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Rüstungsindustrie - Krisen(sind)sicher?

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Mittlerweile macht der Sektor Luft-, Raumfahrt & Verteidigung etwa 8% meines investieren Kapitals aus. Einige Unternehmen der Branche sind zwar ohnehin im $HMWO (-0,51 %) , $TDIV (-0,04 %) oder dem $VHYL (-0,4 %) enthalten, wanderten aber aufgrund ihres langfristigen Trends und Zukunftsaussichten trotzdem als Einzeltitel ins Depot.

Dies sind $LMT (+0,98 %) , $NOC (+1,28 %) , $AVEX und $AVAV (+1,51 %)


Der Rüstungssektor boomt das erste Mal seit 1990 wieder aufgrund der weltweiten Konflikte und noch drohenden Krisen - die Auftragsbücher sind voll, es werden Jobs geschaffen und neue Werke errichtet. Staaten rüsten sich u.a. mit Drohnen, aber auch anderen Gerätschaften und Systemen aus, seit man gesehen hat, wozu diese mittlerweile fähig sind. Auch der Gegenpart, die Verteidigungsfähigkeit gegen Drohnen, Cyberattacken und hybride Kriegsführung spielt mittlerweile eine massive Rolle und erfordert es, dass sich Staaten gegen diese Bedrohung aufrüsten.

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Neben dem aktuellen Boom, ist diese Branche aber auch aus einem anderen Grund interessant. Sie ist aufgrund des Kundenkreises recht rezessionsfest. Zusätzlich gibt es hohe Markteintrittshürden, wenige Wettbewerber, die Abnehmer sind fast ausschließlich Staaten, die auch gleich auf Jahrzehnte hinaus Wartungs- und Upgradeverträge haben und nicht zuletzt auch ein gewisses Vertrauen der jeweiligen Nutzer gegenüber der Leistungsfähigkeit.


Auch wenn man teils den Eindruck hat, dass die NATO aufbricht - so sind doch immer noch viele Systeme und Gerätschaften untereinander kompatibel oder sollen es in der Zukunft noch werden - das erweitert die Liste an möglichen Abnehmern enorm.

Nachteile der Branche? Eine hohe Kundenkonzentration, Entwicklungsrisiken, Exportbeschränkungen, teilweise sinnvolle oder weniger sinnvolle politische Einmischung - und sollte ein Unternehmen technologisch abgehängt werden, könnte es auch sehr schnell den Anschluss verlieren.


Während $LMT (+0,98 %) und $NOC (+1,28 %) schon jahrelang etabliert in der Branche sind und durch Skalierung, Diversifikation sowie Know-How wachsen, bilden $AVEX und $AVAV (+1,51 %) für mich die Entwicklung der Zukunft in den Streitkräften ab und sind somit eine Wachstumswette auf den Drang der Staaten autonome Systeme in Krisengebieten operieren zu lassen.

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Mein Fazit ist: Wer sich aktiv für Rüstungsindustrie im Depot entscheidet, der akzeptiert zwar ein ethisches Dilemma, profitiert jedoch von enormer Planbarkeit, strukturellem Rückenwind, sowie dem technologischen Wandel und damit einhergehenden Staatsausgaben.


Schlusswort:

Sollte Morgen der Weltfrieden eintreten - dann bin ich im Übrigen sehr gerne und mehr als dazu bereit den Preis in Form von Verlusten dafür zu zahlen!


*enthält KI-generierte Bilder*

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2 Kommentare

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Ein weiterer Nachteil der Branche wird im Beschaffungsprozess der ukrainischen Streitkräfte sichtbar:

In einem Krieg, der auf höchstem technologischen Level geführt wird, kommt es durchgehend darauf an, schnell und flexibel Material beschaffen zu können. Das bieten riesige Rüstungskonzerne schlichtweg nicht.

Ukrainische Einheits- und Verbandsführer bestellen Ausrüstung, UAV‘s, Waffen und Zubehör über eine staatliche Website, auf der viele kleine Unternehmen ihre Ware anbieten. Dieser dezentrale Beschaffungsprozess bietet den Streitkräften das, was sie brauchen. Unmittelbar verfügbares Gerät, welches ausprobiert, adaptiert, verworfen & ersetzt wird.

Die taktische Ebene einer Armee ist nicht an Langzeitverträgen, Wartungsfristen oder Ersatzteilproduktionslaufzeiten interessiert. All das, was Rüstungskonzerne einem Staat, der Kunde werden will, aufschwatzen, um langfristig und planbar Geld zu verdienen.

Wenn wir über große Rüstungsprojekte sprechen wie Kampfpanzer, Marschflugkörper, Fregatten, U-Boote & Kampfflugzeuge, bleiben die großen Rüstungskonzerne einsame Spitze. Allerdings muss man sich vor Augen führen, dass in der Ukraine auch folgendes zu sehen ist:

- ein 35 Mio € Panzer kann problemlos durch eine 1500€ Drohne vernichtet werden

- der Einsatzwert eines Kampfflugzeugs wird in einem Krieg zweier ebenbürtiger Parteien, aufgrund von fehlender Luftüberlegenheit, extrem reduziert

- Fregatten und U-Boote können in Häfen gefangen sein, da ein Auslaufen durch Untersee UAV‘s zu gefährlich ist

- Millionenschwere Marschflugkörper werden durch günstige Langstrecken-UAV‘s ersetzt, welche bessere Luftaufklärung und selektivere Zielbekämpfung ermöglichen

Die Rüstungskonzerne werden nicht aufhören Geld zu verdienen, gerade da Staaten wie Deutschland weiterhin viel auf konventionelle Kriegsführung setzen, aber man kann auch Gründe dafür finden, warum das, was Rüstungskonzerne bieten, für eine Armee nicht attraktiv sein kann.
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@hendrik_lmr danke für deine tiefergehende Analyse und Darstellung, die absolut zutreffend ist.
Ich denke, dass sich in Zukunft auch viele Gefechtsaufgaben grundsätzlich ändern werden.

Erste Ansätze erkennt man bei dem CCAs Programm für die F35. Ähnliches ist auch für Panzer denkbar. Meines Wissens nach MUM-T genannt und basiert ebenfalls auf dem loyal wingman Prinzip.

Und wenngleich die Infanterie mittlerweile am stärkensten durch Drohnen gefährdet ist, so wird man doch immer "boots on the ground" benötigen und auch dort nach Lösungen suchen, die Gefahr weitestgehend zu minimieren.
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