnvoll wären? Ich bin sehr gespannt auf eure Meinungen und Ratschläge.
Danke, dass ihr euch die Zeit genommen habt, meine Geschichte und Strategie zu lesen! Ich freue mich auf eure Rückmeldungen.
Beste Grüße,
Antonio
Zunächst zu den Einzeltiteln: kann man machen. Persönlich hab ich mich davon verabschiedet, da meine Auswahl an Einzeltiteln mich eher ausgebremst hat. Aber ich kann das Bedürfnis nach Kontrolle verstehen.
Krypto und Gold: why not. Meine Gewichtung ist kleiner, hängt aber von der pers. Risikoaffinität ab.
Zu den ETFs:
Zunächst die Darstellungsweise: Bitte prozentuale Gewichtung mit angegeben. Dann kann man besser bewerten was du tust. Es wäre auch schön gewesen, wenn ich nicht jeden hätte anklicken müssen, um zu sehen, was dahinter steckt.
Zur Diversifikation, hast du es vielleicht etwas übertrieben. Während du je nach Gewichtung vermutlich solide diversifiziert bist, hat dein Ansatz aus meiner Sicht recht wenig Methode. Du bist durch den Supermarkt gelaufen, hast gesagt einmal alles bitte und 3 verschiedene Packungen Klopapier bekommen, Paprika und Spitzpaprika gekauft. Hier solltest du dir überlegen, ob du dein Ziel nicht einfacher mit nem MSCI World und nen Emerging Markets und Smallcaps Varianten erreicht hättest. Dann hast du ein paar Value und Dividend etfs, die wohl okay. Sind, wenn du tatsächlich nen Value Tilt im Sinn hattest. Dann solltest du aus meiner Sicht statt der dividend etfs Aber eher Value ETFs nehmen, da es diese auch Thesaurierend gibt. In keinem der Fälle bist du aber wirklich stärker diversifiziert, wenn du mehrere US big caps ETFs hast.
Europa ähnlich. Du hast den Stoxx Europe und MSCI Europe, nen Europe Imi und Europe Value hast (wenn ich das richtig gesehen habe)
Ggf könntest du das gleiche mit nem
MSCI World, MSCI World Value, MSCI World small caps bewirken. Bei Bedarf kannst du dann eine Region Übergewichten mit einem zusätzlichen ETF oder 2.
Ähnlich dürfte es bei EM sein.
Der Vorteil: mit EM und World dürftest du auf den Pacific verzichten können und hättest eine ähnliche Länderdiversifikation.
Erbe
Hallo Zusammen,
Ich habe vor kurzem einen 5 Stelligen Betrag geerbt und weiß nicht so richtig wohin damit.
Zu mir:
Ich bin 20 Jahre alt, studiere und habe seit 1,5 Jahren schon ein Depot bei Trade Republic, auf dem ich monatlich 250€ spare.
Dort habe ich einen Sparplan laufen auf:
Daneben habe ich bei Bitvavo noch eine kleine Bitcoin Position.
Mit dem Geld, dass ich geerbt würde ich gerne noch was für meine Altersvorsorge separat machen und habe nun überlegt, ein weiteres Depot bei meiner Hausbank zu eröffnen und diesen Betrag aufzuteilen, wobei ich das Depot bei der Hausbank, dann für die Altersvorsorge nutzen würde und den Betrag einfach in den $VWRL (-2,84 %) stecken würde.
Jetzt habe ich aber öfters etwas von einer privaten fondsgebundenen Rentenversicherung gehört, aber ich weiß nicht ob das so viel besser ist, als einfach nur das Depot zu eröffnen bei der Hausbank.
Wie würdet ihr das machen?
Habt ihr vielleicht Vorschläge?
Ich bin da echt unsicher, was ich machen soll.
Danke schon mal im Voraus! 🙂
Hol dir doch einfach einen zweiten online Broker, wenn du die Depots trennen möchtest.
US Anteil reduzieren
Liebe Community,
nach den Ereignissen der letzten Wochen habe ich beschlossen meinen USA zu reduzieren und mein etf-Portfolio breiter zu streuen.
Derzeit bespare ich den $CSPX (-2,45 %) und den $AVWS (-4,38 %) als Beimischung. Einzelne Aktien halte ich keine mehr.
Ebenso läuft ein Sparplan auf $BTC (-3,09 %) und bisschen Spielgeld in krypto.
Ich möchte den US Anteil gerne auf etwa das Niveau eines Welt etf bringen (70,%), daher frage ich mich was die klügste Herangehensweise ist.
Variante 1: Verkauf $CSPX (-2,45 %) und Kauf eines Welt etfs wie $VWCE (-1,59 %) oder $AVWC (-4,22 %)
Beim Verkauf meines s&p etfs würden natürlich Steuern fällig werden(dzt 25% Rendite). Ich lebe in Österreich falls das relevant ist.
Variante 2: den s&p behalten und und 1-2 etf dazu kaufen zB $MEUD (-1,6 %) und $XNKY (-2,41 %) und besparen. Hier könnte ich natürlich die Gewichtung ganz individuell planen, ist allerdings auch etwas aufwändiger punkto rebalancing.
Ich würde mich über ein paar Meinungen freuen, danke!
