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Traditionsmarke Knorr steht vor Verkauf in die USA

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Der britische Konsumgüterriese Unilever denkt über einen milliardenschweren Verkauf nach. Davon betroffen wäre auch die deutsche Traditionsmarke Knorr.


Die deutsche Traditionsmarke Knorr könnte bald den Besitzer wechseln. Der britische Konsumgüterkonzern Unilever verhandelt über den Verkauf seiner Lebensmittelsparte an den US-Gewürzhersteller McCormick & Company. Ein entsprechendes Kaufangebot des kleineren Rivalen liege vor, teilte Unilever am Freitag mit. Zu der Sparte gehören auch Marken wie Hellmann’s, Colman’s und Marmite.


Ob es tatsächlich zu einer Einigung kommt, ist allerdings offen. Beide Unternehmen betonten in getrennten Mitteilungen, dass es keine Gewissheit über einen Abschluss der Gespräche gebe. Finanzielle Details nannten sie nicht. Die Sparte stand im vergangenen Jahr für rund ein Viertel des Unilever-Umsatzes und setzte mehr als 12,9 Milliarden Euro um.


Die Gespräche passen zum Kurs von Unilever-Chef Fernando Fernandez, der den Konzern nach der Abspaltung des Eiscreme-Geschäfts stärker auf margenstärkere Bereiche wie Schönheit und Körperpflege ausrichten will. Dort gehören Marken wie Axe, Rexona und Dove zum Portfolio. Das Geschäft mit verarbeiteten Lebensmitteln steht dagegen branchenweit unter Druck.


Reine Aktientransaktion geplant


Die Unternehmen bestätigten die Verhandlungen, nachdem das "Wall Street Journal" am Donnerstagabend darüber berichtet hatte. Dem Bericht zufolge könnte es sich um eine reine Aktientransaktion handeln, die in den kommenden Wochen zustande kommen könnte. Die "Financial Times" hatte bereits im März gemeldet, Unilever habe zuvor erfolglos eine Zusammenlegung seiner Lebensmittelsparte mit dem Saucengeschäft von Kraft Heinz erwogen.


An der Börse legte die Unilever-Aktie zum Handelsstart rund ein Prozent zu. Skeptisch äußerte sich allerdings Tineke Frikkee, Portfoliomanagerin beim Unilever-Investor W1M. McCormick sei deutlich kleiner als Unilevers Lebensmittelsparte, die etwa den dreifachen Gewinn des US-Unternehmens erwirtschafte. Deshalb sei offen, welchen Mehrwert ein gemeinsames Unternehmen überhaupt schaffen könnte.


https://www.t-online.de/finanzen/aktuelles/wirtschaft/id_101179818/knorr-traditions-marke-steht-vor-moeglichem-verkauf-an-us-konzern.html

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8 Kommentare

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Das ja auch absurd eigentlich. Unilever IST ein Lebensmittelkonzern und verkauft ständig ihr ganzes Lebensmittelbusiness weil sie sich einbilden eine Mini-Procter&Gamble sein zu wollen.
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@Soprano soweit ich es mal gesehen habe, ist auf den Knorr Produkten eine sehr hohe Marge. Natürlich geht der Trend eher zu gesunden essen. Aber im Gegensatz dazu muss es auch immer schneller gehen. Aber trotzdem schon seltsam was da gerade bei Unilever passiert. Traditionsmarken wie Knorr und Langnese abzustoßen.
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@Tenbagger2024 Die machen das ja schon seit Jahren so. Vor der Eiskremsparte sind sie aus Brotaufstrichen ausgestiegen. Davor aus dem Teegeschäft. Davor aus dem Fischgeschäft. Würde denen ihr Modell gerne mal erklärt kriegen, weil von außen wirkt es einfach als würden sie immer nur ihr Tafelsilber verscherbeln, aber machen dann mit den Milliardensummen auch nichts nennenswertes.
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@Soprano aber ist ja bei vielen der Konsumgüter Giganten. Ständig wechseln die CEO s und damit die Strategie. Jeder will das Rad neu erfinden. Bei Nestlé wurde das Tafelsilber Galderma abgestoßen. Und jetzt freut sich Loreal. Deshalb bin ich bei den Giganten auch nicht investiert. Getrieben durch hohe Rohstoff Preise, welche nicht mehr 1 zu 1 auf den gebeutelten Verbraucher weitergegeben werden können. Wobei der Konsument auch immer mehr auf die Eigenmarke der Discounter zurück greift. Was meinst wie Nestlé und Unilever jetzt Ölpreise und Düngerpreise noch belasten werden. Deshalb bin ich bei den Konsum Giganten eher vorsichtig
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@Soprano ich habe bis zur Eisseparierung lange für Unilever gearbeitet. es ist intern und auch extern kein Geheimnis das Unilever seit Jahren ein Drogeriekonzern werden möchte. Mit der Einstellung vom CEO Fernando Fernandez, war es klar in welche Richtung es geht. Er ist absoluter Drogerie Liebhaber und hat sofort mit der Abspaltung vom Eis begonnen - war nur eine Frage der Zeit bis Food dran ist.
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@Nuqqx Das war ja auch meine Vermutung. Danke fürs Bestätigen. Die Frage ist nur warum. Sicherlich ist dieser Drogeriebereich margenstärker, aber ist man da wirklich so gut aufgestellt? Gerade im Kosmetikbereich kann man ja eigentlich nur auf Massenware gehen und kann im interessanten “Luxus-Segment” eigentlich gar nicht mitspielen.

