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Petrobras (PETR4) – Totgesagt, aber die Zahlen erzählen eine andere Geschichte

$PETR4 (+2,49 %)

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Ticker: PETR4

Börse: B3 (Brasilien)

Sektor: Öl & Gas (Schwerpunkt Offshore & Pre-Salt)

Aktueller Kurs (zuletzt): ca. 6,50 €


Petrobras gehört zu den größten integrierten Energieunternehmen der Welt und ist das dominierende Ölunternehmen Brasiliens. Wer sich nur von Schlagzeilen leiten lässt, übersieht schnell, was operativ tatsächlich passiert.


Geschäftsmodell & strategische Position


Petrobras deckt große Teile der Wertschöpfungskette ab:


  • Exploration & Produktion
  • Raffinerie
  • Transport & Export



Der Schwerpunkt liegt klar auf den brasilianischen Pre-Salt-Feldern – einem der produktivsten Offshore-Gebiete weltweit.


Vorteile:


  • Hohe Fördermenge pro Bohrloch
  • Vergleichsweise niedrige Förderkosten
  • Technologische Führungsposition im Tiefsee-Bereich



Selbst bei moderaten Ölpreisen bleibt das Geschäft profitabel.


Fundamentale Kennzahlen (gerundet, zuletzt veröffentlichte Jahreswerte)


  • Umsatz: ~100–110 Mrd. USD
  • EBITDA: ~45–50 Mrd. USD
  • Nettogewinn: ~20–25 Mrd. USD
  • Free Cashflow: zweistellige Milliardenbeträge
  • KGV: häufig im Bereich 3–5
  • Verschuldung: seit 2016 massiv reduziert



Ein Unternehmen mit dieser Cashflow-Stärke wird aktuell zu einer Bewertung gehandelt, die man sonst eher bei strukturellen Problemfällen sieht.


Dividenden – der oft unterschätzte Faktor


Ein zentraler Punkt ist die Ausschüttungspolitik.


Petrobras hat in den vergangenen Jahren regelmäßig hohe Dividenden gezahlt – zeitweise mit zweistelligen Renditen.


Wichtig dabei:


  • Die Dividenden sind stark an Cashflow und Ölpreis gekoppelt.
  • In starken Jahren wurden erhebliche Beträge an Aktionäre zurückgeführt.
  • Selbst bei moderaterer Ausschüttung bleibt das Unternehmen ein klarer Cashflow-Generator.



Natürlich sind Dividenden nicht garantiert und politisch beeinflusst. Aber historisch betrachtet war Petrobras für Einkommensinvestoren hochattraktiv.


Politisches Risiko – Realität, aber eingepreist


Als staatlich dominiertes Unternehmen bleibt ein politischer Einflussfaktor bestehen:


  • Investitionsprioritäten
  • Preispolitik
  • Dividendenstrategie



Genau dieses Risiko erklärt jedoch die extrem niedrige Bewertung.


Wer ein KGV von 3–5 kauft, kauft den Risikoabschlag mit.


Szenarien bis 2030


Entscheidend bleiben:


  • Ölpreis
  • Produktionsentwicklung
  • Kapitalallokation
  • politische Rahmenbedingungen


Konservatives Szenario:


  • Ölpreis ~70 USD
  • stabile Produktion
  • moderatere Dividenden
  • → Bewertungsniveau im Bereich 8–12 € je Aktie erscheint fundamental vertretbar.


Optimistischeres Szenario:


  • stabile Nachfrage
  • disziplinierte Investitionen
  • pragmatische Politik
  • → 12–18 € langfristig bis 2030 nicht unrealistisch.


Das ist kein Versprechen, sondern eine Bandbreite, die sich aus Cashflow und Bewertungsmultiplikatoren ableiten lässt.


Einordnung


Petrobras ist:


  • kein Wachstums-Tech-Wert
  • kein ESG-Liebling
  • kein Momentum-Trade


Aber es ist:


  • ein hochprofitabler Rohstoffproduzent
  • mit global relevanten Reserven
  • starken Cashflows
  • attraktiver Dividendenhistorie
  • und einer sehr niedrigen Bewertung



Ob man investiert, hängt von der eigenen Risikotoleranz ab.

Aber ein Unternehmen mit Milliarden-Cashflow, sinkender Verschuldung und global wettbewerbsfähigen Förderkosten pauschal als „tot“ zu bezeichnen, wirkt zumindest wenig zahlenbasiert.

Aber trotzdem keine Anlageberatung soll keinen zum kaufen oder verkaufen animieren ist meine persönliche Meinung!

$PETR4 (+2,49 %)
$PETR3 (+4,2 %)
$PBR (+4,84 %)
$E (+2,49 %)
$SHEL (+1,73 %)

#dividends
#dividente
#kgv
#energy
#öl
#gas

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12 Kommentare

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Klassischer EM-Value-Play.
Wird man in den kommenden Jahren viel häufiger in den Depots sehen. 👍
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@Farqual Jahren.
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@Epi warum ist der eigentlich nicht im 3xGTAA
$3EML ?
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@TotallyLost War er mal. Aber zu hoher China-Anteil, Momentum funktioniert bei China nicht gut.

Und EU50 ist ja quasi EM. 😬
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Da du hier mit deiner Spitzfindigkeit "tot"/ "wenig zahlenbasiert" ja auf mich bzw. meinen Ausstieg bei Petrobras abziehlst, möchte ich dir nochmals mein denken bzgl. meinem Ausstieg näher bringen und der Umstand war sehr wohl zahlenbasiert.

