Der Maastricht-Vertrag verlangt von den Euro-Staaten ein jährliches Haushaltsdefizit unter 3 Prozent und eine Staatsverschuldung unter 60 Prozent der Wirtschaftsleistung. Auf dem Höhepunkt der Eurokrise 2012 lagen Frankreich und Deutschland mit rund 90 Prozent noch gleichauf. Seitdem hat sich Deutschland mit heute etwa 64 Prozent den Maastricht-Kriterien wieder angenähert, während Frankreichs Schulden auf etwa 117 Prozent gestiegen sind, und das in Zeiten historisch niedriger Zinsen. Deshalb sind steigende Langfristzinsen für Paris so heikel: Wird die Altschuld zu höheren Sätzen refinanziert, schnellt die Zinslast nach oben.
In der Politik wird das Problem unterschätzt: Einige Kandidaten bringen einen Schuldenschnitt ins Spiel, wie in Griechenland vor dem Hilfspaket und dem IWF-Einsatz. Der Renditeabstand zwischen französischen und deutschen Staatsanleihen weitet sich bereits deutlich aus, während frühere Krisenländer wie Spanien nicht im gleichen Ausmaß unter Druck stehen. Für die Eurozone ist das ein Warnsignal, schließlich ist Frankreich eine ihrer größten Volkswirtschaften. Zu erwarten wäre ein Abwertungsdruck auf den Euro und damit zusätzliche Inflation. Davon könnten nicht-staatliche Wertspeicher wie $GOLD und $BTC (+1,58 %) profitieren.
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