13Std.·

Der Kommentar kann nachdenklich stimmen

Heute steht im Handelsblatt ein interessanter Kommentar, den ich hier mal (in Auszügen) teilen möchte.


SAP und Microsoft belegen, wie es wirklich um die Börsen bestellt ist


SAP $SAP (-14,87 %) veröffentlicht gute Zahlen zum abgelaufenen Jahr und gibt einen starken Ausblick. Einzig das hohe Wachstum in der Cloud-Sparte enttäuscht die hochgesteckten Erwartungen. Prompt fällt die Aktie um 15 Prozent.


Ebenso wie SAP belegt auch Microsoft $MSFT (-4,9 %), dass hervorragende Ergebnisse nicht mehr reichen. Das Schwergewicht verliert sieben Prozent. Damit wurden umgerechnet auf einen Schlag 200 Milliarden Euro Börsenwert vernichtet, womit sich ein Dax-Konzern der Größe von Siemens $SIE (+2,59 %) kaufen ließe.


Ähnlich turbulent begann kurz nach der Jahrtausendwende, die Dotcom-Blase zu platzen, als die damals bei Anlegern beliebten Unternehmen wie Cisco $CSCO (-0,62 %), Nokia und AOL die immer weiter steigenden Erwartungen nicht mehr erfüllen konnten.


Nun lässt sich einwenden, dass die heutigen Highflyer im Unterschied zu den damaligen Konzernen viel höhere Milliardengewinne erwirtschaften. Aktien wie SAP, Microsoft und etliche andere angesagte Technologiewerte sind längst nicht so irrsinnig hoch bewertet wie damals. Doch Entwarnung bedeutet das aus zwei Gründen nicht.


Erstens sind diesmal viele Aktien in anderen Branchen abseits der Technologiebranche hoch bewertet, nachdem die Börsen jahrelang sehr stark gestiegen sind. Das macht die Gesamtbörsen insgesamt anfällig.


Zweitens kommt ein schwerwiegendes Problem hinzu: die Flucht aus dem Dollar. Die Weltleitwährung verliert an Wert, weil Amerika bei Investoren an Vertrauen einbüßt. Der in nur einem Jahr um 100 Prozent gestiegene Goldpreis signalisiert diese Sorgen dramatisch.


In jedem Fall zeigen die starken Kursverluste von SAP und Microsoft, dass Aktionäre nicht mehr, wie in den vergangenen Jahren üblich, nach den guten Nachrichten in den Unternehmensbilanzen suchen und diese zum Anlass nehmen, weitere Aktien zu kaufen. Vielmehr sorgen kleinste Makel dafür, Aktien zu verkaufen. Das ist kein gutes Zeichen für die Verfassung der Aktienmärkte.


Quelle Text (Auszug) & Bild: Handelsblatt, 29.01.26


Bin auf Eure Meinungen gespannt (es wurde ja schon einiges zu den aktuellen Kursreaktionen in der Community geschrieben).

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13 Kommentare

Ist doch top wenn trotz fundamental guter Zahlen und Daten der überempfindliche Markt einem langfristig orientierten Anleger direkt nen Dip vor die Füße legt.
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Naja, im Grunde genommen stimmt das, aber was ist z B mit $META ?
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Wir können natürlich in 2 Jahren mal einen Blick in den Rückspiegel werfen und feststellen, dass ich mich irre.
Wie du schon geschildert hast standen im um das Jahr 2000 primär versprechen auf Gewinne im Raum. Ein ähnliches Phänomen sehen wir auch aktuell zum Thema KI, sahen es um Wasserstoff und sehen es bei einigen Rüstungshoffnungen sowie Miningfirmen. Das würde ich aber streng unterscheiden zu Unternehmen die, anders als 2000 reale buchgewinne schreiben.
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@DonaldTruck OpenAI und reale Buchgewinne🤔

Auf der anderen Seite haben Microsoft, Cisco, Intel, Oracle im Jahr "reale Buchgewinne" gemacht. 😉
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@Olli68 Ich sprach auch nicht von OpenAI. Sondern davon, dass es unternehmen gibt, die KI Implementierung betreiben und der Kurs nicht von den Kursgewinnen divergiert. Vielmehr habe ich gesagt, dass es solche unternehmen gibt, bei denen das der Fall ist. Daher würde ich allerdings nicht grundsätzlich von einer Bubble sprechen.
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@Olli68 Das bei OpenAI viel Geld hin und her geschoben wird ist schon klar! Aber was ist denn mit den anderen Big Tech Konzernen? 😉 Verdient Alphabet, Amazon… kein Geld? Natürlich investieren diese Firmen viel, aber man sollte es schon realistisch sehen, dass zwischen Dotcom und heute Welten liegen. Selbstverständlich werden viele Unternehmen verschwinden und es werden definitiv einige Leute viel Geld verlieren, weil sie blind in jedes Unternehmen investieren wo KI „draufsteht“
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@DonaldTruck In der Dotcom-Bubble waren es auch nur wenige Unternehmen, die gehypt wurden und die irgendwann explodiert sind (z. B. Netscape, Yahoo, AOL). Meine oben genannten waren profitabel und wurden durch deren Verflechtungen mitgezogen und haben den Sektor runtergezogen.
Die Verflechtungen von OpenAI zu heute profitablen Unternehmen wie Microsoft, Nvidia, Oracle etc. ähneln in der Tat sehr stark an die damalige Phase. Wenn OpenAI platzt oder es absehbar wird, dass sie ihre Verpflichtungen nicht nachkommen oder Profitabilität nicht absehbar ist, werden wir es in Kursen von Microsoft, Nvidia etc sehen. Und dann knallt es im gesamten Tech-Sektor. Wie damals.
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@BavarianLion Ich denke, Im Gegensatz zur Dir war ich bereits im letzten Jahrtausend an der Börse und habe diese Zeit (1995-2005) aktiv miterlebt. Ich hoffe, ich habe mit meinem vorherigen Post die Ähnlichkeiten beschrieben.
Wenn 1 grosse Firma platzt, geht der ganze Sektor runter.
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@Olli68 Da hast du in der Tat recht, durch diese Verflechtung reicht ein Unternehmen, das die Erwartungen verfehlt und das Pulverfass explodiert 💀
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@BavarianLion Du musst nur sehen, OpenAI hat bereits Versprechungen über Bestellungen von 1500 Mrd Dollar getätigt, die bei Nvidia, Oracle etc. bereits in den Kursen eingepreist sind. Abgesehen von den kapitalmässigen Beteiligungen.
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I wouldn't compare sap and msft... MSFT is everywhere and it won't change probably in forseable future, SAP on the other hand has its grace far in the past. Just my humble IT opinion.
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