
Nach der Einführung des Einwegflaschenpfands in Österreich habe ich mich etwas mit dem Thema kreislaufwirtschaft beschäftigt. Dabei bin ich auf Tomra Systems ASA gestoßen, ein norwegisches unternehmen, das weltweit führend bei Leergutrücknahmeautomaten ist.
Tomra entwickelt Sammel- und Sortier-systeme für das Recycling (insbesondere Getränkeverpackungen) Als auch für die Lebensmittelindustrie, beispielsweise zur kamera gestützten Sortierung von Obst, Gemüse oder Nüssen.

Warum könnte Tomra ein interessantes Investment sein?
Tomra ist bei den Leergutrücknahme-Automaten weltweit der Marktführer.
Mit über 80.000 installierten Systemen in mehr als 60 Ländern profitiert das Unternehmen direkt von globalen Umweltauflagen.
Laut einer EU Verordnung müssen alle Mitgliedstaaten bis 2029 die Recyclingquote für Plastikflaschen von 90 % erreichen. Ohne Pfandsysteme ist dieses Ziel m.M.n. nicht erreichbar. Ich erwarte daher, dass weitere EU Länder Pfandsysteme einführen, was Tomra aufgrund seiner führenden Marktposition erheblich zu Gute kommen dürfte.

Fundamental betrachtet sieht das Unternehmen gut und solide aus.

Einzig die stetig zunehmende Schuldenquote von rund 150 % sehe ich kritisch, allerdings konnte man auch die Barreserven steigern.


Die Aktie erreichte im Jan. 2022 ihr Allzeithoch bei ca. 32 € und ist seit dem stark gefallen. Heute steht die Aktie bei 11,87€ also > 60 % tiefer. Der Tiefpunkt lag im Oktober 2023 bei 6,80 € , darauf folgte eine Erholung und eine stabile Seitwärtsbewegung.
Die Gründe für den Kurs Rückgang könnten folgende gewesen sein: Eine sehr hohe Bewertung ohne korrespondierendem Wachstum. Sinkende Margen und langsameres Umsatzwachstum.

Fazit:
Tomra Systems ist aus meiner Sicht langfristig ein interessantes Unternehmen, das durch regulatorische Vorgaben wie zum Beispiel die EU Richtlinie Rückenwind für die Vermarktung ihrer Pfandautomaten bekommt.
Dennoch sehe ich die Schulden und vor allem den Kursverlauf der letzten Jahre kritisch. Auch wenn das Geschäftsmodell an sich solide ist und sie gut positioniert für die kommenden Jahre sind und das nicht nur mit der Recycling Sparte, sondern auch mit der Food Sparte.
Quelle: