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BASF Aktie 2026: Kann eine Übernahme den Konzern noch retten?

Zusammenfassung:

Teilweise — und genau dieses "teilweise" macht die aktuelle Lage bei BASF so vielschichtig. Am Stammsitz Ludwigshafen ist die Belegschaft auf den niedrigsten Stand seit mehr als 70 Jahren gesunken, der Standort schrieb zuletzt vier Jahre in Folge rote Zahlen. Vor diesem Hintergrund bestätigte BASF am 25. September 2026 Sondierungsgespräche über eine mögliche Übernahme von Evonik Industries — ein Schritt, der die Position in der deutschen Chemieindustrie strategisch stärken könnte. Doch der erste Versuch scheiterte bereits: Evonik wies das Angebot von 22,15 EUR je Aktie (Gesamtvolumen ca. 10,3 Mrd. EUR, rund 23 % von BASFs eigenem Marktwert) laut Financial Times als zu niedrig zurück. Die Großaktionärin RAG-Stiftung, die 44 % an Evonik hält, gilt als entscheidender Faktor für den weiteren Verlauf. Operativ bleibt BASF derweil solide: Nach starken Q2-Zahlen mit einem EPS-Sprung auf 4,78 EUR hob das Management seine EBITDA-Prognose an. Die Aktie notiert aktuell bei ca. 50,57 EUR.


Die wichtigsten Punkte:

Ludwigshafen-Belegschaft auf niedrigstem Stand seit über 70 Jahren, vierte Verlustjahr in FolgeCoreShift-Sparprogramm: bis zu 20 % Fixkostensenkung im Kerngeschäft bis 2029Gleichzeitig investiert BASF jährlich 1,5 Mrd. EUR in LudwigshafenBASF weiht neues 10-Mrd.-EUR-Werk in Zhanjiang, China ein — Kapitalverlagerung sorgt für KritikEvonik lehnt BASF-Angebot von 22,15 EUR je Aktie (10,3 Mrd. EUR, ca. 23 % des BASF-Marktwerts) abRAG-Stiftung (44 % an Evonik) gilt als Schlüsselfaktor für den weiteren VerlaufQ2 2026: EPS 4,78 EUR (Vorjahr: 0,09 EUR), EBITDA-Prognose angehobenDeutsche Bank (Buy, 60 EUR), Bernstein (Outperform, 61 EUR), DZ Bank (Kaufen, 64 EUR)Kurs: ca. 50,57 EUR — 100-Tage-Linie am 25.09. nach unten gekreuzt

Aktuelle Kennzahlen — BASF Aktie (Stand: 30.09.2026)

KennzahlWertStand

Kurs (XETRA: BAS)

ca. 50,57 EUR

30.09.2026

52-Wochen-Hoch

55,05 EUR

14.04.2026

52-Wochen-Tief

41,48 EUR

05.11.2025

Abstand zum 52-Wochen-Hoch

ca. −8 bis −9 %

30.09.2026

Umsatz Q2 2026

17,21 Mrd. EUR (+9,11 % YoY)

15.07.2026

EPS Q2 2026

4,78 EUR (Vorjahr: 0,09 EUR)

15.07.2026

EBITDA-Prognose 2026

6,2–7,0 Mrd. EUR, nach Q2 angehoben

2026

Belegschaft Ludwigshafen

Niedrigster Stand seit über 70 Jahren

Juni 2026

Belegschaft weltweit

ca. 94.900 (−14,4 % YoY)

Juni 2026

Ludwigshafen-Ergebnis

4. Verlustjahr in Folge

2024/2025

Investition Ludwigshafen (laufend)

1,5 Mrd. EUR jährlich

—

CoreShift-Sparprogramm

bis zu −20 % Fixkosten Kerngeschäft bis 2029

Angekündigt Mai 2026

Neues Werk China (Zhanjiang)

ca. 10 Mrd. EUR Investition, eingeweiht März 2026

März 2026

Evonik-Angebot (abgelehnt)

22,15 EUR/Aktie, 10,3 Mrd. EUR gesamt

Berichtet 29.09.2026

Angebot in % BASF-Marktwert

ca. 23 %

—

RAG-Stiftung Anteil an Evonik

ca. 44 %

—

Dividende 2025 / erwartet 2026

2,25 EUR / 2,27 EUR

—

Dividendenrendite

ca. 4,5 %

Sept. 2026

100-Tage-Linie

Am 25.09.2026 nach unten gekreuzt (bei 50,46 EUR)