Du könntest auch in Gold. Silber. Damit die Gesamtgewichtung Aktienmarkt reduzieren. Komplett. Gold ist das neue Bitcoin oder so. Hat auch Risiken, ist im ATH. Aber was ja der Bitcoin auch.
Vorstellung und Überlegungen für 2025
Liebe community,
Seit knapp 2 Monaten bin ich nun Mitglied bei getquin und bin begeistert wie lebhaft die Diskussionen und Beiträge sind. Danke an alle, die sich die Zeit nehmen zu bestimmten Themen zu recherchieren und ihr Wissen zu teilen.
Ich möchte gerne die Möglichkeit nutzen mein Portfolio kurz vorzustellen und meine Überlegungen für 2025 teilen.
Ich verwalte nun seit 10 Jahren mein Geldanlagen selber. Angefangen mit ETFs bin ich 2017 in Cryptos eingestiegen (und nach der FTX Pleite und dem Terra Luna Crash wieder ausgestiegen). Und seit einigen Jahren handel ich auch Aktien und nun auch Sachwerte (Ich teste gerade Timeless) . Über die Jahre habe ich mein Portfolio erweitern können.
Aufgrund meiner familiären Pflichten liegt meine monatliche fixe Sparrate derzeit bei 500€. Monatliche Überschüsse parke ich auch dem Tagesgeldkonto und investiere sie wenn ich eine Gelegenheit sehe. Eine gewisse Cash-Quote brauche ich, da wir immer noch am Renovieren sind und daher einfach etwas Bargeld benötigen…
Mein Ziel ist es in 10 Jahren bei mindestens 500.000 € zu sein, so dass ich dann die bestehenden Darlehen auf unserem Haus ablösen kann. Somit müsste ich eine jährliche Rendite von 15% erwirtschaften...
Über die Zeit ist ein ziemlicher Mix von Aktien entstanden. Mein Credo war bisher, dass ich nicht mehr als 1000€ pro Aktie investiere (Ausnahmen gab es trotzdem) und einem Stopp-Loss bei 20% unter Einkaufspreis. Wann der beste Zeitpunkt eines Verkaufs ist, habe ich nicht festgelegt und weiss immer noch nicht welche Strategie hier die beste für mich ist. Daher würde ich mich eher als Hodler bezeichnen...
Nun zu meinen Plänen für 2025.
- Den fixen Wert pro Aktien von 1000€ werde ich kippen und auf 5000€ erhöhen.
- Stopp-Loss bleibt bestehen.
- Sparraten vorerst auf 500€ beibehalten.
- Anzahl der Aktien reduzieren
- Fokus auf Wachstum
Wie könnte ein Sparplan aussehen, den ich auch die nächsten Jahre fortführen würde?
Ein Punkt, der mich stört ist der hohe Anteil der USA Aktien in den Welt-ETFs (Klumpenrisiko) - auch wenn historisch betrachtet hier die meisten Rendite gemacht wurden...
Daher meine Überlegung:
- Besparen eines ETFs mit geringerem oder gar keinem USA Anteil (Aktuell im Portfolio habe ich $GERD (-2,3 %) , dort beträgt der USA Anteil nur 50% - leider mit TER 0.5% recht teuer; oder einen Neustart mit einem $EXUS (-1,28 %) ) (Anteil: 40 %)
- Besparen $MEUD (-1,6 %) (20 %), $FLXI (-0,41 %) (20%), $WSML (-2,79 %) (20%)
- S&P500 oder MSCI USA über die 2xSPYTIPS von @Epi zu regeln (über Einmalzahlungen)
- Ausserdem noch $BTC (-3,09 %) Sparplan von 40€ / Woche aus bestehenden USDC Beständen (LTC Verkäufe aus Dezember) Anmerkung: Cryptoportfolio in Getquin nicht komplett abbildbar da das EARN Binance Wallet nicht angezeigt wird.
Was meint ihr? Macht das Sinn?
Im nächsten Schritt überlege ich mich von Aktien zu trennen?
Von $OBDC (-3,48 %) würde ich mich wohl trennen, ggfs auch $CSCO (-4,04 %) . Fallen euch noch Aktien oder ETFs auf bei denen eine Verkauf sinnvoll wäre aufgrund geringer Wachstumsaussichten? Das freie Geld würde ich dann ich 3xGtaaa und Aktien wie $ASML (-2,96 %) , $NVDA (-1,87 %) stecken...
Insgesamt bin ich mir noch nicht sicher ob meine Strategie schon ganz rund ist. Habt ihr Idee, Anregungen, Anmerkungen? Für jeden Hinweis bin ich dankbar.
Danke und viele Grüße
Prognosen und Perspektiven 2024/2025: Chancen, Risiken und Trends 📈💸
Für mich war 2024 das bisher erfolgreichste Jahr, nicht nur weil ich meine Sparquote deutlich erhöht habe, sondern auch die Portfolio Performance erstmals deutlich abgehoben hat.
Im abgelaufenen Jahr habe ich zusätzlich wirtschaftliche und auch politische Themen bedeutend intensiver wahrgenommen, was wohl am täglichen Konsum diverser Podcasts auf dem Weg zur Arbeit liegt. Man fühlt sich zusätzlich in vielen Belangen, als aktiver Teilnehmer und Betroffener je älter man wird.
