Die Analystenferenz zu den Ergebnissen des vierten Quartals von Salesforce ($CRM (-5,44 %)) offenbarte ein Unternehmen, das sich mit innovativen KI-Lösungen an die Spitze der digitalen Transformation setzt.
Marc Benioff, Chairman und CEO, begann die Konferenz mit einer starken Botschaft: Salesforce erzielte einen Rekordumsatz von 10 Milliarden Dollar im Quartal und überschritt erstmals die Marke von 60 Milliarden Dollar an verbleibenden Leistungsverpflichtungen (RPO) – ein Zeichen für das anhaltende Vertrauen der Kunden in die Vision des Unternehmens.
Besonders beeindruckend war die Entwicklung der neuesten Produkte: Data Cloud und Agentforce, die sich bereits zu einer Multi-Milliarden-Dollar-Produktlinie entwickelten. Allein Data Cloud und AI erreichten ein jährliches wiederkehrendes Ergebnis von 900 Millionen Dollar, was einem Wachstum von 120 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Benioff stellte die zentrale Strategie von Salesforce klar: Customer 360 Apps, Data Cloud und eine AI Agenten Plattform bilden das Herzstück eines vollständig integrierten Systems, das durch Vertrauen und Effizienz neue Maßstäbe setzt. Besonders Agentforce, die KI-gestützte Automatisierungslösung, zeigt bahnbrechende Ergebnisse: Schon 90 Tage nach dem Start konnte Salesforce über 3.000 zahlende Kunden gewinnen, die enorme Produktivitätsgewinne verzeichnen.
Brian Millham, President und COO, ging näher auf den Erfolg von Agentforce ein und nannte eindrucksvolle Beispiele. OpenTable nutzte Agentforce, um innerhalb von nur drei Wochen 73 % aller Webanfragen von Restaurants automatisiert zu bearbeiten. Noch bemerkenswerter ist der Einsatz im eigenen Help-Portal von Salesforce, wo Agentforce 380.000 Serviceanfragen autonom löste – mit einer beeindruckenden Erfolgsquote von 84 % und einer Eskalationsrate von nur 2 %. Zusätzlich beschleunigt Agentforce die Angebotsprozesse um mehr als 75 % und steigert die Produktivität der Account Executives im Jahresvergleich um 7 %.
Amy Weaver, CFO von Salesforce, gab einen detaillierten Überblick über die Finanzlage des Unternehmens. Der Gesamtumsatz für das Geschäftsjahr 2025 lag bei 37,9 Milliarden Dollar, ein Anstieg von 9 % im Vergleich zum Vorjahr. Allein im vierten Quartal belief sich der Umsatz auf 10 Milliarden Dollar, ein Plus von 8 %, trotz eines negativen Währungseffekts von 75 Millionen Dollar. Die nicht-GAAP-Betriebsmarge stieg auf 33,1 %, was einem Zuwachs von 170 Basispunkten gegenüber dem Vorjahr entspricht – ein Zeichen für effizientes Kostenmanagement und steigende Skaleneffekte. Besonders beeindruckend war der operative Cashflow, der mit 13,1 Milliarden Dollar einen neuen Rekord erreichte, 28 % über dem Vorjahr.
Mit Blick auf das neue Geschäftsjahr gab Weaver eine Umsatzprognose von 40,5 bis 40,9 Milliarden Dollar ab, was einem Wachstum von 7 bis 8 % entspricht. Besonders stark dürfte das Subscriptions- und Support-Geschäft wachsen, das um etwa 9 % zulegen soll. Gleichzeitig wird erwartet, dass die nicht-GAAP-Betriebsmarge auf 34 % steigt.
Im anschließenden Q&A-Teil der Konferenz wurde vor allem Agentforce als Schlüsseltechnologie für die Zukunft diskutiert. Keith Weiss von Morgan Stanley wollte wissen, wie sich das Preismodell für Agentforce entwickelt – bleibt es nutzerbasiert oder kommen neue Ansätze ins Spiel? Benioff erklärte, dass Salesforce auf ein hybrides Modell setzt, das sowohl nutzungsbasierte Elemente für KI-Agenten als auch klassische Nutzerlizenzen umfasst. Millham fügte hinzu, dass Salesforce eine Universal-Credit-Preisstruktur in Betracht zieht, die Kunden mehr Flexibilität bietet.
Ein weiteres Thema war der Einfluss von Agentforce auf andere Produkte. Kirk Materne von Evercore ISI fragte, ob Agentforce einen positiven Effekt auf bestehende Lösungen habe. Millham bestätigte, dass Agentforce neue Workflows ermöglicht und die Kerntechnologie von Salesforce verbessert, was langfristig den gesamten SaaS-Stack aufwertet.
Auch die Managementstruktur war ein Diskussionspunkt. Raimo Lenschow von Barclays erkundigte sich nach der Zusammenlegung der COO- und CFO-Positionen, nachdem sowohl Weaver als auch Millham das Unternehmen verlassen. Benioff stellte klar, dass Robin Washington als COFO diese beiden Rollen in einer idealen Kombination übernehmen wird.
Weitere interessante Fragen betrafen die Auswirkungen von Agentforce auf den Arbeitsmarkt und Unternehmensstrukturen. Brent Thill von Jefferies wollte wissen, ob Salesforce eine Rolle in der staatlichen Regulierung von KI-Technologie spielt. Benioff erklärte, dass Salesforce keine direkte politische Einflussnahme betreibt, aber Regierungsprojekte bei Bedarf unterstützt.
Mark Murphy von JPMorgan stellte die Frage, wie stark sich Agentforce auf die Effizienz und Kosteneinsparungen von Unternehmen auswirkt. Benioff antwortete, dass Unternehmen mit Agentforce ihre Belegschaft massiv erweitern können, ohne zusätzliche Personalkosten – ein Paradigmenwechsel, bei dem CEOs in Zukunft nicht nur menschliche Mitarbeiter, sondern auch KI-Agenten managen werden.
Zum Abschluss der Konferenz machte Benioff eine klare Ansage: 2025 wird das Jahr von Agentforce. Der Einfluss von KI auf Unternehmensprozesse, Automatisierung und Kundenbindung wird sich rasant beschleunigen. Mit einem klaren Fokus auf KI-gestützte Produktivitätslösungen bleibt Salesforce einer der spannendsten Tech-Werte für Investoren.