10Mon.·

Momentum-Strategien – Die Alternative zu Buy-and-Hold?

Einleitung: Worum geht es?


Viele von euch wissen, dass ich einen Großteil meiner Altersvorsorge in 3xGTAA, 2xSPYTIPS und 1xGTAA investiere. Auf das klassische B&H WeltAG verzichte ich ganz. Warum lege ich meine finanzielle Zukunft in die Hände von Momentum-Strategien? Das fragt ihr ganz zurecht und ich frage mich das auch immer wieder. Schließlich predigen die finanzmarkttheoretisch gebildeten Experten fast unisono B&H WeltAG. Im folgenden Beitrag möchte ich euch (und mir selbst) Rechenschaft für meinen alternativen Investmentansatz geben.


Ich werde euch den konzeptuellen Hintergrund meiner Strategien erklären, insbesondere den von meinem Depot-Flaggschiff „3xGTAA“ (https://www.wikifolio.com/de/de/w/wf03x0gtaa). Er könnte der wichtigste Beitrag sein, den ihr je von mir zu lesen bekommt, insbesondere für die Investoren von 3xGTAA. Wer also seinen finanztheoretischen Horizont erweitern möchte und keine Angst vor ganz grundsätzlichen Überlegungen zum Thema Börse hat, der sei eingeladen zu ca. 10 min wilder Fahrt hinab zu den tiefsten Gründen der Kapitalanlage.


In diesem Beitrag möchte ich der Reihe nach erklären:

1.     Auf welchen finanzmarkttheoretischen Annahmen basiert die klassische „B&H WeltAG-Strategie“?

2.     Was ist die Alternative zu diesen Annahmen und wie leiten sich die Momentum-Strategien aus diesen alternativen Annahmen ab?

3.     Wie vergleichen sich der intuitive Anfänger-Anleger, der strategische B&H WeltAG-Anleger und der taktische Momentum-Anleger?

Disclaimer: Die Grundideen stammen aus der Momentum-Forschung. Die ist allerdings oft fragmentiert und backtest-fokussiert. Eine grundlegende und fokussierte Einführung in das Thema werdet ihr nicht so leicht finden.


1.     Der Klassiker: B&H WeltAG und EMH


 a.    B&H WeltAG


Zuerst möchte ich möglichen Missverständnissen vorbeugen: Anlagetechnische Rohrkrepierer wie Festgeld, Versicherungen oder gemanagte Sparkassenfonds lassen wir hinter uns. Auch Casinowetten wie 10xHebelzertifikate, Meme-Coin-Futures und Kanadische Minen MicroCaps bleiben links liegen. Wunschvorstellungen wie „Reich in 10 Tagen“ oder „Ganz einfach nie wieder arbeiten“ überlassen wir naiven Anfängern.


Unser Referenzpunkt ist die bekannteste und verbreitetste Basisstrategie aufgeklärter Privatanleger: „Sparplan B&H Welt AG“ oder kurz „B&H-Strategie“, d.h. ein passiver, monatlicher Sparplan auf einen global diversifizierten Aktien-ETF oder einen Korb an hochwertigen Einzelaktien. Die meisten verfolgen die B&H Strategie entweder als einfache Ein-ETF-Lösung (ACWI ETF), 70-30 Strategie (MSCI World + Emerging Markets ETFs) oder Core-Satellite-Strategie (ACWI ETF + ETFs/ Weltaktien/Gold/BTC). So wird es auch von den meisten seriösen Finanzexperten empfohlen: das sei der beste Weg für Privatanleger, um langfristig ca. 7% Marktrendite zu erreichen. Mehr Rendite sei nur mit Glück oder mit mehr Risiko (wie z.B. beim Faktor-Investing) erreichbar. Doch wie kommen die Experten eigentlich darauf? Die Antwort findet sich in den zentralen Annahmen der modernen Finanzmarktwissenschaft.



b.    Effizienzmarkthypothese


Die B&H-Strategie folgt nämlich direkt aus der sog. Effizienzmarkthypothese (EMH). Die EMH bezeichnet die Annahme, dass die Kapitalmärkte im Wesentlichen effizient sind, d.h. dass in den Marktpreisen bereits alle verfügbaren Informationen enthalten sind und deshalb die Marktpreise relativ zu den Informationen rational sind. Aus diesen drei zentralen Annahmen über moderne Kapitalmärkte - Effizienz, Informiertheit, Rationalität - folgt, dass es unmöglich ist, den breiten Markt systematisch zu schlagen, ohne ein überhöhtes Risiko einzugehen. Deshalb ist die langfristig beste Strategie für Privatanleger die Abbildung des breiten Aktienmarktes in Form eines passiven, breit gestreuten Index-ETFs (S&P500, MSCI World, ACWI…) ist. Die Hauptaspekte von „Sparplan B&H WeltAG“ leiten sich konkret aus den drei genannten Annahmen ab:


Effizienz -> Sparplan: In den aktuellen Kursen sind alle verfügbaren Informationen enthalten, jede neue Information wird sofort eingepreist. Marktpreise lassen sich deshalb nicht systematisch vorhersagen. Ein monatlicher Sparplan akzeptiert die Markteffizienz und versucht nicht, den Markt (z.B. durch Timing) zu schlagen („Time in the market beats timing the market.“).


Rationalität -> Buy & Hold: Kurzfristig mögen Kurse schwanken, langfristig nähern sie sich immer dem intrinsischen Wert der zugrunde liegenden Anlagen an. Die B&H Strategie ignoriert kurzfristige Schwankungen und versucht lediglich, am langfristigen Wachstum der zugrunde liegenden Fundamentalwerte (bei WeltAG-ETF die Weltwirtschaft) teilzuhaben („Stocks are the best long-term investment.“).