25.09.2026

WKN / ISIN / Ticker

BASF11 / DE000BASF111 / BAS

—

Deutsche Bank / Bernstein / DZ Bank

Buy 60 EUR / Outperform 61 EUR / Kaufen 64 EUR

28.–29.09.2026

Nächste Quartalszahlen (Q3)

28. Oktober 2026

—

BASF Aktie News — Alle aktuellen Meldungen im Überblick

DatumMeldungDetailsEinschätzung

29.09.2026

Evonik weist Übernahmeangebot ab

Laut Financial Times lehnt Evonik das Angebot von 22,15 EUR je Aktie (10,3 Mrd. EUR gesamt, ca. 23 % Prämie) als zu niedrig ab. RAG-Stiftung (44 % Anteil) äußert sich nicht zur Höhe, gilt aber als entscheidender Faktor für weitere Schritte.

Entscheidend

28.–29.09.2026

Analysten bestätigen Kaufempfehlungen

Deutsche Bank (Buy, 60 EUR), Bernstein (Outperform, Kursziel von 63 auf 61 EUR gesenkt) und DZ Bank (Kaufen, 64 EUR) bleiben trotz der unsicheren Übernahmesituation bei Kaufeinstufungen.

Bullisch

25.09.2026

Sondierungsgespräche mit Evonik bestätigt

BASF bestätigt offiziell Gespräche mit der RAG-Stiftung und Evonik Industries. Am selben Tag kreuzt die Aktie ihre 100-Tage-Linie nach unten.

Neutral

Mai 2026

CoreShift-Sparprogramm vorgestellt

Neues Umbauprogramm sieht bis 2029 eine Senkung der Fixkosten im Kerngeschäft um bis zu 20 % vor — inklusive weiterer Stellenstreichungen und Verlagerung von Dienstleistungsjobs nach Indien.

Bärisch

März 2026

Neues Werk in Zhanjiang, China eingeweiht

BASF weiht sein rund 10 Mrd. EUR teures neues Werk in Zhanjiang offiziell ein — nach Ludwigshafen und Antwerpen der drittgrößte Verbundstandort des Konzerns. Die Kapitalverlagerung weg von Deutschland sorgt für Kritik.

Umstritten

15.07.2026

Starkes Q2 und angehobene EBITDA-Prognose

Gewinn je Aktie springt auf 4,78 EUR (Vorjahr: 0,09 EUR), Umsatz steigt um 9,11 % auf 17,21 Mrd. EUR. Das Management hebt im Anschluss die EBITDA-Prognose für das Gesamtjahr an.

Sehr bullisch

Was macht BASF — und womit verdient der Konzern konkret Geld?

Unternehmensbeschreibung

Die BASF SE (ISIN: DE000BASF111, WKN: BASF11) mit Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein ist der größte Chemiekonzern der Welt. Das Unternehmen gliedert sein Geschäft in elf Unternehmensbereiche, die zu sechs Segmenten zusammengefasst werden — unterteilt in Kerngeschäfte (Core Businesses) und eigenständige Geschäfte (Standalone Businesses).


Die vier Kerngeschäfte — und womit BASF konkret Geld verdient:

Chemicals: Petrochemicals und Intermediates — bildet das Herzstück des BASF-Verbunds. Verdient über den Verkauf von Basischemikalien und Zwischenprodukten sowohl an externe Kunden als auch an die eigenen SegmenteMaterials: Performance Materials und Monomers — einer der weltweit führenden Anbieter von Hochleistungskunststoffen. Verdient über technische Kunststoffe, Polyurethane und Spezialkunststoffe für Automobil- und BauindustrieIndustrial Solutions: Dispersions & Resins und Performance Chemicals — entwickelt Inhalts- und Zusatzstoffe für industrielle Anwendungen wie Polymerdispersionen, Harze und ElektronikmaterialienNutrition & Care: Care Chemicals und Nutrition & Health — verdient über Inhaltsstoffe für Körperpflege, Lebensmittel und Pharmaprodukte


Der eigentliche Knackpunkt liegt aber nicht in der Segmentstruktur, sondern am Stammsitz selbst: Ludwigshafen kämpft seit Jahren mit hohen Energiekosten und Überkapazitäten, schrieb zuletzt vier Jahre in Folge rote Zahlen. Genau vor diesem Hintergrund bekommt die mögliche Evonik-Übernahme ihre besondere Bedeutung — ein Zukauf, der Skaleneffekte und Marktmacht schaffen könnte, während der Kernstandort gleichzeitig schrumpft. Ähnlich wie bei der RENK Aktie, wo eine gezielte Übernahme neue Marktzugänge schaffen sollte, geht es BASF um strategische Neupositionierung — nur unter deutlich schwierigeren strukturellen Vorzeichen.


