20Std.·

MicroStrategy – ein Geschäftsmodell, das der Markt oft zu kurz denkt

$MSTR (+0,73 %)

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MicroStrategy wird häufig auf eine einfache Formel reduziert: „Bitcoin-Proxy“. Das greift jedoch zu kurz. Das Unternehmen hat unter Michael Saylor ein hybrides Geschäfts- und Kapitalmarktmodell aufgebaut, das so an der Börse nahezu einzigartig ist.


Im Kern besteht MicroStrategy aus zwei Ebenen:


einem profitablen, etablierten Enterprise-Softwaregeschäft

einer konsequent umgesetzten Bitcoin-Treasury-Strategie


Gerade die Kombination aus beiden Elementen macht das Unternehmen für viele Investoren interessant.


1. Das operative Fundament: Softwaregeschäft als Stabilitätsanker


MicroStrategy ist kein leeres Vehikel. Das Unternehmen verkauft seit Jahrzehnten Business-Intelligence- und Analytics-Software an Großkunden, Behörden und Konzerne. Dieses Geschäft generiert wiederkehrende Umsätze, verfügt über langjährige Kundenbeziehungen und sorgt für operativen Cashflow.


Auch wenn das Softwaregeschäft nicht mehr stark wächst, erfüllt es eine entscheidende Funktion:

Es reduziert das Existenzrisiko und ermöglicht es MicroStrategy, Kapitalmarktstrategien umzusetzen, die reine Holdingstrukturen nicht könnten. Diese Basis wird oft unterschätzt, ist aber essenziell für das Gesamtmodell.


2. Die Bitcoin-Strategie: kein Trade, sondern Kapitalallokation


Michael Saylor positioniert Bitcoin nicht als Spekulation, sondern als langfristigen Wertspeicher und strategische Reserve. MicroStrategy nutzt seine Bilanz aktiv, um Bitcoin systematisch zu akkumulieren – finanziert über Wandelanleihen, Aktienemissionen und operative Mittel.


Entscheidend dabei:


  • Die Käufe erfolgen zyklisch, nicht impulsiv
  • Der Zeithorizont ist mehrjährig, nicht quartalsgetrieben
  • Die Strategie wird transparent kommuniziert und konsequent durchgezogen



Dadurch entsteht ein Effekt, den viele Anleger gezielt suchen:

MicroStrategy wirkt wie ein börsennotierter Bitcoin-Hebel, jedoch mit strukturellem Unterbau.


3. Der Hebel-Effekt: warum MicroStrategy anders reagiert als Bitcoin


Ein zentraler Punkt für das Interesse an der Aktie ist die asymmetrische Kursdynamik. Historisch zeigt sich, dass MicroStrategy bei steigenden Bitcoin-Kursen überproportional reagiert. Gründe dafür sind unter anderem:


  • der bilanzielle Hebel durch Fremdkapital
  • die Erwartung zukünftiger Bitcoin-Zukäufe
  • institutionelles Kapital, das nicht direkt in Bitcoin investieren kann



Gleichzeitig kommt es bei Rücksetzern oft zu stärkeren Korrekturen – was wiederum Einstiegschancen für Investoren eröffnet, die langfristig denken.


4. Aktuelles Kursniveau: Rücksetzer statt Trendbruch


Nach den letzten starken Bewegungen hat die Aktie spürbar korrigiert. Wichtig dabei:

Weder die Bitcoin-Strategie noch die Unternehmensausrichtung haben sich grundlegend geändert. Der Rückgang ist primär markttechnisch und stimmungsgetrieben.


Für viele Anleger entsteht hier genau der Punkt, an dem MicroStrategy wieder interessant wird:


  • deutlich unter den Hochs
  • bei unveränderter strategischer Ausrichtung
  • mit weiterhin klarer Kommunikation seitens des Managements



Wer MicroStrategy nicht als kurzfristigen Trade, sondern als strategische Position sieht, bewertet solche Phasen oft anders als den reinen Tageschart.


