Frank Thelen malt das Schreckbild eines plötzlichen Krypto-Kollaps, ausgelöst durch Quantencomputer. CoinShares' Bitcoin Research Lead Christopher Bendiksen kommt zu einem anderen Schluss – aus drei Gründen:
Erstens: Die überwiegende Mehrheit der $BTC (+2,98 %)-Adressen ist heute so konstruiert, dass der öffentliche Schlüssel nicht sichtbar ist. Selbst wenn Quantencomputer einmal einzelne Schlüssel knacken könnten, bliebe dafür nur ein winziges Zeitfenster von etwa zehn Minuten, in dem eine Transaktion im Netzwerk hängt. Bendiksen hält das selbst über Jahrzehnte für unrealistisch.
Zweitens: Nur ein kleiner, klar abgrenzbarer Teil des Angebots ist tatsächlich gefährdet – vor allem alte Pay-to-Public-Key-Adressen. Das betrifft rund acht Prozent aller Coins, von denen nur ein Bruchteil (etwa zehntausend Bitcoin) kurzfristig marktrelevant wäre. Selbst bei extrem optimistischen Annahmen zum Quanten-Fortschritt könnte ein Angreifer den Rest nur über viele Jahrzehnte abarbeiten.
Drittens: Bitcoin ist anpassungsfähig. Ein Soft Fork könnte quantenresistente Signaturen und neue Adresstypen einführen, in die Nutzer schrittweise migrieren. Für Bendiksen ist Bitcoin also kein Opfer der Quantentechnologie – sondern ein System vor einem langfristigen Ingenieursproblem, das lösbar ist.