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Wieso Bitcoin für mich das beste "Asset" ist – und die Weltwährung von morgen seien könnte/wird.

Kapitel 1: Wieso das Geldsystem eine Lüge ist

Wir alle tauschen unsere wertvollste und endliche Ressource – Lebenszeit – gegen Geld. Die bittere Wahrheit ist jedoch: Das Geld, das wir dafür erhalten, ist nicht endlich. Unser heutiges Schuldgeldsystem basiert auf der ständigen Ausweitung der Geldmenge durch Zentralbanken.


• Die Täuschung: Wenn die Geldmenge schneller wächst als die Produktivität, sinkt der Wert jeder einzelnen Einheit. Das, was uns als moderate „2 % Inflation“ verkauft wird, ist in Wahrheit eine schleichende Enteignung.


• Der Cantillon-Effekt: Diejenigen, die nah an der Geldquelle sitzen (Banken, Staat), profitieren, während die Kaufkraft der arbeitenden Bevölkerung am Ende der Kette schwindet. Wer spart, verliert – das ist kein Unfall, sondern ein Feature des Fiat-Systems.


Kapitel 2: Die Flucht aus dem FIAT-System

Egal ob wir in Einzelaktien investieren oder den „Heiligen Gral“ der Welt-ETFs besparen: Im Kern haben wir alle das gleiche Ziel. Wir haben verstanden, dass das Geld auf dem Girokonto stirbt. Wir versuchen händisch, der Inflation davonzulaufen.


• Das geteilte Problem: Jeder Investor auf #getquin hat das Problem des Wertverfalls erkannt. Doch wir müssen uns fragen: Investieren wir in Aktien, weil wir das Unternehmen so lieben, oder weil wir gezwungen sind, unser Geld irgendwo zu „parken“, damit es nicht wegschmilzt?


• Systemisches Risiko: Auch der Aktienmarkt ist massiv von der Liquidität der Zentralbanken abhängig. Sinkt die Zinslast oder wird Geld gedruckt, steigen die Kurse – unabhängig von der realen Wirtschaftskraft. Bitcoin ist die einzige Exit-Strategie in ein System, das nicht durch politische Willkür oder Zinsentscheidungen manipuliert werden kann.


Kapitel 3: Die Lösung, die nicht gesehen wird

Bitcoin wird oft als rein spekulatives Objekt abgetan, weil die Leute nur auf den volatilen Preis schauen. Doch Bitcoin ist die Lösung für ein jahrtausendealtes Problem: Die Trennung von Geld und Staat. • Unbestechlichkeit: Zum ersten Mal haben wir ein Gut, das absolut knapp, portabel, teilbar und vor allem zensurresistent ist.


• Das Ende der Korruption: Wenn ein Staat sein Geld nicht mehr einfach drucken kann, um Kriege oder Fehlwirtschaft zu finanzieren, muss er wieder haushalten. Viele spüren, dass „etwas nicht stimmt“, suchen die Lösung aber innerhalb des Systems (z.B. in Gold oder Immobilien), ohne zu merken, dass Bitcoin das erste perfekt digitale, knappe Gut der Menschheitsgeschichte ist.


Kapitel 4: Die Mathematik der Freiheit

Bitcoin basiert nicht auf dem Vertrauen in Menschen oder Institutionen, sondern auf den Gesetzen der Mathematik und Thermodynamik.


• 21 Millionen: Diese Zahl ist in Stein gemeißelt. Es gibt keine Instanz, die diese Menge per Dekret erhöhen kann.


• Proof of Work: Bitcoin ist durch echte Energie gesichert. Das macht es zum „härtesten Geld“, das wir je hatten. Während Gold schwer zu transportieren und Immobilien schwer zu teilen sind, ist Bitcoin Lichtgeschwindigkeit-Geld. Es ist für jeden Menschen mit Internetzugang weltweit gleich zugänglich – ohne Erlaubnis einer Bank.


Kapitel 5: Die Kosten des Abwartens (Opportunitätskosten)

Die größte Angst vieler Anleger ist die Volatilität. Sie warten auf den „Dip“ oder den perfekten Einstieg. Doch die eigentliche Gefahr ist das Nicht-Investiert-Sein.