Ich fühle mich so nah am Marktgeschehen wie noch nie.. sobald ich mal einen Tag auslasse, habe ich das Gefühl abgehängt zu werden. Ob man das dann noch zu einem Gefühl fehlender Routine zählen kann, oder doch schon suchtartiges Verhalten zeigt, muss ich mal reflektieren. Die Nutzerfreundlichkeit von Getquin spielt hier sicherlich auch eine Rolle. 😅
Naja, nun zum Thema.
Nach einem erneuten Jahr mit außergewöhnlichen Marktrenditen und einer beeindruckenden Rallye stellt sich die Frage, was wir vom Jahr 2025 erwarten dürfen..
In diesem Beitrag fasse ich daher einige zentrale Erkenntnisse aus den aktuellen Veröffentlichungen von z.B. Goldman Sachs und BlackRock zusammen.
Die Inhalte habe ich thematisch gebündelt, mit zusätzlichen Quellen angereichert und durch eigene Kommentare ergänzt. Die Reports bieten eine, wie ich finde, gute Basis, um über Marktchancen nachzudenken, aktuelle Trends einzuordnen ohne dabei zu tief ins Detail zu gehen. Mir geben sie letztlich auch das Gefühl mit dem eigenen Portfolioansatz gut aufgestellt zu sein. Persönliche Einschätzungen, die ich einfließen lasse, verstehen sich selbstverständlich nicht als Anlageberatung.
Überblick der Themen:
1 . Einleitung: Optimismus und Marktrallye
2 . Ursachen der Renditen: Bewertungs- und Gewinnwachstum
3 . Bewertungen und künftige Renditen
4 . Marktkonzentration und globale Unterschiede
5 . Megatrends und ihre Auswirkungen
6 . Politische Einordnung und protektionistische Trends
7 . Wachsende Fragmentierung
8 . Anlageeinschätzungen für 2025
9 . Persönlicher Ansatz
tl;dr
Hoffentlich ist das tl;dr nicht zu tl;dr - die Kurzfassung ist heute auch etwas ausgedehnt in Stichpunkten.
Starke Marktrenditen seit Oktober 2023:
- MSCI World-Index: +40% seit Oktober 2023 (ca. +60% seit Tiefpunkt 2022).
- S&P 500: Einer der stärksten Anstiege seit 1928, stark von optimistischen Erwartungen über sinkende Inflation und Zinsen geprägt.
Treiber der Renditen in 2024:
- Ca. 50% der Renditen in USA, durch Bewertungssteigerungen.
- USA: S&P 500 mit hohem KGV (28,5 vs. 10-Jahres-Durchschnitt 22,7).
- Japan: Rendite fast ausschließlich durch Gewinne getrieben.
- Schwellenländer: Negative Bewertungsentwicklung, begrenztes Wachstum.
Regionale Unterschiede und Ausblick:
- USA dominieren den MSCI ACWI (65% Gewicht) mit starker Konzentration auf wenige Tech-Giganten („Magnificent 7“).
- Europa und China: Moderate Gewinne, weniger Bewertungszuwächse.
- 2025: Gewinnwachstum soll weltweit Haupttreiber sein, z. B. S&P 500 (+11% prognostizierte Rendite) und Japans TOPIX (+17% Wachstum).
Megatrends und KI-Investitionen:
- KI-getriebene Entwicklungen bleiben zentral (Rechenzentren, Chips, Infrastruktur).
- Investitionen in KI könnten bis 2030 rund 2% des US-BIP ausmachen -> 700 Mrd. USD.
- Produktivitätssteigerungen durch KI fördern sektorübergreifendes Wachstum.
Geopolitische und makroökonomische Einflüsse:
- Steigende Handelsbeschränkungen (Protektionismus), Verlagerung von Handelsrouten (z. B. Suezkanal).
- Politische Unsicherheiten in den USA (z. B. mögliche Deregulierung, Steuersenkungen unter Trump).
Anlageeinschätzungen:
- Übergewichtung: US- und japanische Aktien, besonders Technologie- und Gesundheitssektoren.
- Chancen in Schwellenländern wie Indien und Saudi-Arabien bei moderater Gewichtung.
Langfristige Veränderungen:
- Megatrends wie Digitalisierung, KI und alternde Gesellschaften prägen die Wirtschaft dauerhaft.
- Geopolitische Spannungen (USA vs. China) und Fragmentierung erschweren Prognosen, bieten aber auch Chancen.
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- 1 . Einleitung: Optimismus und Markterholung
Angetrieben durch den Optimismus im Bezug auf den Inflationshöhepunkt und die Aussicht auf einen „Fed-Pivot“ begann der Aufschwung bereits im Oktober 2023. Seitdem hat der MSCI-World Index (vgl. bsp. $IWDA (-1,83 %) ) allein um die 40% zugelegt (und rund 60% seit dem Tiefpunkt, der durch die steigenden Zinsen im Jahr 2022 ausgelöst wurde) [1].
Auch der S&P 500 (vgl. bsp. $CSDX ) hatte im Jahr 2024 einen der stärksten Anstiege seit 1928 (vgl. Abb. 1).
