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Deutsche Telekom-Spin Off plant Europas größten Startup-Rüstungsfonds

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Das Unternehmen Digital Transformation Capital Partners (DTCP) will 500 Millionen Euro für Europas größten VC-Fonds einsammeln und hat bereits mehrere prominente Ankerinvestoren für sich gewinnen können.

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Die Hamburger Investmentfirma Digital Transformation Capital Partners (DTCP) arbeitet an der Auflage des bislang größten europäischen Venture-Capital-Fonds speziell für Rüstungs-Startups.


Für den Fonds, der auf ein Volumen von 500 Millionen Euro abzielt, wurden bereits erste namhafte Investoren gewonnen. Das ist einem Bericht von Bloomberg zu entnehmen.


DTCP, das vor rund zehn Jahren aus der Deutschen Telekom hervorgegangen ist, hat die Investitionen seiner Ankerinvestoren abgeschlossen, sagte Managing Partner Thomas Preuß gegenüber Bloomberg News.


Er bestätigte, dass DTCP letztlich ein Fondsvolumen von 500 Millionen Euro anstrebt.


Namhafte Ankerinvestoren

Wie bereits im August bekannt wurde, hatten die Porsche Automobil Holding SE $PAH3 (-1,29 %)
$P911 (-0,82 %) – die Holdinggesellschaft der Milliardärsfamilie Porsche-Piëch – sowie die Deutsche Telekom $DTE (-2,41 %) Gespräche darüber geführt, als Ankerinvestoren in den neuen Fonds einzusteigen.


Beide Unternehmen warten derzeit auf die kartellrechtliche Genehmigung für Beteiligungen zwischen 25,1 und 49,9 Prozent an dem in Luxemburg registrierten Rüstungsfonds. Das geht aus Einreichungen vom Dezember beim Bundeskartellamt hervor.


Sollte DTCP sein Ziel erreichen, wäre der Fonds der größte Rüstungsfonds für Startups in Europa.


Angesichts der russischen Invasion in der Ukraine und der schwankenden Unterstützung der Nato durch US-Präsident Donald Trump haben europäische Regierungen ihre Militärausgaben auf Rekordniveaus erhöht. Startup-Gründer und Investoren versuchen, von diesem Boom zu profitieren.


Aufstrebende Rüstungsunternehmen wie der Drohnenhersteller Helsing haben inzwischen Bewertungen in Milliardenhöhe erreicht.


Viele Rüstungsfonds in Auflage

Andere Akteure wie die französische staatliche Investitionsbank Bpifrance, die niederländische Keen Venture Partners sowie der Lakestar-Gründer und Investor Klaus Hommels legen ebenfalls Fonds für den Sektor auf – allerdings in kleinerem Umfang, wie Bloomberg News berichtete.


DTCP plant laut Preuß, mit dem neuen Fonds rund 30 Beteiligungen einzugehen, mit einem durchschnittlichen Investitionsvolumen von etwa 20 Millionen Euro pro Unternehmen.


Investiert werden soll vor allem in europäische digitale Verteidigungsinfrastruktur sowie in Startups aus Bereichen wie Lieferketten, Konnektivität, Rechenzentren, Materialien, Robotik, Cybersicherheit und unbemannte Systeme.


Dual-Use-Strategie dominiert

Rund ein Fünftel der Investitionen soll ausschließlich militärische Technologien betreffen, einschließlich Waffensystemen. Der übrige Teil entfällt auf sogenannte Dual-Use-Technologien mit sowohl zivilen als auch militärischen Anwendungen.


Damit vollzieht sich ein spürbarer Stimmungswandel bei Fondsmanagern und Investoren, die sich lange Zeit von Investitionen in Rüstungsgüter ferngehalten hatten. So hatte Porsche im August frühere Vorgaben fallen gelassen, wonach Investitionen ausschließlich Dual-Use-Charakter haben durften.

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