• Outperformance: Wer die letzten 10 Jahre an der Seitenlinie stand, hat die stärkste Demonetarisierung der Geschichte verpasst. Bitcoin hat bisher jede andere Assetklasse übertroffen, weil es das einzige Asset ist, das nicht durch Angebotserhöhung auf den Preisdruck reagieren kann (unelastisches Angebot).


• Das wahre Risiko: Das Risiko ist nicht, dass Bitcoin morgen 20 % fällt. Das wahre Risiko ist, seine Kaufkraft in einem System zu halten, dessen Geldmenge sich alle paar Jahre verdoppelt.


Kapitel 6: Vom digitalen Gold zur neuen Weltwährung

Wir befinden uns aktuell in der Phase der Monetarisierung. Bitcoin etabliert sich gerade als „digitales Gold“ – ein globaler Wertspeicher. Doch das ist erst der Anfang.


• Evolution des Geldes: Geld entwickelt sich immer über Stufen: Sammlerobjekt -> Wertspeicher -> Tauschmittel -> Recheneinheit.


• Technologische Layer: Durch Layer-2-Lösungen wie das Lightning-Netzwerk wird Bitcoin bereits heute blitzschnell und nahezu kostenlos verschickt. Mit zunehmender Marktkapitalisierung wird die Volatilität sinken, bis Bitcoin die stabilste Basis für ein globales, faires Finanzsystem darstellt, das niemanden ausschließen kann.


Kapitel 7: Wie du auch zum Bitcoiner wirst

Bitcoiner wird man nicht durch den Kauf von 50 € BTC auf einer Exchange. Es ist ein intellektueller Prozess.


• Vom Trader zum HODLer: Die meisten kommen für die schnellen Gewinne. Doch wer anfängt zu lesen – ob „Der Bitcoin-Standard“ oder technische Whitepaper – der bleibt für die Revolution.


• Studieren statt Spekulieren: Lerne, das tägliche Rauschen der News zu ignorieren. Verstehe, warum die Dezentralität wichtiger ist als jedes neue Feature eines Shitcoins. Wer das Rabbit Hole einmal tief genug betreten hat, tauscht nicht mehr „um Gewinn zu machen“, sondern spart in Bitcoin, um sein Vermögen in die Zukunft zu retten.


Kapitel 8: Fazit

Ein Bitcoin ist ein Bitcoin Hört auf, den Erfolg eurer Investition nur in Euro oder Dollar zu messen. In einem System, in dem die Währungseinheiten unendlich vermehrt werden können, ist der Preis eine Illusion.


• Der neue Fixpunkt: In 50 Jahren wird es immer noch nur 21 Millionen Bitcoin geben, aber niemand weiß, wie viele Billionen Euro dann im Umlauf sein werden.


• Die einzige Frage: Am Ende zählt nicht der Fiat-Wert, sondern: Wie viel Prozent des härtesten Geldnetzwerks der Welt besitzt du?


Ein Bitcoin ist ein Bitcoin.


Wenn du dich jetzt auch mit Bitcoin tiefer auseinander setzen willst, empfehle ich dir dieses Youtube Video, bzw. das Offizielle Bticoin Whitepaper.

https://www.youtube.com/watch?v=0gOhd7waSG8

https://bitcoin.org/files/bitcoin-paper/bitcoin_de.pdf


$BTC (+0,53 %)
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#bitcoin
#geld
#rendite
#zukunft

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31 Kommentare

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Schöner Beitrag, danke dir😘
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@stefan_21 Danke dir fürs Feedback!
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Die 21 Millionen sind gedeckelt. Die Käufer aber nicht. Knappheit allein hat keinen Wert. Dazu braucht es Nachfrage. Und die ist keine mathematische Konstante.
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Hey @Yoshika, stimmt absolut. Knappheit ist nur der Rahmen, die Nachfrage ist der Motor. Aber genau hier greift das Metcalfesche Gesetz: Der Wert eines Netzwerks steigt quadratisch mit der Anzahl seiner Nutzer. Seit 15 Jahren wächst die globale Adoption von Bitcoin (BlackRock, Staaten wie El Salvador, Millionen Privatanleger). Die Nachfrage ist keine mathematische Konstante, aber historisch gesehen folgt sie einem extrem stabilen Aufwärtstrend.