Abb. 1: Anstieg des S&P 500 im Jahr 2024 ist einer der stärksten seit 1928
Quelle: Bloomberg, Datastream, Goldman Sachs Global Investment Research
- 2 . Ursachen der Renditen: Bewertungs- und Gewinnwachstum
Die Rendite ist hierbei zum Teil auf das starke Gewinnwachstum zurückzuführen, knapp die Hälfte jedoch auch auf eine Erhöhung der KGV‘s, die durch den wachsenden Optimismus in Bezug auf eine niedrigere Inflation und niedrigere Zinssätze ausgelöst wurde (vgl. Abb. 2).
Abb. 2: Die Hälfte der weltweiten Aktienrendite im Jahr 2024 ist auf eine Bewertungssteigerung zurückzuführen, die den wachsenden Optimismus in Bezug auf niedrigere Zinsen widerspiegelt.
Quelle: Datastream, Goldman Sachs Global Investment Research
Der dunkelblaue Bereich zeigt den Anteil der Rendite, die durch Erhöhungen in der Bewertung entstanden sind. Der hellblaue Bereich zeigt den Anteil der Rendite durch Gewinnwachstum und der graue Bereich zeigt letztlich den Anteil durch Dividendenausschüttungen.
Die Steigerung der KGVs im aktuellen Bullenmarkt hat die Bewertungen auf ein historisches Niveau gebracht, insbesondere in den USA. Auch außerhalb der USA haben die Volkswirtschaften, wie Europa und China, welche mit größerem strukturellen Gegenwind konfrontiert sind, seit dem Tiefpunkt im Q4, 2023 eine Neubewertung ihrer Aktienmärkte erlebt [1].
Aus der Abb. 2 lässt sich zudem deuten, dass auch der MSCI ACWI (vgl. bsp. $ISAC (-2,9 %) ) durch das hohe USA Exposure, ebenfalls zweistellige Renditen getrieben durch höhere Bewertungen erzielen konnte, wohingegen das Bewertungsniveau im Rest der Welt „relativ“ stabil geblieben ist.
Der STOXX 600 (vgl. bsp. $MEUD (-1,6 %) ) konnte in diesem Bereich mit einem lediglich niedrigen einstelligen Wert zulegen, wobei die restliche Rendite sich gleichermaßen aus Gewinnwachstum und Dividenden ergibt.
Der Tokyo Stock Price Index: Topix (vgl. bsp. $TPXE (-2,69 %) ), welcher den Großteil des japanischen Aktienmarktes abdeckt, ist sicherlich auch einen Blick wert, da die Rendite hier fast ausschließlich durch Gewinnwachstum entstanden ist. Interessant wird es für Japan später im Ausblick für das Jahr 2025.
Lediglich in den Schwellenländern gab es im Jahr 2024 sogar einen negativen Effekt auf die Rendite durch sinkende Bewertungen.
Auffällig bleibt, dass die USA sich mit dem S&P 500 im Jahr 2024 vom Bewertungsniveau erheblich vom Rest abhebt. Viele Hoffnungen werden in die USA geschoben, weil man hier wohl auch ein erhöhtes Gewinnwachstum erwarten darf und den Unternehmen immer höhere Multiples gewährt.
Wirft man einen Blick in die historischen KGVs vom S&P 500, lässt sich feststellen, dass sich das aktuelle KGV mit ca. 28,5 deutlich über dem 10 Jahres Durchschnitt von 22,7 bewegt [3]. Im Vergleich dazu liegt das aktuelle KGV vom S&P 500 Equal Weight, welcher alle Unternehmen im Index gleich stark gewichtet bei ca. 22 und damit nur leicht über dem 10 Jahres Durchschnitt von 19,1 [4, 5].
So lässt sich deuten, dass der Anstieg zum großen Teil aus einer sich verändernden Branchenkonzentration im S&P 500 entspringt und nicht daraus, dass der „breite Markt“ viel teurer geworden ist.
Angesichts der bereits hohen Wachstumserwartungen könnte sich nun weniger Raum für weiteren Optimismus ergeben und auch die hohen Bewertungen lassen weniger Aufwärtspotenzial, welches durch Bewertungserhöhungen getrieben wird zu [1].
Was dem z.T. entgegen spricht, zeigt folgende Grafik. Gezeigt wird der MSCI EMU Index, welcher ins Verhältnis zum S&P 500 ohne Nvidia gestellt wird und eine vergangene Outperformance der Eurozone impliziert.
(Der MSCI EMU Index zeigt mit 222 Unternehmen die Wertentwicklung aus der Eurozone, Stand 29.11.2024, ca. 85% der Eurozone).
Abb. 3: Europäische Aktien übertreffen den S&P 500 ohne Nvidia
Quelle: Charles Schwab, Macrobond
Sicherlich muss hier beachtet werden, dass hier starkes Cherry-Picking betrieben wurde, ganz nach dem Motto: „Ich nehme den Zeitraum und streiche die Aktie, dann sind wir besser“. Es verdeutlicht für mich weniger die Überlegenheit gegenüber dem US-Aktienmarkt, sondern vielmehr bestärkt es die Relativierung eines überbewerteten Niveaus.
