Die Analystenkonferenz von Adidas ($ADS (-10,97 %) ) verdeutlichte ein erfolgreiches Jahr 2024 und gab Einblicke in die strategischen Prioritäten und finanziellen Ziele für 2025 und darüber hinaus.
Zunächst hob CEO Bjørn Gulden die Bedeutung des Sports für die Marke Adidas hervor und betonte, dass 2024 ein Jahr der Wiederbelebung gewesen sei, unterstützt durch Großveranstaltungen wie die EURO und die COPA . Besonders stolz zeigte er sich über den Erfolg im Fußball, einschließlich des Trikotverkaufs während der EURO in Deutschland. Auch die Special Olympics wurden als ein besonderes, emotionales Highlight hervorgehoben, das die Werte von Adidas widerspiegelt.
Gulden präsentierte auch die Top-Schuhmodelle des Jahres, allen voran die "Terrace"-Schuhe wie Samba, Gazelle und Spezial, die maßgeblich zur Markenattraktivität beigetragen haben. Er deutete an, dass "Low Profile"-Schuhe und Lifestyle-Running-Modelle zukünftig an Bedeutung gewinnen werden. Zudem wurde die Bedeutung von Lifestyle Running hervorgehoben. Die Skalierung des Superstar Modells soll ebenfalls vorangetrieben werden. Erwähnenswert ist auch die Kooperation mit dem Formel-1-Team von Mercedes-AMG PETRONAS.
Finanzvorstand Harm Ohlmeyer ergänzte die Ausführungen mit detaillierten Einblicken in die Finanzzahlen. Er betonte das starke Umsatzwachstum von 12 % und die verbesserte Bruttomarge von 50,8 %. Besonders hervorgehoben wurde der Anstieg des operativen Gewinns um 400 % auf 1,337 Mrd. EUR. Ohlmeyer ging auch auf die schrittweise Erhöhung der Umsatzprognosen im Laufe des Jahres ein und betonte, dass Adidas seine Versprechen übertroffen habe.
Im anschließenden Q&A-Teil hatten die Analysten die Möglichkeit, spezifische Fragen zu stellen. Hier eine Zusammenfassung der wichtigsten Punkte:
Großhandel (Wholesale): Ein Analyst fragte nach möglichen Vorzieheffekten im Großhandelskanal in Q4 und deren Auswirkungen auf Q1 2025. Gulden verneinte dies und betonte, dass das starke Wachstum auf tatsächlichen Bestellungen und Nachbestellungen beruhte. Bezüglich der Großhandelszahlen in Europa gab er sich optimistisch, räumte aber ein, dass viele Einzelhändler mit einer volatilen Nachfrage zu kämpfen haben.
Aktienrückkauf: Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Aussicht auf einen Aktienrückkauf. Ohlmeyer stellte klar, dass die Investition in das operative Geschäft Priorität habe, gefolgt von der Dividendenzahlung. Ein Aktienrückkauf werde frühestens 2026 in Betracht gezogen, wenn sich die wirtschaftliche Lage normalisiere.
Wettbewerbsumfeld: Gulden äußerte sich gelassen bezüglich des Wettbewerbs und sieht keine unmittelbaren Bedrohungen. Er räumte jedoch ein, dass die Entwicklung der Inflation und des Einzelhandelsmarktes in den USA Unsicherheiten bergen.
Bruttomarge: Ein Analyst wollte die Einschätzung zur Bruttomarge für 2025 erfahren. Ohlmeyer betonte, dass Währungsschwankungen eine Rolle spielen, zeigte sich aber zuversichtlich, die Marge von 2024 (50,8 %) zu übertreffen.
Terrace-Schuhe: Ein großes Interesse galt der "Terrace"-Schuhkollektion. Gulden erklärte, dass sich die Modelle Spezial, Gazelle und Samba in unterschiedlichen Marktphasen befinden und daher nicht global, sondern marktspezifisch gesteuert werden. Er betonte, dass Adidas in der Lage sei, die Regale mit einer breiten Palette von klassischen und Running-Schuhen zu füllen.
Marketingmodell: Gulden bekräftigte das Ziel, 12 % des Umsatzes in Marketing zu investieren, betonte aber die Bedeutung von Investitionen in kleinere Sportarten, um die Markenglaubwürdigkeit und Innovation zu fördern.
SG&A-Kosten: Ein Analyst sprach die SG&A-Kosten (Vertriebs- und Verwaltungskosten) an und fragte, ob hier Einsparungen möglich seien. Gulden bestätigte, dass zukünftig eine stärkere Fokussierung auf Effizienz und Kostensenkung erfolgen werde. Ohlmeyer ergänzte, dass die einmaligen Kosten von 200 Mio. EUR aus dem Jahr 2024 nicht wiederholt würden und die Komplexitätsreduzierung im Unternehmen zu weiteren Einsparungen führen werde.
USA-Geschäft: Gulden bekräftigte das Ziel, in den USA zweistellig zu wachsen. Er räumte jedoch ein, dass der Markt aufgrund des starken Wettbewerbs eine besondere Herausforderung darstellt.
Produktionsflexibilität: Auf die Frage nach der Produktionsflexibilität antwortete Gulden, dass Adidas seine Schuhproduktion im letzten Jahr um 45 % steigern konnte. Dank der guten Beziehungen zu den Lieferanten sei eine hohe Flexibilität gegeben.
Full Price Sell-Through: Ein Analyst fragte nach dem Full Price Sell-Through (Abverkauf zum vollen Preis) und dem Potenzial für weitere Verbesserungen. Gulden konnte keine genauen Zahlen nennen, betonte aber, dass Adidas seine Rabatte in den eigenen Kanälen mehr als halbiert habe.
Ausblick Q1 2025: Abschließend wurde nach dem Geschäftsstart im ersten Quartal 2025 gefragt. Gulden bestätigte, dass das Wachstum bisher zweistellig sei. Ohlmeyer wies jedoch darauf hin, dass im März letzten Jahres noch Yeezy-Produkte verkauft wurden, was den Vergleich erschwert.
Die Adidas Analystenkonferenz vermittelte ein positives Bild des Unternehmens. Die strategische Neuausrichtung scheint Früchte zu tragen, und die finanzielle Performance hat sich deutlich verbessert. Besonders beeindruckend fand ich die klare Fokussierung auf die Marke Adidas, die Stärkung des Sportsegments und die erfolgreiche Umsetzung der "Terrace"-Strategie.