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BITCOIN WALLET

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Bitcoin Wallets bilden die Schnittstelle zwischen dem Nutzer und der Blockchain. Sie speichern keine Coins, sondern verwalten die kryptografischen Schlüssel, die den Zugriff auf Bitcoin ermöglichen. Die eigentlichen Bitcoin befinden sich stets in Form von UTXOs auf der öffentlichen Blockchain, während die Wallet lediglich den Private Key kontrolliert, der das Recht zur Ausgabe dieser UTXOs verleiht. Jede Interaktion beginnt mit diesem Schlüsselmaterial, weshalb die sichere Speicherung des Private Keys im Zentrum jeder Wallet‑Technologie steht. Moderne Wallets nutzen heute eine Vielzahl von kryptografischen Standards, Schutzmechanismen und Bedienkonzepten, um den Umgang mit Bitcoin sowohl für Einsteiger als auch für professionelle Anwender möglich zu machen. Die rasant wachsende Vielfalt an Wallet‑Arten, von mobilen Hot‑Wallets über Hardware‑Geräte bis hin zu Off‑Chain‑Systemen wie Lightning oder Cashu, spiegelt die enorme Breite des Bitcoin‑Ökosystems wider.


Private Keys, Public Keys und Adressen

Das Fundament jeder Bitcoin‑Wallet ist der Private Key, ein zufällig erzeugter 256‑Bit‑Wert, der in Form einer langen alphanumerischen Zeichenkette vorliegt. Auf Basis dieses Schlüssels erzeugt die Wallet mittels elliptischer Kurvenkryptografie einen Public Key, der wiederum zur Erzeugung der Bitcoin‑Adresse führt. In frühen Jahren verwendeten Wallets überwiegend Adressen im P2PKH‑Format, die mit einer „1“ beginnen. Mit dem Aufkommen von SegWit entstanden effizientere Formate wie P2SH‑SegWit‑Adressen, die mit „3“ beginnen, gefolgt von Bech32‑Adressen, die mit „bc1q“ starten und native SegWit‑Funktionalität unterstützen. Die modernste Adressform ist die Taproot‑Adresse, die mit „bc1p“ beginnt und coremoderne Kryptografie wie Schnorr‑Signaturen, Key‑Aggregation und Merkle‑Script‑Trees nutzt. Damit lassen sich komplexe Ausgabebedingungen effizient und privat abbilden, da im Regelfall nur ein einziger Signaturschlüssel sichtbar ist, selbst wenn dahinter mehrere Schlüssel oder Bedingungen verborgen liegen.


Seed Phrases und die Architektur von HD‑Wallets

Um das Management vieler Schlüssel einfacher zu gestalten, wurden die HD‑Wallet‑Standards BIP32, BIP39 und BIP44 entwickelt. Dabei erzeugt die Wallet zunächst einen Master‑Seed, der durch eine 12-, 18- oder 24‑Wörter umfassende Mnemonic Phrase dargestellt wird. Diese Seedphrase wird niemals verändert und bildet das Wurzelmaterial aller später abgeleiteten Schlüssel. Obwohl im Hintergrund Hunderttausende möglicher privater Schlüssel entstehen können, muss der Nutzer nur diese eine Wortliste sicher aufbewahren. Durch Ableitungspfade wie „m/84’/0’/0’/0/5“ erkennt die Software, welcher Schlüssel zu welchem Konto und welcher Adresse gehört. Zusätzlich wurden neuere Standards wie BIP86 für Taproot‑Wallets entwickelt, die zukünftige Mehrfachsignaturen effizienter gestalten.


Hot Wallets

Zu den am weitesten verbreiteten Lösungen gehören mobile Hot‑Wallets, die auf Smartphones laufen und schnellen, unkomplizierten Zugriff auf Bitcoin bieten. Wallets wie Phoenix von ACINQ haben sich stark auf Lightning‑Zahlungen spezialisiert und integrieren ausgefeilte Mechanismen wie Splicing, bei dem On‑Chain‑BTC und Lightning‑Channels dynamisch miteinander verschmolzen werden. Muun arbeitet mit einer hybriden Architektur aus On‑Chain‑Schlüsseln und automatischen Submarine Swaps, wodurch Lightning‑Zahlungen möglich werden, ohne dass der Nutzer Lightning‑Channels oder Routen verstehen muss. BlueWallet verbindet unkomplizierte On‑Chain‑Verwaltung mit optionalem Lightning über LNDHub. Breez setzt auf einen eingebetteten Non‑Custodial‑Lightning‑Node und verbindet dies mit Erweiterungen wie Streaming‑Payments für Podcasts. Zeus wiederum richtet sich an Nutzer, die eine eigene Node betreiben, und bietet umfangreiche Remote‑Steuerung für LND, Eclair oder Core Lightning. Auch Privacy‑Wallets wie Ashigaru für Android oder Wasabi für Desktop erweitern die Palette und integrieren moderne CoinJoin‑Mechanismen. Eine Vielzahl kleinerer Mobile‑Wallets wie Simple Bitcoin Wallet, Bitcoiner Wallet, Green Wallet von Blockstream oder Apex Wallet ergänzen dieses Ökosystem.

