Heute steht im Handelsblatt ein interessanter Kommentar, den ich hier mal (in Auszügen) teilen möchte.
SAP und Microsoft belegen, wie es wirklich um die Börsen bestellt ist
SAP $SAP (-14,87 %) veröffentlicht gute Zahlen zum abgelaufenen Jahr und gibt einen starken Ausblick. Einzig das hohe Wachstum in der Cloud-Sparte enttäuscht die hochgesteckten Erwartungen. Prompt fällt die Aktie um 15 Prozent.
Ebenso wie SAP belegt auch Microsoft $MSFT (-4,9 %), dass hervorragende Ergebnisse nicht mehr reichen. Das Schwergewicht verliert sieben Prozent. Damit wurden umgerechnet auf einen Schlag 200 Milliarden Euro Börsenwert vernichtet, womit sich ein Dax-Konzern der Größe von Siemens $SIE (+2,59 %) kaufen ließe.
Ähnlich turbulent begann kurz nach der Jahrtausendwende, die Dotcom-Blase zu platzen, als die damals bei Anlegern beliebten Unternehmen wie Cisco $CSCO (-0,62 %), Nokia und AOL die immer weiter steigenden Erwartungen nicht mehr erfüllen konnten.
Nun lässt sich einwenden, dass die heutigen Highflyer im Unterschied zu den damaligen Konzernen viel höhere Milliardengewinne erwirtschaften. Aktien wie SAP, Microsoft und etliche andere angesagte Technologiewerte sind längst nicht so irrsinnig hoch bewertet wie damals. Doch Entwarnung bedeutet das aus zwei Gründen nicht.
Erstens sind diesmal viele Aktien in anderen Branchen abseits der Technologiebranche hoch bewertet, nachdem die Börsen jahrelang sehr stark gestiegen sind. Das macht die Gesamtbörsen insgesamt anfällig.
Zweitens kommt ein schwerwiegendes Problem hinzu: die Flucht aus dem Dollar. Die Weltleitwährung verliert an Wert, weil Amerika bei Investoren an Vertrauen einbüßt. Der in nur einem Jahr um 100 Prozent gestiegene Goldpreis signalisiert diese Sorgen dramatisch.
In jedem Fall zeigen die starken Kursverluste von SAP und Microsoft, dass Aktionäre nicht mehr, wie in den vergangenen Jahren üblich, nach den guten Nachrichten in den Unternehmensbilanzen suchen und diese zum Anlass nehmen, weitere Aktien zu kaufen. Vielmehr sorgen kleinste Makel dafür, Aktien zu verkaufen. Das ist kein gutes Zeichen für die Verfassung der Aktienmärkte.
Quelle Text (Auszug) & Bild: Handelsblatt, 29.01.26
Bin auf Eure Meinungen gespannt (es wurde ja schon einiges zu den aktuellen Kursreaktionen in der Community geschrieben).