Informiertheit -> WeltAG: Preisänderungen von Einzelweiten basieren allein auf neuen Informationen. Sobald sie bekannt sind, werden sie sofort eingepreist. Die B&H Strategie vermeidet das Einzelwertrisiko durch eine breite Streuung der Anlage und partizipiert lediglich an der allgemeinen Marktrendite von ca. 7%pa (Diversification is the only free lunch.“).


Ein bekannter empirischer Beleg für diese Argumentation ist folgende Graphik von 2021. Sie zeigt, dass ein Privatanleger, der einfach passiv in den breiten S&P500 investiert, deutlich besser fährt als der durchschnittliche Anleger, der versucht, den Markt intuitiv zu schlagen.

attachment


c.    Vor- und Nachteile der B&H WeltAG-Strategie


Vorteile:


Stabilität: Die B&H WeltAG Strategie liefert eine langfristig stabile Marktrendite von über 7%pa. Bisher hat die Strategie in keinem 15-Jahreszeitraum einen Verlust verbucht. Die meisten Privatanleger und Fondsmanager schaffen das nicht.


Sicherheit: B&H WeltAG streut das Risiko über den gesamten Aktienmarkt. Einzelaktienrisiko besteht nicht.

Einfachheit: B&H WeltAG erfordert keine Spezialkenntnisse, keine aktive Verwaltung. Ein MSCI World ETF im Sparplan bei einem Neobroker reicht.


Kosten: Ein MSCI World ETF ist extrem günstig im Kauf und in der Verwaltung, 0,1%pa sind machbar. Keine Versicherung und kein aktiver Fonds kann so günstig arbeiten. Somit arbeitet euer Geld für euch.


Nachteile


Stressrisiko: Aktienmärkte können stark fallen und Anleger bei entsprechenden Nachrichten zu Panikverkäufen genau am Tief verleiten. Wer noch nie einen Crash von -50% oder mehr erlebt hat, ist einem besonders hohem Risiko für irrationales Verhalten ausgesetzt. Dieses Verhalten erklärt auch einen Großteil der schlechten Rendite des Durchschnittsanlegers.


Renditereihenfolgerisiko: Die Möglichkeit von 50% Drawdowns alle 20 Jahre führt mathematisch trotz durchschnittlich über 7%pa Rendite zu einer langfristig sicheren Entnahmerate von knapp unter 3%pa. Dadurch ist sehr viel Kapital für die finanzielle Freiheit nötig, was den Zeitpunkt dafür weit in die Zukunft verschiebt.

attachment


d.    Fazit


Die Strategie B&H WeltAG ist empirisch gut belegt und durch die EMH wissenschaftlich begründet. Trotz der Nachteile ist sie für den durchschnittlichen Privatanleger den eingangs genannten Alternativen überlegen. Was sollte dann das Problem daran sein? Gibt es überhaupt sinnvolle Alternativen zu B&H WeltAG und zur Effizienzmarkthypothese? Gibt es! Also weiter aufgepasst.


2.    Alternative: Momentum und IMH


 a.    Der blinde Fleck: Momentum


Während die EMH die verschiedenen Faktoren (Value, Size etc.) erklären kann (höhere Risikoprämie, Volatilität), bleibt der bedeutendste Stachel im Fleisch der EMH der Momentumeffekt. Er beschreibt die Tendenz von Märkten, eine einmal eingeschlagene Richtung auch in Zukunft länger beizubehalten. Jegadeesh und Titman hatten den Effekt im Jahr 1993 als erste dokumentiert. Sie zeigten, dass US-Aktien, die sich über 3 bis 12 Monate am besten (am schlechtesten) entwickeln, dazu neigen, auch in den folgenden 3 bis 12 Monaten gut (schlecht) zu performen. Viele spätere Untersuchungen haben den Effekt weltweit für weitere Märkte bestätigt.

attachment

Die EMH kann den Momentumeffekt aber nicht erklären! Momentum sorgt für irrationale Übertreibungen in beide Richtungen und widerspricht damit den Annahmen der Effizienz, Rationalität und Informiertheit (bestimmte Unter-Versionen der EMH lassen Raum für zufällige Einflüsse auf Marktpreise, erklären können sie diese aber nicht). Langfristige Studien über verschiedene Märkte hinweg zeigen, dass Momentum-Strategien, die den Effekt systematisch ausnutzen, überdurchschnittliche Renditen bei unterdurchschnittlichem Risiko erzielen. Nach der EMH ist dies unmöglich. Und doch ist es wirklich, wie der folgende Vergleich eines MSCI World mit dem MSCI World Momentum verdeutlicht. Letzterer setzt eine einfache Momentum-Strategie um (Ordne zweimal pro Jahr die Aktien des MSCI World nach ihrer 12-Monats-Performance und kaufe die stärksten 150 Aktien.)

attachment


b.    Ineffizienzmarkt-Hypothese


Wie lässt sich der Momentumeffekt erklären, wenn nicht durch die EMH? Ausgangspunkt für eine Erklärung ist die allseits bekannte Beobachtung, dass der Markt kurz- bis mittelfristig stark von psychologischen und informativen Faktoren der Marktteilnehmer bestimmt ist. Angst und Gier treiben die Kurse oft auf Niveaus, die sich fundamental nur schwer rechtfertigen lassen. Unterschiedliche Zugänge zu relevanten Informationen und ihre korrekte Auswertung führen zu unterschiedlichen Einschätzungen des Marktes durch die Anleger. Folgendes Bild veranschaulicht den Momentumeffekt und seinen logischen Gegenspieler, den Mean-Reversion-Effekt vor dem Hintergrund einer stetigen fundamentalen Entwicklung.

attachment

Der veranschaulichte Sachverhalt sieht fast trivial aus, hat aber enorme Konsequenzen! Denn aus ihm folgt, dass die Kapitalmärkte kurz- bis mittelfristig eben nicht effizient sind. Diese Annahme bezeichne ich in Anlehnung an die klassische Effizienzmarkthypothese (EMH) als Ineffizienzmarkthypothese (IMH). Auch wenn diese Annahme in der klassischen Finanzmarktwissenschaft kaum eine Rolle spielt, ist sie weder neu, noch unbekannt. Es gibt einen eigenen Wissenschaftszweig, der sich mit den Gründen für Markt-Ineffizienzen beschäftigt: die Behavioral Finance.