Desktop‑Wallets spielen vor allem im professionellen Bereich eine bedeutende Rolle. Sparrow Wallet gilt heute als eines der umfassendsten Tools für On‑Chain‑Analysen, PSBT‑Signaturen, UTXO‑Management und Multi‑Sig‑Setups. Electrum ist eine der ältesten Bitcoin‑Wallets und bietet ein modulares, erweiterbares System, das eigene Skripte, Lightning‑Integration und Hardware‑Wallet‑Anbindung unterstützt. Specter Desktop optimiert die Verwaltung von Hardware‑Wallets und umfangreichen Multi‑Sig‑Konfigurationen. Wasabi bietet auf Desktop‑Ebene hohe Privatsphäre durch ZeroLink‑CoinJoins und automatische Anonymisierungsmechanismen.

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Mobile Hot Wallets (On‑Chain)

  • BlueWallet (On‑Chain)
  • Blockstream Green
  • Bitcoiner Wallet
  • Simple Bitcoin Wallet
  • Aqua Wallet
  • Apex Wallet
  • Ashigaru Wallet
  • Wasabi (Mobile Beta)
  • Electrum Mobile

Desktop Hot Wallets (On‑Chain)

  • Sparrow Wallet
  • Electrum Desktop
  • Wasabi Wallet
  • Specter Desktop
  • Bitcoin Core (mit aktiviertem Wallet‑Modul)
  • Fully Noded (Mac)

Anmerkung

Von Wasabi Wallet raten wir eher ab. Obwohl sie sich als Privacy‑Wallet präsentiert, entspricht die tatsächliche Umsetzung oft nicht dem erwarteten Privatsphäre‑Komfort. Viele Funktionen wirken stärker beworben, als sie in der Praxis leisten, weshalb andere Privacy‑Lösungen aus unserer Sicht die verlässlichere Wahl sind.


Cold Wallets

Cold Wallets gehören zu den sichersten Methoden der Selbstverwahrung. Klassische Hardware‑Wallets wie BitBox02, Trezor Model T, Ledger Nano X, Ledger Stax oder Blockstream Jade speichern die privaten Schlüssel auf separaten Chips und signieren Transaktionen lokal auf dem Gerät. Noch höhere Sicherheitsstufen bieten air‑gapped Geräte wie Coldcard, Foundation Passport oder DIY‑Lösungen wie SeedSigner oder Krux. Bei diesen Geräten werden Schlüssel ausschließlich offline erzeugt und Transaktionen über QR‑Codes oder SD‑Karten signiert. Dadurch entsteht kein direkter Datenfluss zwischen Gerät und Internet, was das Risiko von Angriffen erheblich reduziert.

Air‑Gapped / High‑Security

  • Coldcard MK4
  • Coldcard Q1
  • Foundation Passport
  • SeedSigner
  • Krux
  • Specter DIY

Klassische Hardware‑Wallets

  • BitBox02
  • BitBoxNova
  • Trezor Model T
  • Trezor Safe 3
  • Ledger Nano S
  • Ledger Nano X
  • Ledger Stax
  • Blockstream Jade
  • Keystone Pro

Anmerkung: In der Vergangenheit hat Ledger durch verschiedene Entscheidungen und Sicherheitsdiskussionen Vertrauen in der Community eingebüßt. Wenn die Wahl auf eine klassische Hardware‑Wallet fällt, empfehlen wir daher eher Geräte wie die BitBox02 oder die Trezor‑Modelle, da sie als transparenter und community‑freundlicher gelten.

