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Basel (awp) - Im zweiten Jahr ihrer Eigenständigkeit ist die Generika-Spezialistin Sandoz wie geplant gewachsen. Dabei hätten beide Sparten sowie alle Regionen das gute Abschneiden unterstützt, heben CEO Richard Saynor und Finanzchef Remco Steenbergen im Gespräch mit Journalisten hervor.
Besonders stolz stimme ihn das Plus von 160 Basispunkten auf 21,7 Prozent bei der Kern-EBITDA-Marge, sagt der Finanzchef. "Dies liegt im Einklang mit unseren mittelfristigen Zielen für 2028 (zwischen 24% und 26%)." Der höhere Anteil an Biosimilars im Umsatzmix habe massgeblich zur Margenverbesserung beigetragen, ergänzt Steenbergen.
Während sich Sandoz bei der Marge also in Richtung seiner Mittelfristziele bewegt, hat der Konzern ein weiteres Ziel bereits vorzeitig erreicht. "Unsere Biosimilar-Mixquote lag 2025 bereits bei 30 Prozent, ursprünglich erst für 2028 geplant - wir sind also im Plan voraus", kündigt Steenbergen an. CEO Saynor ergänzt, die "30 Prozent waren eher eine Orientierung als eine genaue Zahl." Letztlich wolle Sandoz diese Entwicklung weiter beschleunigen.
Mit Blick nach vorne betont Sandoz-Chef Saynor auch erneut, dass der Konzern vor einem "goldenen Jahrzehnt" stehe, in dem eine Rekordzahl an Biologika-Patenten auslaufe auslaufe, während sich auch die Regulierungen änderten.
Davon sollte die Generika-Spezialistin dank ihrer breiten und tiefgehenden Produktpipeline klar profitieren, zeigt sich der Unternehmenschef überzeugt. "Rund 600 Milliarden US-Dollar an Medikamentenpatenten laufen in den nächsten Jahren aus, davon decken wir derzeit etwa 60 Prozent ab." Biosimars machten davon in etwa die hälfte aus.
Beide Standbeine wichtig
Auch mit seinen beiden Standbeinen - Generika und Biosimilars - sei Sandoz gut aufgestellt, um von den künftigen Trends zu profitieren, betont Saynor im Anschluss an die Telefonkonferenz im Gespräch mit AWP Finanznachrichten. "Das Geschäft mit Generika als stabiler Cash-Generator ist auch weiterhin wichtig, da kleine Moleküle schnell und kostengünstig entwickelt werden können." Biologika seien zwar teurer in der Entwicklung, böten aber langfristig höheren Wert. "Die Kombination beider Segmente sehen wir als unsere strategische Stärke."
Herausforderungen wiederum bestehen insbesondere im Antibiotikabereich, wo Preisverfälle durch globale Überproduktion die Rentabilität belasten. Das Management fordert daher Unterstützung der europäischen und Schweizer Regierungen, um diese wichtigen Arzneimittel weiter verfügbar zu halten. "Europa muss erkennen, wie wichtig diese Produkte sind", appelliert Saynor. "Wir sind der letzte grosse Hersteller von Penicillin-Antibiotika im Westen. Die Preise für Rohstoffe fallen zu stark, das ist nicht nachhaltig."
Derweil rechnet der Markt damit, dass neue Produkte wie die neuartigen Diabetes- und Abnehm-GLP1-Präparate noch 2026 auf den Markt kommen, sobald die Zulassungen in Kanada und Brasilien vorliegen. Bisher gebe es aber noch keine Freigabe. "Wir erwarten eine Einführung später in diesem Jahr."
