Wer nicht weißt worum es geht, hier eine GANZ kurze Zusammenfassung:
Strategien die Geld vorhalten für Rücksetzer, schlagen im Regelfall den Markt nicht, sie senkten aber die Volatilität des Portfolios und geben in schweren Zeiten, die Illusion von Kontrolle, man kann etwas sinnvolles machen, statt nur passiv zuzuschauen.
Meine Idee war, das Nachkaufen moderat zu hebeln und so sowohl eine bessere Sharpe Ratio als auch eine bessere Rendite erwirtschaften zu können, da man dann selektiv hebelt, wenn das Equity Risk Premium am höchsten ist.
Wer es genau wissen möchte, bitte Teil 1 UND 2 lesen, da sich das Modell etwas verändert hat:
Teil 1
Teil 2
2025 war ein wildes Jahr, aber die Strategie hat gut funktioniert.
Unser bestehend aus Portfolio 80% FTSE-All World $VWCE (-0,28 %) und 20% Anleihen, Gold und Geldmarkt hat den Markt 100% Aktien $VWCE (-0,28 %) geschlagen und das bei weniger Maximum Drawdown.
Die Outperformance kam aus 4 Quellen:
Als der Markt Mitte März Anfing zu bröckeln wurden Konsequent Geldmarkt ETFs in den FTSE-ALL World umgeschichtet.
Als Anfang April Berichte über den Mar-a-Lago Accord publik wurden, habe ich sofort alle US-Dollar Anleihen aus dem Depot geworfen. Da ich nur in AAA Anleihen investiert sein möchte, die als sicher angesehen werden. Kurz darauf ist der Dollar um ~10% zum Euro gefallen und die USA haben ihr letztes AAA-Rating am 16. Mai 2025 verloren, als die Ratingagentur Moody's ihre Bewertung herabstufte.
Im April Crash (Liberation Day) habe wir die Anleihen Quote von von 20 auf 17 verringert und 1% $CL2 (+0,31 %) so wie 2% $EXUS (-0,4 %) gekauft. Im Nachhinein ist es etwas schade, das der Crash im April nicht noch ein 1,7 Prozent tiefer gegangen ist, sonst wäre die nächste Schwelle gerissen worden und es wäre deutlich mehr nachgekauft werden können. Der $CL2 (+0,31 %) wurde Ende Oktober mit 50,3% Rendite verkauft, der ungehebelte $EXUS (-0,4 %) liegt zur Zeit noch im Portfolio, wird aber verkauft, sobald die Aktienquote 82% erreicht.
Gold lief das ganze Jahr hervorragend und wurde rebalanced.
Was ändert sich 2026?
Das Wichtigste zuerst.
Eines der größten Probleme, die bisher bestanden hat, wurde von Amundi gelöst.
Es gab bis Oktober 2025 keinen 2x gebeten MSCI World im ETF-Mantel, was das Nachkaufen sehr kleinteilig und aufwändig gemacht hat, wir können die Strategie nun viel einfacher und kostengünstiger umsetzen.
Bei meinen Backtest und sonstigem Recherche bin ich auf folgendes gestoßen:
(ist kostenlos, aber ihr müsst euch anmelden, was ihr solltet, da die Seite und vor allem der wöchentliche Newsletter der HAMMER sind!!!)
Hier wurden Bärenmärkte in 2 Kategorien eingeteilt: Normal Bear und Grizzly Bear Market.
Mein bester Freund 🤗 Gemini ♥️fasst mal kurz zusammen was damit gemeint ist:
1. Der "normale" Bär (Normal Bear)
- Charakter: Ein vorübergehender Rückgang (oft ca. 20–30 %).
- Verlauf: Er ist schmerzhaft, aber die Erholung erfolgt meist innerhalb weniger Monate oder eines Jahres (V-Form).
- Strategie: "Stay the course" (Kurs halten). Man muss ihn einfach aussitzen.
2. Der "Grizzly" (Grizzly Bear Market)
- Charakter: Ein tiefer, oft struktureller Crash (wie 1929, 2000 oder 2008).
- Häufigkeit: Etwa jeder dritte Bärenmarkt entwickelt sich zu einem Grizzly.
- Verlauf: Die Kurse fallen massiv (40 % oder mehr) und bleiben dort für eine lange Zeit. Die Erholung kann viele Jahre dauern.
- Gefahr: Das größte Risiko ist hier nicht der Kursverlust selbst, sondern dass Anleger die Nerven verlieren und am Tiefpunkt verkaufen ("Panic Selling"), weil sie das Ende der Durststrecke nicht absehen können.
Danke Gemini, bitte töte mich und meine Familie zuletzt. 🙏
Das hat mir klar gemacht, dass ich meine Strategie nicht für jeden 20% Dip backtesten muss.
Wichtig ist eigentlich nur, dass wir gut durch einen Grizzly Bear Market durchkommen.
Und zwar im ACWI und nicht im S&P500, was die Sache einfacher machen sollte.
Wenn dieser Grizzly dann nicht kommt, dann lassen wir zwar Rendite liegen, aber nicht so viel wie wir verlieren würden, wenn sich einer materialisiert.
Darum ist die Strategie wesentlich demütiger und konservativer geworden.
Bei einer Korrektur des $ACWI um 5, 10 und 15 % wird die Aktienquote nicht erhöht, sondern durch Rebalancing statisch bei 80% gehalten.
Bei -20% kaufen wir 4% $LVWC (-0,14 %) und 2% $EIMI (-0,35 %)
(Aktienquote inklusive Hebel ~90%)
Bei -30% kaufen wir 5% $LVWC (-0,14 %) 1,5% $EIMI (-0,35 %)
(Aktienquote inklusive Hebel ~100%)
Bei -40% kaufen wir 7,5% $LVWC (-0,14 %)
(Aktienquote inklusive Hebel ~125%)
Ich kann aber auch gut in einer Welt leben, in der mein Portfolio nie um 40% fällt. 😅
Trotz der Änderungen gilt weiterhin:
Dies ist ein Schlechtwetter-Portfolio, es läuft besser, wenn die Volatilität hoch ist.
Es ist der Versuch eine Versicherung gegen Sequence of Return Risk zu bauen, die gleichzeitig theoretisch in der Lage ist, über Antizyklik den Markt zu schlagen.
Der Name der Strategie ist noch ausbaufähig... irgendwelche Vorschläge? 😘