Die Adoption von Bitcoin verläuft exponentiell. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis das Netzwerk eine kritische Masse erreicht, die nicht mehr ignoriert werden kann.
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@Philipwdr
Myspace hatte auch Netzwerkeffekte. Das Fax auch.
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@Yoshika glaube du musst dich fragen, ob du denkst, dass die Eigenschaften, die Bitcoin hat, in Zukunft eher mehr oder weniger relevant werden. Für mich ist die Antwort klar :)

MySpace und das Fax hatten auch Netzwerkeffekte, das stimmt.
Von MySpace zu Facebook zu wechseln, hat dich allerdings nichts gekostet. Bei Bitcoin gibst du genau die Eigenschaften auf, die du eigentlich suchst. Geld ist, was das angeht, ein "Schelling Point".
Dazu kommt, dass das Fax durch etwas in jeder Dimension Besseres ersetzt wurde und das ist aus meiner Sicht bei Bitcoin nicht möglich. Begrenzter als begrenzt geht nicht, dezentraler als das größte PoW-Netzwerk der Welt auch nicht.
Und sinnvolle Features von Kontrahenten kann Bitcoin selbst über Soft Forks und 2nd Layer übernehmen. Code kannst du in 5 Minuten kopieren, das Ökosystem aus unzähligen Nodes, Minern und deren Energie nicht.
Außerdem hatten MySpace-Nutzer null Anreiz, das Netzwerk zu verteidigen. Bitcoin-Halter haben einen massiven. Das ist ein qualitativ anderer Netzwerkeffekt :D
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Der Schelling Point funktioniert auch nur solange alle auf denselben zeigen. Gold war ja auch mal alternativlos. Und auch starke Netzwerkeffekte und Anreizsysteme sind kein Unsterblichkeitscode. Der Hebel liegt ja mehr im Drumherum, wie Regulierung, CBDCs, On-/Offramps. Das Protokoll bleibt vielleicht bestehen. Die Massentauglichkeit nicht automatisch.
Ich argumentieren überhaupt nicht gegen Bitcoin. Ich finde nur das dieses Bitcoin gewinnt eh safe framing irgendwann schwierig wird und wenn aus Investmentthesen Prophezeiungen werden.
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@Yoshika
Das Drumherum wird Bitcoin wahrscheinlich nicht killen. Vielleicht integrieren. BlackRock, ETFs oder El Salvador zeigen ja, dass Staaten/Institutionen da mitspielen können.

Aber sowas bitte nicht mit religiösem Determinismus vertreten.
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@Yoshika Es wird immer weniger Käufer geben. Immer weniger leute kaufen diesen Müll in der Zukunft. NFT 2.0 loading...
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Monopoly Geld.
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@TechNav Meinst du damit FIAT Geld oder BTC?
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@Philipwdr ich wette du hast in den letzten 24 Stunden mit FIAT Geld etwas gezahlt und nicht mit Buttcoins… also sagt du mir was ist Monopoly Geld und was richtiges Geld.
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@TechNav Hast du in den letzten 24 Stunden mit einem Goldbarren bezahlt? Wahrscheinlich nicht. War Gold deshalb früher Monopoly-Geld? Sicher nicht. Wir nutzen Euro für den täglichen Konsum, weil wir dazu gezwungen sind (Steuern, Annahmepflicht). Aber wir sparen in Bitcoin, weil wir nicht wollen, dass unsere Kaufkraft wegschmilzt.

