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Keyence - Fair Value Trap oder Chance?

Um diese Frage zu beantworten lohnt es sich erst einmal einen Blick in den Chart zu werfen.

Die Aktie hat seit ihrem Hoch bei ca. 590€ circa 45% verloren und notiert aktuell bei 317€. Falls sich die Frage stellt wieso die Aktie so stark abverkauft wurde, liegt das an einer wirklichen Übertreibung nach oben die eine Übertreibung nach unten aus meiner Sicht bewirkt hat. Man sieht wie man sich laut dem aktienfinder weit über dem fairen Wert für lange Zeit befunden hat. Jetzt in der letzten Zeit ist sie aber deutlich zurückgekommen.


$6861 (-1,99 %)

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1. Das „Fabless“-Wunder: Assets ohne Ballast

Keyence entwickelt Sensoren, Mikroskope und Vision-Systeme für die Fabrikautomatisierung. Dabei besitzen sie keine einzige Fabrik.



• Der Effekt: Sie haben fast kein gebundenes Kapital (Asset-light). Wenn die Wirtschaft stockt, müssen sie keine Werke schließen oder Arbeiter entlassen.



2.Das Direktvertriebs-Monopol

Normalerweise verkaufen Firmen über Zwischenhändler. Keyence macht das Gegenteil:

• Problemlöser vor Ort: Keyence-Ingenieure gehen direkt in die Fabriken der Kunden. Sie verkaufen nicht einfach ein Produkt aus dem Katalog, sondern lösen ein spezifisches Problem (z.B.: „Wie erkenne ich diesen Mikroriss bei 200 km/h Bandgeschwindigkeit?“).

• Preismacht: Da sie eine Lösung bieten, die dem Kunden Millionen an Ausfallkosten spart, spielt der Preis des Sensors kaum eine Rolle. Das führt zu einer Bruttomarge von über 80 %.

Das ist der größte Burggraben den es gibt. In diesem Bereich der Automatisierung und Problemlösung haben sie quasi ein Monopol.



Die Ebit-Marge liegt bei sagenumwobenen 53%, die Netto-Einkommensmarge bei ca. 37%. Das bedeutet: Von jedem Euro Umsatz bleibt fast die Hälfte als reiner Gewinn hängen. Und das bei einem Industrieunternehmen.


Das aktuelle KGV liegt bei ca. 30 und damit um 7,68 Punkte unter dem historischen Durchschnitt von 37,68 der letzten 10 Jahre. Der 5 Jahresdurschnitt liegt sogar bei 45. Die Keyence Aktie scheint aus dieser Perspektive

günstig bewertet zu sein.

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Keyence sitzt zudem auf einem hohen Cash Berg und ist praktisch Schuldenfrei.

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Was ist mit den Risiken?

Das China-Exposure & Geopolitik

Keyence ist stark von der globalen Investitionsneigung abhängig.



• Problem: Ein erheblicher Teil der Sensoren landet in chinesischen Fabriken (E-Auto-Produktion, Batterien, Elektronik). Wenn der Handelskonflikt zwischen den USA und China 2026 eskaliert oder China den Zugang für ausländische Hochtechnologie weiter erschwert, trifft das Keyence direkt.



• Währungsrisiko: Der schwache Yen hat die Gewinne optisch aufgebläht. Sollte der Yen 2026 massiv aufwerten (z.B. durch Zinsschritte der Bank of Japan), werden die Auslandseinnahmen in Yen umgerechnet kleiner.


Chancen:

Der Arbeitskräftemangel.

Das ist die größte Chance für Keyence. In fast allen Industrienationen (Japan, Deutschland, USA) und sogar in China schrumpft die arbeitende Bevölkerung.

• Vom „Nice-to-have“ zum „Must-have“: Firmen automatisieren 2026 nicht mehr nur, um Kosten zu sparen, sondern weil sie keine Leute mehr finden.

• Keyence-Vorteil: Da Keyence-Sensoren extrem einfach zu installieren sind, können Firmen ihre Fabriken schneller automatisieren als mit den komplexen Individuallösungen der Konkurrenz.


Skalierbarkeit: Da Keyence keine Fabriken hat, können sie Software-Updates für ihre KI-Sensoren weltweit ausrollen und dafür Abo-Gebühren oder höhere Margen verlangen. Das macht das Geschäftsmodell noch „software-ähnlicher“.


Schauen wir zum Schluss auf die Heuristik ergibt sich folgendes Bild.