Die Behavioral Finance erklärt den Momentumeffekt durch verschiedene Effekte, z.B. Verlustaversion (Anleger reagieren empfindlicher auf Verlust als Gewinne), Ankerheuristik (Fehleinschätzungen aufgrund vorheriger Informationen), Unterreaktion (langsame Verarbeitung und Einpreisung von neuen Informationen), Überreaktion (Überoptimismus und Extrapolation bei steigenden Kursen), Selbstüberschätzung (Selbstzuschreibung von Erfolgen und Übergewichtung von Gewinneraktien), Herdentrieb (Orientierung am Verhalten der Masse). All diese Effekte führen dazu, dass Märkte oft auf neue Informationen anfangs zu schwach und später zu stark reagieren. Die Behavioral Finance bestätigt also die IMH und erklärt den Momentumeffekt.


Die IMH stellt die Annahmen der EMH auf den Kopf. Wenn die Kapitalmärkte kurz- bis mittelfristig ineffizient, irrational und uninformiert sind, dann ist es vielleicht doch möglich den breiten Markt systematisch zu schlagen – mit einer entsprechenden Momentum-Strategie! Die Hauptaspekte der Momentum-Strategie leiten sich aus der Umkehrung der zentralen Annahmen der EMH durch die IMH ab:


Ineffizienz -> Trendfolge: Marktpreise folgen kurz- bis mittelfristig mit höherer Wahrscheinlichkeit einem einmal eingeschlagenen Trend. Die Momentum-Strategie nutzt diese Markt-Ineffizienz, indem sie auf die Fortsetzung des aktuellen Trends setzt („The trend is your friend.“).


Irrationalität -> Preisfolge: Märkte können längere Zeit über- oder unterbewertet sein und sich weiter in irrationale Richtungen bewegen. Die Momentum-Strategie ignoriert fundamentale Über- oder Unterbewertungen und folgt einzig den Preisbewegungen („Markets can stay irrational longer than you can stay solvent.“).


Uniformiertheit -> Marktrotation: Verschiedene Märkte befinden sich jeweils in anderen Phasen der Informationsverarbeitung. Eine effektive Momentum-Strategie beobachtet verschiedene, unkorrelierte Märkte und investiert stets in steigende Märkte, während sie fallende meidet („There is always a bull market somewhere.“).


Folgende Grafik zeigt die Grundidee der einfachsten Form einer Momentum-Strategie: „Investiere in einen Index, wenn er über dem einfachen gleitenden 200-Tage-Durchschnitt notiert.“ Im Gegensatz zur B&H-Strategie wäre eine Momentum-Strategie nur in den grünen Phasen investiert. Im Ergebnis würde die Momentum-Strategie eine positive Rendite einfahren, während B&H insgesamt bei 0 bliebe.

attachment

Einen empirischen Beleg der Effektivität von Momentum-Strategien gibt folgender Vergleich mit der B&H ACWI-Strategie im Zeitraum 1971-2015 von Antonacci, dem Erfinder der "Dual Momentum Strategie". Wie man sehen kann, folgt der größte Teil der Überrendite nicht aus einer Outperformance in Bullenmärkten, sondern aus dem Vermeiden von Bärenmärkten. (Absolutes Momentum: Halte S&P500 wenn er höher als vor einem Jahr steht. Relatives Momentum: Halte S&P500, Ex-USA-Märkte oder Anleihen, je nachdem was die beste 12-Monatsperformance hat. GEM: Halte S&P500, Ex-USA-Märkte oder Anleihen, je nachdem was die beste 12-Monatsperformance und höher als vor einem Jahr steht.)



c.    Vor- und Nachteile von Momentum-Strategien


Vorteile


Überrendite: Momentum-Strategien können langfristig systematisch deutliche Überrenditen erzeugen.


Risikosenkung: Die geringeren Drawdowns von Momentum-Strategien senken das Renditereihenfolgerisiko. Dadurch steigt die sichere Entnahmerate und sinkt das Alter der finanziellen Freiheit deutlich. 


Stresssenkung: Das Investment in steigende Assetklassen senkt statistisch die Wahrscheinlichkeit von Crashes und damit das Risiko von Fehlentscheidungen unter Stress.


Nachteile


Komplexität: Einfache Momentum-Strategien können entweder das Risiko senken, aber nicht die Rendite steigern (MSCI World + SMA200) oder umgekehrt (MSCI World Momentum). Die Steigerung der Rendite bei gleichzeitiger Senkung des Risikos erfordert komplexere Strategien. Für den Aufbau solcher Strategien sind tiefergehende Kenntnisse der Eigenschaften von Assetklassen (Korrelationen, Währungseinflüsse, ETF-Angebot) und von Backtests (Parameter-Optimierung, Modell-Programmierung, Vermeidung von Overfitting) nötig.


