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Schwedens 🇸🇪 versteckte Deep-Tech-Engpässe

Mir ist vor einiger Zeit etwas aufgefallen: Je tiefer ich nach technologischen Engpässen suche, desto häufiger lande ich plötzlich in Schweden. Nicht bei Ericsson oder Volvo, sondern bei kleinen und mittleren Deep-Tech-Unternehmen.


Einige Beispiele aus meinem Depot (die ersten vier) oder meiner Watchlist:


Sivers Semiconductors - $SIVE (-5,93 %) Hochfrequenz- und Photonik-Komponenten für KI- und Datennetzwerke

Acconeer - $ACCON (-0,82 %) energieeffiziente Radarsensoren für Industrie und Edge-Anwendungen

BeammWave - $BEAMMW B digitale Beamforming-Technologie für zukünftige Mobilfunknetze

Obducat - $OBDU B (-27,53 %) Nanoimprint-Lithographie für fortschrittliche Halbleiter- und Photonikstrukturen

Hexatronic -
$HTRO (-1,25 %) Glasfaserinfrastruktur für den Ausbau digitaler Netze

Smoltek Nanotech -
$SMOL (-11,27 %) Kohlenstoff-Nanostrukturen für Halbleiter, Elektrolyseure und zukünftige Packaging-Lösungen

Smart High Tech -
$SHT B (-21,94 %) Spezialelektronik und technische Komponenten für anspruchsvolle Industrieanwendungen


Was viele dieser Unternehmen gemeinsam haben: Sie sitzen nicht am Ende der Wertschöpfungskette, sondern oft mehrere Ebenen darunter. Dort, wo neue Technologien überhaupt erst möglich gemacht werden. Genau dort suche ich nach Engpässen.


Natürlich sind solche Titel nichts für jeden Anleger. Viele sind klein, wenig liquide und teilweise noch weit von einer stabilen Profitabilität entfernt. Einzelne Aufträge oder Kapitalmaßnahmen können die Kurse massiv bewegen. Nicht jede Technologie wird sich durchsetzen und nicht jedes Unternehmen wird den Weg bis zur breiten Kommerzialisierung schaffen.


Gerade deshalb behandle ich sie nicht wie Standardwerte, sondern als gezielte Beimischungen innerhalb eines breiter diversifizierten Technologie-Portfolios. Bei SIVE bin ich vor etwas mehr als 2 Monaten eingestiegen und lag schon bei 1.150 % Kursrendite, jetzt wieder etwas weniger und zwei Teilgewinnmitnahmen 😅 gemacht.


Je tiefer man in Themen wie Photonics, Sensorik, Funktechnologien oder fortschrittliche Materialien eintaucht, desto häufiger taucht Schweden auf.


Manchmal wirkt das Land wie ein kleiner, börsennotierter Deep-Tech-Inkubator mitten in Europa.


Achtung ⚠️ Das sind sehr spekulative Titel mit höchster Volatilität! Keine Anlageberatung!

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6 Kommentare

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Da sind echt tolle Titel dabei. Bin selbst ein großer Schweden-Fan, da ich 2 Jahre in Stockholm gelebt habe. Was sagt den unser Skandinavien-Experte @Raketentoni dazu?
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@Keineui bin bis morgen beruflich unterwegs, schaue mir den Beitrag Fteitag an
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@Keineui

Moin! Mr. Prompt schenkt sich eiskalt einen schwedischen Filterkaffee ein. ☕

Da hat jemand aber eine richtig schöne, romantische Bullshit-Bingo-Story geschrieben. "Versteckte Engpässe" und "Deep-Tech-Inkubator" – das liest sich, als hätte er den heiligen Gral der europäischen Technologie gefunden.

Lass uns diesen Text mal durch den unbestechlichen AOK-Scanner jagen und die Schweden-Romantik von der harten Börsenrealität trennen. Hier ist deine Munition für eine eiskalte Antwort:

1. Die Schweden-Illusion (Wild West statt Inkubator)
Ja, Schweden hat extrem viele Tech-Ausgründungen, oft von Universitäten (Lund, Chalmers) oder als Spin-offs der alten Ericsson-Strukturen. Aber die Wahrheit ist: Der schwedische First North und Spotlight-Markt ist der absolute wilde Westen Europas. Die Hürden für einen Börsengang sind dort so niedrig, dass gefühlt jede Forschungsgruppe mit einem Patent und einem Prototyp direkt an die Börse geht, um sich über Retail-Anleger zu finanzieren. Das ist kein exklusiver "Inkubator", das ist schlichtweg outgesourctes Venture-Capital (Wagniskapital) auf dem Rücken der Kleinanleger.

2. Der Engpass-Irrtum (Burggraben vs. Bittsteller)
Der Autor behauptet, diese Firmen seien "Engpässe". Falsch! Ein echter technologischer Engpass (Bottleneck) zeichnet sich durch absolute Preissetzungsmacht aus (wie ASML oder Nvidia). Wenn diese schwedischen Micro-Caps echte Engpässe wären, würden sie gigantische, positive Margen drucken.
Die Realität: Sie sind winzige Komponenten-Zulieferer oder IP-Lizenzierer, die auf Knien rutschen müssen, damit ein Tier-1-Produzent (wie Apple, Samsung oder ein großer Autobauer) ihre Sensoren (Acconeer) oder Antennen (Sivers) überhaupt erst in ein Design aufnimmt. Sie haben bis zum endgültigen Durchbruch null Preissetzungsmacht und fast alle eine katastrophale, blutrote Bilanz.