- 3 . Bewertungen und künftige Renditen
Bestimmen nun die Bewertungen die künftigen Renditen? - Nein, die Tatsache, dass die Aktienmärkte bereits stark gestiegen sind, beeinträchtigen nicht die Aussichten auf weitere Rekorde. Im aktuellen Szenario könnte man annehmen, dass ein Großteil des zukünftigen Potenzials bereits im aktuellen Preisniveau eingepreist ist. Dies könnte die Attraktivität mindern, da das Verhältnis von Risiko zu potenziellen Ertrag weniger günstig erscheint.
Goldman Sachs ist der Ansicht, dass in Anbetracht des hohen Ausgangspunkt der Bewertungen, die Entwicklung des Index maßgeblich vom Gewinnwachstum abhängt. Die nächsten 12-Monats-Renditen sind im Allgemeinen nur dann gut, wenn die Gewinne den Erwartungen entsprechend positiv ausfallen. Perioden mit hohen Bewertungen und zusätzlichen Gewinnrückgängen sind in der Regel mit relativ flachen Marktrenditen verbunden [1].
Im Allgemeinen deuten die Prognosen von Goldman Sachs jedoch auf ein positives Gewinnwachstum hin, sodass im Laufe des Jahres 2025 für den S&P 500 Renditen von 11% prognostiziert werden.🔮
In nachfolgender Abbildung 3, zeigt sich in der Vorschau für das Jahr 2025, dass der Großteil der Rendite im S&P 500 durch das Gewinnwachstum getrieben werden soll (siehe hellblauer Bereich), ein kleiner Teil durch Dividenden Ausschüttungen und sogar mit einem Rückgang der Bewertungen gerechnet wird, welcher sich dann negativ auf die Rendite auswirken wird.
Wirklich spannend ist die Bewertung von Goldman Sachs für Japans TOPIX $TPXE (-2,69 %) , welcher ganze 17% wachsen soll und deutliche Bewertungsanstiege erwartbar sind.
Abb. 4: Wir gehen davon aus, dass in den meisten Regionen die Erträge im Laufe des Jahres 2025 zum wichtigsten Treiber der Indexrenditen werden.
Quelle: Goldman Sachs Global Investment Research
- 4 . Marktkonzentration und globale Unterschiede
Auf dem Weg ins Jahr 2025 betont Goldman Sachs zum einen die Anfälligkeit einer Korrektur durch bereits stark vorweggenommene Renditen und zum anderen auch den ungewöhnlichen Grad der Marktkonzentration. Der US-Aktienmarkt macht rund 65% des MSCI ACWI aus und auf die zehn größten US-Aktien entfallen mehr als 20% des Gesamtwerts des globalen Index (Das Gewicht der fünf größten US-Unternehmen macht sogar bereits einen Anteil von knapp 15% aus) [1].
Die gute Nachricht ist, dass die größten US-Unternehmen den Index deutlich übertroffen haben und ein viel stärkeres Gewinnwachstum erzielt haben. Ihre herausragende Stellung lässt sich daher auch durch die erstklassigen Fundamentaldaten und nicht nur durch eine übermäßige Bewertung erklären [1].
Die folgende Grafik verdeutlicht nochmal, wie sich Gesamtrenditen und Gewinne im Vergleich der USA zum Rest der Welt verschärfen und entwickeln. Dank solider Unternehmensgewinne haben sich US-Aktien besser entwickelt als Aktien aus dem Rest der Welt. BlackRock sieht, dass die Unterschiede zwischen den Märkten zunehmen, da die Megatrends mehr und mehr Volkswirtschaften und Sektoren umgestalten, woraus weitere Chancen aber auch Risiken entstehen [2].
Abb. 5: Performance von US-Aktien im Vergleich zum Rest der Welt, 2010-2024
Quelle: BlackRock Investment Institute mit Daten von LSEG Datastream
- 5 . Megatrends und ihre Auswirkungen
Gerade deshalb ist BlackRock der Meinung, dass die Outperformance von US-Unternehmen weiterhin anhalten wird, da den USA die Megatrends, die die Gewinne antreiben, zu Gute kommen. Gestützt wird dies durch günstige Wachstumsaussichten, sowie mögliche Steuersenkungen und Deregulierung [2].
Einige Bewertungskennzahlen wie das KGV mögen zwar hoch erscheinen, erzählen aber möglicherweise nur einen Teil der Geschichte. So zeigt die veränderte Zusammensetzung der Sektoren an den Aktienmärkten, dass der Wandel Fuß fasst. Den heutigen Index mit dem der Vergangenheit zu vergleichen, wäre, als würde man Äpfel mit Birnen vergleichen, ähnlich wie es bereits oben durch Goldman Sachs durch eine sich verändernde Branchenkonzentration angedeutet wurde [2].
Auch wenn im Jahr 2024 eine Outperformance der US-Technologieaktien mit hoher Marktkapitalisierung nur durch 15% der Unternehmen weltweit erzielt wurde und die Magnificent 7 weiterhin attraktiv sind, ist Goldman Sachs der Meinung dass, das Anlageuniversum stärker erweitert werden sollte und die Renditen mit zunehmenden Trend zu niedrigeren Zinsen aus einer breiteren Front im Index kommen dürfte.