Paper / Metal Backup (Seed, kein Gerät)

  • Seedplate
  • Cryptosteel
  • Billfodl


Multi‑Sig‑Architekturen

Multi‑Sig‑Wallets verteilen die Verantwortung über mehrere Schlüssel. Typische Konfigurationen sind zwei‑von‑drei‑ oder drei‑von‑fünf‑Schlüsselsysteme, bei denen mehrere unabhängige Geräte zusammenarbeiten. Dadurch kann weder ein einzelner Geräteverlust noch ein physischer Diebstahl eines Schlüssels die Coins kompromittieren. Tools wie Nunchuk, Sparrow, Specter oder Caravan ermöglichen die komfortable Einrichtung solcher Multi‑Sig‑Systeme. Moderne Varianten nutzen Taproot‑basierte MuSig2‑Signaturen, die nach außen wie eine normale Einzelsignatur erscheinen und so Gebühren sparen und die Privatsphäre verbessern.

Multi‑Sig fähige Mobile Wallets

  • Nunchuk Mobile
  • BlueWallet (Multi‑Sig möglich)

Multi‑Sig Desktop Lösungen

  • Specter Desktop
  • Sparrow Wallet
  • Caravan (Unchained Capital)
  • Electrum (erweiterte Skripte)

Hardware‑Multisig kompatible Devices

  • Coldcard
  • Passport
  • BitBox02
  • Ledger (mit Einschränkungen)
  • Trezor


Full Nodes und Wallets

Wer seine Bitcoin vollständig souverän verwalten möchte, betreibt eine eigene Full Node. Wallets können sich direkt mit dieser Node verbinden, wodurch sämtliche Transaktionen selbst verifiziert werden. Dadurch entfällt die Notwendigkeit, externen Servern zu vertrauen. Systeme wie Bitcoin Core, Electrum Personal Server, BTCPay Server oder komplette Node‑Betriebssysteme wie Umbrel, Raspiblitz, Start9 oder MyNode ermöglichen privaten oder professionellen Node‑Betrieb.

Wallets, die ihre Daten voll selbst verifizieren

  • Bitcoin Core
  • Electrum + eigener Electrum Personal Server
  • Sparrow + eigene Node
  • Specter Desktop + eigene Node
  • BTCPay Server Wallet
  • Umbrel Full Node Wallet
  • MyNode Wallet
  • Raspiblitz Node Wallet
  • Start9 Embasssy Node Wallet


Lightning Wallets

Das Lightning‑Netzwerk bildet einen zweiten Layer über Bitcoin, der nahezu sofortige und sehr günstige Transaktionen ermöglicht. Dabei werden Zahlungen nicht direkt in die Blockchain geschrieben, sondern über Payment‑Channels zwischen Knoten abgewickelt. Custodial‑Lightning‑Wallets wie Wallet of Satoshi oder Blink übernehmen die technische Komplexität vollständig und erlauben einfache Nutzung, erfordern aber das Vertrauen in den Betreiber. Non‑Custodial‑Wallets wie Phoenix, Breez oder Zeus ermöglichen Lightning‑Selbstverwahrung und nutzen moderne Technologien wie Multi‑Path‑Payments und Splicing, um den Betrieb für den Nutzer möglichst transparent zu gestalten.

Custodial Lightning Wallets

  • Wallet of Satoshi
  • Blink Wallet
  • Strike (teilweise custodial)
  • Coinos
  • Alby Browser Wallet

Non‑Custodial Lightning Wallets

  • Phoenix
  • Breez
  • Zeus
  • Muun (technisch Hybrid, aber non‑custodial bei On‑Chain‑Keys)
  • Electrum Lightning
  • Eclair Mobile (älter, aber existent)
  • Blixt Wallet (Lightning + LNURL)

Lightning‑Node‑Wallets (mit eigenem Node)

  • Zeus (mit LND / CLN / Eclair)
  • Thunderhub
  • RTL (Ride The Lightning)
  • LNbits Wallets
  • Umbrel Lightning Wallet


Cashu - Bitcoin‑Ecash

Cashu stellt eine neue Off‑Chain‑Technologie dar, die vollständig auf Privatsphäre ausgelegt ist. Die Funktionsweise basiert auf Chaumian Blind Signatures, bei denen die Mint Tokens signiert, ohne erkennen zu können, wem sie gehören. Dadurch entsteht ein System, das blitzschnelle, private und nahezu gebührenfreie Transaktionen ermöglicht. Wallets wie Nutshell, Cashu.me, eNuts oder Minibits setzen dieses Prinzip um. Cashu ist zwar technisch gesehen custodial, ermöglicht aber ein Privacy‑Niveau, das sowohl On‑Chain als auch Lightning kaum erreichen.