Der Bereich Reinigungsmittel scheint solide zu sein, aber ich weiß nichts ob es reicht ein guter Waschpulverkonzern zu sein.

Im Lebensmittelbereich hab ich Unilever immer ganz an der Spitze gesehen zusammen mit Nestle. Im Drogeriebereich gibts aus meiner Sicht extrem viel und stärkere Konkurrenz. Der Bereich ist viel umkämpfter mit Procter & Gamble, Loreal, Henkel, Beiersdorf usw usw.
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@Soprano ich glaube du überschätzt den Food Bereich und unterschätzt das Drogerie Segment.

Die Margen bei Food waren immer unter Druck. Alleine "Kartoffel mal Anders" als Beispiel, das ging überall weg wie warme semmeln, aber die Marge war so verdammt schlecht das Unilever es einfach verkauft hat und die Marke Unox gleich mit. Nasssaucen genau dasselbe, erst Hollandaise(bis auf Lukull, weil das wieder eine "Premium Variante ist) und dann die Nudelsoßen.

Gerade im Drogerie Bereich hat man durch die premiumisierung in den letzten Jahren gemerkt das man Artikel teurer verkaufen kann und weniger rein packt - win / win. In dem Jahr wurde Dove glaube ich zur Mogelpackung des Jahres und es wird trotzdem gekauft.
In fast jeder Marke wurden mind. 3 Preiskategorien eingeführt und dadurch wurden enorme Margen erzielt.
Außerdem besitzt Unilever auch einige Luxusmarken im Skincare, Makeup und Haircare Bereich.
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@Nuqqx Hm ja ich weiß es nicht. Also das mit der Marge leuchtet wie gesagt ein. Aber deshalb ist der Wettbewerb im Drogereibereich auch viel härter.

Ich habe eben irgendwie das Gefühl dass die Expertise und Markenportfolio eher für Food sprechen.

Dass man mal eben die Preise erhöhen kann zeigt nicht unbedingt Marktmacht sondern eher die niedrige Kompetenz der Verbraucher. Dass es keinen Aufschrei gab mag weniger daran gelegen haben, dass die Leute trotzdem vom Produkt überzeugt sind, als dass sie es einfach gar nicht gemerkt haben.

Positiv finde ich die wirklich gute Markensichtbarkeit im Drogeriebereich. Die Produkte sind bekannt und haben eine starke Präsenz in den Verkaufsregalen. Das steht auf der Plus Seite.

Andererseits wenn man sich die Marken genauer anguckt haben die oft keine so intensive Kundenbindung. Bestes Beispiel ist duschdas. Mit ihrem “3 in 1” sprechen die eine Zielgruppe an die sagt es ist scheißegal womit man sich wäscht hauptsache sauber. Leute denen ihre Haarpflege wichtig ist kaufen da speziell Shampoo, Spülung und Haarmaske und schwören auf Marke XY. Axe ist glaube ich noch eine gute Cashflow-Maschine aber auch mehr so für Leute die sagen “hauptsache riecht gut” mit dem Chocolate Duft hatte man da zuletzt vor 15 Jahren mal einen Hype und hat mittlerweile viel Markanteil an Old Spice abgeben müssen.
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