Weiterhin weist Goldman Sachs auf eine stärkere geografische Diversifizierung hin. Man ist zwar zuversichtlich, was die US-Wirtschaft angeht, das Ausmaß der Outperformance lässt jedoch selektive Möglichkeiten zur geografischen Diversifizierung zu. Die höchsten Renditeprognosen liegen, wie bereits oben erwähnt, z.B. für Japan vor [1].
Wenn man das voraussichtliche Wachstum berücksichtigt, gibt es zusätzlich einige Bereiche wie das Vereinigte Königreich, ausgewählte Schwellenländer und China, welche alle eine niedrigere PEG-Ratio vorweisen. Was wiederum nicht als Grund gesehen werden soll, diese Märkte auf Kosten des US-Exposure überzugewichten, aber hier selektiv unterbewertete Unternehmen zu finden sind und sich gute Chancen bieten [1].
Die größten Unternehmen werden letztlich weiterhin am stärksten durch Effizienz-Gewinne profitieren, da diese ebenfalls massiv in Megatrends investieren, was z.B. aktuell stark bei den Investitionen der Magnificent 7 in die KI-Infrastruktur deutlich wird. [2]
Auch BlackRock sieht gerade im Bereich der KI-Entwicklung noch großes Potenzial und betont, dass wir uns noch immer in der Aufbauphase befinden - ein wichtiger Teil des allgemeinen Infrastrukturbooms. Laut Schätzungen könnten die Investitionen in Rechenzentren, Chips und Energiesysteme bis 2030 die Marke von 700 Mrd. USD übersteigen, was rund 2% des US-BIP entspräche [2].
Die Frage, ob zu viel in KI investiert wird, ist berechtigt, sollte aber angesichts des Potenzials, neue Umsatzströme in der gesamten Wirtschaft zu generieren, im Gesamtzusammenhang betrachtet werden. Weitere Gewinner können dabei in unerwarteten Bereichen auftauchen, so können Produktivitätssteigerungen in einem Sektor die Wertschöpfung in anderen Bereichen antreiben. Zu den Signalen, auf die Anleger achten sollten, gehören neue Umsatzströme und sektorübergreifende Auswirkungen [2].
BlackRock stellt weiterhin verschiedene kurzfristige Szenarien vor (vgl. Abb. 6), wie sich das Jahr 2025 aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse weiterentwickeln kann. Das wahrscheinlichste Szenario für die nächsten sechs bis zwölf Monate sieht BlackRock in schwächerem US Wachstum als vor der Pandemie, jedoch mit Renditen insgesamt über dem aktuell eingespeisten Niveau und keiner zu hohen KI-Bewertung für die aktuellen Fundamentaldaten. Resultierend zeigt sich die Stärke der US-Unternehmen, die KI-getriebene Rallye weitet sich aus und US-Aktien verzeichnen weiterhin eine Outperformance [2].
Abb. 6: Anpassung unserer kurzfristigen Szenarios
Quelle: BlackRock Investment Institute, Dezember 2024
Jahrzehntelang waren Volkswirtschaften von stabilen Langfristtrends geprägt. Man konnte sich nahezu ausschließlich darauf konzentrieren, temporäre Abweichungen von diesen Trends zu managen. Früher oder später würde das Wachstum zum Trend zurückkehren. Dies war eines der wichtigsten Prinzipien der Portfoliokonstruktion. Laut BlackRock hat sich das Umfeld inzwischen grundlegend gewandelt. Megatrends können die Volkswirtschaften grundlegend umgestalten. Am Beispiel der KI wird betont, dass die KI-Transformation beispielsweise die Industrielle Revolution gut in den Schatten stellen könnte [2].
Weiterhin hat die Welt mit zunehmender geopolitischen Fragmentierung zu kämpfen, die traditionelle Handelsströme umleiten und Lieferketten durcheinander bringen. Neue Handelsblöcke und der Protektionismus können die Strukturen verändern und den Handel behindern. Die Digitalisierung des Finanzwesens verändert den Umgang von Menschen und Unternehmen mit Bargeld, Krediten, Transaktionen und Geldanlagen. Mit alternden Bevölkerungen wächst der Arbeitskräftemangel, was ohne Produktivitätssteigerung durch KI, die Produktion und das Wachstum ausbremsen könnte. Dem wirkt die zunehmende Einwanderung in einigen Ländern entgegen, aber wohl nur vorübergehend.. vor allem in den USA [2].
Aus diesen Gründen sagen die aktuellen Daten nichts über den Konjunkturzyklus aus, sondern zeigen, wie sich der Trend verändert. Überraschen könnte, wie dauerhaft diese Trendveränderungen sind.
BlackRock zeigt mit folgender Grafik, wie sich die Weltwirtschaft durch neue und kurzfristige Trends verändern könnte. Es stellt einen Bruch mit der Zeit vor der Pandemie dar, als es nur geringe Abweichungen von einem „zentralen“ Trend gab [2].
