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UniGlobal-net vs. FTSE All World – aktiv vs. passiv im Realitätscheck

In letzter Zeit habe ich mich etwas intensiver mit dem $UI4L (+0,94 %) beschäftigt und ihn mit einem klassischen Weltindex wie dem $VWRL (+0,27 %) verglichen – insbesondere nach Kosten.


Performance im Vergleich (ca. Werte, kostenbereinigt)

1 Jahr:

  • UniGlobal: ~+10–11 %
  • FTSE All World: ~+12 %

3 Jahre:

  • UniGlobal: ~+49 %
  • FTSE All World: ~+53 %

5 Jahre:

  • UniGlobal: ~+60–61 %
  • FTSE All World: ~+68 %


Bedeutet: Trotz aktivem Management liegt der $UI4L (+0,94 %) leicht hinter dem breiten Markt (und das sogar relativ konstant).


Wenn man sich das Gesamtbild anschaut, wird schnell klar, dass vor allem die Kostenstruktur eine entscheidende Rolle spielt. Während der $UI4L (+0,94 %) mit rund 1,8 % laufenden Kosten (zzgl. möglicher Performance Fee) daherkommt, liegt ein ETF auf den FTSE All World meist nur bei etwa 0,15–0,25 %. Dieser Unterschied wirkt sich langfristig massiv auf die Rendite aus und erklärt einen großen Teil der Underperformance.


Trotzdem sehe ich den $UI4L (+0,94 %) nicht pauschal als „schlechtes“ Produkt. Gerade für Anleger, die sich nicht aktiv mit ihrem Portfolio beschäftigen wollen oder bewusst auf ein aktives Management setzen, kann so ein Fonds durchaus Sinn ergeben. Auch der psychologische Faktor spielt eine Rolle, man gibt Verantwortung ein Stück weit ab und hat das Gefühl, dass jemand aktiv durch Marktphasen steuert.


Genau so war es auch bei mir: Der $UI4L (+0,94 %) ist aktuell meine Core-Position und hat mir gerade in meinen ersten Jahren an der Börse ein gewisses Sicherheitsgefühl aufgrund des aktiven Management gegeben. Gleichzeitig merke ich aber immer stärker, dass ich die hohen Kosten zunehmend kritischer sehe und darüber nachdenke, die Position zumindest teilweise umzuschichten.


Am Ende zeigt der Vergleich für mich vor allem eines: Es gibt hier kein klares „richtig oder falsch“. Ein $VWRL (+0,27 %) ist aus rationaler Sicht die günstigere und effizientere Lösung, während ein aktiver Fonds wie der $UI4L (+0,94 %) für bestimmte Anlegertypen – gerade am Anfang – durchaus seine Berechtigung haben kann.


Wie seht ihr das? Setzt ihr konsequent auf ETFs oder habt ihr bewusst auch aktive Fonds im Depot? Wenn ja, warum?


~ Keine Anlageberatung ~

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3 Kommentare

Wenn ein aktiver Fonds nicht in der Lage ist marktbreite ETFs signifikant outzuperformen hat er meiner Meinung nach keine Daseinsberechtigung und nichts in meinem Portfolio verloren.
Aber wenn du dich wohl damit fühlst ist auch alles okay.
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@Solitair besser hätte es man es nicht zusammenfassen können :)
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@Solitair Grundsätzlich bin ich da voll bei dir – wenn ein aktiver Fonds den Markt langfristig nicht schlägt, ist das aus rein wirtschaftlicher Sicht schwer zu rechtfertigen. Genau darauf basiert auch meine aktuelle Überlegung zukünftig doch auf einen ETF zu wechseln.

Was man aus meiner Sicht aber nicht unterschätzen darf, ist der psychologische Aspekt. Produkte wie der UniGlobal können gerade Einsteigern (so war es zumindest bei mir) ein gewisses Sicherheitsgefühl geben, weil ein aktives Management dahintersteht. Und ich glaube schon, dass es Anleger gibt, die bewusst bereit sind, dafür ein Stück Rendite abzugeben.

Nüchtern und rational betrachtet ist das natürlich nicht optimal – aber Börse ist eben nicht nur Mathematik, sondern auch Psychologie.
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