Aktivität: Die Umsetzung einer Momentum-Strategie erfordert Disziplin, Geduld und Aufmerksamkeit über viele Jahre und Jahrzehnte hinweg: das Portfolio muss regelmäßig überprüft und die Zusammensetzung entsprechend angepasst werden. Zwar lassen sich Momentum-Strategien entwerfen, die nur einmal pro Monat eine Signalauswertung und -umsetzung erfordern. Aber die psychologische Gefahr, nach einer längeren Zeit der Underperformance, von der gewählten Strategie abzuweichen, ist statistisch sehr hoch. Dies ist auch der Hauptgrund, warum sich komplexe Momentum-Strategien wie 3xGTAA nur für erfahrene Anleger eignen, die verstehen, dass jederzeit 20% Drawdown passieren können.


Kosten: Durch die regelmäßigen Umschichtungen des Portfolios können höhere Handelskosten und Steuern anfallen. Die Wahl günstiger ETFs mit geringer iXLM, eines günstigen, zuverlässigen Brokers und ggf. eines steuerfreien Mantels wirken sich deutlich auf die Performance aus. Ein Fehler in einem dieser Punkte kann eine Strategie unprofitabel werden lassen.


Die Schwierigkeit, ein optimales Momentum-Modell zu finden ist in folgender Grafik aus der Momentum-Forschung erkennbar. Jeder Punkt auf der Fläche repräsentiert eins von 575 möglichen Momentum-Portfolios am deutschen Aktienmarkt. Es zeigt die Monatsrendite (Avg. mon. return) abhängig von der Lookback-Periode (J-Ranking Period) und von der Halte-Dauer (K-Holding Period) im Zeitraum Dezember 1989 bis Januar 2018. Man sieht: am schlechtesten performt eine Strategie mit 1 Mon. Lookback und 1 Mon Haltedauer, am besten mit 10 Mon Lookback und 3 Mon Haltedauer (roter Punkt).

attachment


d.    Fazit


Der Momentumeffekt ist historisch und systematisch erwiesen. Das ermöglicht eine Kritik an der klassischen Effizienzmarkthypothese und die Suche nach Alternativen zur klassischen B&H WeltAG -Strategie. Komplexere Momentum-Strategien wie z.B. 3xGTAA versprechen dabei systematisch deutlich höhere Renditen und geringere Risiken als in klassischer Perspektive möglich. Der Aufbau und die Umsetzung solcher Momentum-Strategien erfordern jedoch überdurchschnittliche Kenntnisse und Aktivität. Sie sind für Privatanleger durchaus machbar, aber nicht unbedingt für alle geeignet.


3.    Vergleich der Anlagestrategien


Folgende Tabelle vergleicht die entscheidenden Charakteristika der drei wichtigsten Anlegertypen- und Strategien (es gibt natürlich noch mehr, z.B. Daytrading, Value Investing etc., aber diese sollte sich jeweils irgendwo in dem Spektrum einordnen):

attachment


4.    Schluss: Die Entscheidung


Warum also Momentum-Strategien statt B&H-Strategie? Kurz gesagt: Weil sie auf finanzmarkttheoretischen Annahmen basieren, die deutlich höhere risikoadjustierte Renditen als B&H WeltAG ermöglichen.  


Die Entscheidung, ob B&H oder Momentum hängt maßgeblich von dem eigenen Verständnis der Finanzmärkte ab: Halte ich die Märkte für rational oder emotional bestimmt? Die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo dazwischen: kurz- bis mittelfristig sind sie eher emotional getrieben, Kurse müssen nichts mit intrinsischen Werten zu tun haben; langfristig sind sie eher rational, Kurse finden letztlich immer zu ihren intrinsischen Werten zurück.


Was bedeutet das für die Wahl der eigenen Strategie? Für den Laien ohne weitere Kenntnisse ist wahrscheinlich der einfachste und sicherste Weg, auf die langfristige Effizienz der Märkte zu setzen mit B&H WeltAG. WeltAG-ETF, Sparplan, Schlaftablette, 7%pa. Wer mehr möchte und bereit ist, sich die nötige Kenntnis und Disziplin anzueignen, kann die kurzfristigen Ineffizienzen der Märkte ausnutzen über Momentum. Modellbau, Signalumsetzung, Durchhalten, >10%pa.


Die Entscheidung liegt bei jedem selbst. Ich habe mich entschieden. Und ich lade jeden ein, Teil des Paradigmenwechsels in der Kapitalanlage zu werden. Noch fristet Momentum ein Schattendasein unter den Anlagestrategien!


Wer von euch bleibt lieber im EMH-Paradigma und wer wagt den Paradigmenwechsel? Die vielleicht wichtigste Entscheidung in eurem Finanzleben!


5.     Literatur


Gary Antonacci: Doppeltes Momentum für doppelte Gewinne, 2015.


Gary Antonacci: Absolute Momentum: A Simple Rule-Based Strategy and Universal Trend-Following Overlay https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=2244633


Meb Faber: A Quantitative Approach to Tactical Asset Allocation https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=962461


6.     Quellen der Abbildungen

https://www.reddit.com/r/Bogleheads/comments/168983q/20_year_annualized_returns_by_asset_class/#lightbox

https://www.justetf.com/en/academy/commodities-and-inflation.html

https://www.freestoxx.com/de-lu/boerse/boerse-artikel/update-zur-momentum-forschung-2019-bis-2024-n1245

https://medium.com/gradient-growth/trading-styles-mean-reversion-v-trend-following-896aee482f40

https://www.optimalmomentum.com/why-does-dual-momentum-outperform/

251
111 Kommentare

Profilbild
Wieder mal was für die Kategorie „Best of“💥
@Kundenservice

Das Zitat von Antonacci ein Highlight für mich: „…der größte Teil der Überrendite kommt nicht aus einer Outperformance in Bullenmärkten, sondern aus dem Vermeiden von Bärenmärkten.“

