Die ersten drei Ebenen dieser Serie beschäftigten sich mit dem Zugang zum Orbit, dem Betrieb orbitaler Infrastruktur und den daraus entstehenden Daten- und Kommunikations-Systemen. Lunar Infrastructure geht einen Schritt weiter.
Noch existiert dort kaum wirtschaftliche Aktivität. Genau deshalb finde ich diesen Bereich spannend. Viele der notwendigen Bausteine sind bekannt, die Infrastruktur dafür fehlt jedoch fast vollständig.
Sollte sich in den kommenden Jahrzehnten eine dauerhafte wirtschaftliche Präsenz jenseits des Erdorbits entwickeln, entstehen neue Engpässe praktisch von Grund auf. Dazu gehören unter anderem:
• Energieversorgung – Strom wird auf Mond und Raumstationen zur Grundvoraussetzung jeder Aktivität
• Nukleare Systeme – kompakte Reaktoren für dauerhafte Energieversorgung in extremen Umgebungen
• Kommunikationsnetze – Datenverbindungen zwischen Erde, Mond und orbitaler Infrastruktur
• Navigation und Positionierung – GPS existiert auf dem Mond nicht
• Ressourcengewinnung – Wasser, Sauerstoff und Rohstoffe direkt vor Ort nutzen
• Robotik und autonome Systeme – Wartung und Betrieb ohne permanente menschliche Präsenz
• Transport- und Logistiksysteme – Versorgung von Mond- und Orbitalstandorten
• In-Situ Manufacturing – Produktion direkt außerhalb der Erde (Vorteil: keine Gravitation)
• Neue Raumstationen – Forschungs-, Industrie- und Logistikplattformen im Orbit
• Rechenleistung und Datenverarbeitung – lokale Verarbeitung großer Datenmengen im All
Besonders interessant finde ich, dass viele dieser zukünftigen Engpässe bereits heute erkennbar sind. Die eigentlichen Geschäftsmodelle existieren teilweise noch gar nicht. Die Infrastrukturprobleme dagegen zeichnen sich bereits ab. Investierbar ist dieser Bereich bislang nur eingeschränkt.
$LUNR (+11,03 %) (Intuitive Machines) arbeitet an zentralen Bausteinen einer zukünftigen Mondinfrastruktur. $FLY (+16,97 %) (Firefly Aerospace) erweitert seine Aktivitäten zunehmend in Richtung Lunar Services. $RDW (Redwire) entwickelt Technologien für Raumstationen und industrielle Anwendungen im Orbit. $VOYG (+12,54 %) (Voyager Technologies) arbeitet an kommerziellen Raumstationsprojekten (Starlab) als möglicher Nachfolger heutiger staatlicher Infrastruktur. $OHB (-6,24 %) (OHB) baut Satelliten- und Raumfahrtsysteme, die langfristig auch für weiter entfernte Missionen relevant werden könnten.
Auch Unternehmen außerhalb des klassischen Space-Sektors könnten künftig eine Rolle spielen. Falls nukleare Energieversorgung auf Mond oder Raumstationen Realität wird, rücken beispielsweise Anbieter kompakter Reaktorsysteme, z. B. $OKLO (Oklo) stärker in den Fokus. Gleiches gilt für Robotik-, Kommunikations- und Automatisierungs-Technologien.
Viele dieser Ideen wirken heute noch weit entfernt. Das gilt allerdings für nahezu jede Infrastruktur, bevor sie tatsächlich aufgebaut wird. Vielleicht entsteht die nächste große Infrastruktur-Zone nicht auf der Erde, sondern einige hunderttausend Kilometer entfernt.