Würde ich steuerlich gesehen heute schon problemlos mit Bitcoin zahlen können (ohne jedes Mal ein privates Veräußerungsgeschäft prüfen zu müssen) und mein Gehalt direkt in BTC erhalten, hätte ich damit kein Problem. Natürlich kann ich die Zukunft nicht exakt vorhersehen, deshalb besitze ich zur Diversifikation auch noch ETFs. Aber dass sich das härtere Geld am Ende durchsetzt, davon bin ich überzeugt.
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@Philipwdr Finde Gold gleich nutzlos als Asset/Investition. Alles was kein cash-flow produziert ist als INVESTITION unsinn. (Gold, Uhren, Picasso gemälde). Du Wettest das ein anderer Idiot für mehr geld in der Zukunft dein ding abkauft. Das ist Greater Fool Theory. Kein ernster Mensch spart irgendwas in Krypto ob Bit oder Furzcoin... Die spekulieren einfach. Casino Spielerei.
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@TechNav Das kommt auf die Perspektive an: Wenn man Bitcoin nur als Aktie sieht, hast du recht – es gibt keine Dividende. Aber Bitcoin ist kein Unternehmen, sondern eine monetäre Infrastruktur.

Deine "Greater Fool Theory" greift bei produktiven Assets, aber Geld selbst (auch der Euro) produziert keinen Cashflow – es ist das Medium, in dem Cashflow gemessen wird. Wenn das Medium aber jährlich entwertet wird, ist das Halten von Cash die schlechteste "Investition".

Ich sehe es so: Ich wette nicht auf einen "größeren Idioten", sondern ich flüchte aus einem System, das mathematisch garantiert an Kaufkraft verliert. Wenn Bitcoin sich als Standard durchsetzt, muss ich gar nicht "verkaufen", sondern kann direkt im Netzwerk Werte tauschen. Bis dahin ist es für mich die stabilste Versicherung gegen die Druckerpresse.
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@Philipwdr es ist keine monetäre Infrastruktur, es ist ein Mist den sich einer anonymer japan Fan ausgedacht hat.

Bitcoin ist auch kein Cash. Nur Cash ist Cash darum wird ALLES Bitcoin, Pokémon Karten, dein Haus in CASH gemäßen.

Cash ist auch keine Investition, keiner würde so etwas behaupten.

Wenn das Medium jährlich entwertet wird ist es eine GUTE SACHE und auch so gewollt. Es SOLL an Kaufkraft verlieren. Wir Investoren wollen das, und am besten 2% jeden Jahr! Aktienunternehmen lieben Inflation. Sie gedeihen darin! Die moderne Wirtschaft möchte jährliche Inflation, das ist das Ziel! Es soll ausgegeben werden, nicht gehortet. Die Wirtschaft soll vorankommen durch “ausgeben”, es soll sich bewegen und nicht in wallets rumliegen. So funktioniert die moderne Wirtschaft.

Du kannst dem System nicht flüchten. Du kannst mitspielen oder im Wald von Beeren leben.

Druckerpresse = ❤️
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Thanks!
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Gut geschrieben
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Gibt ein paar Dinge in deinem Beitrag, die ich nicht für richtig oder zunindest wahnsinnig ungenau halte. Einmal würde ich behaupten, die Trennung von Geld und Staat wackelt auch bei Bitcoin gerade bedenklich und eine völlig deregulierte Währung hat auch ihre ganz klaren Schwächen. Gibt auch einen Grund, warum quasi jedes Land eine Zentralbank hat.
Zweitens fällt mir kein Beispiel für die „Evolution des Geldes“ ein, die du beschreibst. Ich wüsste kein Beispiel, bei dem eine GELD- oder WÄHRUNGS-Einheit erst ein Sammlerobjekt war, bevor es ein Tauschmittel wurde. Demnach bin ich da skeptisch, wie das der Bitcoin erreicht. Aber wäre interessiert, wenn du ein Beispiel hast, das mich überzeugt.
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@DieEnte7 ohne jetzt die Antwort von Philip vorwegnehmen zu wollen:
Dass Bitcoin nicht-staatlich ist bzw. wie du sagst dereguliert, ist mit einer der größten Vorteile, die Bitcoin hat.
Macht korrumpiert. Und wenn du die Macht üver das Geld hast, besitzt du eine enorme Macht. Und diese Macht wird ausgenutzt.
Nimm den Euro als Beispiel. In den Maastricht Verträgen wurde klar geregelt wie der Euro konzipiert sein sollte. Zentralbanken dürfen keine Staaten bailouten; Staaten dürfen sich nicht mehr als 60% ihres BIPs verschulden; Staaten dürfen nicht für die Schulden anderer Staaten haften müssen.
All diese Regeln wurden gebrochen - ohne Konsequenz, ohne Sanktion.
Wenn es einen roten Knopf gibt, der neues Geld aus dem Nichts erzeugt und den man immer dann betätigen kann sobald es mal unbequem wird, hat das Konsequenzen.