Sonst liest man ja eher Posts ala „…wenn du die besten x Börsentage versäumst, dann…“😅
24
Profilbild
10Mon.
@TomTurboInvest Danke! Das Zitat ist übrigens nicht vom Antonacci. Er hat andere, sehr gute Sachen gesagt. 😉
2
Profilbild
9Mon.
@TomTurboInvest Wenn du den Artikel in der Best of - Kategorie sehen willst, dann verlinke doch den Kundenservice ;-) Ich glaube, vorher rühren die sich nicht. Angesichts der vielen Likes und des für die Community relevanten Themas wäre es doch schade, wenn der Artikel im Nirvana versackt. Oder?
1
@Epi Das Paper von Antonacci ist nicht mehr verfügbar (Link in deiner Bio). Vielleicht tut es auch dieses?

https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=2042750
1
@Epi
ChatGPT zu obiger Arbeit von Antonacci:

„Das Paper untersucht die Dual Momentum Strategie, die sowohl absolute (zeitbasierte) als auch relative (vergleichende) Momentum-Signale nutzt, um Anlageentscheidungen zu optimieren. Die Studie zeigt, dass diese Strategie historisch höhere Renditen bei gleichzeitig geringerer Volatilität und Drawdowns als traditionelle Buy-and-Hold- oder einfache Momentum-Strategien erzielt hat. Durch den kombinierten Einsatz von relative strength momentum (Vergleich verschiedener Assets) und trend-following momentum (Beachtung des allgemeinen Trends) können Anleger Marktrückgänge effektiver vermeiden. Empirische Analysen belegen, dass Dual Momentum über verschiedene Marktphasen hinweg robust bleibt und langfristig bessere risikoadjustierte Renditen liefert.“

Ich hab meine Frau überzeugt und werde etwas in dein Wikifolio-Zertifikat investieren.
2
Profilbild
9Mon.
@Gehebeltes-EFH Danke für den Hinweis auf den Artikel!
Beim Zertifikat wünsche ich dir und uns viel Glück! Ich hoffe, du hast verstanden, wie und warum es funktioniert.
Profilbild
8Mon.
@TomTurboInvest Hat ja geklappt, danke! 👍
1
Herzlichen Dank für den wieder einmal tollen Beitrag und für das „Brennen“ für dieses Thema! Du hast mich damit bereits „angesteckt“!

Wie schon BigMo geschrieben, würde mich interessieren wie du derzeit hier an die steuerliche Situation herangehst und wie du mit „hoffentlich“ steigendem Kapital damit umgehen wirst?

Zudem würde mich interessieren, welche Märkte, Klassen derzeit mit dieser Strategie praktikable sind (gesehen habe ich bereits, dass der EM derzeit schwierig ist) und auf welche Indikatoren du derzeit in den einzelnen Märkten/Klassen setzt? Gerne auch in einer Gruppe!
7
Profilbild
10Mon.
@gorehammer Danke!
Ja, die Steuerfrage ist ebenfalls nicht tivial. Wenn man die Frage nicht knackt, geht ein großer Teil der Überrendite drauf. Aber es gibt ein paar Lösungen.
Ich habe mein Depot auf verschiedene Strategien aufgeteilt (Diversifikation!). Ein einfaches GTAA-Modell läuft über einen Versicherungsmantel (mylife rente). 3xGTAA läuft z. Z. noch z. T. über Wikifolio.
Ab einer definierten Größe werde ich für 2xSpytips einen weiteren Versicherungsmantel besparen (mylife invest). Und für Gold habe ich eine Strategie, deren Haltedauer deutlich über ein Jahr beträgt.
Profilbild
10Mon.
@gorehammer Zur aktuellen Situation: die ist nicht einfach. Es gibt viele Umkehrungen und Trendbrüche gerade. Bei der hohen Vola schwanken mehrere zudem Assetklassen um meine Signallinien.
Grundsätzlich scheinen sich aber von den von mir beobachteten Märkten Europa (insbes. Euro Value), Gold und Rohstoffe gut zu halten.
Mehr Klarheit erhoffe ich mir in 1-2 Monaten. Ich fürchte aber, es bleibt kompliziert.
Profilbild
Wieso ist ein Momentum-World-ETF dann nicht die einfachere und bequemere Lösung für die B&H WeltAG-Strategie?
5
Profilbild
@GreenWash Die Grafik legt nahe, dass damit Outperformance möglich ist. Es gibt aber noch sehr viel raffiniertere und profitablere Momentum-Strategien.
2
Profilbild
10Mon.
@GreenWash World Momentum ETF ist, wie geschrieben eine Möglichkeit, etwas Überrendite zu bekommen. Ich denke, so 2-3%pa sind drin. Allerdings hast du auch mehr Vola.
Wenn du 10%pa Überrendite willst und trotzdem weniger Risiko, dann geht das nur mit raffinierteren Modellen.
Der Witz ist ja, dass die EMH sagt, das ist unmöglich. Im Artikel habe ich versucht zu zeigen, dass es doch möglich ist.
4
Profilbild
Hey da kann jemand Studien lesen :) guter Beitrag, zum Thema EMH in Zeiten von Behavioral finance lässt sich noch ein ganzer Beitrag schreiben

Ich denke die world b&H wird empfohlen weil sie tatsächlich passiv in jeglichem Sinne und am einfachsten zu verstehen ist. Dieses vereinfachte Verständnis ist genau das richtige für die meisten, die eine momentum zu fordernd finden
(Meine Eltern würde im Leben nicht in momentum investieren.)
4
Profilbild
10Mon.
@leveragegrinding Da gebe ich dir auf jeden Fall recht: B&H WeltETF ist für Laien die wahrscheinlich beste Lösung.