Cashu‑Wallets (Chaumian Ecash)

  • Nutshell Wallet
  • Cashu.me Wallet
  • eNuts Wallet
  • Minibits Wallet
  • NUTS CLI Wallet (Kommandozeile)
  • Strobe Wallet
  • Phoenix‑Cashu (experimentell)


Vorteile und Nachteile

Bitcoin‑Wallets bieten jeweils unterschiedliche Stärken und Schwächen. Hot Wallets glänzen durch einfache Bedienung, sind aber naturgemäß online und daher anfälliger für Angriffe. Cold Wallets bieten höchste Sicherheit, erfordern aber mehr Sorgfalt bei der Einrichtung. Multi‑Sig erhöht die Sicherheit, verlangt jedoch Struktur und Dokumentation. Lightning‑Wallets eignen sich ideal für alltägliche, schnelle Zahlungen, sind dafür technisch komplexer. Cashu schließlich bietet große Geschwindigkeit und Privatsphäre, erfordert jedoch Vertrauen in die jeweilige Mint.


Schutz der Privatsphäre bei Bitcoin

Privacy‑Wallets haben das Ziel, die finanzielle Privatsphäre der Nutzer zu erhöhen, indem sie Datenlecks, On‑Chain‑Analyse und Bewegungsprofile erschweren oder unmöglich machen. Während Bitcoin als System transparent ist, entstehen durch geeignete Wallet‑Software trotzdem sehr starke Privatsphären‑Schichten, sei es durch Coin Control, CoinJoins, PayJoin, Tor‑Integration oder durch den Einsatz alternativer kryptografischer Systeme wie Monero‑Transaktionen. Zwei Wallet‑Projekte, die in diesem Bereich immer mehr Aufmerksamkeit erhalten, sind Cake Wallet und Ashigaru.

​Bitcoin Privacy Wallets

  • Ashigaru Wallet (ein fork aus Samourai Wallet)
  • Fully Noded
  • Simple Bitcoin Wallet (mit erweiterten UTXO‑Optionen)
  • Zeus Wallet (privat, wenn über eigene Node)
  • Electrum (privat nur über eigene Node + Tor)
  • Specter Desktop (Full‑Node‑Privacy)
  • StackDuo, Stack Wallet (privat nur über eigene Node + Tor)

Multi‑Asset Wallets mit starken Privacy‑Features

  • Cake Wallet (Bitcoin über Tor)
  • Aqua Wallet
  • BlueWallet (On‑Chain privat, wenn über eigene Electrum‑Server)
  • Exodus (eingeschränkt, aber mit Tor‑Option auf Desktop)

Node‑basierte Private Wallets

  • Bitcoin Core Wallet (vollständig privat über eigene Node)
  • Sparrow Wallet + eigene Node
  • Electrum + Electrum Personal Server
  • Specter Desktop + eigener Bitcoin Core
  • Fully Noded (iOS) + eigene Node

Tipp

Die Cake Wallet eignet sich sowohl für Monero als auch für Bitcoin und zeichnet sich durch einen starken Fokus auf Privatsphäre aus. Das Team gilt als sehr fortschrittlich und hat in der Vergangenheit konstant hochwertige Arbeit geliefert.​

Die Ashigaru Wallet ist eine moderne und empfehlenswerte Alternative zur Samourai‑Wallet und bietet starke Privacy‑Funktionen ohne unnötige Komplexität.​

Wer maximale Kontrolle über seine Bitcoin benötigt, erhält mit der Sparrow Wallet eine herausragende Lösung. Sie gilt als eine der besten Optionen für Nutzer, die vollständige Transparenz, präzises UTXO‑Management und tiefgehende Kontrolle bevorzugen.

Anmerkung

Für starke Privatsphäre sollten Wallet und Node immer über Tor laufen. Wer ernsthaft auf Datenschutz setzt, betreibt außerdem eine eigene Node, damit keine externen Server die eigenen Daten sehen. Besonders privacy‑fokussierte Bitcoiner setzen zusätzlich auf Open‑Source‑Betriebssysteme für ihre Nodes – also nicht Umbrel, sondern lieber eine x86‑Node, StartOS oder die Ashigaru Node.


