Ich möchte euch heute einen Einblick in die Inditex ($ITX (-3,49 %) ) Full Year 2024 Results Präsentation geben, an der ich virtuell teilgenommen habe.
Es war eine informative Veranstaltung, die uns einen detaillierten Überblick über die Performance des Unternehmens im vergangenen Jahr und die strategischen Pläne für die Zukunft gegeben hat. Die Präsentation wurde von Oscar Garcia Maceiras (CEO) und Ignacio Fernández (CFO) gehalten. Oscar Maceiras startete mit den erfreulichen Nachrichten für das Jahr 2024. Inditex hat eine sehr solide Performance mit einem Umsatzwachstum von 7,5 % erzielt.
Dies sei ein klarer Beweis für die starke Nachfrage nach den Kollektionen über das gesamte Jahr hinweg. Diese Umsatzentwicklung führte zu neuen Höchstständen bei EBITDA und Nettogewinn. Der Nettogewinn stieg um 9 % auf 5,9 Milliarden Euro. Die starke operative Performance habe die solide Finanzposition des Unternehmens weiter gefestigt, was sich in einem signifikanten Free Cashflow zeige.
Als Ergebnis dieser starken Performance kündigte Oscar Maceiras eine Dividendenerhöhung von 9 % auf 1,68 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2024 an. Die Frühjahr/Sommer-Kollektionen seien von den Kunden gut aufgenommen worden. Die umsatzbezogene Entwicklung im Zeitraum vom 1. Februar bis zum 10. März (bereinigt um den zusätzlichen Handelstag im Februar) lag bei einem Wachstum von 4 % in konstanten Währungen im Vergleich zum Vorjahr. In der letzten Handelswoche betrug das Wachstum sogar 7 % in konstanten Währungen. Das integrierte Store- und Online-Modell sei der Haupttreiber dieser starken Performance.
Vier Schlüsselpfeiler würden die Differenzierungsfähigkeit von Inditex konstant antreiben: das Produktangebot, ein einzigartiges Kundenerlebnis, der Fokus auf Nachhaltigkeit sowie das Talent und Engagement der Mitarbeiter.
Oscar Maceiras betonte, dass Inditex in 214 Märkten tätig ist und dort einen geringen Marktanteil in einem weiterhin stark fragmentierten Sektor besitzt, was exzellente Wachstumschancen biete. Seit dem Ende des Geschäftsjahres 2022 seien die Umsätze um 19 % gestiegen, bei gleichzeitig 4 % weniger Filialen. Die Prognose für das Bruttoraumwachstum von 5 % für den Zeitraum 2024 bis 2026 wurde bekräftigt. Der Logistik-Expansionsplan für 2024 bis 2025 sei auf Kurs. Die ordentlichen Investitionen im Jahr 2025 werden auf rund 1,8 Milliarden Euro geschätzt und sollen in den globalen Filialbestand, die Online-Plattform und Technologieprogramme zur Verbesserung der Integration fließen.
Ignacio Fernández präsentierte die finanziellen Details. Er bestätigte, dass Umsatz, EBITDA und Nettogewinn Rekordwerte erreicht haben . Der Umsatz stieg um 7,5 % auf 38,6 Milliarden Euro, was einem Wachstum von 10,5 % in konstanten Währungen entspricht. Der Bruttogewinn erhöhte sich um 7,6 % auf 22,3 Milliarden Euro, mit einer Bruttomarge von 57,8 %. Die Betriebskosten wurden gut gemanagt und wuchsen unterhalb der Umsatzwachstumsrate. Das EBITDA stieg um 8,9 % auf 10,7 Milliarden Euro, und der Nettogewinn um 9 % auf 5,9 Milliarden Euro. Der Konzern generiert weiterhin einen signifikanten Free Cashflow, wodurch die Netto-Cash-Position auf 11,5 Milliarden Euro gestiegen ist.
Für 2025 wird eine stabile Bruttomarge von plus/minus 50 Basispunkten erwartet. Die Lagerbestände zum Jahresende waren um 12 % höher als im Vorjahr, wobei der aktuelle Lagerbestand um 6 % gegenüber dem Vorjahresdatum gestiegen ist und als qualitativ hochwertig bezeichnet wurde.
Die globale Präsenz wurde durch die Eröffnung neuer Geschäfte in 47 Märkten erweitert, während gleichzeitig ein deutliches Wachstum im stationären und Online-Handel erzielt wurde. Alle Konzepte lieferten starke Ergebnisse, wobei die jüngeren Konzepte die Erwartungen übertrafen.