Das einzige reale Problem ist die Psyche. Sehr viele Laien verkaufen Nahe Tief in Panik und kommen dann auf ihre 3%pa. Diese Gefahr haben deine Eltern in jedem Fall auch.

Die wohl einfachste Strategie für Laien ist SMA200 - die vermeidet die Crashs und erreicht die Performance von B&H WeltETF bei 1/3 Vola. Hier ist allerdings ebenfalls die Psyche das Problem. Wenn nämlich mal ein Sägemarkt ist und die Strategie underperformt, tendieren Anfänger dazu, die Strategie abzubrechen bevor sie wieder aufholen kann.

Die Anlegerpsyche ist also irgendwie immer das größte Problem und der größte Renditekiller. Das habe ich bisher zwar theoretisch gewusst, aber nie wirklich praktisch handhaben können. Das ist vielleicht mein nächstes Projekt der kommenden Jahre. 💪
1
Profilbild
@Epi meine Eltern wissen ihre broker Passwörter nicht mal auswendig und checken auch keine Kurse,😂

Aber hast 100% Recht
1
Profilbild
10Mon.
@leveragegrinding Ideale B&H WeltETF Strategen, deine Eltern! 😅
1
Profilbild
@leveragegrinding das ist bei B&H elementar wichtig. Ich bin grundsätzlich auch tendenziell B&H forever. Ich prüfe aber regelmäßig meine Werte. Wenn da absehbar ist, dass sie Probleme bekommen, die langfristig das Fortbestehen des Unternehmens gefährden oder keine positiven Cashflows in den nächsten Jahren erwarten lassen, fliegen sie raus.

Hab mir diverse Regeln aufgestellt, die ich vor Käufen und Verkäufen beachten muss. Sind so ziemlich die einzigen Regeln, an die ich mich pedantisch halte.

Hat mich auch schon vor ein paar Panik-Verkäufen bewahrt 🙃. Wobei das jetzt schon einige Jahre her ist. Mit der Zeit braucht es die eigentlich gar nicht mehr. Die tägliche Vola ist in etwa der Höhe mehrerer Gehälter; wäre man da nicht in der Lage entspannt zu reagieren, sollte man wirklich ausschließlich in Versicherungsprodukte investieren, an die man nicht drankommt mMn.
1
Profilbild
@KevinE ich kümmer mich um die Gewichtung der ETFs, wenn man keiner Sekte beitritt und 70% US Anteil hat ist das Risiko auch ohne zwischencheck der großen Asset ja übersichtlich :)
2
Profilbild
3
Profilbild
Danke für den tiefen Einblick. Wirklich spannend. Leider habe ich keine Lust meine Zeit dafür zu nutzen. Daher ist B&H für mich ideal. 1/4 der Sparrate geht in den $VWRL , für den Rest nehme ich mir kurz Zeit um zu schauen welcher Titel grad attraktiv ist und stocke auf oder kaufe ggf. neu. Meine Zeit geht Damian die Familie und den Verein (bin Jugendvorstand und U13 Trainer)
3
Profilbild
@DerMartin " für den Rest nehme ich mir kurz Zeit um zu schauen welcher Titel grad attraktiv ist und stocke auf oder kaufe ggf. neu." Z.B. die von @Epi beschriebene 2xSPYTIPS Strategie nimmt wesentlich weniger Zeit in Anspruch.
1
Profilbild
@Redfox77 Das kann sein. Vorher müsste ich es aber durchdringen. Das tu ich leider nicht.
1
Profilbild
@DerMartin Kennst du diesen Beitrag: https://app.getquin.com/de/post/RlByJFXXRm/mehr-rendite-weniger-risiko-mit-der-2xspytips-strategie ? Nicht zu lang und sehr verständlich erklärt.
Profilbild
@Redfox77 man muss dann aber auch bereit sein, in Korrekturphasen wie jetzt einen Monat lang einen gehebelten MSCI USA zu halten. Kann mir nicht vorstellen, dass das für jeden etwas ist. Der Teil meines Portfolios der diese Strategie fährt ist jetzt bummelig 18% im Minus. Wer damit Probleme hat, dem könnte das zu schaffen machen.
1
Profilbild
@Psychedelic_Sunflower Absolut. Ich bin gerade dabei, die gleiche Erfahrung zu machen 😉. Ich bin im Februar erst eingestiegen, der Plan war (und ist), jeden Monat aufzustocken. Die März Tranche habe ich erst Ende der Woche investiert, deshalb begrenzt sich mein Minus auf 8%.
1
Unfassbar interessanter Artikel auch wenn es für mich nach 2x durchlesen immer noch extrem kompliziert klingt. Drücke Dir die Daumen und glaube auch dass das extrem gut sein kann wenn man wie Du schreibst das entsprechende Wissen aufbaut. Das trau ich mir nicht zu bzw habe/möchte ich die Zeit dafür nicht.
3
Profilbild
10Mon.
@Migu11 Danke!
Kann ich voll verstehen. Ohne Zeit und Ahnung sollte man, wie geschrieben, ganz demütig B&H WeltETF machen.
Als Alternative ginge nur noch das hybride B&H Momentum-Strategie-Produkte. Aber die laufen oft anders als der Markt, was man ebenfalls durchhalten muss. Dazu muss sie wiederum zumindest ansatzweise verstanden haben.
Kommt drauf an, wieviel Zeit einem die Überrendite und die potentiell frühere Rente wert ist. Ich selbst finde den Moment-Stundenlohn sehr gut. 😁
@Epi is schon ein Argument :-D
1
Profilbild
Ja okay ich kümmer mich darum, endlich mein Just Trade Depot zu eröffnen, wenn ich Dienstag aus Schottland zurück komme, um wikifolio zu traden. Ich schwörs!