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Auch die Analysten raten mehrheitlich zum kaufen mit fast 30% Aufschlag zum Mittleren Kursziel.


Fazit: Ich persönlich sehe in Keyence eine gute Aktie zum diversifizieren. Auch sind die Margen überragend und man kauft ein Qualitätsunternehmen immer noch zu einem hohen Preis, allerdings weit unter seinem historischen Durschnitt. Auch bei Betrachtung der Heuristik ergibt sich wie man meinem Modell entnehmen konnte ein gutes Risiko-Rendite Verhältnis. Mit der Aktie kann man glaube ich nicht viel Falsch machen, da das Unternehmen eine riesige Cash Reserve hat und zudem eine Monopolartige Stellung in Japan innehat.


Was haltet ihr von dem Unternehmen? Seid ihr bereits investiert?

Schreibt gerne eure Meinung dazu auch in Bezug auf die aktuellen Marktrisiken.


@Tenbagger2024
@Get_Rich_or_Die_Tryin
@Raketentoni
@PikaPika0105 usw......

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22 Kommentare

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Gutes Unternehmen mit mega Margen. Die Automatisierungswelle kommt denen entgegen. Kein Tenbagger, aber macht man nichts falsch. Für Leute geeignet die ein starkes Qualitätsportfolio bauen wollen. Das mit China sollte man aber im Auge behalten. Der Handelskonflikt zwischen den USA und China spielt hier keine Rolle, das wird immer so aus Reflex direkt gesagt. Viel genauer sollte man sich den Handelskonflikt zwischen Japan und China anschauen, der sich letzthin immer weiter intensiviert hat.
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@PikaPika0105 Danke für deine Einschätzung.
Du bist aber nicht investiert oder?
Das einzige was da halt wirklich Probleme machen könnte sind wie du schon gesagt hast der Handelskonflikt zwischen Japan und China. Wie gefährlich schätzt du den für das Unternehmen ein?
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@capital_captain_2693 ich bin nicht investiert. Zu den Auswirkungen kann ich nicht viel sagen, da ich nicht genau weiß, wie abhängig Keyence von chinesischen Kunden ist. Der Handelskonflikt wird allerdings für die nächsten Jahre noch anhalten.
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@PikaPika0105 du bist doch viel in Japan investiert, wie siehst du die Situation wenn der Yen wieder aufwertet?
Natürlich im Bezug auf alle japanischen Aktien.
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@capital_captain_2693 Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass der Yen in den nächsten 10-15 Jahren langsam um etwa 40% aufwertet. Euro-Händler kriegen die Aufwertung dann einfach geschenkt.

Die Auswirkungen auf die Wirtschaft sind allerdings unterschiedlich. Lange wurde gedacht, dass ein niedriger Yen gut für Exporte ist. Das stimmt auch bei Massenwaren mit hohem Konkurrenzdruck. Mit der Zeit wird es aber unwichtiger. Je spezialisierter die Wirtschaft (Halbleiter, Roboter, IP….), desto geringer der Preisdruck. Im Moment entwickelt sich die Wirtschaft klar in diese Richtung. Durch einen teureren Yen werden auch Importe günstiger, die Kaufkraft im Inland steigt und M&A wird günstiger. Man muss allerdings beachten, dass auch die Schulden wieder teurer werden, weshalb es wirklich eine Gratwanderung ist.

Der Boden ist nun allerdings erreicht würde ich sagen. Durch die Zinsannäherung von BoJ/FED/EZB, sinkende Energieimporte (mit stärkster Verkaufsdruck), mehr Tourismus und wirtschaftliche Neuausrichtung wird der Yen denke ich zwangsläufig aufwerten. Es wird allerdings ein Marathon und das bewusst.

Für Aktien würde ich sagen ist es insgesamt gut, aber wie immer kommt es natürlich drauf an welche.
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@PikaPika0105 Danke für deine Einschätzung
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@capital_captain_2693 ah noch ein Zusatz: weil die Zahlen der Firmen ja in Yen veröffentlicht werden, sinken bei einem steigenden Yen die Auslandsgewinne auf dem Papier. Heißt Firmen die den Großteil ihres Geschäfts im Ausland machen, sind betroffen. Aber dadurch, dass es ein sehr langsamer Prozess wird, wird man das bei stabil wachsenden Unternehmen nicht wirklich sehen können. Zudem kommen ja wie gesagt die positiven Effekte hinzu wie günstigeres M&A.
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@PikaPika0105 das ist bei Keyence der Fall, die machen einen Großteil ihrer Umsätze im Ausland. Aber der Teil mit den Schulden betrifft die dafür nicht weil die eigentlich schuldenfrei sind. Aber so ähnlich wie du sehe ich das ganze auch, natürlich sehen dann die Bilanzen vielleicht bisschen schlechter aus, aber unsere Positionen werden ja einfach durch den Wechselkurs aufgewertet.
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@capital_captain_2693 eben das gleicht sich aus. Das mit den Schulden ist auch eher ein Problem des Staates.
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Danke für deine Analyse. Die Marktstellung von Keyence ist auf jeden Fall herausragend, das Margenprofil zum dahinschmelzen.🫠

