Oder auch: Volatilität, Dividenden und warum das Finanzamt mein größter Kostenfaktor war
2025 ist vorbei und rückblickend war es ein Jahr, das wirklich alles hatte. Volatile Märkte, politische Dauerbeschallung, ein Depot mit eigenen Ideen und ein Privatleben, das sich herzlich wenig dafür interessiert hat, ob der Markt gerade rot oder grün ist.
Am Ende steht trotzdem ein Jahr, mit dem ich insgesamt sehr zufrieden bin.
Markt und Performance 2025
Blickt man auf die großen Indizes, war 2025 alles andere als langweilig:
- S&P500 schwankte stark und schloss das Jahr leicht negativ bzw. seitwärts (in EUR).
- MSCI World konnte über das Jahr aufholen, blieb aber ebenfalls ohne große Euphorie.
- DAX lief konstant davon und lag zeitweise über 15 Prozent im Plus
Mein Depot war wie gewohnt defensiver aufgestellt. In guten Marktphasen habe ich Rendite liegen lassen, in schwachen Phasen dafür deutlich weniger verloren. Genau das hat sich vor allem im Frühjahr und im Sommer bezahlt gemacht.
Das ursprünglich gesetzte Ziel von 130.000 Euro Depotwert (alle Depots zusammen) konnte ich zum Jahresende tatsächlich erreichen. Nicht geradlinig, nicht ohne Umwege, aber erreicht ist erreicht.
Einzelaktien und typische 2025 Kandidaten
2025 hatte einige klare Gewinner, aber auch Werte, die mir regelmäßig Geduld abverlangt haben.
Zu den stärkeren Phasen gehörten unter anderem
- Eli Lilly ($LLY (-1,78 %) ) mit mehreren zweistelligen Monatsgewinnen
- Tesla ($TSLA (+2,27 %) ) mit typischen +30 Prozent Monaten, gefolgt von ebenso typischen Rücksetzern
- UnitedHealth ($UNH (-0,56 %) ) als absolute Achterbahn mit Monaten zwischen -20 Prozent und +15 Prozent
Auf der anderen Seite standen
- Texas Instruments ($TXN (+1,54 %) ), stark beeinflusst durch Zölle und politische Unsicherheiten
- Ferrari ($RACE (+1,68 %) ) mit eher enttäuschender Entwicklung trotz starker Marke
- Klassische Konsumwerte wie Nestlé ($NESN (+1,28 %) ) oder Procter & Gamble ($PG (+0,27 %) ), die zeitweise überraschend schwach waren
Unterm Strich hat sich aber wieder gezeigt, warum ich auf breite Streuung und defensive Werte setze.
Dividenden 2025, mein persönliches Highlight
Der Bereich, der mir 2025 am meisten Freude gemacht hat, waren ganz klar die Dividenden.
Fast jeder Monat lag über dem Vorjahr. Teilweise sehr deutlich:
- Februar rund +65%
- März rund +29%
- April knapp +50%
- Juni über +110%
- September rund +45%
- Dezember etwa +12%
Der Juli war erwartungsgemäß schwach, aber das gehört dazu.
Am Jahresende habe ich mein persönliches Ziel von rund 2.400 Euro Netto Dividenden erreicht bzw. sogar minimal übertroffen. Es sind letztlich insgesamt Netto 2491,38€ geworden. Für mich ein extrem wichtiger Punkt, weil diese Zahl unabhängig von der Marktstimmung ist. Die Dividenden kamen auch dann, wenn die Kurse gefallen sind oder der Markt kollektiv schlechte Laune hatte.
Meine Dividendentreppen sehen auch gut aus.
Wenn es gut läuft, dann bekomme ich in 2026 sogar bereits 3000€ Netto Dividende. Dafür müsste nur der USD eeeetwas stärker werden.
Depot Umbau und bessere Übersicht
Im Sommer habe ich mein Depot optisch neu sortiert.
- Aktiendepot mit Einzelwerten (und Gold)
- Rentendepot mit den ETFs
$XEON (+0,01 %) als separater Baustein für die spätere Darlehensablösung
An der Strategie hat sich nichts geändert, aber mental war das ein riesiger Vorteil. Seitdem ist klar, was bewertet werden muss und was einfach laufen darf. Der Blick aufs Depot ist entspannter geworden und die Rückblicke sind deutlich strukturierter.
Der Notgroschen und das Jahr der Rechnungen
2025 war auch das Jahr, in dem mich das Thema Notgroschen sehr deutlich eingeholt hat.
- Autoreparaturen im Bereich von rund 1.500 Euro
- Steuernachzahlung von über 4.000 Euro
- Zwischendurch die charmante Idee des Finanzamts, zusätzlich noch 6.500 Euro Vorauszahlung anzusetzen
Am Ende wurde das zwar korrigiert, aber der Schaden war da. Der Notgroschen war zeitweise auf unter 1.000 Euro zusammengeschmolzen. Und genau da merkt man sehr schnell, warum man so ein Polster überhaupt aufbaut.
Mein persönlicher Ruhepunkt liegt nun bei 5.000 Euro. Damit schlafe ich ruhig. Trotzdem baue ich den Notgroschen weiter konsequent auf 10.000 Euro auf, einfach weil 2025 gezeigt hat, dass ungeplante Ausgaben immer kreativer sind als jede Planung.
Ziele 2025 und persönliches Fazit
Nicht alles lief perfekt. Ich habe Ziele angepasst, Sparraten reduziert und Entscheidungen mehrfach hinterfragt. Trotzdem:
- Depotziel von 130.000 Euro erreicht
- Rund 20.000 Euro insgesamt investiert inklusive ETFs
- Dividendenziel von ca. 2.400 Euro Netto erreicht
- Struktur und Übersicht deutlich verbessert
2025 war kein Jahr für Heldengeschichten oder Social Media Screenshots mit All Time Highs. Es war ein Jahr für Realismus, Lernen und sauberes Aufstellen.
Und ganz ehrlich: Wenn man am Jahresende sagen kann, dass man seine Ziele erreicht hat, ruhig geschlafen hat und das Finanzamt nicht dauerhaft gewonnen hat, dann war es unterm Strich ein gutes Börsenjahr.
Gibt es noch etwas, was euch hierzu interessiert?
Wie lief euer 2025?
Was habt ihr daraus mitgenommen?
Wem der Rückblick gefallen hat, darf mir gerne folgen.
Wem nicht, der darf weiterscrollen und hoffen, dass 2026 spektakulärer wird.