3. Der eiskalte Reality-Check zu seinen Beispielen

Sivers Semiconductors (SIVE): Respekt für seinen Trade! Die Aktie ist in den letzten Monaten tatsächlich völlig eskaliert (von unter 3 SEK hoch bis in den 80er-Bereich). Das ist ein Jahrhundert-Momentum-Zock! Aber: Fundamental ist das ein operatives Blutbad. Die operative Marge liegt bei krassen -58 %! Sie verbrennen massiv Cash. Wer hier nicht eiskalt Teilgewinne mitnimmt (wie der Autor es zum Glück getan hat), wird beim nächsten Pullback vernichtet.

Obducat (OBDU B): Die Mutter aller Value-Traps. Die erzählen seit 20 Jahren die Story von der Nanoimprint-Lithographie, verwässern die Aktionäre endlos mit immer neuen Kapitalerhöhungen und weisen eine absurde "Return on Capital" von fast -2000 % auf. Das ist kein Engpass, das ist ein Geldverbrennungsofen für naive Hoffnungskäufer.

Hexatronic (HTRO): Endlich mal eine echte Firma auf seiner Liste, die Gewinne macht. Aber hier war die Story der massive Glasfaser-Ausbau während der Pandemie. Danach ist der Kurs bestialisch zusammengeklappt.

4. Die harte AOK-Qualitätsformel
Wenn wir meine Core Quality Formula (Umsatzwachstum + Operative Marge) anlegen, fallen fast alle dieser "Deep-Tech"-Wunder krachend durch die 25-Punkte-Hürde. Warum? Weil die tief negative operative Marge jedes noch so kleine Umsatzwachstum mathematisch sofort auffrisst. Hier greift gnadenlos meine Ausschlussregel: Story > Numbers.

Mr. Prompts Fazit
Der Autor hat bei einer Sache zu 100 % recht: Er behandelt sie als riskante Beimischung und nimmt Gewinne mit. Das ist exzellentes Risiko-Management für die spekulative Side B. Aber die Story vom versteckten Burggraben ist gefährlich.
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@Raketentoni Spannender Gegenpunkt. Bei den Risiken vieler schwedischer Small Caps stimme ich dir sogar zu. Der Unterschied liegt für mich eher darin, dass ich nicht primär nach heutigen Qualitätsunternehmen suche, sondern nach Technologien, aus denen zukünftige Engpässe entstehen könnten. Deshalb landen solche Titel bei mir auch nur als kleine Scouts im Portfolio und nicht als Anker.
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„Moin!

Erstmal fetten Glückwunsch zum Sivers-Trade – +1150 % mitzunehmen und Teilverkäufe zu machen, ist Execution auf absolutem Profi-Niveau (vor allem bei einer operativen Marge von aktuell -58 %)!
Aber pass auf, dass du dich nicht zu sehr in dein eigenes Narrativ vom ‚versteckten Deep-Tech-Engpass‘ verliebst. Echte Engpässe haben Preissetzungsmacht und drucken dicke, positive Margen.

Was wir im schwedischen Small-Cap-Bereich bei Werten wie Obducat, Acconeer oder Smoltek oft sehen, sind winzige Zulieferer, die massiv Cash verbrennen und jeden Tag ums Überleben kämpfen, bis ein Tier-1-Kunde sie endlich einbaut. Das sind keine Burggräben, das sind hochriskante Venture-Capital-Wetten, die man auf den Retail-Markt ausgelagert hat.

Für die spekulative Zock-Seite als reines Momentum-Play absolut legitim und spannend – aber verwechsle Schweden-Romantik nicht mit stoischer fundamentaler Qualität. Die Zahlen sprechen hier (noch) eine knallharte, blutrote Sprache!“

Schöne Grüße aus Skandinavien

Raketentoni
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@Raketentoni Danke für den Kommentar. Bei den Risiken stimme ich dir sogar weitgehend zu.

Der Unterschied liegt vermutlich darin, dass ich nicht primär nach heutigen Qualitätsunternehmen suche, sondern nach Technologien, die zukünftig einen relevanten Engpass adressieren könnten.

Ein ASML oder Nvidia haben ihre heutige Preissetzungsmacht ja auch nicht am ersten Tag besessen. Die spannende Frage ist für mich deshalb oft, welche Technologien (!) sich überhaupt durchsetzen könnten und welche Unternehmen davon profitieren würden.

Genau deshalb sind Titel wie Acconeer, BeammWave oder Smoltek bei mir auch keine Anker, sondern kleine Scouts. Einige werden scheitern, andere möglicherweise nie profitabel werden. Das Risiko gehört dazu.

Bei Sivers hat sich die These bislang bestätigt, deshalb habe ich gleichzeitig auch konsequent Teilgewinne realisiert. Am Ende entscheidet ohnehin nicht die Story, sondern die tatsächliche Adoption der Technologie im Markt.
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