Das Ersparte der Bürger entwertet. Jede Krise wird versucht mit neuem Geld zu lösen.

Bitcoin ist stattdessen hochdemokratisch. Jeder Nodebetreiber kann mitbestimmen wie die Regeln auszusehen haben. Es gibt niemanden, der die Macht hat einen roten Knopf zu drücken. Die Regeln sind für alle klar vorgegeben und niemand alleine kann sie phne Zustimmung der Mehrheit der Nutzer ändern.

Da vertraue ich mehr Bitcoin sehr viel mehr als jeder Zentralbank.

Zur Geldevolution könntest du dir auch meinen Bitcoin für Einsteiger Teil 1 anschauen, wenn du magst. Im Grunde hat Philip aber vollkommen Recht.
Egal ob Kaurimuscheln oder Gold. Nicht staatliche Güter wurden immer über diesen Weg zu Geld. Das Gut mit dem geringsten abnehmenden Grenznutzen. Also das Gut mit den besten Eigenschaften, das jeder haben wollte wurde erst gesammelt, dann zum Wertspeicher, weil es dadurch im Wert gestiegen ist; dann zum Tauschmittel, weil es nachgefragt wurde; dann zur Recheneinheit :)
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@DieEnte7 zur Geldgeschichte gibts einen extrem starken Artikel von Nick Szabo, den du dir auch mal durchlesen kannst, wenn du möchtest :)
https://nakamotoinstitute.org/library/shelling-out/
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@stefan_21 Danke, ich bin weiter skeptisch, aber sehe mir den Artikel mal an!
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@DieEnte7 ist auch gut, wenn du skeptisch bist :)
Falls du gerne liest, könnt ich dir z. B. auch Broken Money von Lyn Alden sehr empfehlen. Da gehts auch einmal quer durch die Geldgeschichte und dann zu Bitcoin.
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@stefan_21 Haha, ich war gerade mit meiner Antwort fertig... da warst du wohl schneller. 😅 Danke für die starke Ergänzung! Besser hätte ich es nicht zusammenfassen können. ❤️ Ich werde mir die Artikel, die du angehängt hast, auch anschauen – sieht interessant aus!

@DieEnte7 Wäre ein Geld, das niemandem gehört und dessen Regeln niemand ändern kann, für dich theoretisch erstrebenswert, wenn die technischen "Kinderkrankheiten" gelöst wären? Denn dann wäre es nur noch ein Abwägen von Risiko. Ohne dich jetzt "bekehren" zu wollen – wie schon im Post erwähnt, jeder startet mal da, wo du jetzt stehst.
Bitcoiner wird man nicht über Nacht, es ist ein Prozess.
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@Philipwdr @stefan_21

