Eine neue Analyse von Stifel zeigt, warum der nächste Schub bei Militär-Drohnen anders verteilt sein dürfte, als viele Anleger erwarten.
Der US-Verteidigungssektor steht laut einer neuen Studie von Stifel vor einem tiefgreifenden Umbruch. Die Analysten erwarten, dass 2026 zum "Jahr der Drohnen" wird, da das Pentagon seine Ausgaben zunehmend von klassischen Waffensystemen hin zu unbemannten Plattformen verlagert. In der am 15. Dezember veröffentlichten Analyse sprechen sie von einem "wichtigen Wendepunkt", ausgelöst durch das Zusammenspiel technologischer Fortschritte, wachsender geopolitischer Bedrohungen und eines neuen politischen Willens nach dem Regierungswechsel.
Stifel vergleicht die aktuelle Situation mit der Rolle bemannter Flugzeuge im Jahr 1935. Damals machten Flugzeuge nur einen marginalen Anteil der Militärbudgets aus, bevor sie innerhalb von zwei Jahrzehnten zum dominierenden Investitionsschwerpunkt wurden. Heute entfielen auf unbemannte Systeme ebenfalls nur niedrige einstellige Prozentsätze der US-Verteidigungsausgaben. Die Analysten sehen darin einen "1935-Moment" für Drohnen und erwarten, dass sie in den kommenden Jahren einen "massiven Anteil am Budgetgewinn" erzielen werden.
Der politische Rückenwind für diesen Kurswechsel ist laut Stifel ungewöhnlich stark. US-Präsident Donald Trump hat 2025 mehrere Anordnungen erlassen, um den Einkauf neuer Militärtechnik zu beschleunigen und Drohnen gezielt zu fördern. Besonders wichtig ist aus Sicht der Analysten das am 4. Juli verabschiedete Gesetz "Big Beautiful Bill". Es stellt Milliardenbeträge für unbemannte Systeme bereit, darunter Drohnen auf See, sogenannte "Kamikaze"-Drohnen, $PNG (-1,89 %) unbemannte Unterwasserfahrzeuge sowie Systeme zur Abwehr feindlicher Drohnen. Zusätzlichen Druck bringt eine neue Richtlinie von US-Verteidigungsminister Pete Hegseth mit dem Titel "Unleashing US Military Drone Dominance", die Stifel als "Kriegserklärung an die Bürokratie des Pentagon" beschreibt, weil sie langsame Entscheidungsprozesse und etablierte Strukturen aufbrechen soll.
Die Studie warnt vor erheblichen Marktverschiebungen. Etablierte Rüstungskonzerne könnten unter Druck geraten, falls sie ihre Produktionsmodelle nicht an die vom Pentagon geforderte schnelle und skalierbare Fertigung anpassen. "Wenn wir im Vorstand eines großen Rüstungsunternehmens wären, würden wir uns für eine vorübergehende Dividendenkürzung oder eine Reduzierung des Aktienrückkaufs einsetzen", schreiben die Analysten. Langfristige Gewinner seien Unternehmen mit hoher Fertigungsflexibilität und starker kommerzieller Integration.
Als mögliche Profiteure dieser Entwicklung nennt Stifel mehrere Unternehmen. Bei den reinen Drohnenspezialisten heben die Analysten $KTOS (+2,12 %) Kratos Defense, $ONDS (+3,56 %) Ondas (@All-in-or-nothing ) und $AVAV (+5,53 %) AeroVironment hervor. Unter den breiter aufgestellten Rüstungskonzernen gelten $TDY (+1,69 %) Teledyne (@Simpson ), $CACI (+2,54 %) Caci International und $LDOS (+1,14 %) Leidos als gut positioniert. Besonders starkes Wachstum erwarten die Analysten bei Drohnen, die Kampfflugzeuge begleiten und unterstützen, bei sogenannten "Kamikaze"-Drohnen, bei unbemannten Systemen für den Einsatz auf und unter See sowie bei Technologien zur Abwehr feindlicher Drohnen. Zusätzliche Nachfrage könnte aus dem Bereich der inneren Sicherheit kommen, da die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 als Hochrisikoereignis gilt und einen erhöhten Bedarf an Drohnenabwehr auslösen dürfte.
Trotz hoher Bewertungen warnt Stifel davor, Drohnenaktien vorschnell als zu teuer abzutun. Viele Investoren unterschätzten, "wie früh wir uns in der Transformation der Kriegsführung befinden". Für 2026 erwartet das US-Haus eine Welle neuer Programme sowie ein mögliches Verbot chinesischer Drohnen, was die heimische Industrie weiter stärken könnte.