5. Für wen das Modell Sinn macht – und für wen nicht


MicroStrategy ist keine Aktie für jeden. Sie eignet sich vor allem für Anleger, die:


  • eine klare Bitcoin-Überzeugung haben
  • Volatilität bewusst akzeptieren
  • einen börslichen Hebel suchen, ohne selbst Coins zu halten



Wer dagegen Stabilität, Dividenden oder planbare Cashflows sucht, wird hier eher nicht fündig.


Fazit


MicroStrategy ist kein klassisches Software-Unternehmen und kein reiner Bitcoin-ETF. Es ist ein bewusst konstruiertes Kapitalmarkt-Modell, das auf langfristige monetäre Trends setzt. Gerade nach stärkeren Rücksetzern lohnt es sich, die Aktie nüchtern neu zu bewerten.


Nicht wegen kurzfristiger Kursziele – sondern wegen der Struktur dahinter.


$MSTR (+0,73 %)
$3350 (+0,55 %)
$BTC (-0,81 %)
#bitcoin
#crypto
#growth

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13 Kommentare

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Wie „massiv“ ist denn die Basis des Softwaregeschäfts?😉
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@Malte123 War auch mein erster Gedanke! Softwaregeschäft ist lächerlich und quasi komplett zu vernachlässigen.🤷🏼‍♂️
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@All-in-or-nothing Das Softwaregeschäft ist selbsterhaltend , das heißt es zahlt seine eigenen Mitarbeiter und die Infrastruktur zu nahezu 100 %.
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@Brandon90 in Relation zu MarketCap, Wachstum aus „eigener“ Kraft und nicht nur über Asset-Neubewertung (die btw nicht zahlungswirksam sind, also 0,0 für den Cashflow bringen) ist das eigentliche Kerngeschäft ein Witz. Zum Bitcoin akkumulieren braucht man genau 1 Mitarbeiter…
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@All-in-or-nothing ich glaube nicht dass Investoren die Aktie kaufen wegen dem Softwaregeschäft. Es läuft halt mit. Das Softwaregeschäft gibt dem Unternehmen den Status eines operativen Betriebs statt eines Investmentfonds. Das ist rechtlich wichtig, um in bestimmten Indizes wie dem MSCI World oder NASDAQ gelistet zu bleiben…
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@Brandon90 in dem Beitrag wird es halt so dargestellt als ob das Softwaregeschäft Signifikanz hat. Hat es aber nicht, abgesehen vom rechtlichen wie Du sagst.
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@Malte123 naja, vllt wird die Software zur zweiten Palantir 😂
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@Brandon90 du, das ging gar nicht gegen dich, lediglich um die Darstellung im Post, die so klingt, als wäre das Kerngeschäft super relevant und würde massig zum Gesamtgeschäft beitragen.😉
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@All-in-or-nothing gebe ich dir ja recht ☺️🫱🏽‍🫲🏻 man könnte es falsch verstehen. Ist wie wenn man sagt, Waymo ist die treibende Kraft von Alphabet 🤪
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@Brandon90 genau darauf wollte ich hinaus🤝😉😅
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Schöner Beitrag, vielen Dank für deine Mühe!
Für mich und mein Portfolio ist $MSTR trotzdem nichts 😉
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Ein Geschäftsmodell das Bitcoin kauft, Aktien ausgibt um mehr Bitcoin zu kaufen, der Aktienkurs steigt mit dem Bitcoin Kurs und neue Aktien können verkauft werden, um wieder mehr Geld für Bitcoin Käufe zu bekommen.

Sowas kauf ich nicht, das ist ein Ponzi Scheme.
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Schöner Beitrag. Ich selbst habe $MSTR schon zwei mal nachgekauft und einen Sparplan laufen. Der Kurs ist aktuell enorm günstig und in einer interessanten Supportzone. Ich bin der Meinung, alle die jetzt nicht kaufen, werden es in einem Jahr ziemlich bereuen.
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