In diesem Beitrag möchte ich meine persönliche Einschätzung und Meinung zu einigen etablierten pharmazeutischen Gesellschaften wiedergeben.
Als naive und unwissende Person hab ich immer geglaubt, dass der Pharmabereich ganz große Zukunftsmusik spielen würde.
Nun habe ich, anhand fundamentaler Kennzahlen mir die Unternehmen genauer angeschaut und bin zu einem sehr ernüchternd Ergebnis gekommen.
Allerdings bewerte ich nur die Vergangenheit und schließe aus der Vergangenheit Schlüsse für die Zukunft. So etwas wie eine Pipeline kann ich nicht bewerten und beurteilen, da mir das Verständnis und Fachwissen fehlt.
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Angeschaut hab ich mir folgende unternehmen:
Bayer $BAYN (+2,39 %)
Eli Lilly $LLY (-1,87 %)
Johnson & Johnson $JNJ (-1,3 %)
Novo Nordisk $NOVO B (-0,24 %)
Roche $ROG (-1,21 %)
Pfizer $PFE (-1,72 %)
Merck $MRK (-1,76 %)
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Fangen wir beim beliebtesten Titel an:
Novo Nordisk hat von allen betrachteten Aktien, die schönsten Fundamentaldaten. Das Wachstum stimmt, die Margen sind seit 2013 durchgehend bei über 30 % (Alleinstellungsmerkmal) und eine sehr hohe Eigenkapitalrendite.
Allerdings hat es in den letzten 3 Jahren ein überproportional starkes Umsatz Wachstum gegeben. Wahrscheinlich GLP-1 geschuldet?
Hier ist dann die Frage, ob man dieses Wachstum beibehalten kann und ob man auf diesem Umsatz Level bleiben kann? Diese Unsicherheiten, sowie die Regularisierung von GLP-1 könnten teils den Kurs Verfall der letzten Monate erklären. Die Bewertungskennzahlen sind noch immer recht sportlich, was aber in Anbetracht von Wachstum und Marge eventuell gerechtfertigt sein könnte? Hier werden die Quartalszahlen sehr interessant werden.
Hier werde ich einen Sparplan starten und die Aktien weiter beobachten.
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Die Bayer AG hat seit Anfang 2023 bis heute über 60 % an Kurs eingebüßt. In meiner Naivität dachte ich, dass die Aktie nun attraktiv bewertet sei. In der Tat weist sie ein Kurs Umsatz Verhältnis von nur 0,47 % auf und dennoch würde ich nicht investieren.
Schaut man sich die Bilanzen der letzten 10 Jahre und weiter zurück, Wachstum und Rentabilität an, sieht man, dass die Aktie fundamental immer schon schwach gewesen ist. Allenfalls kann sie für ein Trade interessant sein, aber investieren würde ich nicht.
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Eli Lilly ist grundsätzlich ein gutes Unternehmen mit soliden Zahlen. Jedoch hat es in den Jahren und Bilanzen das ein oder andere auf und ab gegeben. Hätte man 2017 trotz der schlechten Zahlen zu dieser Zeit investiert, wäre man heute mehrere 100 % im Plus.
2024 hat es bei Eli Lilly ein Rekordjahr gegeben mit einem Umsatzanstieg von 32 % auf etwa 45 Milliarden $. Hauptverantwortlich für dieses Wachstum waren die starken Verkaufszahlen der Diabetesmedikamente und Abnehmemspritze.
Meiner Meinung nach ist die Aktie trotz ihrer Qualitäten stark überbewertet und hingt in vielerlei Hinsicht (fundamental) Novo Nordisk hinterher. Ich rechne hier mit einer deutlichen Korrektur. Es kann sein, dass diese erst 2026 oder 27 eintritt aber ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von über 70 ist keinen falls gerechtfertigt.
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Bei Johnson & Johnson handelt es sich, glaube ich um einen Mischkonzern, da sie ja auch Konsumgüter vertreiben. Hier hat man kaum bis gar kein Wachstum, eine ganz gute Rentabilität und über 3 % Dividende🤑.
