Mein Sohn macht gerade sein Abi, will dann studieren. Die schwierige Frage ist nun, wie er für die nächsten Jahre seine Rücklagen (Geldgeschenke, Preisgelder, Jobs) sinnvoll anlegen kann.
Die Aktienmärkte kennt er ein wenig, ein paar Erfahrungen mit Edelmetallen und Crypto hat er auch schon gesammelt. Er weiß also, dass die Märkte erheblich schwanken können.
Sparen für die Rente interessiert ihn genauso wenig wie das Thema Börse oder Geld im allgemeinen. Er schaut hin und wieder ins Depot, will sich aber nicht darum kümmern. Erstmal will er sich auf seine Bildung und sein Studium konzentrieren. Dafür braucht er in den nächsten Jahren seine Rücklagen (Wohnung, Reisen, Ausstattung). Zur Zeit habe ich sein Depot bei Zero auf meinem Namen laufen, wenn er 18 wird, bekommt er es übertragen.
Sein Risikoprofil ist etwas speziell:
1. AktienETFs möchte er wegen der mittelfristigen Volatilität nicht. Er will die Rücklagen grundsätzlich jederzeit nutzen können. Wenn er in 2-3 Jahren mal das Geld braucht, soll so ein ETF nicht 50% unter Wasser stehen.
2. AnleihenETFs interessieren ihn auch nicht, da er in der aktuellen geopolitischen Lage keine Kredite vergeben will. Außerdem wären die Ausschüttungen Peanuts bei seiner Depotgröße.
3. GeldmarktETFs sind schon interessanter wegen des geringen Risikos, werfen aber nur minimale Zinsen ab. Ein bisschen mehr soll es schon sein.
4. Gold und Bitcoin sind reizvoll, weil sie eher für Sicherheit in unsicheren Zeiten stehen. Außerdem ist BTC cool. Allerdings sind beide auch volatil.
5. Er will maximal 10% Risiko, aber gern auch die Chance auf >5% Rendite in den nächsten Jahren.
Das Profil ist also: Geringes Risiko. Kurzfristige Verfügbarkeit, und trotzdem Rendite über Tagesgeldzinssatz.
Mein Lösungsvorschlag, den er erstmal angenommen hat:
80% $XEON (-0 %)
10% $IGLN (-2,39 %)
10% $WBIT (+3,15 %)
Das sind also 80% sichere Liquidität. 10% Risiko/Rendite mit BTC und 10% Sicherheit mit Gold (jährliches Rebalancing). Die Volas von Gold und BTC sollten sich gegenseitig ausgleichen, so dass der Einfluss auf die Gesamtvola des Depots möglichst gering ist. Ein kurzer Backtest seit 2018 hat eine jährliche Rendite von ca. 10% ergeben mit einem max Drawdown von ca. 10%. Ob es in Zukunft so klappt, weiß man natürlich nicht, aber offensichtlich hat das Portfolio die scharfen Drawdowns von BTC gut überstanden.
Was haltet ihr von diesem - zugegebenermaßen unkonventionellen - Konzept? Ist das sinnvoll unter den gegebenen Voraussetzungen? Habe ich etwas übersehen? Mich würde mal eure Sicht dazu interessieren.
Euer Epi