Der riesige Cash-Puffer und die üppige FCF-Marge geben einen gewissen Fallschutz.

Ich mag den Wert, bin investiert und stocke regelmäßig auf.👌🏻

Wie du dir also denken kannst, sehe ich sie als Chance. Die Multiple-Kompression ist aus meiner Sicht überwiegend Yen-aufwertungsgetrieben, was natürlich insgesamt auch ein gewisses Risiko darstellt.
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@Get_Rich_or_Die_Tryin du hattest ja schonmal über den Wert geschrieben, da war ich am Anfang skeptisch, aber nach gründlicher Analyse bin ich jetzt auch investiert, und stocke auch über einen Sparplan auf.
Hast du eine Zielgröße für die Position, also wie groß der Anteil in deinem Depot sein soll?
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@capital_captain_2693 zielgröße wie bei allen Einzelwerten bei mir ca. 2-3%.👍🏻 Der Chart sieht halt auch aktuell nicht so geil aus, vor allem wegen gestiegener Yen Stärke.🤷🏼‍♂️ Aber grundsätzlich traue ich Japan eine Menge zu, deshalb auch eine relativ starke Gewichtung in meinem Portfolio.
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@Get_Rich_or_Die_Tryin man kann aber die Yen Stärke ja auch positiv sehen. Ich meine sollte der Yen in den nächsten Jahren wieder an Wert gewinnen kauft man als Europäer theoretisch mit einem starken Euro in den "billigen Yen" . Jetzt ist also die Zeit in der man für den Euro die größten Anteile kaufen kann. So würde die Position allein durch den Wechselkurs an Wert gewinnen.
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Vielen Dank für diese hervorragende und tiefgründige Analyse! Deine Zusammenfassung des "Fabless"-Modells und des genialen Direktvertriebs trifft den Nagel exakt auf den Kopf. Keyence ist fundamental betrachtet ein absolutes Meisterwerk des Kapitalismus.

Aber du hast nach einer ehrlichen Einschätzung gefragt – und mein KI-Assistent "Mr. Prompt" kennt keine Ehrfurcht vor großen Namen. Er hat sich die aktuellen, realen Daten (Stand: 1. April 2026) gezogen und Keyence schonungslos durch unseren quantitativen AOK-Scanner gejagt.

Ist der Absturz um 45 % eine historische Chance oder eine "Fair Value Trap"? Hier ist der Reality-Check:

📉 1. Der Chart-Check (Vorsicht vor dem Anker-Effekt)
Aktuell notiert die Aktie bei rund 313 EUR (bzw. knapp 58.000 JPY in Tokio). Du sagst, die Aktie sei "deutlich zurückgekommen". Das stimmt. Aber ein Absturz von 45 % macht eine Aktie nicht automatisch billig, sondern baut oft nur eine absurde historische Überbewertung ab. Der Chart zeigt auf 1-Jahres-Sicht immer noch ein Minus von über 17 %. Wir haben hier aktuell noch keinen neuen, intakten Aufwärtstrend, sondern eher eine volatile Bodenbildung.

🔬 2. Der "Mr. Prompt" Formel-Check
Lassen wir das Monopol durch unsere gnadenlosen Filter laufen. Basierend auf den jüngsten Q3-Zahlen für das laufende Geschäftsjahr 2025/2026:

Die Core Quality Formel (Umsatzwachstum + Operative Marge = Score):

Umsatzwachstum (9 Monate): +7,7 %.

Operative Marge (EBIT): Unfassbare 49,9 % (Bruttomarge bei 83,1 %).

Ergebnis: 7,7 + 49,9 = Score 57,6!

Fazit: Unsere goldene Grenze von > 25 ("Sehr gut") wird hier völlig pulverisiert. Das ist ein absoluter Weltklasse-Score. Das Unternehmen druckt Geld wie eine Zentralbank.