Ich schätze mal, diese Aktie muss man nicht unbedingt haben, da sie sich in keiner Weise von den anderen abhebt (doch tut sie, sie schlägt z.B. Bayer auf ganzer Linie) aber eventuell könnte es sich um einen defensiven Wert für Stabilität handeln, wenn man dann auf sowas wert legt, und zum richtigen Zeitpunkt gekauft könnte ja auch die Dividende ausschlaggebend sein.
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Bei Pfizer handelt es sich eindeutig um einen Corona Profiteur, der in den Jahren 2021 und 22 Record Umsätze erzielte. Nach Corona dann das erwachen und einen Kurs Verfall von über 50 %.
Von 2010-2020 war der Umsatz sogar rückläufig und die Margen bewegten sich in einer Range von 12 bis über 40 %. Ich vermute, dass der Turn around auf das vor Corona Niveau gelingen könnte, somit liegt mein Kursziel auf 29-44 $.
Auch hier sehe ich kein Qualitäts Unternehmen, kein must have und allenfalls einen Trade beziehungsweise könnte auch hier die Dividende interessant sein, welche zur Zeit bei über 6 % liegt.
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Ich dachte aus der Schweiz käme nur Gold und Schokolade. Dem ist nicht so, denn es gibt auch Roche, nicht Ferrero Rocher sondern das Arzneiunternehmen. Hier müsste man sich einlesen und tiefer informieren, denn seit 2022 scheint es gravierende Kapitalmaßnahmen zu geben, welche die fundamental Daten sehr negativ aussehen lassen.
So sieht es aus (sofern die Daten meines Datenlieferanten korrekt sind), das Roche seit 22 nicht mehr profitabel sei. Der operative Gewinn ist 2024 auf ein ähnliches Niveau wie die Tiefs von 2015 und 17 gefallen. Der Cashflow und die Kapitalrendite sind negativ und seit 2019 gibt es eigentlich kein Umsatz Wachstum mehr.
Würde man das Unternehmen von 2011-2021 betrachten, waren sie eigentlich recht solide aufgestellt.
Zu Roche möchte ich kein eindeutiges Urteil fällen, da ich glaube nicht genug Informationen zu haben, um diese Zahlen der letzten drei Jahre korrekt interpretieren zu können, denn was nach einem Haufen 💩 (Schokolade) aussieht, könnte auch eine Gelegenheit sein. Ich weiß es aber nicht.
Im übrigen sieht es bei Novartis $NOVN (+1,09 %) sehr sehr ähnlich aus und somit bin ich bestärkt, dass es hier vielleicht einen politisch geographischen Hintergrund gibt, der ermittelt werden muss, um diese Aktien korrekt bewerten zu können.
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Die Merck Aktie bewegt sich im Mittelfeld. Von 2010-2018 waren die Zahlen sogar rückläufig. Seit 2018 beobachtet man ein kontinuierliches Wachstum, insbesondere in den letzten 3 Jahren ist es zu Record Umsätzen gekommen.
Die Aktie scheint mit einem KGV von unter 14 relativ günstig bewertet zu sein.
Für mich bleibt die Frage, ob man diese Rentabilität nachhaltig ist und ob nicht wieder auf ein starkes Jahr ein schwaches folgt. Mir persönlich wäre bei Merck das Rendite-Risiko Verhältnis zu gering.
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Mein Fazit:
Ich werde vom Pharmasektor Abstand halten, da ich nicht in der Lage bin, eine Pipeline zu beurteilen und es immer wieder zu medizinischen Durchbrüchen kommen könnte, die ich nicht in der Lage bin vorherzusehen.
Auf der anderen Seite können erwartet Erfolge auch nicht eintreten oder durch behördliche Regulierungs zu Ausfällen und wirtschaftlichen Schäden kommen.
Zudem ist die Forschung sehr Zeit und kapitalintensiv und ohne Erfolgsgarantie.
Ich werde mich mit dem Anteil Pharmasektor zufrieden geben, welcher sich in meinem breit gestreuten ETF befindet und im Widerspruch zum obigen Fazit einen Sparplan auf Novo Nordisk starten 🤓
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Danke fürs Lesen und ich freue mich über Ergänzung, Korrektur und Meinungsaustausch, aber seid bitte nicht so hart zu mir. 😇