Kann mich eh nicht wirklich verweigern. Bin ja schon heute mit meinem Multifaktor Depot bei 30% MSCI World Momentum 😅
2
Profilbild
10Mon.
@SchlaubiSchlumpf Schottland Anfang März? Habe ich mich noch nicht getraut. 😅Wie ist es?

Deinen hybriden Ansatz habe ich im Beitrag nicht erwähnt: Investiere per B&H in Produkte, die Momentum-Modelle umsetzen.

MSCIWorld Momentum bringt ja langfristig auch eine hübsche Überrendite. Allerdings auch mit etwas mehr Risiko. Mehr Rendite mit weniger Risiko geht nur mit komplexeren Modellen wie GTAA. 😁
Profilbild
@Epi wir haben Glück. Bis auf den Versuch einer Bergbesteigung. Bei 900 Höhenmetern war der Eind so stark, dass es einen zur Seite gestoßen hat. Da haben wir dann doch lieber abgebrochen. Aber ich glaube Schottland ist immer etwas risikobehaftet. Wir haben (noch) Familie hier in Glasgow. Da bietet es sich an, diese zu besuchen und dann von Glasgow aus Rucksacktouren zu unternehmen 😄

Ja an und für sich mag ich meine. Hybriden Ansatz. Finde ihn etwas greifbarer und er fängt statistisch zumindest einen Teil des Risikos eines all world auf. Insbes. Renditereihenfolgerisiko und ein wenig wird auch das Gesamtmarktrisiko diversifiziert.

Deine GTAA könnte ich so gesehen als weitere (etwas unzuverlässigere) Diversifizierung nutzen. Unzuverlässiger nicht, weil sie nicht funktioniert, sondern weil sie nur zeitweise in andere Assets als ich es ohnehin tue investiert. Allerdings ist sorgt sie halt gerade in den schwierigen Marktphasen (unter 200 Tage Linie) für etwas Diversifikation, da deine GTAA Strategie dann nicht investiert ist.
1
Profilbild
@Epi jetzt wollte ich das mal aus Schottland heraus machen, weil der doofe Broker nur Video Ident zulässt. Das Ergebnis: 3 Minuten warten, nur um beim Telefonat eine verbuggte App zu haben. 2. versuch 1,5 Minuten warten, nur um mich mit osteuropäischen Akzent anmeckern zu lassen, weil ich irgendwelche Kunststücke mit dem Finger und Hologramm nicht richtig mache. Ich Versuchs nochmal wenn ich mich masochistisch fühle 😂
1
Profilbild
10Mon.
@SchlaubiSchlumpf Ich würde es nicht überstürzen mit 3xGTAA. Gerade scheint das Modell eh in einer Findungsphase zu sein. Hohe Vola in alle Richtungen.
Vielleicht schreibe ich noch einmal einen Beitrag zur Logik von 3xGTAA. 🤔
In Boomphasen ist das Modell ja voll dabei. In Phasen, in denen die Aktienmärkte unter SMA200 liegen, eigentlich auch. Es betrachtet Aktienmärkte gar nicht als Referenz, sondern als eine Assetklasse neben anderen. Wenn Rohstoffe und Anleihen boomen und die Aktienmärkte fallen, dann hebelt das Modell eben dort. Das war die letzten Monate kaum spürbar im Vergleich zu anderen Portfolios auf GQ, weil gefühlt alles gestiegen ist. Es ist aber gar nicht alles gestiegen, Rohstoffe, Anleihen, EM dümpeln und warten auf ihre Chance. Spätestens wenn die laufen, werden sich Differenzen zeigen.

Was ich sagen will: Diversifikation kommt nicht von den gehaltenen Assets, sondern von den verfolgten Strategien. Genauer: von den geringen Korrelationen zwischen den Strategien. Darauf sollte man achten!

Noch viel Spaß im windigen Norden!
1
Profilbild
@Epi danke!

Das meinte ich ja. Deine Strategie investiert ja nur in Aktienmärkte wenn sie über dem SMA 200 liegen. In anderen Fällen nicht. D.h. Für mich die Korrelation wird in den Phasen über 200 (und sich ein Aktienmarkt gegenüber anderen Assets gemäß deinen Kriterien durchsetzt voraussichtlich wesentlich höher sein, als wenn es drunter liegt). Man kann es ja langsam besparen. Mache ich wie bei Krypto eh nur in den Mengen, wo mir die Vola nicht so weh tut.

Hab jetzt nen Broker gefunden, der e-Ausweis kann 😂 schiebe es ja schon seit Monaten vor mir her.
1
Profilbild
@SchlaubiSchlumpf welchen Broker hast du gewählt? Ich suche noch einen geeigneten.
Profilbild
@Scepp Smartbroker plus 👍🏻
2
Profilbild
Denkst du, dass ggf durch Algorithmen und dem Vertrauen von Menschen auf KI langfristig diese ineffizienten kleiner werden, weil weniger aktive Falschentscheidungen getroffen werden?
2
Profilbild
@SchlaubiSchlumpf kleiner ja, weg nicht.
1
Profilbild
@leveragegrinding hätte ich auch gesagt. Zumal übergreifende Entscheidungen immernoch von Menschen getroffen werden. Investieren oder nicht investieren (oder raus gehen), das bleibt die Frage.
Profilbild
10Mon.
@SchlaubiSchlumpf Möglich, dass KI langfristig was ändert. Bisher ist aber trotz aller finanztechnischer Innovationen der Momentumeffekt geblieben. ETFs, Hedgefonds, Passive Strategien - Momentum bleibt. Warum? Tja, ich vermute, weil immer noch Menschen im Markt agieren. Auch KIs werden von Menschen programmiert und versuchen, Momentum zu nutzen und wenn es nicht läuft, stoppen Menschen halt die KI.
Vor ca. 2 Jahren hat ein junger Trupp aus München das erste handelbare KI-Zertifikat aufgesetzt. Im Backtest 20%pa. Hat in Realität 0% gemacht. Bevor das Modell aufholen konnte, wurde es vom Emittenten wieder eingestampft. Solange das so ist, wird es trotz KI Momentum geben. 😬
1
Danke, das sind die Beiträge weshalb wir auf GetQuin einsteigen und lesen. Von mir bekommst du einen GQ-Award 🏆.
Inwieweit die Strategie noch Überrenditen erwirtschaften kann, wenn es keinen Steuermantel gibt…? Wäre interessant so BreakEven.
2
Profilbild
@ThiloM Wenn du eine gute Strategie hast, sollte die Rendite so viel höher sein als mit B&H, dass es sich trotzdem lohnt. Aber das Steuerthema ist definitiv zu beachten, da hast du Recht.
Profilbild
10Mon.
@ThiloM Danke! Die Steuerfrage sollte bei jedem Modellbau beachtet werden. Meist senkt sie die Rendite um 20-25%. Wenn dein Modell in der Theorie 20%pa verspricht, darfst du in der Praxis nach Steuern nur 15%pa erwarten.