Noch nicht die Artikel gelesen, aber schonmal ein erster kritischer Beitrag :)
Ich kann eure Kritik an den Zentralbanken und Regierungen nachvollziehen, bin aber gleichzeitig skeptisch, dass eine dezentrale Währung diese Probleme wirklich löst. Eine Währung, die solch starken Wertschwankungen unterliegt, unterliegt damit quasi per Definition extremer Inflation und Deflation, und das Fehlen einer zentralen Stelle, deren oberstes Ziel Kursstabilität ist macht das nicht besser. Stattdessen ist diese zentrale Verwaltungsstelle eine Community aus sehr vielen, gewinnorientierten Investoren. Und um den direkten Vergleich zu ziehen wäre ich nicht davon überzeugt, dass Profitstreben die EZB oder FED besser machen würde, daher bin ich skeptisch, ob die „Community“ beim Bitcoin die bessere Kontrollinstanz ist. Und ja, der „rote Knopf“ wurde zwar mehrfach gedrückt, aber was wäre, wenn dieser Knopf nie gedrückt worden wäre? Wäre eine stärkere Kettenreaktion 2008 bei den Banken der richtige Ausweg gewesen? Der Staatsbankrott Griechenlands 2014/15? Und wie hätten sich die Krisen entwickelt, wenn das Zahlungsmittel der Bitcoin gewesen wäre? Regeln ändern sich und das ist auch irgendwo genau die Aufgabe der Politik, das zu moderieren. Sonst hängt man dort, wo die USA gerade sind – eine uralte, unzeitgemäße Verfassung an die sich aber niemand herantraut, obwohl es dringend mal nötig wäre.
Auch das Muschel/Goldbeispiel hinkt für mich an mehreren Stellen. A) ist die Wirtschaft heute kaum mit den Jägern und Sammlern von vor tausenden Jahren vergleichbar, B) ist es auch schwer vorstellbar, dass der Weg derselbe war wie beim Bitcoin heute. Also gab es Leute, die erst wild Muscheln am Strand gesucht haben, bis sie einen großen Vorrat davon hatten und dann andere Stammesmitglieder davon überzeugen konnten, Muscheln als Zahlungsmittel zu akzeptieren? Und auch Gold wurde historisch erst dann ein verlässliches Zahlungsmittel, als frühe Staaten damit begonnen hatten, ein Währungswesen einzurichten.
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@DieEnte7 danke dir, da hast du jetzt einige Fässer aufgemacht😂 ich versuch mal auf ein paar Punkte einzugehen ohne, dass ich zu viel schreiben muss.

"Inflation" kommt ursprünglich von "inflare" was so viel wie "aufblasen" bedeutet. Ursprünglich war mit Inflation die Ausweitung der Geldmenge gemeint.
Erst das staatliche Fiatgeld führte dazu, dass man von dieser Definition nichts mehr wissen wollte und stattdessen die Teuerung von Güterpreisen genommen hat. Und da gibts dann ganz viele tolle Ökomomen, die behaupten, dass Geldmenge und Inflation nichts gemein haben, weil sie immer irgendeinen Krieg oder temporären Schock dafür ausmachen können, dass Preis x von Gut y jetzt gestiegen ist.

Die extreme Volatilität von Bitcoin liegt aus meiner Sicht vor allem daran, dass Bitcoin noch so jung ist und mitten in seiner Monetarisierungsphase steckt. Schau dir die Diskrepanz der verschiedenen Meinungen über Bitcoin an. Das geht von "Bitcoin ist das beste Geld der Menschheitsgeschichte" zu "Bitcoins sind wertlose Zahlenreihen ohne Usecase".

Mach mal ein Gedankenexperiment. Stell dir vor von heute auf morgen erfindet jemand das wirklich beste Geld der Menschheitsgeschichte. Was würde passieren?
Würde das jeder Mensch sofort verstehen und adaptieren? Würde der Preis von 0 auf beispielsweise 10.000.000 springen und die Fiatwährungen sofort wertlos werden?
Oder würde so ein Geld langsam immer mehr Zulauf gewinnen und auf dem Weg nach oben extrem volatil sein? :D
Ich denke Letzteres.

Und du musst wissen: Bitcoin schwankt nicht bzw. kaum. Was schwankt ist der Maßstab, in dem er gemessen wird. Bitcoin macht sein Ding, ist auf 21 Mio begrenzt und wirft aktuell mit jedem neuen Block 3,125 neue Bitcoin auf den Markt. Das, was permanent schwankt, sind die Fiatwährungen.

Zum Thema mit dem roten Knopf würd ich sagen, dass unser aktuelles Geldsystem völlig falsche Anreize setzt. Unser Geldsystem belohnt es, Schulden zu machen und zu spekulieren, aber bestraft es zu sparen, weil es permanent entwertet. Und daraus sieht man dann das klassische "Buy now, pay later" oder das Konsumieren auf Pump.
Und diese falschen Anreize sind meines Erachtens der Grund dafür, dass wir immer wieder diese Boom & Bust Phasen haben auf der einen Seite und dass die Bust-Phasen immer auf eine hochverschuldete Gesellschaft trifft, die sich selbst nicht helfen kann auf der anderen Seite. Und um der überschuldeten Gesellschaft helfen zu können, wird wieder Geld gedruckt, was gleichzeitig die Ersparnisse der Gesellschaft weiter entwertet. Paradox, oder nicht?

