Hallo meine Lieben,
wie einige gesehen haben, bin ich vor ein paar Wochen bei Almonthy eingestiegen. Mit dem heutigen Bericht, möchte ich euch ein kurzes Update liefern.
Besteht generell bei euch Interesse an Updates zu meinen Investments?
Last es mich gerne in den Kommentaren wissen.
Bei Almonty Industries beginnt der Härtetest. Jahrelang lebte die Börsenstory des Wolfram-Spezialisten vor allem von den Aussichten der Sangdong-Mine in Südkorea. Nun muss aus Fantasie noch Cashflow werden. Operativ läuft es gut. Im zweiten Quartal sprang der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 498 % auf 43,0 Mio. CAD. Das Ergebnis aus dem Minengeschäft verbesserte sich von minus 0,9 auf plus 26,1 Mio. CAD, das bereinigte EBITDA drehte von minus 4,8 auf plus 17,6 Mio. CAD. Die Bruttomarge erreichte 60,7 %. Dahinter steht vor allem der massive Anstieg des Wolframpreises, von dem die produzierende Panasqueira-Mine in Portugal profitiert.
Der Quartalsgewinn von 181,8 Mio. CAD sollte allerdings noch nicht hochgerechnet werden. Rund 173,1 Mio. CAD entfielen auf nicht zahlungswirksame Bewertungsgewinne aus Derivaten und Optionsscheinen. Wichtiger für die weitere Entwicklung ist, dass im ersten Halbjahr 31,6 Mio. CAD aus dem laufenden Geschäft zuflossen, nachdem ein Jahr zuvor 14,9 Mio. CAD abgeflossen waren. Almonty ist damit erstmals mehr als eine schlichte Wette auf die Zukunft.
Der eigentliche Wachstumshebel liegt aber nach wie vor in Südkorea. In Sangdong läuft die Inbetriebnahme der ersten Ausbaustufe. Bei voller Leistung soll die Anlage jährlich rund 640.000 Tonnen Erz verarbeiten. Eine genehmigte zweite Stufe könnte die Kapazität auf bis zu 1,2 Mio. Tonnen erhöhen. Das Projekt zählt zu den größten und hochgradigsten Wolframvorkommen außerhalb Chinas. Wolfram wird für Hartmetallwerkzeuge, Elektronik, Luftfahrt und Rüstung benötigt. China kontrolliert den Löwenanteil der Förderung und hat die Ausfuhr ausgewählter Wolframprodukte eingeschränkt. Für westliche Abnehmer wird Versorgungssicherheit damit immer wichtiger.
Wie begehrt Sangdongs Produktion ist, zeigt der im Juli erweiterte Abnahmevertrag mit Global Tungsten & Powders aus der Plansee-Gruppe. Die Laufzeit wurde um sechs Jahre verlängert, das Volumen um 40 % erhöht und die Preisformel um rund 6,3 % verbessert. Das senkt das Vermarktungsrisiko und gibt Almonty eine gute Umsatzsichtbarkeit. Die zweite Ausbaustufe ist nicht erfasst – zusätzliche Mengen bleiben frei vermarktbar.
Nach der Platzierung einer überzeichneten Wandelanleihe über 800 Mio. USD lagen Ende Juni 1,23 Mrd. CAD in der Kasse. Im jüngsten Video „Almonty Industries: The $800 Million Bet on Tungsten“ erläutert Vorstandschef Lewis Black, wie der neue finanzielle Spielraum genutzt werden soll. Neben dem Hochlauf und der Erweiterung von Sangdong geht es um den Ausbau der Panasqueira-Mine in Portugal, das Gentung-Projekt in Montana und mögliche weitere strategische Assets. Zugleich ordnet Black die 800-Mio.-USD-Wandelanleihe und den geopolitischen Wettlauf um eine von China unabhängige Wolframversorgung ein.
Ein selbstbewusstes Signal setzte das Management Mitte August. Bis August 2029 dürfen bis zu 14,4 Mio. eigene Aktien – knapp 5 % des Grundkapitals – für maximal 300 Mio. USD zurückgekauft werden. Das Programm ist allerdings eine Ermächtigung, kein Kaufzwang. Der Umfang hängt von Kurs, Liquidität und Kapitalbedarf ab.
Almonty steht am operativen Wendepunkt. Gelingt der Hochlauf von Sangdong, dürften Umsatz und Ergebnis in eine neue Dimension vorstoßen. Die Aktie bleibt unter dem Strich ein spekulativer Hotstock – die weitere Kursentwicklung wird nun aber untermauert von operativen Fortschritten, positivem Cashflow und einer prall gefüllten Kasse. Kommt das operative Geschäft mit dem Hochlauf von Sangdong nachhaltig ins Laufen, besitzt das Papier von Almonty noch einen großen Hebel auf weitere Kursgewinne.

