Hallo an alle (Schweizer) Investoren
Der Titel bringt es eigentlich schon auf den Punkt: Seit einiger Zeit beschäftigt mich das Thema USD zunehmend – und ich komme einfach nicht mehr davon los.
Zwischen dem anhaltend starken Franken und einem Dollar, der sich seit Monaten in einer eher schwachen Verfassung präsentiert, stelle ich mir immer öfter die grundsätzliche Frage, ob es für mich als Schweizer Investor überhaupt noch sinnvoll ist, so stark in US-Einzeltitel investiert zu bleiben.
Konkret überlege ich mir, meine Positionen in US-Unternehmen deutlich zu reduzieren und den freiwerdenden Anteil vermehrt in CHF-Titel umzuschichten. Der Auslöser für diese Überlegungen ist relativ simpel und lässt sich gut an einem meiner Portfolio-Positionen illustrieren: Meine $O (-0,15 %) -Aktien (Realty Income) zeigen mir in der App zwar ein Plus von rund 10 % in USD an – auf den ersten Blick also ein solides Ergebnis. Rechne ich die Währungsentwicklung aber mit ein, sieht das Bild schon ganz anders aus: Unterm Strich bin ich mit dieser Position aktuell effektiv im Minus. Der Kursgewinn wird also komplett vom Wechselkursverlust aufgefressen – und ich bin gerade einmal 1 Jahr in diesem Unternehmen investiert.
Das frustriert mich ehrlich gesagt zunehmend. Wenn sich dieser Trend fortsetzt, stellt sich für mich die Frage, wie viel Sinn es überhaupt noch macht, US-Einzeltitel aktiv im Portfolio aufzubauen oder auszubauen, wenn ein Grossteil der operativen Gewinne durch die Währungsentwicklung wieder zunichtegemacht wird. Man investiert ja letztlich nicht nur in ein Unternehmen, sondern – ob man will oder nicht – gleichzeitig auch in dessen Heimatwährung. Und genau dieser zweite Teil der Gleichung macht mir aktuell einen Strich durch die Rechnung.
Eine bemerkenswerte Ausnahme in meinem Portfolio ist aktuell $AAPL (+0,01 %) . Hier bin ich – trotz der ungünstigen Währungsentwicklung – mit über 40 % im Plus, was zeigt, dass eine wirklich starke operative Entwicklung des Unternehmens den Währungseffekt durchaus überkompensieren kann. Das gibt mir zumindest etwas Hoffnung, dass es nicht per se sinnlos ist, in US-Titel zu investieren – solange man sich der Unternehmen und ihrer fundamentalen Stärke wirklich sicher ist.
Trotzdem bleibt bei mir ein ungutes Gefühl. Deshalb würde mich eure Einschätzung zum Thema USD sehr interessieren: Wie seht ihr die Situation aktuell? Glaubt ihr, dass sich der Dollar mittelfristig wieder erholen kann, oder rechnet ihr eher damit, dass sich die Schwäche fortsetzt? Und ganz grundsätzlich: Denkt ihr, dass sich USD und CHF sich langfristig wieder etwas annähern werden, oder müssen wir uns als Schweizer Investoren einfach dauerhaft mit einem strukturell schwächeren Dollar arrangieren?
Bin gespannt auf eure Meinungen und Erfahrungen – gerade auch von denen unter euch, die ähnliche Überlegungen zur Gewichtung zwischen US- und CH-Titeln in ihrem eigenen Portfolio anstellen.