Aber zum Glück gibt es ja Steuermäntel. 💪
Profilbild
Der Orange Mann bereitet uns 4 Jahre sehr viel Momentum. Danke für den tollen Beitrag
1
Profilbild
10Mon.
@Tenbagger2024 Auf jeden Fall wird er uns Volatilität bringen. Ob das Momentum insgesamt nach oben oder unten zeigen wird, werden wir sehen. Die Statistik spricht eher gegen Eichhörnchen.
1
Profilbild
10Mon.
Mehr Arbeit in das Portfolio stecken und dafür erwiesenermaßen auch mehr Rendite erhalten? So fair kann der Aktienmarkt sein! 😁

Hört sich für mich so an als würde 3xGTAA aus steuerlichen Gründen am besten in einer vermögensverwaltenden GmbH funktionieren.

Danke für den detaillierten Artikel!
1
Alle 2 weiteren Antworten anzeigen
Sehr schöner Beitrag, ich setze aktuell auf unterbewertete Aktien um dann ausnutzen wenn sie wieder ihren Fair Value erreichen
1
Alle 2 weiteren Antworten anzeigen
Profilbild
Mal wieder ein super Beitrag von dir, danke!
1
Profilbild
https://getqu.in/CNMgGw/

Auch ein guter Beitrag zu dem Thema
1
Alle 8 weiteren Antworten anzeigen
Profilbild
Sehr interessanter Artikel.
1
Profilbild
Die EMH sagt übrigens aus, dass der Markt hinreichend effizientest ist, dass man ineffizientenzen nicht systematisch ausnutzen kann.

Wenn man das mit der evolutionären Portfoliorheorie kombiniert, hat das zur Folge, dass wenn so eine Strategie hinreichend lange funktioniert, sich Strategien entwickeln werden, die versuchen werden diese Strategien auszubeuten.

Die Frage ist also, aber wann würdest du merken, dass die Strategie nicht mehr funktioniert? 🤔
1
Antwort anzeigen
Profilbild
Thanks for this super post! I am interested on backtesting, which software do you use?
1
Antwort anzeigen
Profilbild
Wundervoller Beitrag
1
Profilbild
Super Beitrag! Danke dir
1
Antwort anzeigen
Profilbild
Super!
1
Profilbild
Danke für den spannenden Beitrag!
1
Thanks!
1
Profilbild
Pure Qualität. Danke dafür!
1
Profilbild
Ein wirklich interessantes Thema. Und auch sehr gut geschrieben. Die meisten langen Texte verlieren bei mir recht Schnell an Interesse, aber dieser hier liest sich echt klasse.

Ist aufjedenfall eine strategie über die man nachdenken könnte. Jedoch da ich erst seit 1 Monat Investiere und ich noch am Lernen bin ist es zum derzeitigen Zeitpunkt und Wissensstand für mich noch nicht umsetzbar. Denke mal das man dort sehr viel mehr lernen muss wie das was ich jetzt bisher weis. 😊

Aber ich habe mir mal als Lesezeichen gespeichert um später darauf zugreifen zu können 😊👍
1
Alle 3 weiteren Antworten anzeigen
Profilbild
Das hab ich das letzte Mal vergessen. Danke für neue Blickwinkel.
1
Profilbild
1
Antwort anzeigen
Profilbild
Ich finde den Ansatz sehr interessant, durchzuckere ihn aber noch nicht so wirklich.
Ich hatte einmal überlegt wenigstens irgendwann meine Basis mit einen USD TIPS ETF und eine Position Gold gegen höhere Drawdowns abzusichern. Bisher bin ich das aber noch nicht angegangen.

Ich denke ich werde mir das bei dir noch eine Weile einfach anschauen, die Renditen vergleichen und warten bis ich mich traue. 😄🫶🏻
Danke für deine Arbeit!
Ich finde das Thema total spannend. Ich verstehe zwar nur einen Bruchteil aber man kann ja immer lernen :) Eine Frage stellt sich mir aber (du hast es nur kurz erwähnt): wie machst du es mit den Steuern? Was meinst du mit Mantel? Ich verstehe es so, dass ich bei 26% Kapitalertragssteuer jedes mal ja mindestens 27% im Plus sein müsste um einen Profit zu erreichen.
Antwort anzeigen
Profilbild
@Epi
Wie verhält sich deine Momentum Strategie aktuell? Du hattest ja mal anklingen lassen, dass du gespannt bist wie es bei Down-Phasen reagiert.

Update wär interessant 😉
Lg.
Antwort anzeigen
Werde Teil der Community