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Vorstellung nach 5 Jahren Getquin

Nachdem ich hier schon ein paar Jahre mehr oder weniger stiller Mitleser bin, möchte ich mich, meine Investorengeschichte meine Ziele auch mal vorstellen. Über ein Portfoliofeedback würde ich mich ebenfalls freuen.


Zu mir: 31, verheiratet seit 6 Jahren, Dinki (Double income, no kids), Sparrate derzeit ca. 1200€ (meine Frau investiert separat ähnlichen Betrag), wohnen in noch nicht abbezahlter Eigentumswohnung mit Garten, Hobbys: Reisen und Gärtnern.


Wer nicht alles lesen möchte, ich habe die Vorstellung in drei Kapitel unterteilt:


-Meine Börsengeschichte

-Portfolioallokation

-Ziele/Pläne


Meine Börsengeschichte


Mit der Börse angefangen, habe ich 2020 mit Beginn meines ersten richtigen Jobs. Aber ohne Ahnung, ohne konkrete Ziele und eigentlich total überfordert mit der großen Auswahl. Da ich aus sehr einfachen Verhältnissen komme und mit Finanzbildung geschweige denn Vermögen nichts zu tun hatte, nicht weiter verwunderlich. Ich wusste nur man muss etwas tun wegen der bösen "Rentenlücke". Immerhin.


Also habe ich natürlich alle möglichen Anfängerfehler mitgenommen: hin und her handeln, auf Hypes achten, blind kaufen, Fomo, nur auf Dividendenrendite schauen, in 100 verschiedene Aktien mit kleinstbeträgen investieren, ständig die "Strategie" ändern, ab und zu mal ahnungslos einen Ko-Schein kaufen. Verwunderlich, dass ich dabei überhaupt 1-2% p.a. gemacht habe.


Dann habe ich zwischenzeitlich den ganzen Kram verkauft, um Geld für die Finanzierung unserer Immobilie zu haben und quasi neu angefangen.


Mir wurde klar, dass das vorherige Vorgehen Unsinn ist, da ich mich nicht zuletzt durch und motiviert von getquin in Finanzsachen weitergebildet habe. Also wechselte ich zu einem "konzentrierten" Portfolio mit einem Core ETF und 25 Aktien und Dividendenfokus, ein wenig Gold und noch weniger Bitcoin. Aber Ende 2024 wurde mir auch klar, dass die Betreuung dieses Portfolios, wenn man es denn richtig machen möchte(Quartalsberichte lesen, Unternehmen ständig neu analysieren etc.), für diese verhältnismäßig kleinen Beträge zu aufwändig ist.


Also entschied ich mich die Einzelaktien wegzulassen. Zeitgleich las ich viel und besonders die Beiträge zu Strategiediversifikation, Assetdiversifikation nahm ich mir zu Herzen. Einfach ACWI Buy and Hold konnte es doch einfach nicht gewesen sein. Zu dieser Zeit veröffentlichte @Epi viele Beiträge zu seiner 3xGTAA Strategie, die gut erklärt und mit viel Aufwand recherchiert und getestet wirklich etwas war, das ich mir auch für meine Portfolio vorstellen konnte. Das Wikifolio kam für mich also genau zur richtigen Zeit.


Insofern habe ich mein Portfolio seit Januar 2025 (Neuanfang auch in meinem Getquin-Portfolio) folgendermaßen aufgeteilt:


Portfolioallokation


30% 3xGTAA

25% Gold

25% Aktien ETFs

20% Bitcoin


Die recht große Anzahl der ETFs kommt dadurch zustande, dass ich ACWI gerne 50/50 Eur-hedged und unhedged habe, um Währungsschwankungen nicht so stark ausgesetzt zu sein( $SPP1 (+0,71 %) und $SPYY (+1,07 %) ). Der $IWDA (+1,16 %) kommt noch aus 2021, in den fließen meine Vermögenswirksamen Leistungen. $XNAS (+1,56 %) speist sich aus dem Cashback der Traderepublic Kreditkarte. Es ist irgendwie schön zu sehen, was aus dem bisschen Cashback jeden Monat wird.