Fundamentalanalyse: Wie tief steckt BASF wirklich in der Krise?

Fundamentalanalyse BASF Aktie 2026

Differenzierter als die Schlagzeilen vermuten lassen — der Konzern als Ganzes ist nicht in Gefahr, aber der deutsche Kernstandort schon.


Bewertung im Kontext zweier gegenläufiger Geschichten: Auf Konzernebene zeigt BASF mit dem EPS-Sprung auf 4,78 EUR und der angehobenen EBITDA-Prognose (6,2 bis 7,0 Mrd. EUR für 2026) durchaus operative Stärke. Am Stammsitz Ludwigshafen dagegen ist die Belegschaft auf den niedrigsten Stand seit mehr als 70 Jahren gesunken, und der Standort schrieb vier Jahre in Folge rote Zahlen. Diese Doppelnatur — profitabler Gesamtkonzern, verlustreicher Kernstandort — ist der eigentliche Grund, warum die Frage "Kann eine Übernahme den Konzern retten?" überhaupt gestellt wird.


Margenentwicklung und das CoreShift-Programm: Das im Mai vorgestellte CoreShift-Sparprogramm zielt auf eine Senkung der Fixkosten im Kerngeschäft um bis zu 20 % bis 2029 — inklusive weiterer Stellenstreichungen und der Verlagerung von Dienstleistungsjobs nach Indien. Gleichzeitig investiert BASF weiterhin 1,5 Mrd. EUR jährlich in Ludwigshafen, was zeigt: Das Management setzt nicht auf Rückzug, sondern auf einen schmerzhaften, aber gezielten Umbau.


Bilanzqualität und die Evonik-Frage nach der Ablehnung: Mit einer Dividendenrendite von ca. 4,5 % bleibt BASF finanziell handlungsfähig. Dass Evonik das erste Angebot von 22,15 EUR je Aktie als zu niedrig zurückwies, zeigt aber, dass ein möglicher Deal teurer werden könnte als ursprünglich kalkuliert, was die Finanzierungsfrage zusätzlich verschärft. Die RAG-Stiftung mit ihrem 44-%-Anteil hält dabei den eigentlichen Schlüssel in der Hand.


Segmentbetrachtung — China als Gegenpol: Die Einweihung des rund 10 Mrd. EUR teuren neuen Werks in Zhanjiang im März 2026 zeigt, wohin ein erheblicher Teil des Investitionskapitals aktuell fließt — nicht nach Deutschland. Diese Kapitalverlagerung ist strategisch nachvollziehbar angesichts niedrigerer Energiekosten in China, verschärft aber die Debatte um die Zukunft des deutschen Kernstandorts zusätzlich.


Fazit der Fundamentalanalyse: BASF als Konzern ist finanziell nicht gefährdet — die operativen Zahlen und die Dividendenfähigkeit sprechen dagegen. Der deutsche Stammsitz Ludwigshafen steckt dagegen in einer echten, strukturellen Krise, die eine einzelne Übernahme allein nicht lösen kann. Eine Evonik-Integration könnte den Gesamtkonzern stärken, ohne die Grundprobleme am Standort Ludwigshafen zu beseitigen.


Wie entwickelt sich der Kurs der BASF Aktie?

Aktuelle Chartanalyse und Kursziele BASF Aktie (Stand: 01.10.2026)

Die BASF Aktie näherte sich Anfang September 2026 nach den starken Q2-Zahlen und der angehobenen EBITDA-Prognose ihrem 52-Wochen-Hoch von 55,05 EUR deutlich an. Seit dem 13. Juli 2026 befindet sich die Aktie jedoch in einer Konsolidierungsphase, die sich am 25. September — dem Tag der Evonik-Bestätigung — mit der Kreuzung der 100-Tage-Linie bei 50,46 EUR technisch verschärfte. Die Ablehnung des Übernahmeangebots durch Evonik am 29. September brachte keine zusätzliche Kursbewegung, was darauf hindeutet, dass der Markt einen schnellen Abschluss ohnehin nicht erwartet hatte. Aktuell notiert die Aktie bei ca. 50,57 EUR. Ein ähnliches Muster aus operativer Stärke und gleichzeitig strukturellen Standortproblemen zeigte zuletzt auch die Lufthansa Aktie, wo ebenfalls Kostendruck am Heimatstandort auf eine grundsätzlich positive Analystensicht trifft.