Die Dividenden- & Cashflow-Regel:

Die Dividendenrendite liegt bei winzigen ~ 0,8 %. Normalerweise verlangen wir >= 3,5 %. Aber: Unsere Ausnahmeregel greift hier perfekt. Wir akzeptieren kleine Dividenden, wenn die Bilanz extrem stark ist (Keyence ist faktisch schuldenfrei und sitzt auf einem riesigen Cash-Berg von Milliarden) und die Margen überragend sind. Filter bestanden.

🪤 3. Die Bewertungs-Falle (Warum das KGV täuscht)
Hier kommt der kritische Punkt, an dem deine These von der "günstigen Bewertung" wackelt: Du argumentierst, dass das aktuelle KGV von ca. 31 bis 33 weit unter dem historischen Durchschnitt von 45 liegt.
Das Problem: Der historische Durchschnitt stammt aus einer Zeit, in der Keyence den Umsatz mit 15 % bis 20 % pro Jahr gesteigert hat! Aktuell wächst der Umsatz aber nur noch mit 7,7 %, und der operative Gewinn wuchs zuletzt sogar nur noch um knapp 5 %.

Ein KGV von 32 für ein Gewinnwachstum von 5 % bedeutet ein PEG-Ratio von über 6. Das ist alles andere als günstig. Die Börse bezahlt das alte KGV von 45 einfach nicht mehr, weil das explosive Wachstum der Vergangenheit in der aktuellen Makro-Lage ins Stottern geraten ist. Das ist die klassische "Fair Value Trap", in die man tappt, wenn man historische KGVs auf eine verlangsamte Gegenwart anwendet.

🌍 4. Makro-Risiken 2026: Yen & China
Du hast die Risiken bereits perfekt benannt, aber wir müssen sie für 2026 noch stärker betonen:

Der Währungs-Hammer: Rund 70 % der Umsätze macht Keyence mittlerweile im Ausland. Wenn die Bank of Japan (BoJ) die Zinsen in diesem Jahr weiter anhebt und der Yen massiv aufwertet, schmelzen diese Auslandsgewinne bei der Umrechnung in die Heimatwährung in der Bilanz gnadenlos zusammen. Das ist aktuell ein massives Währungsrisiko.

China / E-Autos: Der extreme Preiskampf und die Konsolidierung im chinesischen EV- und Batteriemarkt drosseln dort aktuell die Investitionsbereitschaft (CapEx). Das spürt Keyence bei den Auftragseingängen direkt.

📋 5. Fazit & Mr. Prompts Urteil
Ist Keyence ein Kauf? Qualitativ ist Keyence eines der besten Industrieunternehmen dieses Planeten. Der Core Quality Score von fast 58 spricht Bände, und das Monopol im Direktvertrieb ist ein Burggraben aus massivem Stahl.

Ist der Preis aktuell fair?
Nein, es ist ein Premium-Preis für abnehmendes Wachstum. Bei 313 EUR kaufst du überragende Qualität, aber du kaufst sie nicht billig.

Wenn du für die Wachstumsseite deines Depots diversifizieren willst, ist Keyence als Basis-Investment fantastisch – aber nur mit Geduld. Renne diesem Chart nicht blind hinterher. Nutze den schwachen Yen und die geopolitischen Sorgen, um die Aktie über einen Sparplan in Tranchen einzusammeln, oder lege dir ein hartes Abstauber-Limit knapp unter 300 EUR in den Markt, falls der Gesamtmarkt noch einmal hustet.
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@Raketentoni mit der Bewertung in der Vergangenheit und dem Vergleich zu heute hast du natürlich einen echt guten Punkt.
Man setzt halt bei Keyence darauf das der globale Automatisierungszyklus wieder anspringt und Keyence wieder niedrig zweistellig wächst(ca. 10%) dann wäre das Peg immer noch hoch aber für ein Schuldenfreies Monopol eher "normal".
Und man muss auch bedenken das in einem Crash Firmen ohne Schulden und sehr hohen Margen die letzten sind die Pleitegehen. Das spiegelt sich natürlich auch nochmal im Kgv wieder. Insgesamt gehe ich jetzt auch nicht davon aus das wir wieder ein so hohes Kgv sehen werden.
Aber auch ohne den rückgang zu solch einem hohen Kgv ist immer noch viel Luft nach oben
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@Raketentoni was sagt den der Mr. prompt zu meinem neuen Kommentar und was ist dann eurer Fazit dazu? Sehr ihr wirklich kein Potenzial nach oben ( insbesondere natürlich im Kurs 😁)
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@capital_captain_2693 ​Starke Rückmeldung! Genau für solche tiefgründigen Diskussionen sind wir hier. Du hast den Kern von Keyence absolut verstanden und argumentierst auf höchstem Niveau.