Insgesamt halte ich dieses Portfolio nach Strategien und Assetklassen für ausreichend diversifiziert und gleichzeitig konzentriert. Zudem soll die Rendite deutlich über reinem ACWI Buy and Hold liegen und dennoch keine extremen Drawdowns wie dieser haben. Mir ist es wichtig verschiedene unkorrelierte Assetklassen zu haben, aber insgesamt dennoch renditestark unterwegs zu sein.


Bitcoin $BTC (-0,13 %) birgt zwar Risiken für tiefe Drawdowns, aber eben auch Chancen. Ich selber halte Bitcoin für ein extrem gutes Wertaufbewahrungsmittel, das noch weitere Adaption erfahren wird.


Gold $965515 (-4,31 %) hat aufgrund seiner niedrigen Korrelation zu den übrigen Assets einen recht hohen Anteil. Diese Höhe wird noch mindestens sechs weitere Jahre beibehalten, da dann die Schlussrate für unsere Immobilie in Höhe von ca. 30.000€ anstehen wird. Sollten Aktienmärkte/Bitcoin/3xGTAA zu dem Zeitpunkt in einem Tief stecken, kann die Schlusszahlung allein durch den Verkauf von Gold gedeckt werden.


Ziele/Pläne


Ohne Ziele ist natürlich alles nichts. Kurz bis mittelfristig möchten wir unsere Immobilie abbezahlen (noch ca. 6 Jahre). Die Summe der Schlussrate soll dabei aus meinem Portfolio kommen. Je nachdem wie die Assets dann stehen, wird entsprechend verkauft. Durch die recht hohe Sparrate sehe ich nichts das Risiko in 6 Jahren keine 30.000 aufbringen zu können, weshalb ich diese Summe nicht in Cash ansparen werde. Mir erscheint das Risiko Geld zu verlieren höher, wenn das Geld für diese Zeit nicht investiert ist. Sondertilgungen sind kein Thema, da der Zins bei 0,8% liegt.


Wenn die recht hohen monatlichen Raten dann weg sind und noch 1-2 Beförderungen dazukommen (die erste kommt nächstes Jahr), nimmt der Vermögensaufbau so richtig Fahrt auf. Geringe Kosten und hohes Einkommen werden ein irrer Hebel sein.


Mittel-bis langfristig(10 Jahre+) soll das Portfolio dazu dienen zumindest für einen Teil des Jahres nicht in Deutschland zu sein, vorzugsweise im Winter. Je nach dem wie es in Deutschland so läuft vielleicht auch länger bis dauerhaft. Im Optimalfall auch ohne auf Arbeitseinkommen angewiesen zu sein. Ein Land haben wir uns dafür jedenfalls schon rausgesucht und auch schon ausführlich bereist. Ob wir dort eine (oder mehr) Immobilie erwerben möchten, steht noch nicht fest, aber vieles spricht dafür.

Im Grunde gibt es also keinen Zielbetrag, dem ich hinterherjage, das Ziel ist die nächsten Jahre so viel Vermögen wie möglich mit fester Strategie anzuhäufen, um so unabhängig wie möglich zu werden.


Ich danke euch für alle tollen Beiträge der letzten 5 Jahre, viele davon haben mir sehr weitergeholfen, mich zum nachdenken und recherchieren gebracht und letztlich aus einem ahnungslosen Anfänger einen etwas weniger ahnungslosen Anfänger gemacht. Und wer mag: röstet gern mein Portfolio :)

7Positionen
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34 Kommentare

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Ich finde dein Portfolio super! Unkorrelierte Assetklassen und Strategien in einer sinnvoll erscheinenden Anzahl und Gewichtung. Du hast echt gelernt hier auf Getquin. 👍