Im anschließenden Frage- und Antwortteil stellten Analysten verschiedene Fragen. Richard Chamberlain von RBC fragte nach der Entwicklung in der Region Amerika, wo ohne Währungseffekte eine leichte Verlangsamung zu beobachten gewesen sei, sowie nach den Raumplänen und der Expansion in dieser Region. Gorka García-Tapia antwortete, dass alle Regionen in konstanten Währungen positives Wachstum aufwiesen und die Entwicklung in Amerika durch negative Währungseffekte in einigen Märkten wie Brasilien und Mexiko beeinflusst wurde, die durch Dollar-Umsätze teilweise kompensiert wurden. Er hob die strategische Bedeutung der USA hervor und verwies auf zahlreiche Neueröffnungen, Vergrößerungen und Verlagerungen von Geschäften im Jahr 2024 sowie geplante Projekte für 2025 und 2026.
Geoff Lowery von Redburn erkundigte sich nach dem konstanten Währungswachstum von Zara und dem Anteil von Zara an der erwarteten Bruttoraumexpansion von rund 5 %. Gorka García-Tapia betonte das geplante Bruttoraumwachstum von 5 % für 2025 und 2026 und die Effekte des Store-Optimierungsprogramms, das zu einer deutlichen Produktivitätssteigerung geführt habe. So seien die Umsätze pro Quadratmeter (ohne Online-Umsätze) zwischen 2019 und 2024 um 28 % gestiegen. In Bezug auf die Konzepte sei in allen Regionen und allen Konzepten Wachstum in konstanten Währungen verzeichnet worden.
Georgina Johanan von JPMorgan thematisierte die jüngste Wachstumsverlangsamung und fragte nach regionalen Unterschieden im Konsumverhalten sowie nach den Gründen für die beschleunigte Wachstumsrate in der letzten Handelswoche. Oscar Maceiras erklärte, dass dieser Zeitraum nur einen kleinen Teil des Jahres am Saisonbeginn darstelle und die Vergleichswerte der letzten zwei Jahre hoch seien. Die Frühjahr/Sommer-Kollektionen würden gut angenommen, und das Wachstum habe sich in der letzten Woche auf plus 7 % beschleunigt. Er zeigte sich zuversichtlich hinsichtlich der weiteren Entwicklung und des robusten Geschäftsmodells.
Sreedhar Mahamkali von UBS fragte, ob die erwartete Bruttoraumwachstumsrate von 5 % auch mittel- und langfristig beibehalten werden solle, insbesondere nach der Verfügbarkeit der neuen Logistikkapazitäten. Gorka García-Tapia bekräftigte die Guidance von 5 % Bruttoraumwachstum für 2025 und 2026 und wies darauf hin, dass in den letzten zwei Jahren bei einem Bruttoraumwachstum von 5 % ein Nettoraumwachstum von rund 2 % erzielt wurde.
William Woods von Bernstein erkundigte sich nach den Margenstärken der anderen Konzepte (Stradivarius, Bershka, Massimo Dutti) und ob die Ausweitung der Soft-Tag-Technologie dies weiter unterstützen werde. Oscar Maceiras zeigte sich sehr zufrieden mit der Performance aller Konzepte, die zur Diversifizierung des Kundenstamms und des Produktangebots beitragen würden. Er verwies auf die Expansion der physischen Präsenz dieser Formate in neue Märkte, beispielsweise die erste Bershka-Filiale in Indien und die Eröffnung von Massimo Dutti in Miami.
James Grzinic von Jefferies fragte, ob ein Umsatzwachstum, das das Betriebskostenwachstum übersteigt, auch für das kommende Jahr eine realistische Annahme sei. Gorka García-Tapia betonte, dass dies ein wichtiger Fokus sei und in der DNA des Unternehmens liege. Er verwies auf variable Personalkosten, Effizienzsteigerungen durch Technologieeinsatz (z.B. Self-Checkouts, Soft Tags) und operative Hebelwirkung bei Mietkosten durch Neuverhandlungen von Mietverträgen als Faktoren, die zur Kostenkontrolle beitragen.
Schließlich wurde nach der anhaltend starken Performance des spanischen Marktes trotz des bereits hohen Marktanteils von Zara gefragt. Oscar Maceiras sah dies als Beispiel dafür, wie die Gruppe auch in reiferen Märkten Wachstumschancen finde. Der Umsatz in Spanien sei 2024 um fast 10 % gestiegen, aufbauend auf einem Wachstum von 13 % im Jahr 2023. Das Store-Optimierungsprogramm werde fortgesetzt, und neue Wege zur Verbesserung des Kundenerlebnisses würden implementiert. Als Beispiel nannte er den neuen Stand-alone Zara Man Store in Madrid und das geplante "The Apartment" Konzept in einem bestehenden Zara Store.
Die Konferenz hat ein Bild eines sehr gesunden und wachstumsstarken Unternehmens gezeichnet. Die soliden Finanzergebnisse und die strategischen Initiativen zur Expansion und Effizienzsteigerung deuten darauf hin, dass Inditex gut positioniert ist, um auch in Zukunft erfolgreich zu sein.