Abb. 7: Wenn sich der Trend ständig ändert - hypothetische Entwicklung des uns-BIP
Quelle: BlackRock Investment Institute, Dezember 2024
- 6 . Politische Einordnung und protektionistische Trends
Viele Regierungen in Industrieländern sehen sich mit großen Zwängen wie hoher Inflation, geringer Wählerunterstützung und außerhalb der USA auch mit fehlendem Wachstum konfrontiert. Man kann eine starke Konzentration auf die nationalen Themen, wie Wirtschaft und Sicherheit, möglicherweise zulasten anderer Themen erwarten. Auch ein stärkerer Fokus auf kurzfristige Ziele, die Regierungen zu einer schnellen Umsetzung ihrer Agenda zwingen, ist angesichts häufiger Machtwechsel möglich. Damit könnte die Politik selbst Instabilität fördern und dies in einer ohnehin schon fragilen Welt mit einem verschärften strategischen Wettbewerb zwischen den USA und China.
Trump hat den Wählern große Veränderungen versprochen. Steuersenkungen, Deregulierung und die Unterstützung fossiler Energieträger schätzen die Märkte kurzfristig positiv ein [2]. Für andere Pläne gilt das weniger. Dazu gehören die Beschränkungen der Zuwanderung und die vielen angekündigten Zölle, die die geopolitische Fragmentierung und die Inflation anheizen können [2].
Die nachfolgende Grafik verstärkt das aktuelle Bild und zeigt die Anzahl einseitiger handelshemmender Interventionen in Form von Handelsbeschränkungen von Ländern rund um den Globus. Weltweit wurden in den letzten Jahren immer mehr Handelsbeschränkungen erlassen. Die Globalisierung, die die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg bestimmte, weicht zunehmendem Protektionismus.
Abb. 8: Wachsender Protektionismus - Handelsbeschränkungen zwischen 2014 und 2023
Quelle: BlackRock Investment Institute
Lässt eine Regierung Maßnahmen zur makroökonomischen Stabilisierung wie finanzpolitischer Rahmenbedingungen und Inflationsziel schleifen, könnte den Finanzmärkten die Aufgabe zufallen, mehr Haushaltspolitik einzufordern [2].
- 7 . Wachsende Fragmentierung
Der Wettbewerb zwischen den USA und China dürfte sich 2025 verschärfen, da mit mehr Zöllen und Maßnahmen zum Schutz strategischer Sektoren, allen voran Spitzentechnologien wie Halbleiter, zu rechnen ist. Wettbewerbsvorteile im Wettlauf um den KI-Ausbau werden auch davon abhängen, wie schnell es gelingt Infrastrukturen wie Stromnetze und Rechenzentren aufzubauen [2].
Weiterhin ist die Energieversorgung von zentraler Bedeutung. Chinas günstige kohlenstoffarme Technologien, insbesondere E-Autos, Solaranlagen und Batterien, setzen die Unternehmen in anderen großen Volkswirtschaften unter Druck und lösen protektionistische Reaktionen aus. Europas Autobauer spüren den Druck, während Brüssel nach einer koordinierten Antwort sucht [2].
Auch in der Verlegung der Schifffahrtsrouten seit 2023 zeigt sich die Schärfe des zunehmenden Konflikts im Nahen Osten, welche zu einer Verlegung der Handelsströme weg vom Suezkanal führt (vgl. Abb. 9)
Abb. 9: Verlegung von Schifffahrtsrouten - täglicher Transitverkehr, 2023 - 2024
Quelle: BlackRock Investment Institute und IWF mit Daten von UN Global Plattform und PortWatch, Dezember 2024
- 8 . Anlageeinschätzungen für 2025
BlackRock verstärkt in Anbetracht der Erkenntnisse die Übergewichtung von US-Aktien. Auch bei Japanischen Aktien bleibt BlackRock übergewichtet und sieht aus taktischer und strategischer Sicht [2], ähnlich wie bereits von Goldman Sachs angedeutete Chancen [1]. Unter den Schwellenländern werden Indien und Saudi-Arabien genannt, die im Spannungsfeld der Megatrends stehen. In einzelnen Sektoren wird weiterhin auf Technologie und Gesundheit gesetzt.
Die folgende Tabelle zeigt eine gute Zusammenfassung über die mögliche Aufstellung und Ausrichtung:
Tabelle 1: Taktische Einschätzungen für sechs bis zwölf Monate zu ausgewählten Vermögenswerten und großen Anlageklassen sowie unsere Positionierung im Dezember 2024
Quelle: BlackRock Globaler Ausblick 2025
- 9 . Persönlicher Ansatz: Core-Satellite
Was nehme ich mir persönlich mit? Ich bleibe bei meiner bewährten „Core-Satellite”-Strategie. Der FTSE All-World$VWRL (-2,84 %) bildet mit seiner breiten Diversifikation den Kern meines Portfolios, trotz des hohen US-Aktien-Anteils fühle ich mich hier weiterhin gut aufgestellt und profitiere von der erwarteten Outperformance.
Mein Nasdaq 100 $CSNDX (-1,77 %) ergänzt den Fokus auf den Tech-Sektor und nimmt die KI-Rallye, sowie zukünftige Trends mit. Auf zusätzliche Investments in Einzeltitel aus Bereichen wie Cloud-Computing, Halbleiter oder erneuerbare Energien verzichte ich vorerst. Zusammen machen die beiden ETFs etwa 70 % meines Portfolios aus und bilden einen soliden Core der mich ruhig schlafen lässt.