Eine Frage: Was ist das Prinzip deiner Gewichtung? Max Sharpe Ratio? Max Min Drawdown? Inverse Vola? Hier könnte evtl. noch Strategie rein.
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Das ist vielleicht das einzige "Problem", das ich mit meinem Portfolio habe. Die Gewichtung fußt eher auf Intuition, als auf festen Prinzipien.
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@Psychedelic_Sunflower Und? Willst du da ran? Bei den Assetklassen hast du dich ja weitgehend von Intuition befreit.
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Wie würdest du da ran gehen? Die Frage ist natürlich erstmal, was ich möchte. Hier ist die Antwort: möglichst hohe Rendite aus dem bestehenden Strategie-und Assetmix in 15 Jahren. Gewisse Volatilität ist bei entsprechender Rendite hinnehmbar aber in 6 Jahren müssen 30.000 € optimalerweise mit lohnendem Gewinn liquidiert werden. Am liebsten Gold oder Bitcoin, da steuerfrei.
Auf was für Kennzahlen würdest du hier achten?
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@Epi auch hier zeigt sich mal wieder das Bedürfnis nach einem Beitrag, wie man am besten die Gewichtung einzelner Strategien und Assets vornimmt o.o
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@Psychedelic_Sunflower Grundsätzlich hältst du beim Ziel "Max Rendite" natürlich das Asset, von dem du die meiste Rendite erwartest zu 100%. Allerdings gibt es ja Risiken, die Rendite kann man als Risikoprämie verstehen: BTC kann auf 0 gehen, Gold kann verboten werden, Momentumeffekt kann verschwinden, Weltwirtschaft kann in eine jahrzehntelange Krise stürzen. Also versuchst du, für die Aufteilung der Assetklassen das Optimum aus Rendite und Risiko zu finden. Das findet man über die sog. Markowitz Optimization: Minimum Varianz oder Max Sharpe Ratio. Für dich kommt eher letzteres in Frage: das beste Verhältnis aus Chance und Risiko. Google das mal. Ich versuche, das Ganze dann mal im nächsten 3xGTAA Update zu erklären.
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@Epi eben. Da ich nicht hellsehen kann streue ich das Risiko. Wenn ich rein nach der Sharpe Ratio gehe, müsste ich zu 100% in 3xGTAA gehen (sofern die Angabe von 1,4 bei Wikifolio stimmt) ACWI, Gold und Bitcoin liegen langfristig alle unter 1
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@Psychedelic_Sunflower Fast. 😉
Durch die Mischung von Assetklassen sinkt die erwartete Rendite, aber die SR steigt. Da gibt es ein Optimum.
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Gibt es da praktischerweise Tools, um das zu berechnen? Ich könnte die Berechnung aber wegen BTC und deines Zertifikats ja nicht sonderlich lang zurückreichen lassen🤔
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@Psychedelic_Sunflower Ich kenne keine Tools, außer die, die ich mit der KI erstellt habe. Aber ich denke, im Netz gibt es sowas. 🤷
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Depot gefällt mir sehr gut 👍
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Sieht schon echt solid aus - nur Schade dass du komplett auf Einzelaktien verzichten möchtest - Für jedes Problem, gibts doch eine Lösung ;-)
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@Krush82 ja, spaß gemacht hat es schon das Stockpicking. Aber ich habe eingesehen, dass mir dafür sowohl Talent/Wissen, und besonders auch die nötige Zeit fehlt. Und mich aufs Glück verlassen, mag ich auch nicht.
@Psychedelic_Sunflower absolut richtige Entscheidung, so wirst du als Langzeitinvestor besser performen als 99% der Anleger 🤑
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@Psychedelic_Sunflower auch hier funktioniert ein ähnlicher Ansatz wie beim 3xGTAA, der das erfolgreiche Investieren in Einzelaktien, ohne viel Zeit, Glück und Talent möglich macht
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Das mag sein und ich wünsche jedem, der es umsetzt viel Erfolg. Mir gefällt als Momentumanteil aber das GTAA-Modell aufgrund der Assetdiversifikation besser. Außerdem ist der Steuervorteil durch das Wikifolio-Zertifikat enorm.
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Habe deine Beiträge als sehr hochnäsig und eingebildet in Erinnerung, hätte jetzt nicht gedacht dass da so ein schwaches Depot kommt.
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@Frei OK. Was wäre denn deiner Meinung nach ein starkes Depot?
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Ahja, danke für das konstruktive Gespräch
