Heute habe ich einen interessanten Artikel gelesen, in dem es um das Rechenzentrumsprojekt von $NBIS (+1,19 %) in Vineland (New Jersey) ging. Die Nebius Bullen unter uns könnte das interessieren. Aber wie gesagt, noch nix bestätigt, sondern eher eine Indizienkette.
Die investierten sollten ja wissen, dass Nebius dort ein Rechenzentrum baut. Der Artikel konzentrierte sich aber auf eine spannende Zusatzthese, nämlich ass der Standort möglicherweise in einer (ungewöhnlich) großen Ausbaustufe geplant ist und dabei stark auf eine eigene, vor Ort installierte Stromversorgung setzt, um nicht vom jahrelangen Netzanschluss-Prozess abhängig zu sein. Im Raum stand eine Größenordnung von rund 400 Megawatt, also Hyperscale-Niveau, bei dem die Anlage im Prinzip wie ein eigener Energieversorger „hinter dem Zähler“ funktionieren könnte.
Der Artikel erklärte, dass genau die Stromfrage aktuell der zentrale Engpass in der Ki Infrastruktur ist. Gebäude kann man bauen, GPUs kann man kaufen , aber ohne ausreichend Leistung am Standort bleibt alles Theorie. Netzanschlüsse dauern oft mehrere Jahre und auch die Beschaffung sowie Integration von Technik „hinter dem Zähler“ ist ein zunehmend limitierender Faktor. Deshalb werden Strategien immer relevanter, bei denen Betreiber die Stromversorgung selbst lösen, um Projekte schneller in Betrieb zu bekommen und Skalierung nicht vom Netzbetreiber diktieren zu lassen.
Seit Monaten verweist der CEO von DataONE öffentlich auf eine „systemische Innovation“ in Vineland, die mit Strom, Geschwindigkeit und Effizienz zusammenhängt, ohne Details zu nennen.
Technisch wurde als plausibles Konzept ein industrielles Insel-Microgrid beschrieben. viele große, mittelschnelle Erdgas-Motoren erzeugen dauerhaft Strom direkt am Standort, ergänzt durch Schwungräder (Flywheels) zur Stabilisierung. Hintergrund ist, dass KIWorkloads sehr schnelle Lastsprünge erzeugen, etwa durch Inferenz Spitzen. Schwungräder können solche kurzfristigen Peaks extrem schnell abfangen, während die Motoren nachregeln. Das würde einen stabilen Betrieb ermöglichen, der auch hohe Verfügbarkeitsanforderungen eines Hyperscale KI Rechenzentrums erfüllen kann. Spannend fand ich, dass der Artikel auch frühere Spekulationen rund um Vineland erwähnte, zB zu zu Brennstoffzellen oder alternativen Generator-Technologien, diese aber als entweder zu teuer, zu wartungsintensiv oder nicht ausreichend skalierbar einordnete. Stattdessen fokussierte sich die aktuelle Hypothese klar auf den pragmatischen Ansatz „eigene Erzeugung plus sehr schnelle Stabilisierung“, weil das das Timing-Problem am direktesten löst.
Als weitere Hinweise wurden Branchenmeldungen und öffentliche Kommentare genannt, die auf ein Ostküsten-Projekt mit rund 400 Megawatt, stufenweisem Ausbau und einer Kombination aus Gasmotoren, hocheffizienten Generatoren und Flywheel-Stabilisierung hindeuten. Konkret war von einem Start mit etwa 12 Motoren und einer Skalierung auf bis zu 36 Einheiten die Rede. Der Artikel betonte jedoch auch, dass Details zur finalen Konfiguration und zur tatsächlichen Vollausbaugröße nicht offiziell bestätigt seien, sondern sich aus einer Indizienkette ableiten.
Unterm Strich war die Kernaussage folgende:
Der potenzielle Vorteil für Nebius liegt weniger in neuer Technologie, sondern in einem strukturellen Zeitvorteil. Wenn Nebius in Vineland große Leistung schnell verfügbar macht, könnte das Netzanschluss-Engpässe umgehen und früher KI-Kapazität liefern – und in einem Markt, in dem „Zeit bis Strom verfügbar ist“ zunehmend über Wettbewerbsvorteile entscheidet, wäre das ein strategisch relevanter Hebel. Auch für weitere Projekte.