Best Practices für Self‑Custody

Wer Bitcoin selbstverwahren möchte, sollte einige grundlegende Sicherheitsprinzipien beachten. Eine der wichtigsten Maßnahmen besteht darin, Wallet und Node konsequent über Tor zu betreiben, damit keine Verbindung direkt zu deiner IP zurückverfolgt werden kann. Zusätzlich erhöht eine eigene Bitcoin‑Node die Privatsphäre und Sicherheit erheblich, weil du Transaktionen und Adressen nicht über fremde Server abfragst. Viele Privacy‑orientierte Bitcoiner setzen außerdem auf Open‑Source‑Systeme, um die Kontrolle über ihre Infrastruktur zu behalten. Ebenso entscheidend ist der korrekte Umgang mit dem Seed: niemals Screenshots machen, niemals digital speichern und immer offline sichern, am besten auf robusten Metall‑Backup‑Platten. Diese wenigen Grundregeln bilden die Basis einer sicheren und souveränen Bitcoin‑Verwahrung.


Partially Signed Bitcoin Transactions

Bei der Nutzung von Cold‑Wallets oder Multi‑Sig‑Setups spielen PSBTs eine zentrale Rolle. Eine PSBT ist eine teilweise signierte Bitcoin‑Transaktion, die zwischen Geräten ausgetauscht wird, ohne dass der private Schlüssel jemals das sichere Hardware‑Wallet verlässt. Die Software‑Wallet (z. B. Sparrow oder Specter) baut die Transaktion, speichert sie als PSBT und übergibt sie z. B. per SD‑Karte oder QR‑Code an das Hardware‑Gerät. Dort wird die Transaktion sicher signiert und anschließend wieder an die Software zurückgegeben, die sie ins Netzwerk broadcastet. PSBTs ermöglichen es also, Cold‑Storage‑Systeme und Hardware‑Wallets sicher zu nutzen, selbst bei komplexen Multi‑Sig‑Konfigurationen.


UTXO‑Management

Bitcoin basiert auf dem Prinzip der sogenannten UTXOs („Unspent Transaction Outputs“). Jede eingehende Zahlung erzeugt eine neue, eigenständige UTXO, die in deiner Wallet wie ein einzelner „Geldschein“ behandelt wird. Eine Wallet besteht daher nicht aus einem einzigen Kontostand, sondern aus vielen einzelnen UTXOs unterschiedlicher Größe.

UTXO‑Management bedeutet, den Überblick darüber zu behalten, wie viele UTXOs man besitzt, wie groß sie sind und aus welchen Transaktionen sie stammen. Eine gut strukturierte UTXO‑Verwaltung hilft dabei, Gebühren niedrig zu halten, die eigene Historie besser zu verstehen und langfristig eine saubere Aufteilung der Bestände zu gewährleisten.

Wenn UTXOs ungeordnet anwachsen, können später unnötig hohe Gebühren entstehen, da eine große Menge kleiner UTXOs zu einer teuren, großen Transaktion führen kann. Ebenso können unübersichtliche UTXO‑Strukturen die Privatsphäre beeinträchtigen, da verschiedene Zahlungshistorien unbeabsichtigt in Verbindung gebracht werden könnten.

Ein bewusstes UTXO‑Management sorgt daher dafür, dass die Wallet effizient, nachvollziehbar und sauber aufgebaut bleibt — und bildet die Grundlage für spätere Schritte wie Privacy‑Tools, Multi‑Sig‑Setups oder langfristige Cold‑Storage‑Strategien.

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Coin Control

Coin Control (oder UTXO‑Management) bedeutet, dass du selbst auswählst, welche deiner UTXOs für eine Transaktion verwendet werden. Eine UTXO ist eine „eingehende Münze“, also der Betrag, den du aus einer vorherigen Transaktion erhalten hast. Deine Wallet kann aus vielen kleinen und großen UTXOs bestehen, ähnlich wie verschiedene Geldscheine in einem Portemonnaie.

Die Grafik zeigt dieses Prinzip

Die Wallet besitzt z. B. zwei UTXOs, eine über 0,2 BTC und eine über 0,5 BTC. Wenn du eine Zahlung machst, kannst du entscheiden, welche davon benutzt werden sollen. Dadurch kannst du verhindern, dass UTXOs aus verschiedenen Quellen vermischt werden und ungewollt Informationen über deine Historie preisgeben. Gleichzeitig hilft Coin Control, unnötig hohe Gebühren zu vermeiden, indem man gezielt kleinere oder größere UTXOs auswählt.