Zudem wissen wir alle, dass Planwirtschaft nicht funktionieren kann. Und bei so einem wichtigen Bestandteil der Weltwirtschaft, dem Geld selbst, denken wir, dass der Preis für das Geld (also der Zins) nur von Schlipsträgern in einer Bank zentral bestimmt werden kann. Dabei können die nicht alle Informationen haben, um eine richtige Entscheidung treffen zu können, oder?
Hayek nannte das die "Anmaßung des Wissens" - und das trifft es aus meiner Sicht ziemlich gut :)

Bitcoin als Netzwerk bzw. als Organismus hat natürlich den Drang, sich selbst zu erhalten. Die Netzwerkregeln werden von zehntausenden Knotenpunkten durchgesetzt. Ob da jetzt viele Privacy Advokaten oder Gewinnorientierte Anleger wie du schreibst dabei sind, interessiert eigentlich nicht. Um etwas fundamentales zu verändern, muss das quasi einstimmig beschlossen werden. Es kann niemand etwas zu seinem Vorteil verändern. Das ist ganz wichtig zu wissen :)

Zum Muschel- und Goldbeispiel - doch, im Prinzip wars so bzw. so ähnlich :D aber schau dir doch dafür mal meinen Beitrag dazu an oder alternativ den Artikel von Szabo.
Dass wir heute nicht mehr aus Jägern oder Sammlern bestehen, ist klar. Dass sich das Gut mit dem geringsten abnehmenden Grenznutzen am Ende doch wieder durchsetzen könnte, hat damit eigentlich wenig zu tun. Die richtigen Eigenschaften sind entscheidend. Der Prozess wird aber sehr lange dauern. Wie ich in einem meiner letzten Posts geschrieben hatte, gibts da 2 Gesetze, die da aus meiner Sicht ganz entscheidend sind :)
https://getqu.in/iiSGwO/
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Thermodynamik?
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@BoldTake Was meinst du mit Thermodynamik?
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Du hast mit allem Recht. Allerdings nur unter der Prämisse, dass sich alle Handelnden darauf einigen Bitcoin entsprechenden Wert beizumessen. Dahingehend ist es genau wie FIAT eine kulturelle Einigung, diese Entität als Tauschmittel anzuerkennen. Das kann auch kippen.
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@MitStickstoffAufschlagen Ein sehr guter Punkt. Im Grunde ist jedes Geld – ob Muscheln, Gold, Euro oder Bitcoin – ein soziales Konstrukt. Wir einigen uns kollektiv darauf, dass etwas Wert hat, um Handel zu treiben.

Der entscheidende Unterschied ist jedoch die Basis dieser Einigung:

Bei Fiat ist die Einigung oft erzwungen (gesetzliches Zahlungsmittel, Steuern müssen darin gezahlt werden). Die Einigung kann kippen, wenn das Vertrauen in den Herausgeber (Staat/Zentralbank) schwindet – wie die Geschichte bei unzähligen Währungen gezeigt hat.

Bei Bitcoin ist die Einigung freiwillig und basiert auf überprüfbaren physikalischen und mathematischen Regeln. Die Menschen einigen sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Protokoll, das niemand manipulieren kann.

Natürlich kann diese Einigung theoretisch kippen. Aber die Wahrscheinlichkeit sinkt mit jedem Tag, an dem das Netzwerk wächst (Lindy-Effekt). Bitcoin ist die erste Einigung der Menschheitsgeschichte auf ein globales, knappes Gut, das niemandem gehört. Das ist ein kultureller Shift, der schwer rückgängig zu machen ist, sobald man den Vorteil einmal verstanden hat. Daher würde ich nicht sagen das es in dem Punkt "genau wie FIAT" ist.
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