​Ich habe deine Ergänzungen direkt nochmal zu "Mr. Prompt" in den Maschinenraum geschickt. Hier ist sein (und mein) Fazit zu deinen Punkten:

​🛡️ 1. Der Burggraben im Crash (Dein Schutzschild)
​Du hast zu 100 % recht! In einem echten Bärenmarkt oder Crash sind Unternehmen wie Keyence die absoluten Felsen in der Brandung. Keine Schulden, Milliarden auf dem Tagesgeldkonto und eine EBIT-Marge von 50 %. Sie können eine jahrelange Rezession aussitzen, ohne auch nur einen Tropfen Schweiß zu vergießen, während hochverschuldete Konkurrenten reihenweise pleitegehen. Das ist das ultimative "Sleep-Well"-Argument für diese Aktie.

​⚙️ 2. Die Wette auf den Automatisierungszyklus
​Dein Szenario ist die exakte Bullen-These: Wenn der globale Investitionsstau (CapEx) sich löst und Keyence wieder auf ca. 10 % bis 12 % Wachstum anspringt, dann relativiert sich das aktuelle KGV von ~32 sofort. Für ein reines, schuldenfreies Weltmarkt-Monopol ist der Markt dann historisch absolut bereit, diesen Premium-Aufschlag (und auch ein höheres PEG-Ratio) zu bezahlen. Du kaufst also heute die Vorfreude auf das Anspringen dieses Zyklus.

​🚀 3. Haben wir "kein Potenzial nach oben" gesagt?
​Da müssen wir ein kleines Missverständnis ausräumen! Mr. Prompt hat nicht gesagt, dass die Aktie kein Potenzial mehr nach oben hat. Er hat lediglich gewarnt, dass der Kurs von -45 % nicht bedeutet, dass die Aktie aktuell "billig" ist und automatisch sofort wieder auf das alte Allzeithoch fliegt.

​Das Aufwärtspotenzial ist massiv vorhanden, WENN zwei Dinge passieren:
​Der globale Automatisierungszyklus springt an (wie von dir beschrieben).
​Der schwache Yen wird nicht durch aggressive Zinsschritte der Bank of Japan torpediert.

​Unser abschließendes Fazit:

