Lesezeit: ca. 3 Minuten
Hallo liebe gq-Community,
heute möchte ich euch die Entwicklungen der letzten Monate in der Elektroautobranche etwas näher bringen.
Dieses Mal ist es weniger eine fundierte Bewertung der Aktie von BYD $1211 (+0,37 %) als eine Vorstellung des europäischen Elektroautomarkts und des Unternehmens.
In der Vergangenheit wurden chinesisches Autos als "Klapperkisten" und "Plastikbomber" mit Spaltmassen breiter als das Telefonbuch von deutschen Großstädten bezeichnet und das mit recht.
Aber die Chinesen haben den Europäern eines voraus - Sie lernen und das verdammt schnell.
Heute sind die Fahrzeuge der bekannten chinesischen Hersteller einwandfrei und sehr qualitativ verarbeitet.
Dies merken auch die europäischen Autokaufer immer mehr.
In Deutschland fällt die Skepsis der Käufer immer mehr. Während vor einem Jahr noch kaum ein deutscher sich vorstellen konnte ein chinesisches Auto zu kaufen, so sagen die neuesten Umfragen bereits aus, dass sich die Hälfte der Deutschen bereits vorstellen könnten einen Chinesen zu kaufen.
Woran liegt das im Fall von BYD?
Der Hersteller hat es wie wenige andere so schnell verstanden, dass der deutsche noch immer in ein Autohaus gehen will, um die Fahrzeuge in Augenschein zu nehmen, die Verarbeitung zu prüfen und die Materialien zu erfühlen.
In den letzten 6 Monaten verstand es BYD massig renommierte Autohäuser dazu zu bewegen, BYD als Marke mit aufzunehmen.
Während andere Hersteller nur in alle paar 100 Kilometer Entfernung einen Partner haben, so bietet BYD aktuell bereits 190 Servicepartner an!
Ein Jahr zuvor waren es gerade einmal 26!
Daran sieht man wie massiv BYD an der Sichtbarkeit gearbeitet hat und in dieser kurzen Zeit leistungsstarke Partnerbetriebefur sich gewinnen konnte.
Die Fahrzeuge
BYD startete erst 2022 in Deutschland mit seinen Fahrzeugen. Den Anfang machte ein kleineres SUV mit ausgefallenen Interieur, dass viele an Gitarrensaiten und Schallplatten erinnerte, welches auf den Namen Atto 3 hörte. Daneben boten die Chinesen ein großes SUV namens Tang an, welches klar in den Luxussektor stoßen wollte und einer Limousine, dem Han, derrnmit ebenso feinen Materialien Punkten konnte. Besonders bei diesem Fahrzeug fielen einige Elemente des Innenraums auf, die sehr nach Teilen der vorigen Mercedes C-Klasse aussahen. Kein Wunder, denn die Chinesen hatten eine Zusammenarbeit mit Mercedes.
Später kamen dann etliche weitere Modelle hinzu. Heute bietet BYD vom Kleinstwagen dem Dolphin Surf, bis zum sportlichen Crossover-SUV Sealion 7 jedes Fahrzeugsegment an.
Auch hier sind weniger andere Hersteller aus dem fernen Osten so gut aufgestellt wie BYD.
Die Technik
BYD bietet moderne LFP-Batterien, die eine geringe Störungsanfälligkeit und hohe Sicherheit bieten. Zudem benötigen sie kein Kobalt oder Nickel und sind sehr langlebig.
Die Fahrzeuge sind in den Einstiegsversionen bereits fast absolut voll ausgestattet. Davon träumt man bei deutschen Herstellern.
BYD bietet viele Modelle wahlweise als vollständiges Elektrofahrzeuge oder für Skeptiker der E-Mobilität als Hybride mit Reichweiten von über 1000 Kilometern.
Kurzum, BYD geht vollständig auf die Bedürfnisse der deutschen Kundschaft ein.
Das Design so wie die Innenraumgestaltung und Fahrwerksauslegung ist auf deutsche Ansprüche ausgerichtet.
Das reicht euch schon an positiven Argumenten für das Unternehmen?
Mir noch lange nicht!
BYD baut nicht nur gute und preiswerte PKW, sondern auch Nutzfahrzeuge. Bei uns fahren bereits seit Jahren sehr viele Busse im ÖPNV und überzeugen damit leise und emissionsfrei durch die Städte zu surren.
BYD ist zudem einer der größten Batterie- und Energiespeicherhersteller.
Ein weiterer Geschäftszweig ist das SkyRail Schienensystem, was man bei uns nicht auf dem Schirm hat beim Namen BYD.
Achtung! Die Elektroniksparte mit Auftragsfertigung für namhafte Firmen wie Apple, Samsung oder auch Xiaomi ist in einer separaten Unternehmung mit eigener Aktie untergebracht.
ABER die Muttergesellschaft hält davon über 65% der Aktien, wodurch auch dadurch Cash in den Mutterkonzern fließt.
Als letzten Zweig von BYD gibt es noch die Solaranlagenproduktion.
BYD ist nicht nur ein Autobauer, sondern ein riesiger Konzern, der in Deutschland mit seinen Fahrzeugen nun sichtbar wird.
Seit Jahresbeginn hat die Aktie trotz der widrigen Umstände um Kriege, Inflation und Handelsstreitigkeiten einen beachtlichen Aufwärtstrend von über 29% bieten können.
Die Aktie ist mit einem KGV von über 20 nicht mehr wirklich günstig, wenn man das Unternehmen als reinen Autobauer sehen würde, aber BYD ist nicht wie ein reiner Autobauer zu sehen. Von daher ist im aktuellen Preis zwar schon einiges eingepreist, aber ich denke das noch immer reichlich Luft nach oben ist.
Der Hase ist selbst in BYD investiert und bleibt dort auch überzeugt drin.
Ich hoffe, die kleine Übersicht zu diesem, meiner Meinung nach, sehr interessanten Unternehmen hat euch gefallen.
Euer Hase 🐰 André

