Kongsberg Defence & Aerospace hat mit seinem polnischen Partner Polska Grupa Zbrojeniowa (PGZ) einen Auftrag zur Lieferung von Drohnenabwehrsystemen an Polen erhalten, die polnischen Streitkräfte besser gegen die Bedrohung durch Drohnen zu schützen. Das geht aus einer Pressemitteilung 30. Januar hervor. Der Vertrag wurde mit der polnischen Rüstungsbehörde geschlossen und hat für Kongsberg ein Volumen von rund 1,5 Milliarden Euro.
18 CUAS-Batterien für den polnischen Luftraum
Das Programm trägt den Namen SAN CUAS und umfasst die Lieferung von insgesamt 18 Counter-Unmanned Aerial System (CUAS)-Batterien. Die Systeme sollen eine breite Palette moderner Bedrohungen abwehren und setzen dafür auf unterschiedliche Wirkmittel. Dazu zählen Maschinenkanonen im Kaliber 35 mm, 30 mm und 12,7 mm, Lenkflugkörper, Abfangdrohnen sowie weitere Effektor- und Sensorsysteme.
Die verschiedenen Komponenten werden über eine Führungs- und Kontrollarchitektur des PGZ-Tochterunternehmens Advanced Protection Systems (APS) vernetzt. Dadurch sollen die Drohnenabwehrsysteme in die polnischen Luftverteidigungsstrukturen integriert werden.
Grundlage des Systems ist die PROTECTOR-Familie von Kongsberg, darunter der Medium Caliber Turret MCT30 sowie ferngesteuerte Waffenstationen. Der MCT30 ist ein unbemannter, digitalisierter Turm, der sich durch sein geringes Gewicht und seine Flexibilität besonders für den Einsatz in der Drohnenabwehr eignet. In der SAN-Konfiguration sollen vor allem gelenkte 70-mm-Raketen zum Einsatz kommen.
Kongsberg betont, dass alle PROTECTOR-Waffenstationen grundsätzlich für Aufgaben der Drohnenabwehr ausgelegt sind. Das Unternehmen hat bislang mehr als 20.000 dieser Systeme an über 30 Länder ausgeliefert.
Ausbau der Industriepräsenz in Polen geplant
Im Zusammenhang mit dem Auftrag kündigte Kongsberg an, seine Produktionskapazitäten in Polen auszubauen. Ziel ist es, die Fertigung vor Ort zu stärken und größere Stückzahlen von Verteidigungssystemen liefern zu können. Die Zusammenarbeit mit PGZ wird zugleich als Beitrag zur europäischen und NATO-weiten Industriekooperation gesehen.
Nach Einschätzung von Kongsberg unterstreicht der Auftrag Polens Anspruch, eine führende Rolle bei der Entwicklung und Einführung von Drohnenabwehrtechnologien einzunehmen. Für das Unternehmen selbst festigt der Vertrag die Position als einer der wichtigsten Anbieter von Counter-UAS-Lösungen in Europa.
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