Wichtige Kursmarken:

52-Wochen-Hoch: 55,05 EUR (14.04.2026)52-Wochen-Tief: 41,48 EUR (05.11.2025)Aktueller Kurs: ca. 50,57 EUR (30.09.2026)100-Tage-Linie: 50,46 EUR — am 25.09. nach unten gekreuztErster Widerstand: 54,275 EURZweiter Widerstand: 70-71 EURKritische Marke nach unten: Rückfall unter 46 EUR würde erneute Schwäche bestätigen


Chartanalyse:

Die Aktie des Chemiegiganten pendelt seit Jahren seitwärts. Klar zu erkennen ist, dass sich eine starke Handelsrange zwischen 37,50 und 54 EUR gebildet hat. Inmitten dieser ist die Aktie für mich als neutral zu bewerten. Sollte 46 EUR unterschritten werden, haben die Verkäufer wieder einen leichten Vorteil, um den Aktienkurs Richtung 37,50 EUR zu drücken. Sollte im Zuge eines starken Verkaufsdrucks auch diese Marke brechen, wäre ein weitere mittelfristiger Abschlag 28,50 EUR nicht unwahrscheinlich.

Sollte hingegen 54 EUR nach oben hin aufgehebelt werden, dürften sich ganz schnell weitere Zukäufe bis ca. 71 EUR finden.


Fazit: Kann eine Übernahme den BASF Konzern noch retten?

Meine Einschätzung: Halten / Warten

Die ehrliche Antwort: Der Gesamtkonzern braucht keine Rettung, aber der deutsche Stammsitz Ludwigshafen schon. Eine Evonik-Integration würde das Chemiegeschäft strategisch stärken und Skaleneffekte schaffen, löst aber nicht die strukturellen Probleme — hohe Energiekosten, Überkapazitäten, vier Verlustjahre in Folge — am eigentlichen Heimatstandort. Die Ablehnung des ersten Angebots durch Evonik zeigt zudem, dass selbst diese strategische Option nicht zum Schnäppchenpreis zu haben sein wird. Ein ähnliches Spannungsfeld zwischen solider Konzernbilanz und schwierigem Heimatmarkt zeigt sich aktuell auch bei der Deutsche Bank Aktie.


Wer an die langfristige Substanz von BASF trotz der Standortprobleme glaubt und die Evonik-Frage als Bonus statt als Notwendigkeit betrachtet, findet hier einen Einstieg mit soliden 4,5 % Dividendenrendite und Analystenzielen deutlich über dem aktuellen Kurs. Wer auf Nummer sicher gehen will, beobachtet, wie sich der Übernahmepoker mit Evonik und der RAG-Stiftung in den kommenden Wochen entwickelt, wartet die Q3-Zahlen am 28. Oktober ab und den Ausbruch über 54 EUR.


Würde Evonik der $BAS (-0,18 %) wieder auf die Sprünge helfen? Was denkt ihr??

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11 Kommentare

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Eigentlich traurig was die Regierung aus einem Weltkonzern gemacht hat
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@Smudeo das immer die Schuld nur bei der Regierung gesucht wird. Dieser Trend liegt nicht nur an der Regierung. BASF ist so groß geworden, weil man einige Prozesse als erstes beherrscht hat. Prozesse die Teilweise die Welt verändert haben, wie zum Beispiel Haber-Bosch-Verfahren. Heutzutage kann wirklich jeder die etablierten chemischen Prozesse beherrschen, es geht nur noch darum, wer es am günstigsten kann. Da wir in Deutschland weder die natürlichen Ressourcen, noch die niedrigen Löhne anderer Länder haben, ist der einzige nennenswerte Hebel Effizienz. Und dieser ist eben begrenzt. Es war absolut absehbar, dass diese Entwicklung so kommen wird und die schlechte Politik hat diesen Trend mit Sicherheit beschleunigt, aber definitiv nicht ausgelöst.
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@Smudeo Das Unternehmen hat genauso wie der deutsche Staat zulange an billiger Energie aus Russland festgehalten und geopolitische Warnzeichen ignoriert.
Das jetzt alles der Regierung zuzuschieben ist mir dann doch zu einfach.
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wer schafft denn die Rahmenbedingungen für die Unternehmen? In aller Regel wohl die Politik. Das gilt für Löhne (Steuern und Abgaben) als auch für alles andere. Billige Energie gibt es nach wie vor. Wir können selbst fracking betreiben - wir kaufen es aber im Ausland lieber teuer ein. Wer meint das damit der Umwelt geholfen ist, der kann gerne daran glauben. Allen anderen müsste dabei wohl aber ein Licht aufgehen.
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@Mo28 Noch dazu, dass BASF selbst in den internen Prozessen zu träge geworden ist. Also das klassische Problem vieler Konzerne.

Statt schnell auf Gegebenheiten zu reagieren, wird alles durch 20 Hierarchieebenen zu Tode diskutiert und dann ist der Zug abgefahren.
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@A1bund7 So eine Einbahnstraße ist das mit den Rahmenbedingungen nicht.
Das sieht man z.B. bei BASF, der CDU und Reformen im Zusammenhang mit REACH und der Regulierung von PFAS. BASF setzt sich stark gegen die Reformen bzw. einen risikobasierten Umgang ein. Standpunkte die teilweise 1:1 ins Wahlprogramm der CDU übernommen wurden, deren damaliger Spitzenkandidat und unser heutiger Bundeskanzler mal im Verwaltungsrat von BASF saß und das Unternehmen auch bereits vor Gericht als Jurist vertreten hat.
Das ist nur ein Beispiel von vielen, insbesondere die Big Four der Unternehmensberatung (Deloitte, PwC, EY und KPMG) werden auch gerne bei der Ausarbeitung von Gesetzen zur Rate gezogen die direkte Auswirkungen auf ihre Auftraggeber haben. Diplomatisch ausgedrückt, besteht hier die Gefahr von Interessenkonflikten.
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@SteelAnacott Dass Unternehmen Einfluss nehmen, bestreite ich nicht. Die politische Verantwortung für die Rahmenbedingungen bleibt trotzdem bei der Politik. BASF kann bei einzelnen Regulierungen Gehör finden und gleichzeitig unter ungünstigen Standortbedingungen leiden. Lobbyeinfluss ist kein Beleg für wettbewerbsfähige Energiepreise, Abgaben oder Genehmigungsverfahren. Beides kann gleichzeitig zutreffen.
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@A1bund7 Ich habe nicht behauptet das Lobbyeinfluss ein Beleg für wettbewerbsfähige Energiepreise ist.
In Ländern in denen jedoch ein Abhängigkeitsgefälle von Unternehmen zu Staat besteht, nehmen wir z.B. mal VW und das Land Niedersachsen, stellt sich aber die Frage wer hier die Rahmenbedingungen tatsächlich schafft.
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@SteelAnacott Stimmt, das hast du so nicht behauptet. Dein Punkt ist also, dass wirtschaftliche Abhängigkeit politischen Druck schafft. Da gehe ich mit. Trotzdem wird aus Einfluss keine alleinige Entscheidungsmacht. Auch dein VW-Beispiel zeigt zunächst ein Machtverhältnis, keine vollständige Kontrolle über die Standortbedingungen. Unternehmen können politisch einflussreich sein und zugleich unter Rahmenbedingungen leiden, die sie selbst gerne anders hätten.
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Wer über „Rettung“ spricht, sollte erklären, warum BASF gleichzeitig mindestens 12 Mrd. € in vier Jahren an seine Aktionäre zurückgeben will. Das passt eher zu einem Konzern mit Standort- und Renditeproblemen als zu einem Konzern in existenzieller Not.
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Die Evonik Übernahme könnte grundsätzlich Sinn machen, es gibt ja einige Synergien. Die Grundprobleme wird es nicht lösen können, aber BASF ist gerade dabei, die Fixkosten massiv zu senken. Langfristig wird das Unternehmen wohl wesentlich schlanker aufgestellt sein. Dieser Schritt wird teilweise noch relativ drastisch ausfallen. Ob das ausreicht, um Ludwigshafen wieder fit zu bekommen, das bleibt abzuwarten. Ich persönlich bin zuversichtlich.
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