@Psychedelic_Sunflower ja was willst du jetzt hören? Du selber hast mit deinem Beiträgen eine hohe Erwartungshaltung geschaffen, also ob du ein Börsenmakler wärst. Jetzt zeigst du hier so ein Standart Depot was ja nicht heißt dass es schlecht ist!
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Ich fürchte, du verwechselst mich.
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@Frei meinst Du eventuell „CashBurner“?
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30% in einem 3-fach gehebelten Fonds? Was könnte da schon schiefgehen?
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@Stevoo13 Dieses Zertifikat ist die Abbildung einer Momentumstrategie. Zum nachlesen, worum es geht, gern die Beiträge von @Epi verfolgen, falls noch nicht bekannt. Ja, das Risiko ist nicht ganz ohne, allerdings geringer als B&H eines World-ETF und mit besserer Performance. Als Strategiediversifikation und Gegengewicht zu Buy and Hold für mich persönlich ein unverzichtbarer Teil des Portfolios.
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@Psychedelic_Sunflower Exakt. 3xGTAA ist nur sinnvoll in einem Gesamtportfolio verschiedener unkorrelierter Strategien bzw Assetklassen. Das größte Risiko, dass es schief geht, ist nicht der Hebel, sondern der Mensch, der die Vola nicht aushält und in Panik oder Erschöpfung unglücklich abbricht.
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@Psychedelic_Sunflower Heute um 14% gefallen… jedem das Seine, aber definitiv nichts, dem ich 30 % meines Portfolios anvertrauen würde, und ich bin als Anleger definitiv eher risikofreudig eingestellt. 🤷🏻‍♂️
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@Stevoo13 richtig, heute. Auf Monatssicht immer noch 10% im Plus, auf Jahressicht 25%
Natürlich gibt es mal ein paar Turbulenzen, aber was zählt ist der Output in 10 Jahren, nicht, was am 30.01.2026 passiert ist. Nur aus Interesse: Hast du dich mit der Idee hinter dem Zertifikat etwas beschäftigt?
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@Psychedelic_Sunflower Genau das ist mein Punkt: Eine Anlage kann nur über einen längeren Zeitraum hinweg richtig bewertet werden, einschließlich längerer Phasen mit Wertverlusten (z. B. 2022). Ich sehe, dass das Zertifikat erst seit knapp über einem Jahr existiert, was definitiv ein viel zu kurzer Zeitraum ist, um die langfristigen Auswirkungen seines Besitzes zu verstehen, insbesondere angesichts seiner Hebelwirkung. Als kleinere „Wachstums”-Allokation ist es völlig in Ordnung, aber ich würde zögern, es als meine Kernallokation zu betrachten...
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@Stevoo13 ja, ein Jahr als Betrachtungszeitraum wäre in der Tat deutlich zu kurz. Hierfür fanden, transparent dargestellt durch den Betreuer des Zertifikats, Backtests statt. Die Annahmen und Handelsprinzipien, auf denen es beruht wurden zumindest für die Vergangenheit auf Herz und Nieren geprüft. Das ist natürlich kein Garant für zukünftige Performance, aber zumindest ein guter Indikator.
Ich kann deine Zweifel aber durchaus nachvollziehen.
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finde die Assetaufteilung zu riskant. Du hast in Momentumphasen von Gold 55% Partizipation des Gesamtportfolios. Wenn Gold um 1% fällt, fällt dein Portfolio um 0.55%. Bei Bitcoin kannst du auch eine relativ hohe 30% Partizipation haben. Das solltest du beachten
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@SemiGrowth ja, das Risiko ist mir durchaus bewusst. Ich brauche zur Erreichung meiner Ziele aber eine recht hohe Rendite, die mit geringem Risiko nicht zu erreichen ist.
Kann man das so wirklich gegenrechnen, dass Gold quasi 55% meines Portfolios einnimmt? Man müsste ja auch die weiteren gehebelten Positionen berücksichtigen, sodass man ja, je nach Momentum, auf 130-160% im Portfolio kommt, was die Auswirkungen von Gold realistisch auf ca. ein Drittel senkt.
Was wäre deine favorisierte Aufteilung, wenn du diese vier Assets aufteilen müsstest?
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@Psychedelic_Sunflower ja, kann man. Die Partizipation kann über 100% sein. Sie bedeutet nur, was ich gesagt habe: Fällt Gold um 1% fällt dein Portfolio um 0.55%.
Ich persönlich würde kein Gold zusätzlich nehmen, aber das musst du wissen
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@SemiGrowth wenn alle anderen Assets keine Bewegung haben, schon, ja. Wie würdest du nach deinem Risikoempfinden die Gewichtung vornehmen?
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