Weil Volkswagen $VOW (-0,94 %) und Porsche $P911 (-3,01 %)
$PAH3 (-2,28 %) zu meinen größten Investitionen gehören ein Update zu den heute veröffentlichten Q3 Absatzzahlen...
...und die sehen wirklich nicht gut aus:
Der weltweite Absatz sank im dritten Quartal um 14,3 % gegenüber Q3/25. Das entspricht rund 315.000 weniger ausgelieferten Fahrzeugen. Hauptkrisenherd ist einmal mehr China mit einem Minus von 38,5 %. Bis auf Zentral- und Osteuropa lagen im dritten Quartal alle Weltregionen im Minus.
Besonders bedenklich ist, dass sich der Abwärtstrend beschleunigt hat. Die prozentuale Entwicklung gegenüber dem jeweiligen Vorjahresquartal sieht so aus (Q1, Q2, Q3; jeweils das schlechteste Quartal fett):
🇪🇺 Westeuropa: +4,2 %, +1,8 %, −2,8 %
🌍 Zentral- und Osteuropa: +7,6 %, +6,7 %, +1,4 %
🇺🇸 Nordamerika:
−13,3 %, +7,7 %, −5,8 %
🌎 Südamerika: +7,0 %, +9,4 %, −2,4 %
🇨🇳 China: −14,8 %, −36,6 %, −38,5 %
🌏 Rest Asien/Pazifik: −8,0 %, −7,2 %, −12,4 %
🌍 Nahost/Afrika: −5,3 %, −1,9 %, −10,0 %
Gesamt: −4,0 %, −8,6 %, −14,3 %
Die Probleme betreffen inzwischen praktisch den gesamten Konzern und verschärfen sich im Jahresverlauf. Wo liegen also die Probleme?
🇨🇳 China: Eine toxische Mischung aus Kaufzurückhaltung, einem extrem kompetitiven Markt und dem rasanten Aufstieg lokaler Hersteller. Bei Software, Entwicklungsgeschwindigkeit und teilweise auch beim Preis sorgen chinesische Marken unter enormem Wettbewerbsdruck für VW. Ein kleiner Hoffnungsschimmer: VW berichtet, dass die reinen BEV-Auslieferungen in China in Q3 um 30% gestiegen sind? Gemessen an den Gesamtzahlen, aber wohl komplett zu vernachlässigen ... leider.
🇺🇸 USA: Zölle und ein schwierigeres Marktumfeld belasten das Geschäft. Der Absatz in Nordamerika fiel im dritten Quartal um 5,8 %. Hier ist auf absehbare Zeit wohl keine Lösung in Sicht...
🇪🇺 Europa: Auch hier wird es zunehmend ungemütlich. Chinesische Hersteller drängen in den Markt und setzen VW vor allem bei bezahlbaren Elektroautos unter Druck. Hohe Spritpreise beschleunigen zwar die Nachfrage nach E-Autos aber für VW ist das Fluch und Segen zu gleich. Weder sind die Kapazitäten momentan ausreichend, um die Nachfrage nach den günstigen E-Modellen (z.B. ID Polo) zu bedienen noch sind die Margen hier hoch genug.
Die ins Spiel gebrachten Werksschließungen in Deutschland wirken für mich auf einmal gar nicht mehr wie eine Drohkulisse sondern sind fast schon ein Muss. Konzernweit dürften die Werke momentan nicht ausgelastet sein (vor allem auch China). Langfristig wird da wohl eine Verlagerung der Produktion stattfinden müssen. In Deutschland werden dann am Ende nur noch die Oberklasse-Modelle verbleiben.
Die Absatzzahlen sind jedenfalls grottenschlecht. Da gibt es nichts mehr schönzureden. Da das Q3 zum Zeitpunkt der Prognosesenkung bereits großteils gelaufen ist, dürfte das das also schon verarbeitet sein. Aber mir stellt sich die Frage nach Q4. Um die neue Prognose zu schaffen, muss Q4 besser ausfallen als Q3, sonst schafft man selbst die neue Prognose nicht. Oder kommt hier wieder die altbekannte Salami-Taktik zu tragen?? 🤔
Um aber mit einer positiven Nachricht zu enden:
Die neuen elektrischen Einstiegsmodelle kommen offenbar an 👍🏼
Für die Electric Urban Car Family mit VW ID. Polo, VW ID. Cross, Škoda Epiq und CUPRA Raval meldet der Konzern inzwischen knapp 150.000 Bestellungen. Das ist ein durchaus beachtlicher Start, zumal die Auslieferungen noch nicht bei allen Modellen angelaufen sind.
Die gemeinsame technische Plattform und die Produktion in Spanien sollen Skaleneffekte ermöglichen. Und auch dem neue ID Tiguan (soweit ich weiß geht er ab morgen in den Vorverkauf?) rechne ich Potential zu. Da haben sie einiges richtig gemacht (bis auf die Ladegeschwindigkeit)...
In diesem Sinne hoffe ich stark, dass man sich bei VW endlich mal rafft und dem Land Niedersachsen und der IG-Metall endlich mal geschlossen entgegen tritt. Wenn ich schon höre, dass man hier wieder 5% mehr Gehalt möchte... Verrückt.