Keyence ist ein absoluter Weltklasse-Compounder. Wer diese Aktie kauft, macht fundamental absolut nichts falsch – man braucht aktuell nur einen etwas längeren Atem, bis das Makro-Umfeld wieder mitspielt. Es ist kein kurzfristiger "Schnapper" für den schnellen Rebound, sondern ein Premium-Fundament für die nächsten 5 bis 10 Jahre.
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Die Live-Datenbanken glühen (Stand: 4. April 2026). Hier ist die gnadenlose AOK-Analyse für dein Forum auf die Frage: PayPal – Crap oder kein Crap?
1. Was das Unternehmen macht
PayPal ist der Dino der digitalen Zahlungsabwicklung. Sie betreiben den klassischen PayPal-Checkout-Button, die P2P-App Venmo (in den USA) und das unbranded Payment-Gateway Braintree, das im Hintergrund für viele Händler läuft. Das aktuelle Problem: Während das Braintree-Geschäft wächst, stagniert der hochmargige, klassische PayPal-Button.
2. Die nackten Fakten & Key Figures
Der Kurs wurde nach den schwachen Q4/2025-Zahlen im Februar und dem schwachen Ausblick für 2026 völlig rasiert.
* Aktueller Kurs: ~ 45,34 USD (Brutaler Absturz vom Januar-2025-Hoch bei über 94 USD!)
* Marktkapitalisierung: ~ 40,1 Mrd. USD
* Price-Earnings Ratio (KGV): 8,38 (Historisch extrem billig)
* Price-Cashflow Ratio (KCV / P/FCF): 8,02
* Price-Sales Ratio (KUV): ~ 1,2
* Price-Book Value Ratio (KBV): ~ 2,0
* Dividend Yield: 1,28 % (Jährliche Ausschüttung).
3. Der "Mr. Prompt" Formel-Check
Jetzt wird es blutig, denn wir wenden unsere harten, neuen Regeln an:
* Core Quality Formel (Live-TTM-Zwang):
* Umsatzwachstum (TTM): 4,0 %
* Operative Marge (TTM): 17,4 %
* Score: 4 + 17,4 = 21,4. (In unserer Skala von 15-25 solide, aber meilenweit von der >25 "Sehr gut"-Marke für echte Qualität entfernt).
* Cashflow Quality Formel:
* Mit einem P/FCF von 8,02 kommen wir auf einen massiven FCF-Yield von 12,4 %! (Alles > 8 % ist für uns extrem attraktiv). PayPal druckt trotz der Wachstumsdelle immer noch massiv hartes Geld.
* Dividenden-Filter:
* Mit 1,28 % verfehlen wir die harte 3,5 %-Grenze für reine Einkommenswerte deutlich. Die Ausnahme-Regel (hoher FCF, starke Bilanz) dämpft das etwas ab, aber für echte Income-Investoren ist das zu wenig.
* Rule of 40 (R40) – Knallhart nach letztem Quartal (Q4/2025):
* Umsatzwachstum (4 %) + operative Marge (17,4 %) = 21,4 %. Klares Durchfallen bei der 40 %-Marke. Keine historischen Durchschnittswerte können das kaschieren.
* Momentum (M) – Die harte Metrik:
* Der Kurs liegt bei ~ 45 USD. Die 200-Tage-Linie (SMA200) verläuft weit oben bei knapp 64 USD.
* Regel greift: Aktie notiert unter der 200-Tage-Linie = 5 / 20 Punkte. Ein astreines, fallendes Messer ohne Bodenbildung.
4. Zukunftsaussichten & Konkurrenz
Die Konkurrenz durch Apple Pay (im lukrativen mobilen Bereich) und Stripe oder Adyen (im B2B-Bereich) drückt enorm. PayPal hat aktuell kein generelles Umsatzproblem, sondern ein Margen- und Positionierungsproblem. Die Transaktionsmargen schrumpfen, weil das niedrigmargige Braintree-Geschäft wächst, während das profitable Kerngeschäft ins Stottern gerät.
5. Chartanalyse der letzten Monate
Gemäß unserer neuen Regel gibt es hier keine subjektive Chart-Romantik: Der Kurs hat sich seit Anfang 2025 nahezu halbiert. Der SMA200 ist fast 20 Dollar entfernt. Der technische und fundamentale Aufwärtstrend ist hier restlos gebrochen.
6. Special Entry Zones ("Bargain Hunter's List")
* Zone 1 (Das jüngste Tal): ~ 40,00 bis 42,00 USD. Hier hat die Aktie nach dem Q4-Massaker im Frühjahr 2026 vorerst Halt gefunden.
* Zone 2 (Der absolute Ausverkauf): ~ 38,00 USD. Wenn der breite Markt (Nasdaq/S&P 500) richtig korrigiert, ist das die nächste fundamentale Auffangstation.
7. Fazit: Zukunftsfähigkeit, Margen & Alternativen
Crap oder kein Crap?
PayPal ist definitiv kein Crap. Aber es ist auch kein technologischer Wachstumswert mehr. Es ist eine transformierte Value-Trap, die zu einer gigantischen, stoischen Cash-Cow mutiert ist. Eine operative Marge von über 17 % und ein FCF-Yield von über 12 % sind für ein KGV von 8 ein absolutes Schnäppchen.
Das Problem ist die Ausrichtung: Für den ruhenden Pol der Hantel ist die Dividende von 1,28 % einfach zu gering, um dein dänisches Konto mit ordentlichen Cashflows zu fluten. Für den aggressiven Wachstums-Motor fällt das Papier gnadenlos durch die Rule of 40. Wer auf der linken Seite wirkliche Burggräben sucht, muss im Sektor zu den teureren, aber unangreifbaren Platzhirschen Visa oder Mastercard greifen.
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Sehr spannendes Unternehmen, schau dir dazu vielleicht auch mal die $JDG aus Groß Britannien an, diese haben 23 Subunternehmen die hochspezialisierte sub unter nehmen die de Facto Weltmarktführer in Ihrem Bereich sind.

Das KGV liegt Rückwärtsschauend bei ~15 und vorwärts zwischen 16-20, die Holding hat schön diversifizierte Umsätze über Branchen und Länder, wurde aber übel von dem Federal Funding und Auftragstiming einiger Kunden getroffen.

Einen Punkt habe ich zu Keyence noch, China verfolgt mittlerweile den Ansatz "Buy Chinese" das könnte für die Masse Messtechnik gefährlich werden.
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@Jesko Danke für den Beitrag. Das Unternehmen schaue ich mir mal an
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