Vor den Quartalszahlen hatte ich bereits geschrieben, dass für mich bei $IBE (-0,31 %) weniger Umsatz und EPS im Vordergrund stehen als die operative Entwicklung. Trotzdem zunächst der Blick auf die harten Fakten:
- EPS (erwartet): 0.23 EUR
- EPS (berichtet): 0.25 EUR
- Umsatz (erwartet): 10.57 Mrd. EUR
- Umsatz (berichtet): 10.45 Mrd. EUR
Auf den ersten Blick wirken die Ergebnisse damit gemischt. Für mich bestätigt sich allerdings erneut, dass Umsatz und EPS bei einem kapitalintensiven Versorger nur einen Teil der Investmentstory erzählen.
Vor den Zahlen hatte ich geschrieben, dass ich insbesondere auf den operativen Cashflow, das EBITDA, die Entwicklung des Netzgeschäfts, die Investitionen (CAPEX) sowie den Ausblick des Managements achten werde. Genau hier konnte $IBE (-0,31 %) aus meiner Sicht überzeugen. Das bereinigte EBITDA legte erneut zu, der Konzern investiert weiterhin Milliarden in den Ausbau seiner Stromnetze und erneuerbaren Energien und bestätigte gleichzeitig seine Jahresprognose. Besonders das regulierte Netzgeschäft entwickelt sich immer stärker zum wichtigsten Werttreiber des Unternehmens und sorgt für stabile sowie gut planbare Cashflows. Genau das, was ich mir von einem Qualitätsversorger wünsche.
Spannend fand ich außerdem die angekündigte Übernahme des finnischen Netzbetreibers Caruna. Strategisch halte ich diesen Schritt für sehr sinnvoll. $IBE (-0,31 %) stärkt damit gezielt sein reguliertes Netzgeschäft und erhöht den Anteil planbarer Erträge. Kurzfristig bedeutet die Akquisition zwar einen höheren Kapitalbedarf, langfristig dürfte sie den Wachstumskurs jedoch weiter unterstützen.
Gleichzeitig wird berichtet, dass $IBE (-0,31 %) auch zu den Interessenten für Teile des Brasilien-Geschäfts von Enel zählt. Sollte daraus tatsächlich eine Transaktion entstehen, würde das die Position in einem der wichtigsten Wachstumsmärkte des Konzerns weiter stärken. Noch ist dies Spekulation, zeigt aber, dass das Management konsequent nach attraktiven Investitionsmöglichkeiten sucht.
Ebenso interessant finde ich die Entscheidung, den geplanten Verkauf eines spanischen Solarportfolios vorerst auszusetzen. Für mich ist das ein positives Signal. Offensichtlich ist das Management nicht bereit, hochwertige Vermögenswerte unter Wert abzugeben. Sollte die Bewertung am Markt nicht den eigenen Erwartungen entsprechen, erscheint es sinnvoller, die Anlagen weiterhin selbst zu betreiben und die daraus resultierenden Cashflows zu vereinnahmen. Für mich spricht das für eine disziplinierte Kapitalallokation.
Ein weiterer Punkt, den ich im Vorfeld angesprochen hatte, war die Kapitalrückführung. Hier gab es keine Überraschungen. $IBE (-0,31 %) hält an seiner verlässlichen Dividendenpolitik fest und finanziert die hohen Investitionen weiterhin aus einer starken operativen Entwicklung. Genau diese Balance zwischen Wachstum, Bilanzqualität und Ausschüttungen macht das Unternehmen für mich so interessant.
Die Quartalszahlen haben meinen positiven Eindruck eher bestätigt als widerlegt. Der leichte EPS-Miss spielt für mich eine untergeordnete Rolle. Viel wichtiger ist, dass $IBE (-0,31 %) seinen langfristigen Wachstumskurs fortsetzt, konsequent in regulierte Infrastruktur investiert und gleichzeitig bei der Kapitalallokation diszipliniert agiert. Die Entwicklungen rund um Caruna, eine mögliche Enel-Transaktion sowie das ausgesetzte Solarportfolio zeigen aus meiner Sicht, dass das Management langfristig denkt und den Fokus auf nachhaltige Wertschaffung legt.
$IBE (-0,31 %) befindet sich weiterhin auf meiner Watchlist. Die heutigen Zahlen haben das Unternehmen für mich eher attraktiver gemacht. Als Dividendeninvestor gefällt mir besonders die Kombination aus planbaren Cashflows, kontinuierlichen Investitionen und einer langfristig aktionärsfreundlichen Ausschüttungspolitik. Ob $IBE (-0,31 %) den Weg in mein Depot findet, wird für mich nun vor allem eine Frage der Bewertung und eines attraktiven Einstiegszeitpunkts sein.
~ Keine Anlageberatung ~