Bei Kioxia habe ich gerade erst investiert.
Die japanischen Speicherchiphersteller wollen ihre Produktion deutlich erhöhen. Über sechs Jahre sollen mehr als fünf Billionen Yen in neue und bestehende Fabriken fließen.
Tokio. Die Speicherchiphersteller Kioxia und Sandisk wollen in Japan mehr als fünf Billionen Yen investieren. Das entspricht rund 26,9 Milliarden Euro. Mit dem Ausbau über sechs Jahre wollen die Unternehmen ihre Produktion eines für KI-Rechenzentren wichtigen Bauteils erhöhen, das derzeit knapp ist.
Der in Tokio ansässige Spezialist für NAND-Flashspeicher will allein 1,8 Billionen Yen in eine neue Fabrik im japanischen Kitakami investieren, sagte Kioxia-Chef Hiroo Ota am Donnerstag. In dem Werk sollen die neuesten hochverdichteten 3D-Flash-Speicherchips des Unternehmens hergestellt werden. Sie sind darauf ausgelegt, die enormen Datenmengen zu verarbeiten, die von KI-Diensten erzeugt werden. Sie wollten anonym bleiben, weil die Vorhaben noch nicht öffentlich sind.
Kioxia will die Investitionen gemeinsam mit seinem Fertigungspartner Sandisk umsetzen. Die Nachfrage nach Speicherchips ist zuletzt massiv gestiegen und damit auch die Preise. Die Komponenten sind für Rechenzentren unverzichtbar und belasten die Margen von Unternehmen – von Nvidia bis hin zu Auto- und Smartphone-Herstellern. Bei einer Telefonkonferenz nach der Vorlage der Quartalszahlen warnten Führungskräfte von Nvidia vor Lieferengpässen und dem Druck auf die Gewinnmargen.
Kioxia stellt staatliche Unterstützung in Aussicht
Kioxia und Sandisk wollen für ihre Vorhaben Subventionen der japanischen Regierung beantragen, berichtet die Finanznachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Insider. Kioxia erklärte in einer Mitteilung, das Unternehmen prüfe unter anderem den Bau neuer Anlagen, um den Unternehmenswert „stetig und nachhaltig“ zu steigern.
Kioxia dürfte sich günstige langfristige Verträge mit Kunden gesichert haben, die das künftige Wachstum absichern, sagte Kazuyoshi Saito, Senior-Analyst bei Iwai Cosmo Securities. „Das ist äußerst positiv.“
Große Technologiekonzerne wie Alphabet und Meta schließen mehrjährige Verträge ab, um sich Speicher- und Datenspeicherkapazitäten für ihre Rechenzentren zu sichern. Das hatte bei Kioxias südkoreanischen Konkurrenten Samsung Electronics und SK Hynix eine Reihe umfangreicher Investitionspläne ausgelöst.
Sorge vor einem Überangebot
Im margenschwächeren Geschäft mit Speicherchips für Konsumgüter gewinnt unterdessen der chinesische Hersteller Yangtze Memory Technologies Marktanteile. Die Sorge, dass Kioxia erst dann investiert, wenn ein künftiges Überangebot den Markt bereits wieder belastet, hat den Aktienkurs des Unternehmens unter Druck gesetzt. Seit dem Höchststand im Juni hat sich die Aktie halbiert.
Kioxia könnte Investitionen in Milliardenhöhe problemlos aus vorhandenen Barmitteln finanzieren, sagte Citi-Analyst Takero Fujiwara in einer Studie. Eine Investitionsentscheidung würde seiner Einschätzung nach signalisieren, dass sich das Unternehmen langfristige Verträge gesichert hat. Diese deuteten auf eine hohe Nachfrage mindestens bis 2028 hin.
„Obwohl das Unternehmen bei seinen Investitionen weiterhin vorsichtig ist, hat es seine Bereitschaft gezeigt, bei Bedarf zu investieren“, schrieb Fujiwara.
Japan unterstützt seit einiger Zeit Chiphersteller mit Produktionsstätten im eigenen Land finanziell. Dazu zählen Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC), Sony und Micron. Die Regierung will damit einen Teil der früheren Führungsrolle Japans in der Halbleiterindustrie zurückgewinnen.
Kioxia hat im vergangenen Monat mit der Auslieferung seiner gestapelten BiCS-Flash-Speicherchips der zehnten Generation begonnen. Am Standort im japanischen Verwaltungsbezirk Iwate will das Unternehmen höherwertige NAND-Chips für Rechenzentren produzieren. Das andere große Produktionszentrum in Yokkaichi in der Präfektur Mie soll sich auf Chips für Konsumprodukte wie Smartphones konzentrieren.
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