Investing.com - Künstliche Intelligenz verändert nach Einschätzung von Morgan Stanley die Nachfrage nach Software-Infrastruktur grundlegend. Vor allem Anbieter von Daten- und Cloudplattformen könnten davon überdurchschnittlich profitieren.
Nach einer Branchenkonferenz zeigte sich Analyst Sanjit Singh optimistisch für Teile des Sektors. Man habe die Veranstaltung „mit einem besseren Gefühl für die Wachstumsperspektiven“ im Bereich Infrastruktur-Software verlassen, schrieb er in einer am Freitag veröffentlichten Studie. Besonders Unternehmen mit großen Plattformen hätten gute Karten - ihre Systeme seien zu komplex, um sie mithilfe von KI-Programmieragenten einfach nachzubauen.
Die Manager führender Anbieter hätten auf der Konferenz überzeugend dargelegt, warum ihre Geschäftsmodelle kaum von einer möglichen Verdrängung durch KI bedroht seien. Entscheidend seien „die Größe und Komplexität ihrer Infrastrukturplattformen“ sowie die hohen Gesamtkosten für Kunden, vergleichbare Systeme selbst zu entwickeln, hieß es von Morgan Stanley.
Auch die zunehmende Nutzung mehrerer Cloudanbieter spricht aus Sicht der Analysten für die etablierten Plattformen. Ihre Multicloud-Architektur sorge für die „Verfügbarkeit und Widerstandsfähigkeit“, die bei geschäftskritischen Anwendungen notwendig sei.
Investoren sollten sich deshalb auf Softwarefirmen konzentrieren, „die Dinge bereitstellen, die KI-Agenten in großen Mengen verbrauchen werden“, so Singh. Besonders gefragt seien Lösungen für Dateninfrastruktur sowie sogenannte Observability-Software, mit der Unternehmen ihre Systeme überwachen und analysieren.
Als aussichtsreichste Profiteure nennt Morgan Stanley mehrere bekannte Namen aus dem Infrastruktursegment. Dazu zählen Snowflake (NYSE:SNOW), Datadog (NASDAQ:DDOG), Akamai (NASDAQ:AKAM) und Jfrog (NASDAQ:FROG). Vor allem Snowflake habe auf der Konferenz überzeugt. Das Management habe einen „ausgeprägten Sinn für Dringlichkeit“ im Umgang mit den Veränderungen durch KI gezeigt, schrieben die Analysten.
Während Investoren noch über die langfristigen Folgen einer Welt mit KI-Agenten diskutieren, sieht Morgan Stanley bereits klare Trends. „Die Outperformer im Jahr 2026 werden jene Unternehmen sein, die an die wichtigsten IT-Prioritäten im aktuellen Umfeld gekoppelt sind“, so Singh. Dazu zählen vor allem beschleunigte Cloudmigrationen, neue Anwendungen und eine weiterhin hohe Softwareentwicklungsaktivität.
Nach der Konferenz nennt Morgan Stanley daher $SNOW (-0,45 %) , $AKAM (+2,09 %) , $DDOG (+1,71 %) und $FROG (+3,82 %) als wichtigste Anlageideen im Sektor. Dahinter folgt der Datenbankspezialist MongoDB (NASDAQ:MDB).