Ohne Coin Control kann deine Wallet automatisch UTXOs mischen, die eigentlich getrennt bleiben sollten. Dadurch können CoinJoin‑Ergebnisse verwässert werden, und Blockchain‑Analyse kann Zusammenhänge besser erkennen. Mit Coin Control behältst du die volle Kontrolle über Privatsphäre, Gebühren und die Struktur deiner Wallet.


Fazit

Bitcoin‑Wallets sind weit mehr als einfache Apps oder Geräte – sie sind der Schlüssel zu echter finanzieller Selbstbestimmung. Die große Vielfalt an Wallet‑Arten zeigt, dass Nutzer je nach Bedarf völlig unterschiedliche Werkzeuge einsetzen können: Von mobilen Hot‑Wallets für den Alltag, über Hardware‑Wallets für langfristige Sicherheit, bis hin zu Lightning‑ und Cashu‑Systemen für schnelle und private Off‑Chain‑Zahlungen.

Wer Bitcoin souverän verwalten möchte, kommt nicht umhin, ein grundlegendes Verständnis der technischen Konzepte zu entwickeln: UTXOs, Coin Control, PSBT‑Workflows, Node‑Anbindung und die Bedeutung der Seedphrase bilden die Basis für sichere Selbstverwahrung. Besonders Privacy‑orientierte Nutzer profitieren von Werkzeugen wie Sparrow oder Ashigaru, die tiefe Kontrolle und starke Datenschutzmechanismen bieten.

Am Ende entscheidet jeder selbst, wie viel Verantwortung er übernehmen möchte. Doch je mehr man versteht und je mehr man die Werkzeuge beherrscht, desto stärker wird die eigene Unabhängigkeit. Bitcoin belohnt genau diese Kombination aus Wissen, Disziplin und der Bereitschaft, die eigenen Werte selbst zu schützen. Wer seine Wallet souverän nutzt, Tor und eine eigene Node betreibt und Seeds sicher offline verwahrt, hält nicht nur seine Bitcoin, sondern auch seine Privatsphäre in den eigenen Händen.


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Haftungsausschluss

Die in diesem Artikel enthaltenen Informationen zu Bitcoin‑Wallets, Seed‑Phrasen, Backup‑Methoden und Sicherheitsverfahren dienen ausschließlich Bildungszwecken und stellen keine Rechts‑, Steuer‑ oder Finanzberatung dar. Für individuelle Entscheidungen sollten Sie gegebenenfalls fachkundige Beratung einholen.

Wir übernehmen keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der Inhalte. Haftungsansprüche für Schäden, die direkt oder indirekt aus der Nutzung der beschriebenen Informationen entstehen — etwa durch Diebstahl, Bedienfehler, technische Probleme oder Verlust von Zugangsdaten — sind im gesetzlich zulässigen Umfang ausgeschlossen.

Die Erwähnung bestimmter Produkte oder Verfahren ist keine Empfehlung. Prüfen Sie stets eigenständig Sicherheitsmerkmale und rechtliche Rahmenbedingungen. Vorschriften zu Kryptowährungen können je nach Land variieren und sich ändern.

Die Verwahrung von Bitcoin — insbesondere der Umgang mit Seed‑Phrasen und Backups — erfolgt auf eigenes Risiko. Treffen Sie angemessene Sicherheitsvorkehrungen entsprechend Ihrem persönlichen Schutzbedarf.


$BTC (-0,5 %)
#bitcoin

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7 Kommentare

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tl;dr 😲 ! Danke für den Beitrag 💐
Gespeichert für „wenn Zeit“
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@FrauManu Es gibt doch nichts Wichtigeres als Bitcoin 🤓 Also sofort ran ans Lesen.
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@FrauManu tl;dr: Für deinen $VWRL brauchst du keine Hardware Wallet
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@DonkeyInvestor Der AllWorld fühlt sich einsam und würd sich bestimmt über Gesellschaft freuen
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@DonkeyInvestor dazu muss ist erstmal Epi‘s „paar Zweizeiler“ durchforsten
Danke für den Tipp
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Du schreibst gute Beiträge. Mir persönlich sind ein bisschen zu lang kurz und knapp wär vielleicht ein bisschen entspannter zu lesen.
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