Vorab aber nochmals der Hinweis das der momentanen Kursanstieg hier nicht aufgrund toller Zahlen, sondern eher geopolitisch getrieben ist, aber bleiben wir bei den Fakten und Zahlen....

Auch wenn Petrobras seinen immer noch immensen Schuldenberg zwar reduziert hat, bleibt unterm Strich immer noch eine sehr hohe Restschuld, die zudem immer wieder zu schlechteren Konditionen neu Umfinaziert werden muss. Darüber hinaus wurde die selbst gesetzte maximale Schuldenobergrenze 2025 voll aufgebraucht und intern über eine weitere Anhebung diskutiert ☝🏻

Auch wenn man sich die letzten Quartale genau anschaut, sieht man deutlich das zwar die Fördermengen und Reserven erhöht wurden, aber im Ergebnis unterm Strich trotzdem weniger hängen bleibt. Die Förderkosten mögen zwar relativ niedrig liegen, aber die Gewinne werden zu großen Teilen durch andere Umstände gefressen.

Darüber hinaus wurden haufenweise neue Projekte angekündigt, die größtenteils alle letztes Jahr aber wieder eingestampft bzw. stillgelegt wurden, weil keine finanziellen Mittel dafür frei bzw. vorhanden waren.

Bzgl. den Dividenden gab es 2022 ein herausragendes Jahr und seit dem sind die Auzahlungen auch stetig Rückläufig...

Hier kommt m.E. auch noch erschwerend hinzu, das alleine schon die letzte Quartalsdividende nur noch über 8,5 Mrd. USD neue Schuldenaufnahme gewährleistet werden konnte ☝🏻

Dafür wurde dann die Eingangs von mir erwähnte Schuldenobergrenze (75 Mrd. USD) im Finanzplan 2025-2029 voll ausgereizt. Also muss man im Umkehrschluss die Obergrenze der Schulden erneut weiter anheben um das Konstrukt auch nur ansatzweise aufrecht zu erhalten...

...und da ist der staatliche Einfluß noch nicht mal erwähnt, denn der Staat sieht Petrobras nur als Melkkuh für den eigenen Staatshaushalt.

Wie dem auch sei waren das für mich fundamentale Änderungen in meiner Betrachtung und schließlich auch der Grund für meinen Ausstieg hier.

Also alles nicht so rosig wie du es darstellst...ach und unterstelle mir bitte keine Pauschalisierung, sondern bleibe bei den Fakten.
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@SAUgut777 ich glaube kaum, dass er die Überschrift gewählt um sich auf dich zu beziehen 😂 Du bist leider nicht so wichtig wie du denkst 😂
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@SAUgut777 Wir drehen uns im Kreis.
Du beschreibst ein zyklisches, staatsnahes Ölunternehmen so, als wäre das Geschäftsmodell plötzlich neu oder strukturell entgleist.
Petrobras hat Schulden – korrekt. Aber historisch deutlich weniger als in den Problemjahren. Die aktuelle Schuldenrange ist eine Steuerungsgröße im Kapitalmanagement, kein Krisensignal.
Dividenden schwanken bei Rohstoffunternehmen zwangsläufig mit dem Ölpreis. 2022 war ein Ausnahmejahr. Dass sich Ausschüttungen danach normalisieren, ist keine fundamentale Verschlechterung.
Der politische Einfluss war nie verborgen und ist seit jeher Teil der Bewertung.

Dein Ausstieg kann für dein Risikoprofil absolut sinnvoll gewesen sein – daraus jedoch eine strukturelle Schwäche des Unternehmens abzuleiten, halte ich für analytisch nicht zwingend.

Ist ja auch gut, dass du deine eigene Meinung hast und das respektieren wir alle und genau das macht diese Plattform aus, dass jeder seine Meinung vertreten kann 👍
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@equity_expert_1695 es ging auch um den letzten Absatz und nicht der Überschrift willens...und bezogen auf einer Diskussion zu dem Unternehmen in einem anderen Beitrag.
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@KoenigsRasse wie gesagt, Schulden reduzieren ist gut, Projekte aussetzen weil kein Geld mehr da ist und zugleich Quartalsdividenden durch neue Schulden aufrecht halten nicht und hat auch nichts mit einer Steuerungsgröße im Kapitalmanagement zu tun.

Genauso wie die Dividenden sich nicht normalisieren, sondern auch unter nicht Berücksichtigung 2022 kontinuierlich Rückläufig sind und m.E. auch nur noch so aufrecht erhalten bleiben weil der Staat Brasilien es so will und nicht weil Petrobras gerade im Geld schwimmt.

Das hat sich ja auch im Kurs wiedergespiegelt und wie gesagt, der Kurs ist auch erst seit den letzten ca. 2 Monaten geopolitischen Lagen wieder halbwegs angesprungen.

Zyklus hin oder her...
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Ich wollte die Position ( $PETR4 ) eigentlich noch viel stärker ausbauen, aber die letzten ca 2 Monate ist der Kurs ganz schön nach oben gegegangen.

Falls der Kurs nochmal nachgibt, kauf ich nach. Wenn er auf dem jetzigen Niveau bleibt oder steigt, werde ich erst mal nur halten.

Ich finde das Unternehmen wirklich spannend. Klasse Dividendenlieferant. Danke für den Beitrag und die Einschätzung.
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@NichtRelevant das hört sich nach einen Plan an 👍 genau so mache ich das auch und sollte er stärker wieder nach geben werde ich weiter aufstocken.
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