Weitere Stabilität bringen Einzelwerte wie McDonald‘s $MCD (-1,95 %) , Coca Cola $KO (-1,93 %) und Munich Re $MUV2 (+1,11 %) , die mit defensiven Eigenschaften glänzen und weniger von Bewertungssteigerungen abhängen.
Auf LVMH $MC (-3,14 %) , Waste Management $WM (-2,48 %) und Siemens $SIE (-2,58 %) setze ich aus Überzeugung und persönlichen Interesse. Und ja, auch Bitcoin $BTC (-3,09 %) darf nicht fehlen, die spekulative Volatilität macht einfach Spaß 🙂. Die Tonies SE $TNIE (-0,37 %) ist mein spekulativer Ausreißer: ein bewusst eingegangenes Risiko, dem ich aber auch viel Potenzial zutraue. Vielleicht schreibe ich dazu in Zukunft mal einen längeren Beitrag.
Was bleibt? Bei meinem Core bin ich mir relativ sicher. Ob jedoch die Gewichtung und Auswahl der Satelliten in Anbetracht des Anlagehorizonts von mehreren Dekaden letztlich nicht stärker an potenziellen „Megatrends“ ausgerichtet werden sollte, muss ich mir nochmal genauer überlegen. Für das nächste Börsenjahr fühle ich mich gut aufgestellt, obwohl auch bei mir regelmäßig noch die FOMO kickt.
- Wie habt ihr euch 2024 gefühlt und welche Lehren habt ihr für dieses Jahr mitgenommen? Mutiger sein und mehr Chancen nutzen, oder doch lieber defensiver aufstellen?
- Worauf freut ihr euch dieses Jahr am meisten?
- Wie beurteilt ihr die aktuellen Bewertungen?
- Welche weiteren Risiken seht ihr im Zuge des dynamischen Globalen Umfelds?
Sucht euch was raus 😬
Danke an alle, die bis hierhin gelesen haben!
#2024
#2025
#goldmansachs
#blackrock
#megatrends
Quellen & Links:
[1] Goldman Sachs (2024) 2025 Outlook: The Year of the Alpha Bet
https://www.goldmansachs.com/pdfs/insights/goldman-sachs-research/2025-equity-outlook-the-year-of-the-alpha-bet/2025Outlook.pdf
[2] BlackRock (2025) Globaler Ausblick 2025 https://www.blackrock.com/de/professionelle-anleger/literature/brochure/blackrock-bii-ausblick-2025-pc-de-at.pdf
[3] Aktienfinder: So teuer ist der S&P 500
https://aktienfinder.net/index-profil/SP%20500-Index
[4] ishares Portfolioeckdaten zum S&P 500 Equal Weight UCITS ETF https://www.ishares.com/de/privatanleger/de/produkte/328658/ishares-s-p-500-equal-weight-ucits-etf?switchLocale=y&siteEntryPassthrough=true
[5] Invensco S&P 500 Equal Weight ETF Key Statistics https://shorturl.at/jL05h



+ 6

Aber da das sicherlich wieder ein Knaller ist: Nimm meine Coins!
Hey, ich habe noch 2.860 € zum Investieren in ETFs zur Verfügung. Meine Idee ist, 70 % (2.002 €) in den $VUSA (-2,45 %) zu stecken, 20 % (572 €) in den $LU0908500753 (-1,6 %) oder in den $VEUR (-0,75 %) zu investieren, und die restlichen 10 % (286 €) in den $VFEM anzulegen.
Was haltet ihr von meiner Strategie? Ich versuche, breit zu streuen, da ich die ETFs langfristig halten möchte – vor allem, weil ich noch jung bin und noch viel Zeit habe.
Den $VUSA (-2,45 %) bespare ich bereits regelmäßig. Wenn ihr noch andere Vorschläge oder Strategien habt, würde mich das sehr freuen wenn ihr sie mit mir teilt.
Aber lass die Stoxx Europa weg.
Taugt absolut nichts.
Moin liebe Gemeinde,
ich bin ganz neu und investiere seit dem 01.08.24.
Wie ihr wisst, wird man von allen Seiten im Internet „beraten“, und ich bin momentan ziemlich verwirrt und weiß nicht weiter.
Und ja, ich weiß, dass man selbst nachforschen soll, aber das fällt mir am Anfang etwas schwer, da alles neu für mich ist.
Ich habe angefangen, monatlich mit Sparplänen:
• $IWDA (-1,83 %) 350€
• $EIMI (-0,01 %) 100€
•$LU0908500753 (-1,6 %) 0 100€
• $IUIT (-4,36 %) 200€
Zudem würde ich gerne 20.000€ von meinem Tagesgeld investieren, um den Anfang zu machen.
Würdet ihr mir einen anderen Start empfehlen?
Ich hatte überlegt, den FTSE statt den World und EM zu nehmen, habe mich aber dagegen entschieden, da ich den EM nur mit 10% gewichten möchte.
Den Tech-Sektor habe ich dazu genommen, da ich bis zu meinen ersten 100.000€ die Finger von Aktien lassen möchte.
Europa habe ich mit drin, damit ich die USA von der Gewichtung etwas runter bekomme. Momentan bin ich bei 65%.
Geh erstmal voll auf World/EM um ein gefühl für den Markt zu bekommen.
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